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Vergleich von Paketdiensten: Welcher ist der beste für mich?

Inhaltsverzeichnis

  1. Das Wichtigste auf einen Blick
  2. Preisvergleich
  3. Lieferzeit-Vergleich
  4. Komfort für Versender
  5. Komfort für Empfänger
  6. Verhalten bei Adressfehlern
  7. Möglichkeiten, ein Paket umzuleiten
  8. Anzahl der Zustellversuche
  9. Versicherung & Haftung
  10. Arbeitsverhältnisse der Zusteller
  11. Tipps zum Auslandsversand
  12. Fazit


Das Wichtigste auf einen Blick

Regionale Unterschiede: Die Qualität der Zustellung hängt oft stark vom lokalen Personal ab. Ein Paketdienst, der in Ihrer Region zuverlässig ist, kann in der Empfängerregion weniger gut sein. Fragen Sie daher den Empfänger nach seinem bevorzugten Paketdienst.

Porto: Die Preise für den Versand können je nach Paketdienst, Geschwindigkeit, Paketgröße und -gewicht stark variieren. Nutzen Sie unseren Porto-Vergleichsrechner, um den für Sie günstigsten Anbieter zu finden.

Liefergeschwindigkeit: Standardpakete brauchen innerhalb Deutschland in der Regel 1-2 Tage, jedoch ohne Garantie. Muss Ihr Paket garantiert am nächsten Tag ankommen, nutzen Sie Expressversand (Hinweis: Samstagszustellung bei Express i.d.R. aufpreispflichtig).

Versicherung: Verschicken Sie keine wertvollen Gegenstände ohne ausreichenden Versicherungsschutz. Überschreitet der Wert des Paketinhalts die Haftungsgrenze des Paketdienstes, kann der Versicherungsschutz komplett erlöschen wegen eines AGB-Verstoßes.



Preisvergleich

DHL berechnet das Porto anhand des Paketgewichts und den Abmessungen. Bei Hermes, DPD und GLS bestimmen überwiegend die Abmessungen das Porto, und das Gewicht ist zweitrangig. UPS berücksichtigt zusätzlich das Volumengewicht, wodurch leichte, großvolumige Pakete teurer abgerechnet werden.

Tipp: Kaufen Sie Paketscheine online oder in der App des Paketdienstes. Das ist oft günstiger als ein handschriftlich in der Filiale ausgefüllter Paketschein. Bei DHL gibt es diesbezüglich keinen Preisunterschied.

Anleitung: So kaufen Sie einen Paketschein bei ...
DHL   DPD   GLS   Hermes   UPS  

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Lieferzeit-Vergleich

Die Frage »Welcher Paketdienst liefert am schnellsten?« lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Lieferzeit wird beeinflusst von der Länge der Transportstrecke, von der Absende-Uhrzeit, und ob es sich um ein Standard- oder Expresspaket handelt.

  • Standardpakete innerhalb Deutschlands haben 1-2 Tage Lieferzeit (bei Hermes eher 2-3 Tage) und kosten ab ca. 5 Euro
  • Expresspakete innerhalb Deutschlands sind garantiert innerhalb eines Tages beim Empfänger und kosten ab ca. 15 Euro

Verfügbare Versandarten für Privatkunden:

# Standard Express Zustelltage
DHL ja ja Mo.-Sa. (Express samstags aufpreispflichtig)
Hermes ja nein Mo.-Sa.
DPD ja ja Mo.-Sa. (Express samstags aufpreispflichtig)
GLS ja nein Mo.-Fr.
UPS ja ja Mo.-Sa. (garantierte Samstagzustellung aufpreispflichtig)

Wichtig bei Expresspaketen: Paketdienste garantieren die Zustellung am nächsten Werktag nur, sofern das Paket am Vortag bis zu einer bestimmten Uhrzeit abgeschickt wurde. Diese Versandschlusszeiten sind je nach Filiale bzw. Paketshop unterschiedlich.

