Kundenfragen zum IOSS-Zollverfahren

  Zurzeit Beschwerden über verzögerte Sendungen aus Tschechien. Ursache unbekannt.

Beim IOSS-Verfahren zahlt der Absender die Einfuhrabgaben (Zoll) für ein Paket nach Deutschland. In der Praxis gibt es oft Probleme und es kommt zu Doppelbesteuerungen.

Lesen Sie zu diesem Thema bitte ergänzend unseren Ratgeber Wie reklamiere ich falsch berechneten Zoll?.

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DHL | 8976289173

Habe ein Lieferung aus Japan bekommen (ganz normal per Internet bestellt, wie seit Jahren). Neu dabei: der Händler hat die Steuern direkt einbehalten. DHL Express hat mal wieder die Steuern/Zölle doppelt berechnet und mir weitere rund 7 Euro zzgl. Service Pauschale für insgesamt 22 Euro abgenommen. Das ist mir vor kurzem schon mal passiert, allerdings bei Ebay und die haben mir das dann erstattet.
Mal ganz davon abgesehen das IOSS noch immer nicht funktioniert, finde ich es eine extreme Frechheit, den Kunden hier so noch und nöcher mit versteckten Kosten zu belasten (könnte man z.B. in den bereits auch so schon horrenden Versandkosten einkalkulieren).

Meine Fragen:
Ist DHL nicht verpflichtet, den Kunden über diese Service Pauschale VORHER zu informieren? Die können doch nicht einfach Leistungen erbringen, ohne je einen Auftrag bekommen zu haben.
Wie ist der Stand bei IOSS? Ist es absehbar, das man irgendwann wieder im Ausland bestellen kann, ohne immer alles doppelt bezahlen zu müssen?
Bin ich der Einzige, der diese Probleme hat?
Was kann ich tun, um das als Privatperson zu vermeiden (außer nix mehr aus dem Ausland zu bestellen).

Den Verbraucherschutz interessieren diese Themen leider nicht... | Sebastian | 31.03.2022

• Paketda-Redaktion ^sp antwortet: Im September 2021 hat Japan Post mitgeteilt, dass sie technisch nicht in der Lage sind, Sendungen mit IOSS zu verschicken: https://www.post.japanpost.jp/int/information/2021/0916_01.html

Seitdem gab es im Pressebereich von Japan Post keine weitere Meldung zu dem Thema. Vielleicht der Verkäufer sagen, ob IOSS funktioniert. Im September 2021 bat Japan Post die Verkäufer darum, von EU-Kunden keine Steuern im Voraus zu erheben.

Achso, Korrektur: Die Sendung wurde mit DHL Express verschickt und nicht mit Japan Post. Dazu kann ich leider nicht sagen. Bitte rufen Sie beim Kundenservice von DHL Express an. Vielleicht können die im System sehen, ob IOSS-Daten zum Paket hinterlegt waren.

Sich über die Servicepauschale zu ärgern, bringt nichts. Theoretisch könnten Sie die Zahlung verweigern mit der Begründung, Sie hätten DHL mit der Zollabfertigung nicht beauftragt. Aber das durchzufechten ist nervenaufreibender als die Gebühr zu bezahlen.

Bei der EU soll das Problem bekannt sein, das IOSS nicht reibungslos funktioniert und es Doppelbesteuerungen gibt. Mir ist aber keine Lösung dafür bekannt. Anfangs war der deutsche Zoll noch kulant und hat einigen Kunden doppelt gezahlte Steuern erstattet. In den letzten Monaten habe ich aber Rückmeldungen von Kunden bekommen, dass der Zoll die Suppe auch nicht auslöffeln will und nichts mehr erstattet. Alle Beteiligten schieben sich quasi gegenseitig die Schuld zu.


Deutsche Post

Gibt es Erfahrungen mit dem neuen Gehabe der Deutschen Post für Importsendungen von außerhalb der EU? Ich habe bereits einmal Einfuhrumsatzsteuer und Postpauschale bezahlt obwohl der Shop über IOSS registriert ist und ich die Steuern beim Einkauf bereits bezahlt habe, was auch die beigefügten Papierausdrucke nachweisen. Ein anderes Mal, war die Sendung als abgabepflichtig im System vermerkt, aber ohne Gebühr, weswegen die Postagentur nur den Mindestbetrag (0,10 EUR) von mir wollte. Kürzlich ist des Weiteren eine ganz eindeutig identifizierbar private Sendung mit einem Wert unter 45 EUR verzollt worden.
Hat man mit der DP den Bock zum Gärtner gemacht oder der hatte ich schlichtweg Pech? | Anonym | 04.03.2022

• Paketda-Redaktion ^sp antwortet: Die beschriebenen Probleme kommen leider immer wieder vor. Siehe dazu folgende Berichte: https://www.paketda.de/news-zoll-geschenkpakete.html und https://www.paketda.de/zoll/zoll-reklamieren.html

In der Anfangszeit gab es Berichte von Nutzern, die erfolgreich beim Zoll reklamieren konnten und die Einfuhrabgaben erstattet bekamen. Zumindest bei privaten Geschenkpaketen müsste das weiterhin funktionieren (ist aber aufwändig). Bei IOSS-Sendungen, die doppelt besteuert wurden, höre ich in letzter Zeit vermehrt Ablehnungen des Zolls.

Die beigefügten Papierausdrucke oder eine IOSS-Steuernummer auf dem Paketlabel bewirken leider nichts. Es kommt nämlich auf die digitalen Sendungsdaten an. Wenn der Datensatz fehlerhaft oder unvollständig ist, findet keine IOSS-Abfertigung ab. Als Kunde kann man die digitalen Daten nicht einsehen und somit nicht beweisen, ob sie wirklich fehlerhaft sind oder nicht.


Deutsche Post | LT909876046NL | International

Diese China-Sendung (ohne IOSS, über 150€, an Selbstverzollerin), wird die von "im Logistikzenrum bearbeitet" voraussichtlich noch auf "Vorprüfung zur Einfuhr" umspringen - und ab dann beginnt erst die Wartezeit auf die Verzollung? Oder ist die Wartezeit auf die Verzollung rechnerisch ab 21.10. zu veranschlagen? | K.M.B. | 21.12.2021

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Nach so langer Zeit kommt die Sendung wahrscheinlich nicht mehr an.

Vielleicht hat es die Sendung nicht durch die Zollkontrolle geschafft, oder die Sendung ist verloren gegangen.

• K.M.B. antwortet: danke soweit, mal abwarten was passiert.

• Wawumo antwortet: @sp Zusatz: Bei einigen meiner LTxxxxxxxxxNL-Sendungen erschöpfte sich diese "Vorab-Verzollung" in NL allerdings in dem Aufkleben von "Goods do not meet the requirement of article 9 and 10 of the contract for the foundation of the European Community" durch PostNL - möglicherweise um Erkennen und Ausleitung im Zielland (DE) sicher zu stellen(?).

• Paketda-Redaktion ^sp antwortet: Ich glaube, dass in Deutschland keine Zollabfertigung erfolgt. Im internationalen Tracking https://parcelsapp.com/de/tracking/LT909876046NL erscheint die Zollabfertigung am 20. Oktober in den Niederlanden. Ich vermute, dass die Sendung in NL verzollt wurde und jetzt innerhalb der EU ohne weitere Kontrolle transportiert werden darf. Ist aber nur eine Vermutung ohne 100% Sicherheit.

• Wawumo antwortet: bei DHL.com wird die Sendung als "DHL Parcel" geführt. Denke nicht dass das Brief-Tracking noch weiter geht. Nächster Schritt wird wohl erst der Brief vom Zollamt sein denke ich, ohne irgendwelche Tracking-Einträge vorher.

• Automatische Erstanalyse (Roboter): Deutsche Post – Die Sendung aus Niederlande hat ungewöhnlich lange keinen neuen Status erhalten. Es handelt sich um eine Auslandssendung aus einem EU-Land. Deshalb ist die Verzögerung für uns nicht erklärbar, weil die Sendung ja nicht verzollt werden muss. Bitte versuchen Sie, genauere Infos bei der Post-Spezialhotline für internationale Briefsendungen zu erhalten: 0228/4333118

Deutsche Post

Hallo, Ich sehe bei dem ganzen Verfahren mit IOSS nicht so ganz durch und wollte deshalb einmal Fragen ob ich wenn ich eine Sendung in Korea bestellen würde und die an der Kasse wenn ich die Ware bezahle VAT berechnen dann nochmal 19% Steuern zahlen müsste wenn sie dann in Deutschland ist? Und ich habe bei der Bestellung auch gerechnet und normalerweise würden 12 Euro und ein paar Cent an Steuern anfallen, aber an der Kasse werden mir nur 10,38 USD als VAT berechnet, was in Euro weniger als die 12 Euro ist. Müsste ich dann den Rest noch nachzahlen? Und falls diese VAT die mir berechnet werden schon die 19% sind und in der Sendungsnummer auch diese Nummer steht womit der Händler nachweißt das ich die Mehrwertsteuer bezahlt habe, könnte es dann trotzdem sein das die Sendung beim Zoll landet und ich sie dort abholen muss? Und falls die Post die Verzollung übernimmt werden ja knapp 6 Euro Gebühren fällig und wenn ich den Zoll durch die VAT aber schon bezahlt habe kann die Post dann trotzdem diese 6 Euro erheben? Ich danke schonmal für alle Antworten. | Anonym | 30.11.2021

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Wichtig ist es, wie schon in der allerersten Antwort vom Kollegen erwähnt, zu prüfen, ob der Händler überhaupt deutsche MwSt. berechnet. Es könnten evtl. auch koreanische MwSt. sein. Die südkoreanische MwSt. beträgt 10%.

Einige Händler aus Großbritannien berechnen zum Beispiel auch 20% UK VAT, obwohl die diese nicht berechnen müssten bei Exporten. Dieses gilt nicht als deutsche Mehrwertsteuerzahlung.

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Die deutsche MwSt. (VAT) muss durch den Verkäufer im Onlineshop oder Onlinemarktplatz nicht in Euro ausgewiesen werden. Berechnung der deutschen 19% MwSt, in Fremdwährungen sind zulässig.

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Normalerweise werden beim Empfänger in Deutschland und Österreich bei Lieferung keine Steuern und Gebühren (wie beispielsweise Auslagepausche) erhoben, wenn im Onlineshop oder auf dem Onlinemarktplatz bereits VAT (MwSt.) bezahlt wird und der Verkäufer per IOSS verschickt. In einigen wenigen EU-Ländern können eventuell bestimmte Zollbearbeitungskosten anfallen, dieses betrifft jedoch nicht Lieferungen mit Empfänger in Deutschland oder Österreich.

