Neutrale Paketstationen in Österreich / UPS: mobiler Paketschein und unverpackte Retouren / Logistik und Innovation

Paketstation in Graz

Anbieterneutrale Paketstationen in Österreich

Die TU Graz hat per Pressemitteilung die Eröffnung einer anbieterneutralen Paketstation bekannt gegeben. In Kooperation mit A1 Telekom Austria und weiteren Partnerunternehmen wurde im Außenbereich des Campus der TU Graz eine A1 Paket Station in Betrieb genommen.

Neben DPD und GLS können dort auch lokale Unternehmen und Privatpersonen Sendungen hinterlegen. Laut AGB (PDF) kostet die Fachmiete pro Tag zwischen 1 und 4 Euro. Der Preis richtet sich nach der Fachgröße (S, M, L, XL).

Auf der A1-Website gibt es ein Erklärvideo zur Bedienung der Paketstation. Außerdem ist dort eine Karte eingeblendet mit ca. 15 weiteren Standorten von A1-Paketstationen in Österreich. Einem Bericht von derbrutkasten.com zufolge gingen die Stationen schon vor einem Jahr in Betrieb. Bis Ende 2019 war die Benutzung kostenlos.



UPS ermöglicht mobile Paketscheine und unverpackte Amazon-Retouren

Paketda-Leser Simon wies uns im Dezember auf eine neue Rücksende-Option bei Amazon hin. Bei einigen Waren erlaubt Amazon die Abgabe in einem UPS-Paketshop, ohne dass dafür eine Verpackung oder ein Drucker erforderlich sind.

Unverpackte Rücksendung mit UPS bei Amazon
Als Kunde erhält man von Amazon einen Strichcode (keinen QR-Code) zugeschickt, der im UPS-Paketshop (Access Point) vorgezeigt werden muss. Nicht alle UPS-Paketshops akzeptieren diese mobilen Paketscheine. In der UPS-Standort-Suche findet man die Paketshops mit dem Filter "akzeptiert mobile Barcodes".

UPS Standortsuche
Im UPS-Paketshop wird die Ware in eine durchsichtige Plastiktüte gesteckt, die mit einem Kabelbinder zugebunden wird. Anschließend klebt der Paketshop-Mitarbeiter einen UPS-Strichcode auf die Tüte (vorgedruckter Aufkleber von einer Rolle). Dadurch wird eine Sendungsnummer in diesem Format vergeben: ZZ059579057

Im Tracking erscheint die Meldung "Es wurde eine UPS mobile Sendung erstellt und mit dieser Kontroll-nr. verknüpft." Etwas später erscheint folgende Meldung: "UPS druckt den Versandaufkleber und bringt ihn an" und eine alternative Sendungsnummer wird vergeben. Damit ist dann der Rückweg bis zum Amazon-Retourenzentrum verfolgbar.

Vielen Dank an Jonas Engelhardt für den Test dieses neuen UPS-Services.



Ist die Dienstleistungslogistik überhaupt innovationsgetrieben?

Im DVZ Podcast wurde ein Interview mit Ulrich Nolte veröffentlicht. Er ist seit 2010 Geschäftsführer von GO! Express Deutschland.

Bei Minute 4:20 im Podcast erklärt Nolte, dass er während seines Berufslebens sieben Jahre bei Deutsche Post DHL arbeitete und dort an einer internen Weiterbildung namens "Post University" teilnahm. Dort wurde von einer Marketing-Professorin die Frage aufgeworfen, ob Dienstleistungslogistik überhaupt innovationsgetrieben ist.

Nolte beantwortet die Frage damit, dass der Schwerpunkt von Logistikdienstleistungen "in der Prozess-Harmonisierung und des Prozessmanagements" liege; dabei gebe es auch Innovationen. Nolte weiter: "Aber das Produkt als solches - [...] Waren von A nach B zu transportieren - ist jetzt nicht per se etwas, das Innovationscharakter hat".

Unklar ist, wann Nolte bei Deutsche Post DHL gearbeitet hat. Denn mittlerweile gibt es zahlreiche innovative Logistikmodelle, die häufig erst durch Amazon im Markt vorangetrieben wurden. Angefangen von Sameday-Lieferungen, über innovative Fahrzeugbeladung bis hin zur Möglichkeit, Waren unverpackt an Amazon zurückzuschicken (siehe oben).

Man kann zwar argumentieren, dass solche neuen Services auf besseren, digitaleren Prozessen basieren, aber letztendlich wird davon auch die physische Lieferung beeinflusst. Weitere Beispiele sind Direkteinschleusungen von Chinapaketen in Deutschland oder die Lieferung frischer Lebensmittel nach einer Art festen Busfahrplan durch den Dienst "Picnic" (Erklärvideo unten).


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