Bei Standardpaketen wird die Transportdauer stark von der Entfernung zwischen Absender und Empfänger beeinflusst. Je länger die Strecke, desto wahrscheinlicher, dass die Lieferung nicht am Folgetag ankommt. Außerdem gilt die Faustregel: Bis 12 Uhr mittags abgeschickte Pakete gelangen in der Regel taggleich ins Paketzentrum. Nach 12 Uhr steigt die Gefahr, dass Ihr Paket bis zum nächsten Tag im Paketshop liegen bleibt.

YouTube: Lieferzeit-Test mit 25 Paketen

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Komfort für Versender

DHL

  • Standort-Dichte: sehr hoch, ca. 12.800 Postfilialen, 10.100 Paketshops, 13.000 Packstationen, 1.000 Poststationen.
  • Paketabholung an Absenderadresse: Buchbar unter dhl.de/abholauftrag ab 3 Euro.
  • Zusteller nehmen Pakete auch kostenfrei mit, sofern man nett fragt und noch Platz im Fahrzeug ist.
  • Zusteller können mobile Paketscheine direkt an der Haustür ausdrucken.
  • Portokauf: dhl.de/onlinefrankierung oder in der DHL-App

Hermes

  • Standort-Dichte: gut, ca. 17.000 (Stand 2025).
  • Paketabholung an Absenderadresse: Kann im Rahmen des Portokaufs beauftragt werden. Aufpreis: 5,00 Euro
  • Hinweis: Mobiler Paketschein (ohne Ausdrucken) ist nur bei Einlieferung im Paketshop möglich.
  • Hermes-Zusteller nehmen Retourenpakete kostenfrei mit, sofern man nett fragt und noch Platz im Fahrzeug ist.
  • Portokauf: myhermes.de oder in der Hermes-App

DPD

  • Standort-Dichte: mittel, 9.000 Paketshops (Stand: September 2025, Quelle: SAT.1 Paketdienst-Check).
  • Paketabholung an Absenderadresse: Kann im Rahmen des Portokaufs beauftragt werden. Aufpreis: ab 2,50 Euro
  • Hinweis: Mobiler Paketschein (ohne Ausdrucken) ist nur bei Einlieferung im Paketshop möglich.
  • Tipp: Möchten Sie mehrere DPD-Pakete an der Absenderadresse abholen lassen, buchen Sie nur 1 Paket mit Abholauftrag und geben die anderen Pakete kostenfrei mit (ohne Gewähr, funktioniert aber in aller Regel).
  • Portokauf: my.dpd.de oder in der DPD-App

GLS

  • Standort-Dichte: mittel, ca. 8.900 Paketshops (Stand: September 2025, Quelle: SAT.1 Paketdienst-Check).
  • Paketabholung an Absenderadresse: Nicht verfügbar. Einlieferung im Paketshop erforderlich.
  • Besonderheit: GLS befördert Pakete bis 40kg (andere Paketdienste standardmäßig nur bis 31,5kg).
  • Portokauf: gls-pakete.de oder in der GLS-App

UPS

  • Standort-Dichte: mäßig, nur ca. 3.500. In ländlichen Regionen kaum vertreten.
  • Paketabholung an Absenderadresse: Kann im Rahmen des Portokaufs beauftragt werden für 3,00 Euro oder separat hier: ups.com/pickup
  • Hinweis: Mobiler Paketschein (ohne Ausdrucken) ist nur bei Einlieferung im Paketshop möglich.
  • Besonderheit: Die Abholzeit kann bis auf 3 Stunden genau festgelegt werden.
  • Portokauf: www.ups.de

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Komfort für Empfänger

DHL

  • Paketankündigung: DHL zeigt voraussichtliche Liefertage im Tracking an. DHL bietet Livetracking seit 2020 an.
  • Paketumleitung: Möglich bis zum Vorabend des geplanten Zustelltags.
  • Direktlieferung an Paketshops: Möglich an bestimmte Shops bzw. Filialen und Packstationen. Teilnehmende Standorte siehe www.postfinder.de
  • Lieferung am Wunschtag: Für Absender kostenpflichtig buchbar. Für Empfänger kostenlos buchbar.
  • Liefert DHL samstags? Ja, DHL liefert von Montag bis Samstag. Nach Beobachtungen der Paketda-Redaktion arbeiten die Zusteller an Samstagen manchmal nicht so lange wie an anderen Wochentagen.