Problem: Viele Verkäufer deklarieren die Sendungen nicht korrekt. Die Meldung der Steuernummer muss immer elektronisch an den Versanddienstleister, z.B. die Post erfolgen. Oder noch schlimmer: In einigen Ländern können diese elektronischen Steuernummernmeldungen noch gar nicht bei der Post vorgenommen werden (z.B. bei Japan Post). Papierhafte Dokumente sind in keinem Fall ausreichend, um die Steuerzahlung gegenüber der Post oder dem deutschen Zoll nachzuweisen.

Der aktuelle Stand, ob die koreanische Post überhaupt schon IOSS unterstützt oder nicht, ist mir zur Zeit leider nicht bekannt.

Wenn die IOSS Steuernummer nicht elektronisch an den Versanddienstleister gemeldet wurde, muss der Käufer bei Empfang der Sendung die Steuern nochmal zahlen, ggf. zzgl. Auslagepauschale, oder ähnlichen Gebühren. Eine Reklamation kann vom Zoll nicht akzeptiert werden, wenn der Verkäufer die Steuernummer nicht elektronisch an die Post gemeldet hat. Reklamationen beim deutschen Zoll, die auf papierhafte Dokumente basieren, werden in diesem Fall vom deutschen Zoll nicht anerkannt. Es bleibt dann nur die Möglichkeit, beim Verkäufer oder Online-Marktplatz zu reklamieren, und die dort bezahlten Steuern zurückzufordern. Auf der Auslagepausche von 6 EUR der Post, oder anderen Gebühren von anderen Paketdiensten wird man dann jedoch in diesem Falle sitzenbleiben.

Ich gehe außerdem davon aus, dass in Einzelfällen in sehr geringer Zahl bei Lieferung trotzdem EuSt. (und Gebühren) berechnet werden, obwohl der Versender die Deklaration richtig digital vorgenommen hat. Einen solchen eventuellen Fehler der Post oder des Kurierdiensts dem Zoll gegenüber nachzuweisen, dürfte sehr schwierig sein, da das System für den Käufer sehr intransparent ist. Es mangelt hier leider gesetzlich an Verbraucherrechten und Dokumentationspflichten gegenüber dem Käufer.

Einige Onlineshops und sogar kleinere Onlinemarkplätze berechnen die MwSt. an den Käufer außerdem falsch. Es müssten eigentlich immer 19% auf dem gesamten bezahlten Betrag (inkl. Versandkosten) als MwSt. berechnet werden. Ist es weniger, wäre es eine Steuerhinterziehung.

Eine Teilzahlung an den Verkäufer und den Rest der Zahlung an den Zoll ist nicht möglich, die Zahlungen können nicht aufgeteilt werden. In der Regel prüft der Zoll nicht, wieviele Steuern bezahlt wurden, wenn die Sendung mit der IOSS Steuernummer elektronisch deklariert wurde.

In der Regel werden IOSS Sendungen mit vorausbezahlter Steuer, sofern diese korrekt elektronisch deklariert wurden, immer direkt nach Hause geliefert, selbst in dem Falle, wenn man als Selbstverzoller registriert ist. Stichproben dürften, wenn überhaupt, wohl nur in sehr geringem Ausmaß stattfinden, bei denen eine Abholung korrekt elektronisch deklarierter IOSS Sendungen im Zollamt notwendig wäre.

• Paketda-Redaktion ^sp antwortet: Wenn der Verkäufer in Korea 19% deutsche Umsatzsteuer berechnet, muss man als Empfänger in Deutschland eigentlich nichts mehr bezahlen. Der Verkäufer müsste deutsche VAT eigentlich in Euro ausweisen. Vielleicht sind die 10,38 USD gar nicht 19% deutsche Umsatzsteuern, sondern koreanische Umsatzsteuer? Nimmt der Verkäufer am IOSS-Verfahren teil? Falls das auf der Website nicht klar ersichtlich ist, bitte beim Verkäufer nachfragen.

Wenn der Verkäufer am IOSS-Verfahren teilnimmt, kann es trotzdem passieren, dass die IOSS-Steuermeldung in Deutschland nicht akzeptiert wird. Zum Beispiel weil es technisch nicht klappt oder die Steuernummer des Verkäufers fehlt oder ungültig ist. Solche Fälle gibt es leider immer wieder. Man kann sie nicht verhindern.

Es kann also passieren, dass Sie in Deutschland erneut Steuern bezahlen müssen plus 6 Euro Gebühren an DHL. Es kann auch passieren, dass die Sendung beim Zollamt landet und dort abgeholt werden muss.

Nachdem ich das vierte Päckchen von außerhalb der EU trotz IOSS noch einmal bei DHL verzollen musste, und für Bücher statt 7%, obwohl die Zollerklärung "Buch" aufführte, 19% Steuer zahlen musste, beantragte ich dort, wie von Ihnen empfohlen, die Zusendung der Abgabenbescheide bei der Post. Leider reagiert sie bis heute nicht, so dass ich nicht weiß, bei welchem Zollamt ich Einspruch einlegen kann. Der älteste Fall war im August.
Also schrieb ich an die Generalzolldirektion und erhielt folgende Antwort:


«Danke für die Hinweise und konstruktive Kritik bzgl. des IOSS-Verfahrens. Die Zollverwaltung versucht in Rahmen ihrer Möglichkeiten auf die jeweiligen Post- / Kurierdienste einzuwirken, damit die augenscheinliche Fehlerquote bei der Abfertigung weiter verringert wird.

Aber um in der Praxis der Zollabfertigung die Befreiung geltend machen zu können, muss in der Zollanmeldung die gültige IOSS-Registriernummer des Verkäufers angegeben werden.
Die Angabe auf der Rechnung, dem Paket oder der papiermäßigen Zollinhaltserklärung (CN22) ist nicht ausreichend. Wenn die in den elektronischen Daten der Zollanmeldung enthaltene IOSS-Registriernummer ungültig oder diese gar nicht angegeben ist, werden die Abgaben nach den üblichen Regelungen über die Zollanmeldung erhoben. In diesem Fall ist eine Erstattung durch den Zoll nicht möglich.



Der Zoll kann die Vorgehensweise der Post- und Kurierdienstleister nicht beeinflussen und kontrolliert auch nicht, ob auf den Sendungen die IOSS-Registriernummer angegeben ist. Der Zoll prüft lediglich, ob die in der Zollanmeldung angegebene IOSS-Registriernummer gültig ist.



In diesen Fällen können Sie eine Klärung nur mit dem Verkäufer bzw. dem Versanddienstleister herbeiführen.

Soweit die vorstehende Antwort fachliche Ausführungen enthält, begründen diese keine Rechtsansprüche.

Mit freundlichen Grüßen,
Generalzolldirektion
Zentrale Auskunft
Postfach 10 07 61
01077 Dresden»



Und was jetzt? Die genannten Plattformen vermitteln Verkäufe von kleinen Buchhandlungen, die vermutlich keine elektronische Zollanmeldung machen können.
Wenn Sie so freundlich wären und mir einen Rat geben könnten, wäre ich Ihnen sehr dankbar. | Thomas Meyer | 15.11.2021

• Der Fragesteller antwortet: Vielen Dank für die hilfreichen Antworten. Befremdlich aber doch dieses ganze Zollwesen, vor allem die Sache mit dem Steuersatz und der Zolltarifnummer. In Zukunft muss ich mich wohl vorher informieren und der Buchhandlung genaue Instruktionen geben.


• Wuniko antwortet: Hier noch ein Link zu einem Formular bei Ebay, mit dem man einen Antrag auf Rückerstattung bei gescheitertem IOSS stellen kann:

https://ocsnext.ebay.de/ocs/mudcwf?deptName=CollectRemitRefund

Die Zolltarifnummer ist eine Warennummer, die die Ware eindeutig identifiziert.

https://www.zoll.de/DE/Kontakt/Auskuenfte/Zolltarifnummern/zolltarifnummern_node.html

https://eclear.com/de/artikel/die-zolltarifnummer-ihr-aufbau-und-was-sie-beinhaltet/

https://www.diezollagentur.de/hilfe/zolltarifnummer/

• Anonym antwortet: Ein Buch kam aus Israel über ebay, über biblio.co.uk eines aus Kanada und eines aus UK. Und was ist eine Zolltarifnummer?


• Paketda-Redaktion ^sp antwortet: Kleine Händler werden sich vermutlich nie für IOSS registrieren, weil der buchhalterische Aufwand zu hoch ist. Für die Registrierung vielleicht nicht, aber für den anschließenden Buchungs- und Meldeaufwand bei der Steuererklärung. Aber wenn eine Verkaufsplattform wie z.B. eBay die Steuern einbehält, müsste der Verkäufer die IOSS-Steuernummer von eBay in den Sendungsdaten hinterlegen. Die IOSS-Nummer von eBay UK habe ich hier gefunden: https://community.ebay.co.uk/t5/Seller-Central/WHERE-IS-IOSS-NUMBER/td-p/7008748 ... Wenn ein Verkäufer über eBay das Paketlabel kauft, soll die IOSS-Nummer wohl automatisch integriert werden.

• Wuniko antwortet: "Darüber hinaus berechnet der Zoll grundsätzlich 19% statt 7% Steuer für ein Buch, obwohl klar und deutlich auf der Zollerklärung angegeben ist, dass es sich um ein Buch handelt."

Dann hat der Absender wahrscheinlich keine Zolltarifnummer angegeben.

"Die Buchhändler vermerken in der Regel die entsprechende Nummer außen auf dem Paket bei der Zollerklärung."

Das reicht nicht, die IOSS-Nummer muß beim Versand elektronisch übermittelt werden.

"In diesen Fällen können Sie eine Klärung nur mit dem Verkäufer bzw. dem Versanddienstleister herbeiführen."

Da hat der Zoll recht. Sie können nur den Absender nach einer Erstattung fragen.

Ich bestelle recht häufig bei Book Depository, seit 01.07 habe ich 7 Sendungen erhalten, wobei 4 mal die Post Einfuhrabgaben haben mochte (2 der Sendungen wurden vor dem 01.07 verschickt). Da man aber die Mehrwertsteuer direkt beim kauf bezahlt & Book Depository IOSS hat sollten keine kosten anfallen.
Was ist da schief gelaufen?, ich komm aus Österreich, Book Depository aus England. | Alex | 06.11.2021

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Ein Hinweis: Zu The Book Depository Ltd.UK liegen nun mehrere Beschwerden im Paketda-Forum vor.

Bitte lesen Sie folgenden Beitrag mit einer ausführenlichen Analyse zu einem aktuellen Fall, dass Verzollungsprobleme durch diesen Händler verursacht werden:

https://www.paketda.de/fragen-antworten.php?suche=Zu%20meiner%20%C3%9Cberraschung%20musste%20ich%20Einfuhrabgaben

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Wenn Ihre Bestellung vor dem 1.7. gekauft und verschickt wurde, gab es IOSS Versand noch nicht. Falls Sie für diese beiden Bestellungen trotzdem MwSt. beim Händler direkt bezahlt haben, dann ist die Steuerabwiclung vermutlich auch nicht über IOSS gelaufen, sondern über einen anderen Weg, und der Händler hätte mit DDP (Delivery Duties Paid) oder DAP (Delivery at Place) verschicken müssen. Bitte wenden Sie sich in diesen beiden Fällen unter Kopie des Einfuhrabgabenbescheids des Zollamts an den Händler, zwecks Erstattung der im Onlineshop bezahlen Mehrwertsteuer.

