Wie reklamiere ich falsch berechneten Zoll?

Kunden müssen immer bei dem Zollamt reklamieren, an das die Einfuhrabgaben bezahlt wurden

Bei Paketda melden sich regelmäßig Kunden, die zu viel oder zu wenig Zoll (Einfuhrabgaben) bezahlt haben. Nachfolgend fassen wir die häufigsten Fragen & Antworten zu diesem Thema zusammen.


Inhaltsverzeichnis

  1. Mein DHL-Zusteller hat vergessen, Einfuhrabgaben zu kassieren
  2. Mein DHL-Zusteller hat zu hohe Einfuhrabgaben kassiert
  3. Beim Zoll reklamieren: Praxisbericht eines Nutzers
  4. Bekomme ich auch die Postgebühren zurück?
  5. Ihre Fragen zum Thema

Mein DHL-Zusteller hat vergessen, Einfuhrabgaben zu kassieren

Diese Situation ist am besten für den Empfänger. Nach Erfahrungen der Paketda-Redaktion fällt der Fehler niemandem auf. DHL oder Zoll werden nachträglich kein Geld vom Empfänger verlangen. Der Empfänger kann sich aber freiwillig an DHL wenden und das vergessene Geld nachzahlen. Formular hier.

Ein DHL-Zusteller berichtete Paketda: »Wenn der Zusteller die Sendung morgens einscannt muss manuell hinterlegt werden, dass die Sendung mit Zoll belegt ist. Wenn dieser kleine Aufkleber dann übersehen wird, ist die Sendung nicht mit den Abgaben verknüpft, daher kann es auch nicht zu einer nachträglichen Rechnungsstellung kommen.«

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Mein DHL-Zusteller hat zu hohe Einfuhrabgaben kassiert

Als Empfänger braucht man nicht versuchen, mit einem Zusteller oder Filialmitarbeiter über die Höhe des Zolls zu diskutieren. Das Motto lautet: "Entweder Sie bezahlen das Geld, oder Sie bekommen das Paket nicht." Eine Reklamation zu hoher Einfuhrabgaben ist nur nachträglich direkt beim Zollamt möglich.

In den FAQ auf dhl.de wird erklärt, dass eine Korrektur bzw. Neuberechnung der Einfuhrabgaben nur beim zuständigen Binnenzollamt (Hauptzollamt) vorgenommen werden darf. Falls Sie einen Einfuhrabgabenbescheid erhalten haben, ist das Hauptzollamt auf dem Bescheid angegeben.

  • DHL-Express-Pakete: Erfahrungsgemäß erhalten Kunden immer einen Bescheid
  • Deutsche Post DHL Standardpakete über 150 Euro Warenwert: Bescheid befindet sich direkt am Paket
  • Deutsche Post DHL Standardpakete bis 150 Euro Warenwert: Bescheid kann online angefordert werden hier auf dhl.de

Ohne Abgabenbescheid ist eine Reklamation schwierig, weil Sie gegenüber dem Hauptzollamt nicht beweisen können, Einfuhrabgaben bezahlt zu haben. Das nächstgelegene Hauptzollamt zu Ihrem Wohnort können Sie mit einer Umkreissuche auf zoll.de herausfinden.

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Beim Zoll reklamieren: Praxisbericht eines Nutzers

Paketda erhielt freundlicherweise einen Erfahrungsbericht, wie eine erfolgreiche Reklamation falscher berechneter Einfuhrabgaben gelingen kann. Der/nie Nutzer/in schrieb uns:

Mir wurde ein Paket aus Korea via DHL Express zugeschickt und deutlich zu hohe EUSt (Einfuhrumsatzsteuer) berechnet. Der Grund: DHL Express hat aufgrund fehlender Deklaration der Versandkosten einen Listenwert angesetzt.

Mein Kontakt mit DHL brachte nichts, außer dass mir angeboten wurde, dass sie das gegen 50 Euro Gebühr mit dem Zoll regeln würden und dem Hinweis, dass ich mich selber beim Zoll melden könnte. Das habe ich getan und es hat funktioniert.