Eine Ausnahme bei der Samstagszustellung ist DHL Express. Hier muss der Absender eine Samstagslieferung aufpreispflichtig buchen. Ansonsten liefert DHL Express standardmäßig nur von Montag bis Freitag.


DPD

  • Paketankündigung: Verfügbar, inkl. voraussichtlicher Uhrzeit. Sehr exaktes Livetracking auf Karte am Tag der Zustellung mit stetig verfeinerter Lieferzeitprognose.
  • Paketumleitung: Möglich, auch wenn sich das Paket bereits im Zustellfahrzeug befindet.
  • Direktlieferung an Paketshops: Möglich außer bei der größten Paketklasse "DPD XL-Paket"
  • Lieferung am Wunschtag: Möglich ohne Aufpreis.
  • Liefert DPD samstags? Ja, DPD liefert deutschlandweit und ohne Aufpreis auch am Samstag. Prio- und Expresspakete haben samstags Vorrang. Standardpakete können ggf. bis Montag liegenbleiben.

GLS

  • Paketankündigung: Verfügbar, aber die Lieferzeitfenster sind recht weitgefasst / ungenau.
  • Paketumleitung: Möglich bis kurz vor dem Einladen ins Zustellfahrzeug.
  • Direktlieferung an Paketshops: Möglich.
  • Lieferung am Wunschtag: Ja, Empfänger kann Wunschtag ohne Aufpreis wählen.
  • Liefert GLS samstags? Nein, GLS liefert an Samstagen i.d.R. nicht. Eine Ausnahme besteht für aufpreispflichtige Expresspakete.


Hermes

  • Paketankündigung: Hermes zeigt oft den voraussichtlichen Liefertag im Tracking an. Manchmal auch mit Zeitfenster.
  • Paketumleitung: Möglich per Hermes-Hotline, in der Hermes-App oder im Tracking unter myhermes.de .
  • Direktlieferung an Paketshops: Die Direktlieferung (Shop2Shop) sowie die nachträgliche Paketumleitung an einen Hermes-Paketshop sind bis zur Paketgröße "L" möglich.
  • Lieferung am Wunschtag: Ja, Empfänger kann Wunschtag-Lieferung kostenlos buchen.
  • Liefert Hermes samstags? Ja, Hermes liefert an Samstagen, weil die Lieferung an Privatkunden schon immer das Kerngeschäft von Hermes war.

UPS

  • Paketankündigung: Voraussichtlicher Liefertag wird im UPS-Tracking angezeigt. Paketempfänger, die bei UPS My Choice registriert sind, erhalten zusätzlich eine E-Mail / SMS.
  • Paketumleitung:Pakete können bis zum Tag der Lieferung umgeleitet werden, sofern der Empfänger bei UPS My Choice registriert ist.
  • Direktlieferung an Paketshops: Möglich, sofern der Absender dies beauftragt.
  • Lieferung am Wunschtag: Wunschtag-Lieferung mit UPS MyChoice möglich.
  • Liefert UPS samstags? Ja, aber nur an Privatadressen (nicht an Firmen). Nach Paketda-Beobachtungen ist samstags weniger Personal im Einsatz. Deshalb kann es sein, dass manche Pakete bis Montag liegen bleiben.