In Bezug auf die anderen beiden anderen Bestellungen, für die ebenfalls MwSt beim Händler bezahlt wurden, ist jeweils das Kaufdatum relevant. An welchem Datum wurden die jeweilien beiden Bestellungen gekauft und bezahlt, die nach dem 1.7. verschickt wurden?

• Paketda-Redaktion ^sp antwortet: Sie müssen bitte bei der Österreichischen Post reklamieren. Wenn IOSS bei 4 von 7 Sendungen nicht funktioniert hat, bei 3 Sendungen (oder 1?) hingegen schon, dann liegt wahrscheinlich ein technischer Fehler vor. Die Österreichische Post schiebt den Fehler vielleicht auf den Absender. Aber der Absender hat wahrscheinlich keinen Fehler gemacht, sonst wären für alle Sendungen Einfuhrabgaben verlangt worden.

Damit IOSS funktioniert, muss die IOSS-Steuernummer des Verkäufers in den digitalen Sendungsdaten enthalten sein. Als Empfänger kann man nicht erkennen, ob das zutrifft. Man kann sich nur auf die Info der Post verlassen und hoffen, dass die Post den eigenen Fehler einsieht.

Oder die Post sagt, sie ist nicht zuständig und Sie müssen sich an den österreichischen Zoll wenden, um die Einfuhrabgaben erstattet zu bekommen.

Das Thema ist leider so neu, dass es dazu noch keine Erfahrungswerte gibt.

Hallo, ich habe über ebay Waren in Taiwan gekauft und ebay hat die Mehrwertsteuer für die Einfuhr bereits eingezogen. Jetzt liegt das Päckchen beim IPZ in Frankfurt mit dem Status Nicht EU Sendung Vorprüfung zur Einfuhr. Ist es möglich, dass der Versender die IOSS Nummer nicht angegeben hat und ich u.U noch ein weiteres mal verzollen muss ? Oder ist es normal und Sendungen, die bereits angemeldet und zolltechnisch abgegolten sind nochmal geprüft werden ? Danke im Vorraus. | Gerhard | 31.10.2021

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Sofern der taiwanesische Verkäufer die ebay IOSS VSAT ID Nummer für Ihre Sendung elektronisch im korrekten Feld auf dem elektronischen Formular an die taiwanesische Post übermittelt hat, sollte keine Einfuhrsteuern anfallen. Falls der Verkäufer das unterlassen hat, müssen Sie Einfuhrumsatzsteuer zahlen.


• Suzupi antwortet: Einfuhrumsatzsteuer ist nebenbei nur ein Kriterium. Es werden Sendungen trotzdem auf möglicherweise unzulässige (nach Ansicht des Zolls nicht zum Import geeignete) Gegenstände geprüft.

• Paketda-Redaktion ^sp antwortet: Die genannte Statusmeldung ist normal. Der deutsche Zoll prüft, ob die IOSS-Anmeldung korrekt ist. Mit Pech kann es passieren, dass bei Lieferung erneut Einfuhrabgaben verlangt werden, weil IOSS nicht immer funktioniert. Aber davon braucht man aktuell nicht ausgehen. Anhand der Sendungsverfolgung kann man nicht herausfinden, ob IOSS funktioniert oder nicht. Das merken Sie leider erst bei der Lieferung.

Wir haben aktuell einige Kunden in Deutschland u. Österreich, die bei einem Schweizer Shop bestellt haben, der das neue IOSS nutzt. Obwohl die IOSS Nummer auf der Sendung deklariert ist, kam es in allen Fällen dazu, dass sowohl die Deutsche Post, als auch der Österreichische Zustelldienst die Einfuhrumsatzsteuer nochmals erhob und auch die Auslagenpauschale zusätzlich erhob. Die Kunden des Shops sind sehr verärgert. Trotz Vorlage des Rechnungsbeleges weist die Post etwaige Reklamationen zurück u. verweist auf ihre angebliche Verpflichtung diese Kosten vereinnahmen zu müssen. Shopseitig wurde mehrfach sowohl mit dem Schweizer Zoll, als auch mit EU-Zollbehörden mehrfach abgeglichen, dass alle erforderlichen Daten elektronisch erfasst sind.
Dennoch kommt es zu dieser Doppelbesteuerung.
Was können die Kunden tun, um dem Zustelldienst glaubhaft zu vermitteln, dass die EuSt bereits abgegolten ist u. die Servicepauschale sowie der nochmalige Einzug der EuSt unrechtmäßig ist?? | Diana Löwe | 24.10.2021

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Vielen Dank für die erneute Rückmeldung.

Das die IOSS Nummer erneut in der Filiale erfasst werden muss, ist in der Tat etwas überraschend.

Es ist gut, dass die Lösung dieses Problems nun bekannt ist.

• Löwe antwortet: Update

Liebe Paket.da-Online Redaktion:

Ja, der Absender erfasst die IOSS Nummer im Formular https://service.post.ch/vgkklp/begleitpapiere/begleitpapiere/Index?lang=de --> "Erstellen" ins Feld "Steuernummer" im Abschnitt "Absenderadresse".

Nein, die Eingabe der IOSS Nummer in diesem elektronische Formular ist nicht ausreichend. Die IOSS Nummer muss zum Abgleich in der Postfiliale dann noch einmal zusätzlich eingegeben werden.
Erst dann erfolgt die korrekte Übermittlung der Daten an die EU-Empfänger-Poststellen.

Inzwischen laufen alle Sendungen bei dem Shop reibungslos. Es gab einen weiteren Shop, ebenfalls in der Schweiz, der genau das gleiche Problem hatte. Auch hier hab ich dem Shop geraten, die annehmende Poststelle direkt zu involvieren und denen nochmal die Neuerungen und die damit einhergehende Problematik zu erläutern. Seit dem klappt es auch dort.

Ob dies nur übergangsweise doppelt erfasst werden muss, kann ich allerdings nicht sagen - vielleicht waren es tatsächlich nur Start-Schwierigkeiten.

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Mir war nicht bekannt, das IOSS Nummern in Filialen der Schweizer Post erfasst werden können. Aus der Schweiz höre ich leider nur sehr wenige Informationen über IOSS.

Wie Sie schon erwähnen: Die schriftliche Kennzeichnung der Sendung mit einer IOSS ID bewirkt nichts. Eine elektronische Übermittlung der IOSS ID vor dem Absenden der Sendung ist zwingend erforderlich. Anscheinend ist es in der Schweiz möglich, dieses in der Filiale durchführen zu lassen. (In Großbritannien ist dieses auch eingeschränkt möglich, nämlich nur dann, wenn über bestimmte Online-Marktplätze verkauft wird, die dafür Partner von Royal Mail sind.)

Unklar bleibt für mich aber weiterhin, ob der Absender die IOSS Nummer im Formular https://service.post.ch/vgkklp/begleitpapiere/begleitpapiere/Index?lang=de --> "Erstellen" ins Feld "Steuernummer" im Abschnitt "Absenderadresse" eingetragen hat, da Sie eigentlich immer nur von einer schriftlichen Kennzeichnung geschrieben haben.

Unklar ist damit auch, ob die Eingabe der IOSS Nummer in diesem elektronische Formular ausreichend ist, oder trotzdem die IOSS Nummer in der Postfiliale dann noch einmal zusätzlich eingegeben werden werden muss. Oder ob die IOSS ID in der Filiale nur eingegeben werden muss, wenn dieses elektronische Formular nicht verwendet wurde.

Falls jemand diesen Beitrag liest, der dazu nähere Informationen hat, wäre ich für weitere Informationen dankbar.

• Löwe antwortet: Ja - ? Des Rätsels Lösung wurde gefunden. Der Schweizer Shop hatte auf Grund der zahlreichen Beschwerden die IOSS-Spezialisten des Schweizer Zolls bemüht. Die Ursache lag in der annehmenden Post. Dort hätten die Sendungen Stück für Stück mit der IOSS Nr. erfasst werden müssen. Das war aber nicht erfolgt. Alle Sendungen landeten einfach ohne Erfassung in der großen Kiste mit Auslandspost. Das Resultat: sie wurden dann vom Schweizer Zoll u. von der Dt. Post bzw. der österreichischen Post nochmals zur Erhebung der EUSt herangezogen.

Die Schweizer Poststelle wurde nochmals eindringlich auf die korrekte Annahme u. Erfassung hingewiesen. Die deutliche Kennzeichnung der aufgedruckten IOSS ID bewirkt nämlich gar nichts - die erfassten Daten der Verkäuferin müssen durch die Post im System abgeglichen u. an die Poststellen der Empfängerländer weitergeleitet werden. Geschieht das nicht, kann die Dt. Post nur beim Zoll die Nacherhebung beantragen - ein eigener Abruf der IOSS-Daten auf Dt. Seite sei nicht möglich.

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Gibt es zu diesem Fall eigentlich neue Erkenntnisse von Ihrer Seite?

• Löwe antwortet: Aktueller Stand:
Der Shop erfasst die IOSS Daten elektronisch, leitet diese wie beschrieben weiter. Die Schweizer Post u. der Schweizer Zoll haben die Vorgänge geprüft und per Mail ebenfalls bestätigt, dass die Daten korrekt erfasst u. elektronisch weitergeleitet werden. Inzwischen hat sich seitens der Schweiz eine IOSS Spezialistin eingeschaltet, die die Versand- u. Übermittlungs-Stationen der Sendungen prüft u. die auf deutscher Seite die involvierten Stellen sensibilisiert, denn scheinbar findet hier die fehlerhafte Weiterbearbeitung statt.
Die Sendungen (und das waren inzwischen seit Juli etliche) sind alle nahezu fehlerhaft bearbeitet worden.
Auch ich hab inzwischen meine Bestellung vom 23.07. erhalten: Zustellung am 11.08. mit nochmals erhobener Einfuhrumsatzsteuer u. den dadurch zusätzlich angefallenen 6€ Auslagenpauschale.
Als ich meine Sendung abholte, sagte mir die Dame am Postschalter, auf Nachfrage, welche Poststelle für die zollamtliche Bearbeitung zuständig wäre, dass sie das nicht wüsste. Auf meine Vorlage der Rechnung mit Nachweis, dass die Mehrwertsteuer schon erhoben sei u. einer schriftlichen Bestätigung per Mail durch den Schweizer Zoll, dass alle Daten korrekt elektronisch erfasst u. vom Beförderer auch korrekt weitergeleitet wurden, verzichtete die Dame in meinem Fall zwar auf die Kosten, andere Besteller hatten erneut weniger Glück u. meldeten ihre Probleme in der FB-Gruppe des Shops. Bei der Bundesnetzagentur wurde durch einige Betroffene ebenfalls angefragt, jedoch an die Schlichtungsstelle zurück verwiesen, da die Bundesnetzagentur hier keine Handhabe hat, Arbeitsvorgängen zu prüfen. Dies wäre nur bei Verlust diverser Sendungen möglich - nicht jedoch, wenn der EUSt Betrag doppelt eingezogen wird.
Es bleibt also weiterhin offen, wie hier die Betroffenen unbürokratisch ihr Geld zurückbekommen u. wie zukünftig vermieden wird, dass die Post diese Beträge weiterhin doppelt vereinnahmt.