Ich habe das zuständige Zollamt (ist in den PDF-Zollunterlagen von DHL genannt) per E-Mail kontaktiert. In der E-Mail habe ich die Berechnung dargelegt, alle relevanten Nachweise meiner Bestellung hinzugefügt (Produktlisting, Paypalbeleg, Bestellbestätigung, die Zollunterlagen von DHL) und meine Zahlungsdaten angegeben. Kurz darauf bekam ich eine E-Mail-Bestätigung und Anliegennummer. Dort stand vermerkt, dass die Bearbeitung mehrere Wochen in Anspruch nehmen kann.

Einige Wochen später bekam ich dann einen Brief und mir wurden die zu viel berechnete EUst vom Zoll zurücküberwiesen. Also kurz: Es war zwar etwas Aufwand, aber es wurde etwas zurückgezahlt. In manchen Fällen möchte der Zoll wohl, dass ein Formular ausgefüllt wird (habe ich von Freunden gehört), aber ich musste dies nach der ausführlichen E-Mail nicht tun.

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Bekomme ich auch die Postgebühren zurück?

Feedback von Paketda-Nutzern zeigt, dass Reklamationen beim deutschen Zoll in der Regel gut funktionieren und kompetent bearbeitet werden. Die manchmal kritisierte penible Gründlichkeit von Beamten ist bei Reklamationen bei sehr hilfreich, weil berechtigte Beschwerden von Bürgern nicht ignoriert werden dürfen.

Schlechtere Erfahrungen machen Kunden mit Reklamationen bei Deutsche Post DHL. Versucht man nämlich, die 6-Euro-Auslagepauschale erstattet zu bekommen, beißt man beim Kundenservice der Post oft auf Granit.

Die Post behauptet, sie habe ihre Leistung (die Zollabfertigung im IPZ Frankfurt) erbracht und dürfe demnach 6 Euro berechnen. Dass die Verzollung falsch war, habe nicht die Post zu verschulden, sondern der Zoll. – Mit dieser Argumentation dreht man sich im Kreis, weil der Zoll nicht für die 6-Euro-Auslagepauschale verantwortlich ist.

Der Paketda-Redaktion ist nur ein einziger Fall bekannt, bei dem es gelungen ist, die Auslagepauschale erstattet zu bekommen. Der/die Nutzer/in ließ uns folgenden Erfahrungsbericht zukommen:

Ich habe den Abgabenbescheid bei DHL angefordert (hier online möglich) und dann beim Hauptzollamt Frankfurt* Einspruch eingelegt per Mail. Das Hauptzollamt hat sich relativ schnell zurückgemeldet, und ich habe ein Schreiben darüber erhalten, dass die Einfuhrabgaben erstattet werden.

Zudem hatte DHL mir per Mail geschrieben, dass die Auslagepauschale in Höhe von 6,00 Euro erstattet wird, "sobald wir den geänderten Einfuhrabgabenbescheid von Ihnen erhalten haben. Diesen können Sie uns ganz einfach per E-Mail zukommen lassen."

Telefonisch sagte die DHL-Hotline, dass der geänderte Abgabenbescheid anstatt per E-Mail vielleicht auch mit dem Formular www.dhl.de/nachentgelt eingereicht werden kann.

Sofern Sie von DHL bereits eine Anliegennummer erhalten haben, können Sie ergänzende Unterlagen via www.dhl.de/Rueckfrage-Serviceanliegen einreichen.

* Der Abfertigungsort steht auf dem Abgabenbescheid. Suchen Sie das zuständige Hauptzollamt Ihres Abfertigungsorts, um die E-Mail-Adresse für den Einspruch herauszufinden. Dienststellensuche auf zoll.de.

Haben Sie weitere Praxiserfahrungen zum Ablauf solcher Reklamationen? Dann freuen wir uns über einen Kommentar unterhalb des Artikels.

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