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Verhalten bei Adressfehlern

Falsch angegebene oder unvollständige Adressen können dazu führen, dass Pakete nicht zugestellt werden können. Die Reaktionen der verschiedenen Paketdienste auf Adressfehler unterscheiden sich erheblich. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht, wie die wichtigsten Anbieter mit solchen Problemen umgehen:

DHL

  • Keine nachträglichen Adressänderungen: DHL bietet keine Möglichkeit, Adressen nachträglich über den Kundenservice zu ändern. Kleinere Fehler, wie Zahlendreher in der Postleitzahl, werden jedoch oft automatisch korrigiert.
  • Sofortige Rücksendung: DHL ist der einzige Dienstleister, der Pakete bei Adressfehlern nicht einlagert, sondern in der Regel sofort an den Absender zurückschickt.
  • Ausnahmen von der sofortigen Rücksendung bestehen für DHL-Expresspakete und DHL-Standardpakete mit Filialrouting, das ist ein aufpreispflichtiger Service für Geschäftskunden (wird leider wenig genutzt).

Hermes

  • Klärung durch den Empfänger erforderlich: Wenn im Hermes-Tracking ein Adressproblem erscheint, muss der Empfänger aktiv die Hermes-Hotline kontaktieren, um den Fehler zu korrigieren. Hermes unternimmt in der Regel keine eigenständigen Adresskorrekturen.
  • Rücksendung: Ohne Rückmeldung des Empfängers wird das Paket nach einer bestimmten Frist an den Absender zurückgeschickt.
  • Für die Rücksendungen innerhalb Deutschlands berechnet Hermes keine Extrakosten. Bei internationalen Rücksendungen können Zusatzkosten entstehen.

DPD

  • Adresskorrekturen teilweise möglich: Manchmal können Adressfehler über die DPD-Hotline korrigiert werden. Wird Ihnen als Empfänger das verweigert, versuchen Sie es ein paar Stunden später noch einmal.
  • Führt DPD auf Empfängerwunsch partout keine Adresskorrektur durch, muss der Absender versuchen, die Korrektur bei DPD zu veranlassen.
  • Lagerfrist: Pakete mit Adressfehlern werden eine Woche lang gelagert, bevor sie an den Absender zurückgeschickt werden.

GLS

  • Adresskorrekturen möglich: GLS ermöglicht die Korrektur von Adressfehlern über die Hotline. Die Lagerfrist für Pakete beträgt ca. 10 Tage, bevor eine Rücksendung erfolgt.

UPS

  • Adresskorrekturen möglich: UPS schickt Pakete mit Adressfehler nicht sofort an den Absender zurück. Bitte rufen Sie die UPS-Hotline an, um die Adresse zu korrigieren. Manchmal gelingt es UPS auch selbst, die richtige Adresse zu ermitteln.
  • Lagerfrist: UPS lagert Pakete mit Adressfehlern, bevor sie nach einer Frist von 5 Tagen an den Absender zurückgeschickt werden.
  • Achtung, Kosten: Für Rücksendungen berechnet UPS unserer Erfahrung nach das gleiche Porto wie für den Hintransport. Die Nachforderung erhalten Sie als Rechnung per Briefpost.

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Möglichkeiten, ein Paket umzuleiten

Falls der Empfänger nicht zu Hause ist, können Pakete bei allen Anbietern an einen Paketshop umgeleitet werden. Teilweise lässt sich auch der Liefertag verschieben.

Die Paket-Steuerungsoptionen unterscheiden sich bei den Paketdiensten kaum voneinander. Wie es genau funktioniert, können Sie in folgenden Ratgeber nachlesen:

DHL   DHL Express   DPD   GLS   Hermes   UPS  

Negativ sticht UPS hervor. Hier müssen sich Kunden im Voraus online registrieren, um ankommende Pakete steuern zu können. Bei DHL ist eine Registrierung nur erforderlich, um die Packstation zu nutzen.

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Anzahl der Zustellversuche

DHL

  • 1 Zustellversuch: Ist der Empfänger nicht zu Hause, wird das Paket zur Abholung an einen Paketshop, eine Postfiliale oder Packstation weitergeleitet. Eine erneute Zustellung (Zweitzustellung) an der Hausanschrift kann unter dhl.de/nochmal-zustellen beauftragt werden.