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Ich bin ehrlich gesagt etwas überrascht, dass es angeblich bei 99% der Briefsendungen zu Problemen kommen soll, da andere Verkäufer ja positive Erfahrungen gemacht haben (wie zum Beispiel die positiven Rückmeldungen bei Lieferungen nach Deutschland aus England unter meinem vorher erwähnten Link zum ebay.co.uk Forum).

Sie erwähnen, dass sich die IOSS Nummer definitiv korrekt auf der Briefsendung befindet.

Ein schriftliches Vorhandensein der IOSS Nummer auf der Sendung ist nicht jedoch nicht ausreichend (und eigentlich auch gar nicht notwendig), wie schon erwähnt, sondern es muss diese Nummer elektronisch im richtigen Format und im richtigen Feld an den Postdienstleister (in diesem Fall SwissPost) gemeldet werden.

Daher einmal zur Klarstellung die folgende konkrete Frage: Haben Sie die IOSS Nummer immer im Formular https://service.post.ch/vgkklp/begleitpapiere/begleitpapiere/Index?lang=de --> "Erstellen" ins Feld "Steuernummer" im Abschnitt "Absenderadresse" eingetragen? Dieses ist auf der Webseite der SwissPost so beschrieben, wie in meinem vorherigen Beitrag erläutert.


• Kimefi antwortet: Jede Postsendung bei der Einfuhrumsatzsteuer zu erheben ist führt bei der Deutschen Post AG zu einer Mehreinname von 6,-€!

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Guten Tag,
gibt es momentan Probleme bei der IOSS-Verzollung mit der Firma Asendia? Ich habe hier nun mittlerweile fünf Sendungen, die eigentlich mit dem IOSS-Verfahren verzollt waren, für die der Deutsche Zoll mir aber dennoch Abgaben berechnet hat und damit auch die EUR 6,- Bearbeitungsgebühr pro Sendung der Deutschen Post ausgelöst hat.
Das sind jetzt fast EUR 40,- Abgaben, die ich unnötigerweise entrichten mußte. Natürlich habe ich Einspruch eingelegt, aber der Zoll weigert sich, die Abgaben zu erstatten.
Liegt hier ein Abrechnungsproblem beim IOSS-Verfahren und dem Deutschen Zoll vor?
Mit freundlichen Grüßen
Joachim Schulz | Anonym | 21.10.2021

• Schulz antwortet: Vielen Dank für die ausführlichen und hilfreichen Antworten! Ich versuche nun, von den Verkäufern eine Antwort zu bekommen, aber bisher schweigen die beharrlich.

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Eine schriftliche Kennzeichung mit der IOSS Nummer auf der Sendung ist irrlevant, und daher auch gar nicht erforderlich, da nur die elektronische IOSS Deklaration herangezogen wird. Fehlt diese, gilt eine Sendung nicht als IOSS Sendung.

Ein allgemeines Problem ist, dass diverse Marktplätze in Ihren Anweisungen für Verkäufer nicht deutlich herausstellen, dass die Sendungen elektronisch für IOSS deklariert werden müssen. Auf einzelnen Marktplätzen finden sich sogar teilweise völlig falsche Informationen, nämlich dass eine schriftliche Deklaration auf der Sendung und eine Rechnung mit der Steuernummer ausreichen würde. Dem ist bei IOSS Versand in die EU aber nicht so.

• Juzena antwortet: In ausländischen Händlerforen wird das nach wie vor diskutiert, und einige angeschlossene Händler gehen nach wie vor davon aus, dass das Auf-die-Sendung-Schreiben der IOSS-Nummer des Marktplatzbetreibers genügt. Dagegen ist schwer anzukommen. Es wird zukünftig davon abhängen, ob die Marktplätze eher die angeschlossenen Händler schützen wollen oder die Kunden - ob das ein dauerhaftes Ärgernis bleiben wird.
Wenn ich richtig verstehe, kann das vereinnahmte Geld ansonsten nämlich bei den Shops und deren Eigentümern verbleiben.
Sofern unter der jeweiligen IOSS-Nummer nichts tatsächlich über die Grenzen geht, muss, wenn ich richtig verstanden habe, bin mir nicht ganz sicher, eben auch nichts abgeführt werden.

• Juzena antwortet: "Auf jeder Sendung ist der Aufkleber mit der IOSS-Nummer gut sichtbar angebracht."
Damit wäre der ultimative Beweis erbracht, dass dort bei den jeweiligen Absendern nicht verstanden wurde wie IOSS funktioniert und wie sie es in Zusammenarbeit mit den Marktplätzen über die sie verkaufen umsetzen müssen. (Die Übermittelung muss elektronisch erfolgen in einem dafür bestimmten Feld.)
Ich würde an Ihrer Stelle sowohl Amazon als auch worldofbooks.com kontaktieren und Beweise gleich beifügen (Fotos der auf den Sendungen klebenden Inkassobelege von DHL mit den Sendungsnummern, Absendern und Ihrer Anschrift) - und die Vorauszahlungen zurück verlangen.

• Schulz antwortet: Die Käufe wurden im Online-Shop von worldofbooks.com (4x) und über Amazon-Marketplace beim Händler "webuybooks" vorgenommen. Alles Verkäufer mit Sitz in UK. Die Sendungen wurden von UK nach Frankreich gesendet und von dort aus weiter nach Deutschland. IOSS-Abwickler ist Asendia. Auf jeder Sendung ist der Aufkleber mit der IOSS-Nummer gut sichtbar angebracht.

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Ergänzend zu den vorherigen Antworten sei noch erwähnt, dass Online-Marktplätze nur die Steuern erstatten, die auch an diese bezahlt wurden.

Die Auslagepausche der Deutschen Post kann nicht erstattet werden.

Die bei Lieferung kassierte Einfuhrumsatzsteuer (ohne die Auslagepauschale der Post) sollte mit dem Mehrwertsteuerbetrag übereinstimmen, der auf dem Online-Marktplatz berechnet wurde.

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Mit eingehenden IOSS Sendungen habe ich noch nicht so viel praktische Erfahrungen - ich führe gerade einige Tests durch, indem ich mir entsprechende Sendungen zuschicken lassen. Ob Asendia dabei sein wird, weiß ich nicht, da auch einige Untracked-Sendungen dabei sind.

Generell sollte Asendia jedoch IOSS unterstützen. Wichtig ist, dass der Absender die IOSS-Steuernummer elektronisch an Asendia übermittelt, wenn er den Versandschein erstellt.

Haben Sie die Käufe auf einem Online-Marktplatz getätigt, oder direkt in einem Online-Shop?

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Stammen die Sendungen alle vom gleichen Verkäufer?

• Caqixi antwortet: Nur der Verkäufer oder die Verkaufsplattform kann in solchen Fällen zu viel gezahltes Geld erstatten und nicht der Zoll.

• Juzena antwortet: Sie können den Verkäufer ja auch einmal fragen, ob er sich überhaupt schon einmal vollständig auseinander gesetzt hat - vielleicht ist er völlig ahnungslos? Man kann das insgesamt abgeben, wenn man überfordert sich fühlt: https://www.asendia.com/resource/ioss-intermediary

Ich habe folgendes Problem:
Nachdem ich bei Ebay einen Artikel im Rahmen des IOSS Verfahren gekauft hatte habe ich von Fedex eine erneute Aufforderung zur Zahlung von VAT bekommen.
Das Haubtzollamt verweist mich Fedex.
Der Fedex Chat konnte mir auch nicht helfen hat mir aber mehrere Email Adressen gegeben, die allerdings alle nicht antworten. Ebay habe ich auch schon angeschrieben aber die "stellen sich auch tot". Kennt jemand eventuell die richtigen Email Adressen um Fedex oder Ebay wegen einem IOSS Problem zu kontaktieren? | Mk | 13.10.2021

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Das ist ja schön zu hören, dass es mit der Erstattung von ebay jetzt geklappt hat. Vielen Dank für die Rückmeldung.

• Mk antwortet: Nein der Artikel selber wurde bei ebay.de gekauft.
Allerdings hat mir der Verkäufer den tipp mit der Chat Funktion auf ebay.com gezeigt, da diese bei ebay.de nicht existiert. (glaube ich zumindest, da ich diese Funktion bis jetzt noch nicht finden konnte.)

Der Mitarbeiter im chat wusste zwar weder über das IOSS System noch über die deutsche Einfuhrumsatzsteuer bescheid, hat aber dafür gesorgt das der Vorgang auf deutscher Seite etwas beschleunigt wurde.

Das Ende vom Lied: Das Geld war heute morgen schon da.

• Lubecu antwortet: So so, ebay.com also? Das ist Ebay in den USA. Und Du meinst, dass das sinnvoll ist?

Versuch's mal hiermit: https://www.ebay.de/help/home und dann: https://www.ebay.de/help/selling/fees-credits-invoices/steuern-und-einfuhrabgaben?id=4121

Ganz unten: "Benötigen Sie weitere Hilfe?"

Dann auf "Mich anrufen" klicken und Telefonnummer eintragen ... der Anruf kommt meistens ganz schnell ...

Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden ... übrigens nutze ich auch Messenger und chatte, aber das Sprechen habe ich trotzdem nicht verlernt ..

• Mk antwortet: Ich hab ne gute Seite gefunden:
https://www.ebay.com/help/contact_us?id=4005&continue=1
Da kann man mit ebay Mitarbeitern chatten.


• Culumu antwortet: Das Formular ist leider nicht so gut gemacht dass man ganz ohne selbst geschriebenen Text dazu auskommt. Man muss also noch kurz dazu schreiben, aus welcher Transaktion (Nummer) man welchen Betrag fordert und halt das IOSS fehlgeschlagen ist.

• Culumu antwortet: Zusatz: Die Paketdienste, die Post und der Zoll können nicht helfen, wenn IOSS scheitert. In der Regel liegen dann Fehler bei den Versendern vor (Vorgehen nicht exakt eingehalten) oder bei den Postgesellschaften um Ausland (IOSS z. B. noch nicht eingeführt).

• Culumu antwortet: Ja, über diese Seite:
https://ocsnext.ebay.de/ocs/mudcwf?deptName=CollectRemitRefund
Ebay erstattet maximal in Höhe der ursprünglichen Vorauszahlung an ebay. Beifügen/hochladen: Foto von der Oberseite des Paketes mit Ihrer Anschrift und der FedEx-Sendungsnummer (quasi das Label). Dazu Foto von der Rechnung von FedEx.


• Ditapi antwortet: Eine Reklamation ist nur über Ebay möglich und nicht über FedEx oder den Zoll. Nur Ebay kann etwas erstatten.

https://ocsnext.ebay.de/ocs/mudcwf?deptName=CollectRemitRefund

RX112279506JP

Ich habe bei Ebay etwas aus Japan gekauft und beim Kauf direkt die Zollabgaben bezahlt (Ebay macht IOSS). DHL hat bei der Zustellung an der Tür nun die Abgaben (inklusive 6,- EUR Auslagenpauschale) ein weiteres Mal abkassiert. Und das bei zwei Sendungen (dieses Vorgehen hat also System - RX112279506JP und RX110525513JP). Bei beiden Sendungen war eine Zollinhaltserklärung außen gut sichtbar angebracht auf der die bezahlten Abgaben sowie die IOSS Nummer in unter einer Sekunde zu sehen ist. Ich habe bei DHL dann eine Erstattung angefordert, da sagen die dass das nicht möglich ist, weil der Verzollungsprozess real stattgefunden hat. Was kann ich tun um mein Geld zurück zu bekommen und solche Fälle in Zukunft zu vermeiden? | Sebastian | 04.10.2021

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Zur Antwort von "Gigugi": Meiner Meinung nach kann von ebay nichts von dem zurückerstattet werden, was an DHL, Post oder Zoll bezahlt wurde. Stattdessen kann von ebay nur die Steuer zurückerstattet werden, die an ebay bezahlt wurde. (Text wurde bearbeitet)


• Gigugi antwortet: Man kann nur auf die erste Antwort von Zewali noch mal verweisen: Ein Foto von dem Paket machen (sichbar sein muss: Sendungsnummer, Anschrift, aufgeklebter Kassierzettel von Dt. Post DHL).
Falls das nicht auf ein Foto passt eine Totalaufnahme von allem (ganze Paketoberseite), dann jeden Bestandteil noch einzeln (10 Fotos maximal möglich). Kontrollieren, ob alles lesbar ist.
Dann den Betrag (ohne die 6 €) im Textfeld darunter zurück fordern (dazu Artikelnummer und Betrag im Textfeld nennen). Nennung der Währung EUR nicht vergessen falls ursprünglich in Fremdwährung bezahlt!
Die Anfragen werden von ebay manuell abgearbeitet bisher und es kann etwas dauern. Laut ebay Community-Einträgen funktioniert das bisher wenigstens.
https://ocsnext.ebay.de/ocs/mudcwf?deptName=CollectRemitRefund
Bei Dt. Post DHL oder dem Zoll kann man nichts erreichen!

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Hierzu habe ich jetzt eine aktuelle Bestätigung aus erster Quelle gefunden, das Japan Post IOSS derzeit noch nicht unterstützt.

Die Japanische Post informiert mit Datum vom 16.09.2021 auf https://www.post.japanpost.jp/int/information/2021/0916_01.html , dass Sendungen mit Japan Post derzeit nicht IOSS konform abgeschickt werden können.

Ausserdem wird dort aus diesem Grunde vor Doppelbesteuerungen gewarnt.

Übersetzt heisst es dort auch:
"Wir bereiten derzeit den Einsatz des IOSS-Systems vor. Wir informieren Sie, sobald wir bereit sind."

Generell kann man im Allgemeinen davon ausgehen, dass die allermeisten ausländischen Postgesellschaften ausserhalb der Europäischen Union das IOSS-System noch nicht unterstützen, es sei denn, die Unterstützung ist durch die Postgesellschaft dokumentiert (Beispiele für eine dokumentierte garantiere vollständige Unterstützung: Swiss Post Schweiz, Royal Mail Großbritannien, Australia Post Australien).

In vielen anderen wichtigen Export-Ländern wird IOSS hingegen noch nicht durch die nationalen Postgesellschaft unterstützt.

Hier zum Beispiel die Warnung von ebay Kanada mit Datum vom 7.7.21, dass Kanada IOSS noch nicht unterstützt: https://community.ebay.ca/t5/Announcements/Canada-Post-and-EU-VAT-Regulations-IOSS/ba-p/462834
Meines Wissens hat sich daran bisher leider noch nichts geändert.

Unter bestimmten, vielen unterschiedlichen Bedingungen kann es jedoch trotzdem sein, das für "IOSS Sendungen" trotzdem keine Einfuhrabgaben berechnet werden, obwohl IOSS nicht offiziell unterstützt wird. Diese Fälle bedürfen allerdings alle eine Einzelfallbetrachtung, warum dann trotzdem keine Einfuhrumsatzsteuer im EU-Empfängerland eingezogen wird und eine pauschale Aussage ist anhand von Einzelfällen ohne genaue Analyse nicht aussagekräftig.

Zum Beispiel unterstützen einige bestimmte Postgesellschaften in einigen Ländern IOSS möglicherweise teilweise, aber nicht komplett, oder nicht für jedermann zugänglich. Dieses kann dann zum Beispiel über API (nur für Geschäftsgroßkunden, oder über Versandvermittler/Reseller) oder nur für bestimmte Versandprodukte möglich sein.

Zudem besteht ausserdem die Möglichkeit für Geschäftskunden, Postsendungen aus vielen Ländern, in denen IOSS von den nationalen Postgesellschaften noch nicht unterstützt wird, stattdessen über global tätige Postdienstleister abzuschicken, die bereits IOSS unterstützen (Beispiel: Asendia).

Insgesamt sieht die Unterstützung für IOSS weltweit sehr schlecht aus, es gibt nur sehr wenige Länder, in denen die nationalen Postgesellschaften dieses bereits unterstützen.

Für Verbraucher in der EU, die im Nicht-EU-Ausland beispielsweise über Online-Marktplätze bestellen, ist dieser Zustand verheerend und auch die Verkäufer haben sehr mit diesem geschäftsschädigenden Thema zu kämpfen.

Leider besteht für Online-Marktplätze (in der EU-Gesetzgebung als "elektronisches Interface" bezeichnet) der gesetzliche Zwang, die Steuern über IOSS einzuziehen. In den allermeisten Ländern besteht aber keine Möglichkeit, über die nationalen Postgesellschaften, Sendungen IOSS konform abzuschicken, noch viel mehr, wenn der Versender kein Geschäftsgroßkunde ist.

Fazit für Sendungen aus Japan: Rechnen Sie damit, dass für die allermeisten Sendungen, die mit Japan Post verschickt werden, und für die bei Kauf bereits Unmsatzsteuer bezahlt wurde, die Einfuhrumsatzsteuer erneut vom Zoll gefordert wird.


• haselmaus antwortet: ^ck vermutet, Japan Post könne prinzipiell (noch) nicht mit IOSS umgehen. Das kann ich so nicht bestätigen. Ich habe kürzlich eine Sendung aus Japan erhalten. Bestellt über Amazon Marketplace, IOSS offensichtlich korrekt angemeldet, in einem halben Tag durch den Zoll gelaufen, keine Nachzahlung.

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: IOSS erfordert ausnahmslos eine elektronische Übermittlung der EU IOSS Steuernummer durch den Absender im Rahmen der Zolldeklaration an den Versanddienstleister (in diesem Falle Japan Post), eine schriftliche Deklaration der IOSS Nummer auf der Sendung ist keinem Fall ausreichend.

Ich denke, das dieses durch den Absender nicht geschehen ist, und Sie daher erneut (Einfuhr-)umsatzsteuern bezahlen mussten.

In der Regel funktioniert die IOSS-Abwicklung in Deutschland nämlich auch mit der Übergangslösung über ATLAS anstatt ATLAS-IMPOST, wenn der Absender die IOSS Nummer wie vorschrieben elektronisch übermittelt hat.

Bisher habe ich allerdings noch keinen Hinweis gefunden, dass Japan Post überhaupt eine elektronische Übermittlung der IOSS Nummer im Rahmen der elektronischen Zolldeklaration zulässt. Das heißt, es scheint gar nicht möglich zu sein, IOSS Sendungen aus Japan zu verschicken mit Japan Post.

Der Fehler liegt somit meiner Einschätzung nach sehr wahrscheinlich daran, dass der Absender die IOSS Nummer nicht elektronisch übermittelt hat, und dieser es aufgrund der wahrscheinlich fehlenden Funktionalität bei Japan Post auch gar nicht konnte.

Da IOSS Nummern immer elektronisch übermittelt werden müssen, aber ein Großteil der Postunternehmen in den ausländischen Absenderländern dieses aber noch gar nicht unterstützen, ist diese Regelung sehr verbraucherunfreundlich und auch sehr händlerunfreundlich. Es wurde ein elektronisches System in der EU implementiert, welches aber häufig gar nicht durch die Postgesellschaften in den Absenderländern ausserhalb der EU unterstützt wird, aber trotzdem wird zwangsweise von Online Marktplätzen gefordert, diese Steuergesetze anzuwenden. Daher halte ich die EU IOSS Gesetzgebung mit den damit zusammenhängenden Abläufen für extrem verbraucherfeindlich für Sendungsempfänger in der EU. Es wurde eine elektronisches System in der EU gesetzlich implementiert, wobei die EU aber gar nicht steuern kann, dass dieses System auch in den Ländern ausserhalb der EU implementiert wird. Ich halte das IOSS System daher sogar für ziemlich absurd.

Andere Ländern, die für Importe in ihre Länder eine Vorauszahlung von Steuern auf Marktplätzen verlangen, verlangen ausnahmslos keine elektronische Übermittlung der Steuernummer (beispielsweise: Großbritannien, Norwegen, Kanada, USA; Australien, Neuseeland. Diese Länder haben also verbraucherfreundlichere Lösungen in Ihrer Gesetzgebung. Den Zwang zur elektronischen Übermittlung der Steuernummer durch den Absender gibt es derzeit ausnahmslos nur für Importe in die EU.

Zurück zu Ihrem Fall: Ich gehe davon aus, dass der deutsche Zoll die Reklamation ablehnen wird, da die IOSS Deklaration mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht elektronisch erfolgt ist. Denn nur Sendungen mit elektronischer IOSS Deklaration sind den Gesetzen entsprechend IOSS Sendungen, bei denen die Steuerzahlung des Verbauchers an den Händler anerkannt wird lt. aktueller gesetzlicher Bestimmungen.