Hermes

  • Nach dem ersten fehlgeschlagenen Zustellversuch werden Hermes-Pakete oft in einem Paketshop hinterlegt oder bei Nachbarn abgegeben.
  • In der Theorie unternimmt Hermes bis zu 4 Zustellversuche. (Mo.-Sa.) In der Praxis kommt das aber kaum vor, weil die Zusteller aufgrund des dichten Paketshop-Netzwerks viele Möglichkeiten haben, Pakete dort zu hinterlegen.

DPD

  • 3 Zustellversuche: Nach dem ersten fehlgeschlagenen Versuch wird das Paket meist an einen Paketshop umgeleitet.
  • Gibt es keinen Paketshop in der Nähe, unternimmt DPD bis zu zwei weitere Zustellversuche beim Empfänger.

GLS

  • 2 Zustellversuche: GLS versucht zunächst 2 Zustellungen. Ist der Empfänger abwesend, wird das Paket beim Nachbarn abgegeben oder (sofern in der Nähe) in einem GLS-Paketshop.
  • Ist kein Nachbar bzw. Paketshop vorhanden, unternimmt GLS einen weiteren Zustellversuch am Folgetag (Mo.-Fr.)
  • Misslingt der zweite Zustellversuche ebenfalls, wird das Paket für 10 Tage im GLS-Depot eingelagert. Meldet sich der Kunde nicht, erfolgt eine Retoure zum Absender.

GLS

  • 3 Zustellversuche: Befindet sich ein UPS-Paketshop in der Nähe des Empfängers, wird das Paket nach dem ersten Zustellversuch dorthin umgeleitet. Ist kein Shop vorhanden, unternimmt UPS zwei weitere Zustellversuche.
  • Nach dem insgesamt dritten erfolglosen Versuch wird das Paket ins UPS-Depot gebracht, wo es 5 Tage zur Abholung bereitliegt, bevor es zurückgeschickt wird.

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Versicherung & Haftung

Beim Versand von Paketen spielt die Versicherung eine wichtige Rolle, insbesondere bei Verlust oder Beschädigung. Jeder Paketdienst bietet unterschiedliche Haftungsgrenzen und Versicherungsbedingungen an. Hier ist ein Überblick:

Standard-Haftungsgrenzen

  • DHL Paket: Haftung bis 500 Euro, optional erweiterbar bis 25.000 Euro.
  • Hermes: Haftung bei Paketen bis 500 Euro, für Päckchen bis 50 Euro, für Koffer bis 1000 Euro.
  • DPD: Haftung bis 520 Euro. Keine Höherversicherung für Privatkunden möglich.
  • UPS: Haftung bis 510 Euro pro Paket, Höherversicherung bis ca. 45.000 Euro gegen Aufpreis möglich.
  • GLS: Haftung bis 750 Euro mit Einschränkungen*. Keine Höherversicherung für Privatkunden möglich.

*GLS: In den AGB für Privatkunden gibt es eine Klausel, wonach u.a. "wertvolle Güter im Wert von über € 500,- pro Paket" vom Versand ausgeschlossen sind. Dadurch wird die Haftungssumme von 750 Euro erheblich eingeschränkt.

Obige Angaben ohne Gewähr. Stand 8/2024.


Wichtige Hinweise zur Paketversicherung

  • Haftungsgrenzen beachten: Verschicken Sie keine Waren, deren Wert die Haftungsgrenzen überschreitet, ohne zusätzliche Versicherung. Andernfalls kann im Schadenfall der Versicherungsschutz komplett entfallen.
  • Ausgeschlossene Inhalte: Bestimmte Gegenstände, wie Bargeld, Schmuck und verderbliche Waren, sind oft vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Prüfen Sie die jeweiligen AGBs genau. Bei DHL finden Sie hier die Liste der zulässigen Paketinhalte.
  • Schadenmeldung: Schäden müssen sofort beim Zusteller gemeldet werden, falls sie äußerlich erkennbar sind. Nicht sichtbare Schäden müssen innerhalb von 7 Tagen gemeldet werden gemäß § 438 HGB.
  • Versicherung bei Verspätungen: Die Versicherung greift nicht bei Lieferverzögerungen, außer bei Expresssendungen, die eine garantierte Zustellzeit haben.