Sie können dann nur bei ebay auf dem bereits vorgenannten Internetformular reklamieren. Falls ein Photo Ihrer Sendung mit allen Aufklebern und Ihrer Quittung als Zahlungsnachweis der Einfuhrumsatzsteuer an den Zoll nicht akzeptiert wird, müssen Sie hier einen Abgabenbescheid anfordern: https://www.dhl.de/de/privatkunden/hilfe-kundenservice/sendungsverfolgung/zoll/fragen-zum-abgabenbescheid.html

Auf die 6 EUR Auslagepauschale werden Sie wohl sitzen bleiben, da lt. gesetzlicher Bestimmungen die Einfuhrsteuer durch den Zoll zurecht erhoben wurde (unter der Annahme, dass eine IOSS Deklaration bei Japan Post derzeit noch nicht möglich ist, und somit auch keine elektronische Deklaration erfolgen konnte.)

Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass bis auf weiteres auch bei allen weitere Sendungen, die per Japan Post verschickt werden, immer die Einfuhrumsatzsteuer durch den Deutschen Zoll kassiert werden, selbst wenn IOSS auf dem Online-Marktplatz angepriesen wird. Denn Japan Post scheint keine elektronische Übermittlung der IOSS Nummer zu unterstützen.

• Paketda-Redaktion ^sp antwortet: Solche Fälle lassen sich in Zukunft nicht vermeiden. Vielleicht wird die Situation besser, wenn im Januar 2022 IOSS wirklich digital abgewickelt wird. Aktuell arbeitet der Zoll mit einer Übergangslösung, weil die Software nicht rechtzeitig fertig geworden ist.

Sie müssen zuerst beim Zoll reklamieren, und anschließend den geänderten Abgabenbescheid an DHL übermitteln. Anleitung hier : https://www.paketda.de/zoll/zoll-reklamieren.html


• Zewali antwortet: IOSS funktioniert leider nicht immer. Eine Erstattung der doppelt gezahlten Entgelte ist nur über Ebay möglich. Ich hatte da auch schon mal deswegen angerufen, der Mitarbeiter dort kannte IOSS noch nicht mal und wusste nicht, was das ist. Er fragte mich mehrmals, ob ich das Global Shipping Program von Ebay meine.

Jemand hat hier im Forum mal diesen Link von Ebay gepostet. Versuche es so:

https://ocsnext.ebay.de/ocs/mudcwf?deptName=CollectRemitRefund

Ansonsten kann man nur hoffen, daß es nächstes Jahr besser wird.

Deutsche Post | RX108732154JPund640269359559 | International

Ich bin ratlos und wütend. Ich habe mir von zwei Händlern aus Japan Sachen gekauft. Paket #1 Mandarake Sendungsnummer: RX108732154JP (Wert + Versandkosten= 5390Yen ca.42€) und Einschreiben #2 ebay Händler, der schon eine IOSS Nummer und als Unregistered Air Small Packet versendet hat; deutsche Sendungsverfolgung: 640269359559 (Wert + Versandkosten + VAT = 18,45£ ca.21,55€).
Laut globaltrack&trace soll Paket #1 am 13.07.2021 um 11:00 von jemandem angenommen worden sein "Item arrival at collection point for pick-up". Da ich am Dienstag ein anderes Paket beim Binnenzollam um ca. 14 Uhr mittels PÜB-Nummer abholen war, habe ich gleich nachgefragt, ob ich mein Paket #1 auch gleich mit vorrauschauend mitgebrachter Rechnung als Selbstverzollerin (Registrierung erfolgte am 04.03.2020) bezahlen und mitnehmen kann. Da wurde mir gesagt, dass Paket #1 nicht bei ihnen im Zollamt vorliegt. Ich war sehr verwirrt, dachte mir dann aber, dass vielleicht DHL gegen meinen Willen das Paket selbst hat verzollen lassen und in die Postfiliale hat bringen lassen.
Also habe ich am Mittwoch eine Benachrichtigung von DHL im Briefkasten vorgefunden: Zu zahlender Betrag beim Abholen: 6,00€ Einfuhrumsatzsteuer + 6,00€ Auslagenpauschale. Da dachte ich, dass ich Paket #1 in der Postfiliale abholen soll. Da die Filiale am Mittwochnachmittag geschlossen hat, bin ich heute am Donnerstag hingefahren.
Was ich bekommen habe, ist Einschreiben #2, für das ich schon beim IOSS-registrierten ebay-Händler 2,95£ VAT/Einfuhrumsatzsteuer gezahlt habe und somit doch beim Annehmen nichts zahlen müsste? Der Mann am Schalter hat mir gesagt, dass sie das Einschreiben nicht ans Zollamt senden können(/wollen?) Also habe ich gezahlt (Rechnung über 12€ natürlich mitgenommen) und habe das Einschreiben bis jetzt noch nicht geöffnet und keine Aufkleber abgerissen. Der Mann meinte, dass ich das bei DHL reklamieren soll und das sie selbst vor Ort nichts machen können. Das Paket #1 hat er in der Filiale auch nicht finden können.
Und jetzt bin ich ratlos, an wen genau ich mich bei DHL wenden muss, um das aufzuklären. Ich habe alle Rechnungen: Paket #1, Einschreiben #2 und von der Postfiliale. Außerdem weiß ich immer noch nicht, wo mein Paket #1 gelandet ist. | Vanessa | 04.10.2021

• Zonali antwortet: @Zevove"

"... bei Ebay für alle Interessierten öffentlich."

Das Ebay-Forum ist doch zum Großteil das Allerletzte. Da gibt es relativ viel des leider üblichen Internet-Hasses, und wenn es nur hämische Kommentare auf normale Fragen sind. Dort werden zum Teil auch Leute, die qualifizierte Antworten geben und sachlich zu ihrer Meinung stehen, von irgendwelchen gefrusteten Kreaturen blöd angemacht, was dazu führt, dass diese Leute diesem Forum oft den Rücken zuwenden.

Leider wird das Forum bei Ebay auch so gut wie gar nicht moderiert. Wenn das der Fall wäre, wäre es wahrscheinlich besser. Insgesamt wirft dieses Forum dunkle Schatten auf Ebay. Das ist meine Meinung.

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: ebay kann an der Situation bei Sendungen aus Japan nicht wirklich etwas ändern, da Japan Post derzeit noch keine elektronische IOSS Deklaration unterstützt, die in Deutschland anerkannt wird.

• Zevove antwortet: Gut ist auch, wenn möglichst viele Kunden sich bei ebay (für alle Interessierten öffentlich) beschweren. Ich kann nur anregen das hier noch mal zu posten und abzuwarten, bis sich Moderatoren melden (was manchmal Wochen dauert): https://community.ebay.de/t5/Zahlungsabwicklung-bei-eBay/bd-p/ZahlungsabwicklungbeieBay

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Hier das richtige Vorgehen für die IOSS Sendung aus Japan, die über ebay verkauft wurde mit der doppelten Besteuerung:

Sie können die an ebay bezahlte Steuer reklamieren über folgendes Formular: https://ocsnext.ebay.de/ocs/mudcwf?deptName=CollectRemitRefund
Laden Sie dazu Quittung über die Zollzahlung und ein Foto der Paketoberseite mit allen Aufklebern hoch.

Eine Rückerstattung der Einfuhrsteuer, die an DHL oder Post gezahlt wurde, ist nicht möglich. Sie müssten aber die an ebay bezahlte Steuer von ebay zurückerhalten.

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Hatte der Verkäufer aus Japan denn die IOSS VAT ID irgendwo aussen auf der Sendung vermerkt? Oder war eine Rechnung mit ausgewiesener Steuer außen an der Sendung befestigt, inkl. der IOSS VAT ID? Oder keins von beidem?


• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Die Höhe der 6,00€ Einfuhrumsatzsteuer, die Sie für Ihre abgeholte Sendung bezahlt haben, erschliessen sich mir (vom IOSS Problem mal abgesehen) übrigens auch nicht. Sie sagten, Sie hätten 2,95£ VAT im voraus bezahlt. Das sind aber nur ca. 3.50 EUR. Insofern hätte die Einfuhrumsatzsteuer, die Sie bei Abholung der Sendung bezahlt haben, auch nur ca. 3,50 EUR sein dürfen, und nicht 6,00 EUR im Falle dieser doppelten Berechnung.

Sie sagen auch Wert + Versandkosten + VAT = 18,45£ ca.21,55€ für diese Sendung. 6 EUR Einfuhrumsatzsteuer (19%) würden aber bei einer Sendung im Wert von 31,58 EUR anfallen, und nicht bei einer Sendung mit einem Wert darunter. Die doppelt berechnete Einfuhrumsatzsteuer ist also anscheinend auch noch zu hoch berechnet worden.

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Ich kann hier kurz auf die Voraussetzungen zu IOSS Sendungen eingehen:

Das IOSS Verfahren müsste in Deutschland eigentlich funktionieren. Obwohl das dafür eigentlich notwendige ATLAS-IMPOST IT-System noch nicht fertig gestellt wurde, besteht wohl jetzt eine Übergangslösung über das normale ATLAS-System, damit der Zoll diese Sendungen richtig bearbeiten kann. Wäre das nicht der Fall, würde man hier ja auch gesetzliche Regelungen missachten.

IOSS Sendungen mit voraus bezahlter EU-Umsatzsteuer müssen vom Absender jedoch als solche elektronisch inklusive der IOSS VAT ID an die Post des Absenders gemeldet werden, im Rahmen der elektronischen Zolldeklaration. Unterbleibt dieses, handelt es sich nicht um gültige IOSS Sendungen. Häufig ist dieses Verkäufern nicht bekannt, insbesondere privaten Verkäufern auf Online-Marktplätzen.

Im Falle für Absender von Sendungen mit der australischen Post oder britischen Post ist dieser Vorgang für private Absender hier jeweils beschrieben:

https://www.royalmail.com/business/international/guide/delivered-duties-paid-ioss
https://auspost.com.au/business/shipping/international-shipping/eu-customs-changes-2021

Problem:
Nicht alle Postunternehmen weltweit unterstützen derzeit schon die elektronische Meldung von IOSS VAT IDs, insbesondere wenn Sendungen von Privatkunden abgeschickt werden.

So teilt die Post in den USA mit, dass IOSS erst generell ab voraussichtlich Ende Juli unterstützen wird, daher können mit USPS aus den USA derzeit gar keine IOSS Sendungen abgeschickt werden (es scheint so, dass es nicht mal Geschäftskunden möglich ist). Ob ab ca. August auch IOSS Sendungen aus den USA von Privatkunden deklariert werden können, bleibt mir weiterhin unklar. Anmerkung: Das heißt aber nicht, das gewerbsmäßige Händler aus den USA generell keine IOSS Sendungen abschicken können, da andere Post-Versanddienstleister wie Asendia die entsprechend notwendige elektronische Deklaration in den USA bereits unterstützen.

Für Japan sind mir bisher keine Informationen bekannt, ich befürchte daher, dass aus Japan mit Japan Post möglicherweise auch noch gar keine IOSS Sendungen abgeschickt werden können.

Aus Verbrauchersicht besteht hier also ein großes Problem. Im Vergleich zu anderen Ländern, die auch Verkaufssteuern oder Umsatzsteuern aus Online-Marktplätzen im Voraus erheben (z.B. USA, Australien, Neuseeland, Großbritannien, Norwegen) ist die EU bisher das einzige Versandziel, dass eine elektronische Meldung der Steuernummer (IOSS VAT ID) vorraussetzt. Bei Versand in die anderen genannten anderen Länder genügt hingegen eine unkomplizierter schriftliche Mitteilung der Steuernummer auf der Sendung ohne elektronische Übernittlung, so dass der Absender auch nicht davon abhängig ist, ob die Post im Absenderland eine elektronische Zolldeklaration mit Steuernummer unterstützt oder nicht.

Dieses wird sicherlich zu vielen Doppeltzahlungen von Einfuhrumsatzsteuern in der EU führen, was sehr verbraucherunfreundlich ist.

Sie können versuchen, unter Vorlage der Rechnung der Verkäufers, die eine IOSS VAT ID enthalten muss, beim Zollamt die Einfuhrumsatzsteuer zu reklamieren. Wenn die elektronische Deklaration der Sendung jedoch nicht eingehalten wurde, schätze ich die positiven Erfolgsaussichten der Reklamation jedoch als sehr gering ein. Möglicherweise sind die Chancen für ein positives Ergebnis Reklamation geringfügig höher, wenn der Verkäufer die IOSS VAT ID auf der Sendung im Zolldekarationsformular vermerkt hatte und eine Handelsrechnung der Sendung beigefügt hatte, die ebenfalls die IOSS VAT ID enthält. Jedoch ist die Chance meiner Meinung nach jedoch dann auch nicht viel höher mit der Reklamation erfolgreich zu sein, wenn keine elektronische Deklaration durch den Absender erfolgt war.

In Bezug auf die Reklamation der Post / DHL Paket Auslagepauschale hat bereits Paketda-Redaktion ^sp erwähnt, wie diese zu erfolgen ist. Diese kann nicht beim Zoll erfolgen, sondern nur bei DHL. Die Reklamation der Einfuhrumsatzsteuer kann (mit nur sehr geringer Erfolgsaussicht, falls keine elektronische IOSS Deklaration erfolgt war) nur beim beim zuständigen Binnenzollamt (Hauptzollamt) erfolgen, und nicht bei DHL.

• Paketda-Redaktion ^sp antwortet: RX108732154JP hat im Bereich des Paketzentrums 30 (Hannover) die Meldung "Item arrival at collection point for pick-up" erhalten. Wohnen Sie ungefähr dort in der Metropolregion? Wenn ja, wäre die Meldung plausibel - anderenfalls nicht.

• Anonym antwortet: Bin selbst Großimporteur (privat) von Dingen aus Japan, also versuche ich mal, Ihnen zu helfen.

Warum Sie noch extra Einfuhrumsatzsteuer für Einschreiben #2 zahlen mussten, ist mir leider nicht ersichtlich. Da würde ich mich an eBay/den Verkäufer wenden (jedoch eher noch an eBay, da meiner Erfahrung nach japanische eBay Verkäufer oft Google Übersetzer benutzen und daher die Kommunikation bei schwierigen Angelegenheit wie Ihrer meist nicht optimal verläuft.)

Aber gut, zumindest haben Sie das Paket erhalten.

Bezüglich des ersten Pakets (RX108732154JP), erstmal eine Korrektur.

"Laut globaltrack&trace soll Paket #1 am 13.07.2021 um 11:00 von jemandem angenommen worden sein 'Item arrival at collection point for pick-up'."
--> Dieser Status bedeutet nicht, dass jemand das Paket angenommen hat, sondern kam nach dem "Retention" Status (siehe https://trackings.post.japanpost.jp/services/srv/search/direct?searchKind=S002&locale=en&reqCodeNo1=RX108732154JP)

Retention bedeutet "Your package cannot be delivered and requires an action from you; we recommend contacting your local post office as soon as possible.
If your package is in 'Retention' it normally means that it is being held at the local post office and waiting to be picked up. Please contact your local postal service to arrange for picking up or redelivering of the package to your address."

Sie sagten, das Paket sei nicht beim Zollamt gelandet, aber auch nicht in ihrer lokalen Postfiliale aufzufinden. Für dieses Paket würde ich Ihnen auch aus eigener Erfahrung empfehlen, die DHL Hotline anzurufen (anrufen, dann Stichworte Servicefrage --> Brief (ist zwar ein Paket aber wird als Brief angesehen) --> (National?) Nein --> Sendungsnummer aufsagen --> Dann mit Mitarbeiter verbunden werden). Rufen Sie ruhig mehrmals dort an, mehrere Mitarbeiter geben oft verschiedene, mal mehr mal weniger detaillierte Informationen, und versuchen Sie herauszufinden, wo das Paket (welche Filiale/Stadt/eventuell Zollamt etc.) gelandet sein könnte. Der neueste Status besagt zwar wieder "Nicht-EU-Sendung - Vorprüfung zur Einfuhr", und ich denke auch nicht, dass es sich hier um einen Scanfehler handelt, aber so oder so, die DHL Hotline würde ich als Ihre nächste Anlaufstelle empfehlen.



DHL | 640289993684

Guten Tag.
Ich habe da ein Problem mit dem IOSS-Verfahren und zwei Sendungen aus Japan. Es handelt sich jeweils um ein bei Amazon gekauftes Buch. Laut Rechnungen wurden im IOSS-Verfahren jeweils beim Kauf bereits entsprechende Steuern in der EU abgeführt. Nun wollen der Zoll zusätzlich Einfuhrumsatzsteuer und DHL seine Auslagepauschale (die im übrigen meiner Meinung nach Wucher ist bei geforderten Zollbeträgen von 3,34 € bzw. 6,82 €) haben. Ist das normal, dass man jetzt doppelt besteuert wird bei der Einfuhr aus dem außereuropäischen Nicht-EU-Ausland? Ich habe nämlich ein drittes Buch aus England erhalten, das ich ebenfalls bei Amazon bestellt und für das ich entsprechende Steuern beim Kauf abgeführt habe. Dieses wurde über Frankreich eingeführt und dort gab es keine Nachforderung von Zoll oder DHL. Zudem frage ich mich, ob der Zoll einfach so Steuerdaten an DHL weitergeben darf. Gab es da nicht mal ein Steuergeheimnis und/oder das Recht auf informationelle Selbstbestimmung?

Die eigentliche Frage ist: Wie kriege ich das Problem gelöst? Nach verschiedenen Rückfragen meinerseits erklärt sich nämlich keiner der Beteiligten dafür zuständig.

Grüße | Thomas Buchaly | 03.10.2021

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Eine Strafanzeige gegen DHL und Zoll wird meiner Meinung nach überhaupt nichts bewirken außer unnützer Arbeit bei den Ermittlungsbehörden, da diese Beteiligten höchstwahrscheinlich nach den aktuellen gesetzlichen Regelungen und damit zusammenhängenden Prozessen gearbeitet haben (wenn man davon ausgeht, dass über Japan Post gar keine IOSS Sendungen verschickt werden können, weil diese nicht entsprechend den Anforderungen der EU-Richtlinien elektronisch deklariert werden können). Die Verfahren werden wohl eingestellt werden.

Marktplätze wie Amazon oder ebay können an der Situation nichts ändern (wie im weiteren Verlauf meines Text erklärt). Theoretisch wäre es vielleicht denkbar, dass diese generell den Verkauf von Waren von Ländern ausserhalb der EU in die EU einstellen müssten, sofern aus dem Absenderland kein IOSS möglich ist.

Falls jemand gegen Amazon oder ebay klagen würde, könnte es meiner Meinung nach eventuell dazu führen, dass diese den Verkauf in die EU teilweise einstellen müssten. Diese Entscheidung können jedoch nur Richter treffen. Das würde dann die internationale Produktauswahl von Bürgern in der EU natürlich stark einschränken oder zumindest erschweren, wenn diese Produkte nicht mehr auf Online-Marktplätzen angeboten werden dürften.

Ein tatsächlich Realität gewordenes Beispiel gab es in Australien: Amazon hatte damals weltweit (ausser von deren australischen Webseite) den Versand nach Australien eingestellt, als dort die neuen gesetzlichen Regelungen zur Vorauszahlung von Steuern bei Käufen über Online-Marktplätze in Kraft getreten waren, weil diese Regelungen nicht international bei Amazon abgebildet werden konnten. Es waren dann in Australien nur Bestellungen bei Amazon Australien möglich, aber auf keinen Seiten von Amazon ausserhalb Australiens. Siehe dazu hier: https://www.afr.com/companies/retail/amazoncom-will-stop-shipping-to-australia-from-july-1-20180531-h10rzv (Artikel nur komplett lesbar, wenn aus der Google-Suche heraus aufgerufen)

EU Verordnungen sind in nationale Gesetze verankert. Eine Doppelbesteuerung kann meiner Meinung nach nicht korrekt sein. Meiner Meinung nach könnte aber wahrscheinlich der einzig sinnvolle Ansatz hier sein, die Gesetze und damit beschriebenen Abläufe und ggf. den fehlenden Verbraucherschutzrechte mit einer Klage in Frage zu stellen. Die Frage ist nur, für wen es von Interesse sein könnte, so eine Klage gegen den Gesetzgeber zu erheben, und das Risiko der damit verbundenen Kosten in Kauf zu nehmen.

Ein Kommentar noch zur Aussage "Die Teilnahme am IOSS-Portal ist freiwillig.":
Zwar ist die Teilnahme an IOSS freiwillig. Online-Marktplätze sind weltweit jedoch laut EU Recht gesetzlich dazu verpflichtet, EU USt.
einzuziehen. Die neuen EU eCommerce Gesetze schreiben vor, das sogenannte elektronische Interfaces (wozu Online-Marktplätze gehören), die USt während des Verkaufzeitpunkts einziehen müssen. De facto gibt es keine gut praktikablen anderen Lösungen, als dieses über das IOSS Schema abzuwickeln (was aber derzeit über die nationale Post in den allermeisten Ländern der Welt gar nicht möglich ist). Alles andere wäre ziemlich unpraktikabel, wenn vorab Steuern eingezogen werden müssen. Die andere Frage ist natürlich, wie dieses EU Recht bei Marktplätzen durchgesetzt werden kann, die Ihren Sitz ausserhalb der EU haben. Da Unternehmen wie ebay, Amazon und viele weitere jedoch mindestens auch eine Geschäftsstandort innerhalb der EU haben, dürften diese jedoch fest an die EU Gesetze gebunden sein.