Fazit: Unseren Praxiserfahrungen zufolge greift eine Paketversicherung hauptsächlich im Verlustfall, also wenn ein Paket komplett verloren geht. In dieser Situation können sich die Paketdienste nämlich nicht herausreden. Paketdienste versuchen allerdings oft, den Wert des Paketinhalts anzuzweifeln bzw. niedrig zu rechnen, um dadurch den Schadenersatz zu drücken.

Lesen Sie bei Bedarf mehr in unserem Ratgeber zum Wertversand.

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Arbeitsverhältnisse der Zusteller

Die Arbeitsbedingungen bei Paketdiensten sind ein wiederkehrendes Thema in den Medien. Berichte über schlechte Bezahlung, Überstunden und gefälschte Fahrtenbücher betreffen vor allem Zusteller, die über Subunternehmer-Verträge angestellt sind. Zusteller arbeiten oft unter hohem Druck, da viele Subunternehmer aufgrund niedriger Vergütungen von den Paketdiensten den wirtschaftlichen Druck an ihre Mitarbeiter weitergeben. Dies führt nicht nur zu unattraktiven Arbeitsbedingungen, sondern verstärkt auch den Arbeitskräftemangel in der Branche, was wiederum die Belastung der verbliebenen Zusteller erhöht.

Nachfolgend eine Übersicht der Arbeitsverhältnisse bei den wichtigsten Paketdiensten. Quelle: teilweise Rhein-Neckar-Zeitung.

DHL

  • Direkte Anstellung: 98% der Zusteller sind direkt angestellt. DHL setzt im Bereich der Zustellung also kaum Subunternehmer ein. Eine Ausnahme ist der Konzernbereich DHL Express; dort sind Subunternehmer üblich.
  • Vergütung: Laut Unternehmensangaben zahlt DHL Löhne, die "weit über dem Mindestlohn" liegen.
  • Quelle: Diese Informationen stammen aus einer Rede von des ehemaligen Deutsche-Post-Chefs Frank Appel auf der Post-Hauptversammlung 2019.

Hermes

  • Subunternehmer: Hermes nennt seine Subunternehmer "Servicepartner" und beschäftigt über diese ca. 10.500 Zusteller (Stand 2025).
  • In der Weihnachtszeit kommen ca. 2.500 Aushilfs-Zusteller hinzu (Stand 2025. Quelle).
  • Kontrollen: Die Arbeitsbedingungen bei den Subunternehmern werden regelmäßig vom SGS-TÜV Saar überprüft, um sicherzustellen, dass die Standards eingehalten werden.
  • Hinsichtlich der Subunternehmer-Überwachung ist Hermes branchenführend, dennoch tricksen manche Subunternehmer die Kontrollen aus. Mehr dazu hier.

DPD

  • Subunternehmer: DPD arbeitet mit etwa 800 Subunternehmern (Systempartnern) zusammen, die rund 11.000 Zusteller beschäftigen (Stand: 2025, Quelle: SAT1. Paketdienst-Queck). Im Jahr 2016 waren es 1.000 Systempartner (Quelle)
  • Anstellungsart: DPD hat keinen vollständigen Überblick über die Anstellungsarten, gibt jedoch an, dass es sich in der Regel um "sozialversicherungspflichtige Vollzeitjobs" handelt.
  • Saisonale Beschäftigung: Vor Weihnachten werden zusätzlich Aushilfskräfte eingestellt, die ggf. nicht Vollzeit arbeiten.

GLS

  • Subunternehmer: Alle Zusteller bei GLS sind bei Subunternehmern angestellt. Per Stand 2025 sind es 6.500 Zusteller (Quelle: SAT.1 Paketdienst-Check) bei 500 sog. Transportpartnern (Quelle)
  • Vorgaben: Die GLS-Zentrale fordert die Subunternehmer auf, die Mitarbeiter rechtskonform anzustellen, die Arbeitszeitgesetze einzuhalten und mindestens den Mindestlohn zu zahlen.
  • GLS ist stolz auf ein "agiles Geschäftsmodell". 61% der in der GLS-Gruppe verursachten Kosten sind Subunternehmern zuzurechnen (mehr dazu).