Die neuen eCommerce Gesetze (das sogenannte ECommerce-Steuerpaket) und das damit verbundene IOSS System führt also in bestimmte Probleme, die de facto gar nicht aus der EU heraus gelöst werden können, da die EU keine Kontrolle über beispielsweise Postgesellschaften ausserhalb der EU hat. Meiner Meinung nach könnte einzig eine Aufnahme der IOSS Anforderungen als zwingende Vorschriften des Weltpostvereins dieses Problem lösen, sofern die EU weiterhin auf die elektronische Übermittlung der Steuernummer in spezieller Form besteht. Die EU scheint aber keine Ambitionen dafür zu haben, diese Problem anzugehen, denn dieses hätte bereits vor Einführung von IOSS geschehen müssen, was aber nicht geschehen ist. Fraglich ist auch, ob die EU soetwas überhaupt durchsetzen könnte.

"Dusola" meint in seinem Beitrag meiner Meinung nach daher ganz zurecht, dass das System als teilweise gescheitert angesehen werden muss und es sich um handwerkliches Desaster handelt.

Die Hauptprobleme im System an sich bestehen meiner Ansicht nach in der Praxis für den Verbraucher/Sendungsempfänger in der EU darin, dass zwingend eine elektronische Deklaration der IOSS Nummer in einem speziellen Format erforderlich ist, die zudem auch noch für den Sendungsempfänger völlig intransparent ist und keinerlei schriftliche Dokumente über die Steuerzahlung anerkannt werden. Der Verbraucher tappt hier also völlig im Dunkeln und Verbraucherschutzrechte fehlen.

In keinem anderen Land der Welt, welches Verfahren einer Besteuerung zum Verkaufszeitpunkt auf Online-Marktplätzen fordert oder anbietet (zum Beispiel Großbritannien, Norwegen, Australien, Neuseeland, USA) gibt es einen Zwang, die Steuernummer elektronisch in einem bestimmten Feld zu übermitteln. Eine schriftliche Information auf der Sendung (je nach Land in unterschiedlicher Art) ist völlig ausreichend (Großbritannien, Norwegen, Australien, Neuseeland) oder es sind gar keine Informationen darüber erforderlich (USA)
.
Schriftliche Dokumente über die Steuerzahlung werden in all diesen Ländern anerkannt, wenn es zu einer irrtümlichen Doppelbesteuerung kommen sollte (zum Beispiel Handelsrechnung mit ausgewiesener Steuer und Steuernummer). Bei dem Verfahren in der EU wird dem Verbraucher in der EU jedoch absurderweise dieses Recht verweigert, anhand von Dokumenten gegen Doppelbesteuerungen vorzugehen.

Die Einführung von ATLAS-IMPOST geplant Mitte Januar 2022 wird an der aktuellen Situation wahrscheinlich so gut wie nichts ändern.

Ich sehe hier akuten politischen Handlungsbedarf, das IOSS System grundsätzlich zu reformieren.

• Rapujo antwortet: @Dusola: "... die EU-Kommission hat versucht etwas, was vor allem außerhalb des EU-Raumes praktisch umgesetzt werden müsste zu regeln."

Die Teilnahme am IOSS-Portal ist freiwillig. Von einer Regelung außerhalb der EU kann nicht die Rede sein, auch wenn IOSS bis jetzt zugegebenermaßen noch nicht gut funktioniert. Letztendlich leiden Importe z. B. aus den USA, England oder Japan darunter, was uns die Chinesen mit ihren täglichen ca. 2,5 Millionen Sendungen in die EU eingebrockt haben, denn nur das hat zu dieser Situation geführt.

@Thomas Buchaly: Ob Klagen der richtige Weg sind bzw. ob diese zum Erfolg führen? Darüber kann man geteilter Meinung sein.


• Tikalu antwortet: Moin.

Danke für die Antworten. Bin ich also voll in eine teure Falle getappt. Nur gut, dass ich schon Strafanzeigen gestellt habe gegen DHL und Zoll, vielleicht tut sich dadurch ja wenigstens etwas schneller etwas. Dann werde ich Lieferungen aus Japan halt selbst versteuern müssen, notfalls gegen den Willen des Zolls. Jedenfalls sind wohl lange, teure Klagen gegen Amazon, Zoll und EU nötig, um das zu ändern. Mal sehen, was ich mir davon antuen möchte. Einfach auf sich beruhen lassen werde ich das jedenfalls nicht.

Grüße

Thomas Buchaly

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Was bei IOSS ebenfalls völlig fehlt, sind insbesondere Dokumentationspflichten. Der Käufer kann gesetzlich weder gegenüber dem Zoll rechtskräftig nachweisen, dass er Steuern an den Händler bezahlt hat, ebenfalls weißt der Händler gegenüber dem Verbraucher nicht nachvollziehbar nach, dass überhaupt Steuern bezahlt wurden.

Desweiteren ist es für Verbraucher aufgrund des rein elektronischen Meldeverfahrens gegenüber dem Versanddienstleisters des Absenders auch nicht erkennbar, ob es sich bei Sendungen um IOSS Sendungen handelt oder nicht.

Alles in allem besteht bei IOSS leider so gut wie kein verbraucherschutz.

• Dusola antwortet: Ich will kein pauschales EU-Bashing betreiben, aber die EU-Kommission hat versucht etwas, was vor allem außerhalb des EU-Raumes praktisch umgesetzt werden müsste zu regeln - was natürlich scheitern musste. Sie wollte hier sogar weltweit regeln.

Zweitens wurden in keinem einzigen Satz irgendwelche Verbraucherrechte auf Beschwerden festgelegt.
Ein handwerkliches Desaster, das man auch nicht weglächeln kann.

https://vat-one-stop-shop.ec.europa.eu/system/files/2021-07/OSS_guidelines_en.pdf

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Das systematische Problem an IOSS ist, dass Online-Marktplätze verpflichtet sind, bei Lieferungen an die EU die Mehrwertsteuer einzuziehen, aber bei den allermeisten nationalen Postgesellschaften in den Absenderländern gar kein Versand mit IOSS möglich ist.

Insofern ist die EU-Regelung äußerst verbraucherfeindlich, händlerfeindlich und feindlich gegenüber Betreibern von Online-Marktplätzen mit Gesetzen und Abläufen, die in der Praxis gar nicht eingehalten werden können.

• Sokusa antwortet: Der geeignete Weg dürfte wie von ^ck schon beschreiben sein sich streng an die Handelsplattform zu halten, die einen Betrag X für die Zahlung der Einfuhrumsatzsteuer von Ihnen vereinnahmt hat.
In diesem Fall Amazon (EU-Niederlassung wahrscheinlich, nicht genauer von Ihnen angegeben).
Wenn das dann scheitert, ist das nicht Sache des Zolls oder der Post. Es ist eine private Dienstleistung für Sie, die nicht halt nicht korrekt erbracht worden ist (Zollanmeldung und Zahlung der Einfuhrabgaben).
Amazon gibt dazu nur sehr dürre Informationen bekannt, schon gar keine Reklamationsmöglichkeit: https://www.amazon.de/gp/help/customer/display.html?nodeId=G8VRJ7Y8Z3T5WPV3
Im Amazon-Chat habe ich eben erfragen können, dass solche Anfragen an impressum@amazon.de eingereicht werden können.
Die Voraussetzungen dürften ähnlich denen von ebay sein, sind aber nicht genauer beschrieben: Amazon-Transaktionsnummer, Im bildlichen Zussamenhang Kassierzettel der Dt. Post mit den Einfuhrabgaben (Foto), Lieferanschrift und Sendungsummer/Paketoberseite (Foto).
Dann im kurzen Text formulieren, was man begehrt (vollständige Erstattung der ursprünglichen Vorauszahlung). Die 6 € sind wohl verloren (natürlich Klageweg gegen Amazon EU denkbar, ist aber juristisches Problem was hier nicht gelöst werden kann).
Feedback erwünscht, was Sie erreichen konnten!


• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: IOSS erfordert ausnahmslos eine elektronische Übermittlung der EU IOSS Steuernummer durch den Absender im Rahmen der Zolldeklaration an den Versanddienstleister (in diesem Falle Japan Post), eine schriftliche Deklaration der IOSS Nummer auf der Sendung ist keinem Fall ausreichend.

Die Japanische Post informiert mit Datum vom 16.09.2021 auf https://www.post.japanpost.jp/int/information/2021/0916_01.html allerdings, dass Sendungen mit Japan Post derzeit nicht IOSS konform abgeschickt werden können, da die elektronische Übermittlung der IOSS Nummer im richtigen Datenfeld noch nicht implementiert wurde seitens Japan Post.

Ausserdem wird dort aus diesem Grunde vor Doppelbesteuerungen gewarnt.

Übersetzt heisst es dort auch:
"Wir bereiten derzeit den Einsatz des IOSS-Systems vor. Wir informieren Sie, sobald wir bereit sind."

Fazit für Sendungen aus Japan: Rechnen Sie damit, dass für die allermeisten Sendungen, die mit Japan Post verschickt werden, und für die bei Kauf bereits Unmsatzsteuer bezahlt wurde, die Einfuhrumsatzsteuer erneut vom Zoll gefordert wird, sowie ggf. die Auslagepauschale von Post oder DHL.

Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass bis auf weiteres auch bei allen weitere Sendungen, die per Japan Post verschickt werden, immer die Einfuhrumsatzsteuer durch den Deutschen Zoll kassiert werden, selbst wenn IOSS auf dem Online-Marktplatz angepriesen wird. Denn Japan Post scheint keine elektronische Übermittlung der IOSS Nummer zu unterstützen.

Ich gehe davon aus, dass der deutsche Zoll die Reklamation ablehnen wird, da ich wie erklärt annehme, dass die IOSS Deklaration nicht elektronisch erfolgt ist. Denn nur Sendungen mit elektronischer IOSS Deklaration sind den Gesetzen entsprechend IOSS Sendungen, bei denen die Steuerzahlung des Verbauchers an den Händler anerkannt wird lt. aktueller gesetzlicher Bestimmungen.

Das Problem liegt auf Absenderseite, bzw. am IOSS System an sich.

Stattdessen müssen Sie daher beim dem Online-Marktplatz (in diesem Falle Amazon) reklamieren, um Ihre dort gezahlten Steuern zurückzuerhalten.

Eine Verlängerung der Lagerfrist aufgrund von Steuerstreitigkeiten ist nicht möglich. Sie müssen alle ggf. notwendigen Reklamation nachträglich machen, oder die Sendung wird zurückgeschickt.

Auf die 6 EUR Auslagepauschale werden Sie wohl leider sitzen bleiben, da lt. gesetzlicher Bestimmungen die Einfuhrsteuer durch den Zoll zurecht erhoben wurde (unter der Annahme, dass eine IOSS Deklaration bei Japan Post derzeit noch nicht möglich ist, und somit auch keine elektronische Deklaration erfolgen konnte.)



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