UPS

  • Direkte Anstellung: UPS ist in der Logistikbranche als gut zahlender Arbeitgeber bekannt. Laut Gewerkschaft Verdi sind 45% aller Mitarbeiter direkt bei UPS angestellt.
  • Laut UPS-Geschäftsführer sind 2.900 von insgesamt 6.000 Zustellfahrzeugen bei Subunternehmern im Einsatz. Quote: 48%. Quelle
  • Firmenzugehörigkeit: Die lange durchschnittliche Firmenzugehörigkeit von 12,7 Jahren spricht für die Zufriedenheit der Mitarbeiter bei UPS.
  • UPS legt hohen Wert ein gepflegtes Erscheinungsbild von Mitarbeitern und Lieferwagen. Erst seit 2021 dürfen Zusteller Tattoos tragen. Mehr dazu hier.

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Tipps zum Auslandsversand

Beim Versand von Paketen ins Ausland kooperieren Paketdienste i.d.R. mit Zustellpartnern, deren Qualität man als Deutscher kaum beurteilen kann. Verschicken Sie beispielsweise ein Paket mit DHL nach Frankreich, wird es dort von La Poste zugestellt. Hermes kooperiert in Frankreich mit Mondial Relay, DPD mit Chronopost, und GLS und UPS haben eigene Zustellnetze.

Fragen Sie deshalb den Empfänger, welchen Paketdienst er bevorzugt. Nennt der Empfänger eine staatliche Postgesellschaft wie z.B. La Poste, Correos oder Royal Mail, verschicken Sie das Paket in Deutschland bitte mit DHL. DHL übergibt das Paket i.d.R. an die staatliche Post im Empfängerland.

► Pakete außerhalb der EU versenden Sie am besten mit DHL, denn Hermes, DPD und GLS bieten dies für Privatkunden nicht an. Mit DHL Express und UPS ist ebenfalls weltweiter Versand möglich, aber die Zollformalitäten sind recht aufwändig. Als Absender müssen Sie beispielsweise eine Handelsrechnung erstellen. Bei einem DHL-Standardpaket sind die Formalitäten weniger aufwändig, insbesondere bei privaten Geschenkpaketen.

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Fazit

Die Wahl des richtigen Paketdienstes hängt stark von den individuellen Bedürfnissen und Anforderungen des Versenders ab. Die Qualität der Zustellung variiert oft regional, abhängig von den eingesetzten Zustellern und der Infrastruktur vor Ort. Nachfolgend finden Sie Empfehlungen basierend auf typischen Nutzeranforderungen:


Für Vielversender

Wenn Sie regelmäßig Pakete verschicken, ist DHL eine gute Wahl aufgrund der dichten Infrastruktur von Filialen und Packstationen sowie der hohen Zustellqualität. Ein Nachteil ist das vergleichsweise hohe Porto, das sich auf Vielversender besonders stark auswirkt.

Hermes hatte viele Jahre lang das Image eines preiswerten, langsamen Paketdienstes. Dies gilt heutzutage nicht mehr. Ein Paketda-Versandtest vom Sommer 2024 zeigt, dass Hermes eine Lieferzeit von 2 Werktagen auch auf langen Transportstrecken von Nord- nach Süddeutschland schafft (Video zum Test hier bei Youtube). Allerdings ist der Preisunterschied zwischen Hermes und DHL abgeschmolzen.

Berücksichtigen auch die Art der Empfänger: Versenden Sie überwiegend an Privatpersonen, ist eine hohe Paketshop-Dichte wichtiger als wenn Sie an Firmen versenden. Denn bei Privatpersonen misslingen Zustellungen häufiger mal, weil der Empfänger tagsüber abwesend ist. Der Empfänger wird es schätzen, wenn er das Paket in seiner Nähe abholen kann und nicht in einem 3km entfernten Shop. Bei Firmenkunden besteht dieses Problem nicht, weil sie i.d.R. durchgehend geöffnet haben und jeder Zustellversuch gelingt.


Für seltene Nutzer

Wenn Sie nur gelegentlich Pakete verschicken, sollten Sie den Paketdienst wählen, der am bequemsten für Sie erreichbar ist. DHL und Hermes bieten hier einen Vorteil mit einer großen Anzahl von Paketshops und flexiblen Abholmöglichkeiten. GLS kann ebenfalls eine gute Wahl sein, wenn Sie schwere Produkte zwischen 30 und 40kg versenden müssen.


Für E-Commerce-Händler

Aus Verbrauchersicht sollten E-Commerce-Händler mindestens zwei Paketdienste zur Wahl stellen. Kunden können sich dann für jenen Anbieter entscheiden, der sie zuverlässig liefert. Als Händler können Sie die Versandarten durchaus unterschiedlich bepreisen, falls Ihnen beispielsweise für den Versand mit DHL höhere Kosten entstehen als bei DPD. Leidgeplagte Kunden werden den Aufpreis gern zahlen.

Eine Paketda-Umfrage zeigt: Jeder zweite Deutsche hat schon mal eine Onlinebestellung abgebrochen, weil der Händler mit einem unzuverlässigem Paketdienst zusammenarbeitet. Dieses Risiko können Sie als Händler minimieren, indem Sie verschiedene Paketdienste und Versandarten anbieten. Denken Sie auch an ein Angebot für Expressversand.


Für den internationalen Versand

Beim Versand ins außereuropäische Ausland sind DHL und UPS die besten Optionen. DHL arbeitet eng mit nationalen Postdiensten im Ausland zusammen, was i.d.R. für eine hohe Zustellqualität sorgt. Nachteilig ist, dass die Sendung das DHL-Netzwerk verlässt und der DHL-Kundenservice deshalb (unserer Erfahrung nach) schlecht auf Pakete einwirken kann, wenn sich diese bei einem ausländischen Zustellpartner befinden.

Eine Lösung für dieses Problem kann der Versand mit DHL Express oder UPS sein. Dann bleibt Ihr Paket während des gesamten Transportprozesses im Netzwerk des jeweiligen Paketdienstes und wird i.d.R. an keinen Zustellpartner übergeben. Dadurch kann der Kundenservice im Problemfall effektiver eingreifen.

Beim Versand innerhalb der EU gilt der Vorteil eines eigenen Transportnetzes auch für DPD und GLS, nicht jedoch für Hermes.


Für preisbewusste Nutzer

Wenn der Preis das wichtigste Kriterium für Sie ist, sollten Sie GLS oder DPD in Betracht ziehen, da diese häufig günstigere Tarife anbieten und vergleichbar schnelle Lieferzeiten wie DHL haben.

Tipp: Fragen Sie den Empfänger, ob sich in seiner unmittelbaren Nähe ein Paketshop von Hermes, DPD, GLS oder UPS befindet. Sie erhalten bei den vorgenannten Paketdiensten einen Rabatt, wenn das Paket direkt an einen Shop adressiert wird und nicht an die Hausanschrift. Paketshop-Suchfunktion hier.


Gesamtbewertung

Letztendlich hängt die Wahl des Paketdienstes von Ihren individuellen Präferenzen ab. DHL ist in den meisten Fällen eine sichere Wahl, bietet jedoch nicht immer die besten Preise. Wettbewerber sind oft günstiger, haben aber wenige Paketshops zur Paketeinlieferung und -abholung.

Ist Ihr Paket besonders sperrig, schwer, wertvoll oder eilig, muss der passende Paketdienst sorgfältig ausgewählt werden. Nutzen Sie dafür unseren Portorechner und stellen individuelle Fragen gern im Paketda-Forum.

Last but not least: Berücksichtigen Sie sowohl Ihre eigenen Prioritäten als auch die Wünsche des Empfängers bei der Auswahl des Paketdienstes.

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