Musterbrief: Fahrtkosten, weil Paket abgeholt werden musste

Hier finden Sie einen Musterbrief zum Thema: "Der Zusteller hat nicht geklingelt, obwohl ich zu Hause war".

Wenn ein Paket nicht an die Hausanschrift geliefert wurde, sondern an einen Paketshop bzw. eine Postfiliale, entstehen dem Empfäner häufig Fahrtkosten. Diese Fahrtkosten können als Schadenersatz vom Paketdienst zurückgefordert werden. Denn wäre das Paket ordnungsgemäß nach Hause geliefert worden, gäbe es keinen Fahrtkostenaufwand.

Aber: Der Empfänger muss beweisen können, dass der Paketdienst wirklich nicht versucht hat, die Lieferung an der Hausanschrift zuzustellen. Paketzusteller sagen ja häufig, sie hätten geklingelt aber der Kunde hätte dies überhört. Als Kunde kann man schlecht das Gegenteil beweisen. Es sei denn, andere Haushaltsangehörige waren als Zeugen ebenfalls anwesend. Oder es gibt vielleicht eine Videoüberwachungsanlage, die beweist, dass der Zusteller zum angeblichen Zeitpunkt gar nicht an der Haustür war.

Mit dem Musterbrief können Sie versuchen, den Fahrtkostenaufwand für die Paketabholung beim Paketdienst einzufordern. Geltend gemacht werden können nur eindeutig belegbare Kosten (z.B. Spritkosten oder Busticket). Es ist kaum möglich, den Zeitaufwand für die Paketabholung als Schadenersatz einzufordern.

Sie müssen damit rechnen, dass der Paketdienst den Schadenersatz-Anspruch zurückweist. In der Regel geht es ja "nur" um ein paar Euro. Allerdings geht es auch ums Prinzip. Wenn ein Paketdienst einen Zustellversuch vortäuscht, obwohl der Kunde zu Hause anwesend war, sollte er die Konsequenzen dieses Verhaltens tragen. Die Paketda-Redaktion empfiehlt deshalb, den Schadenersatz gerichtlich durchzusetzen - sei er auch noch so gering.


Musterbrief zur Forderung von Schadenersatz, wegen Fahrtkostenaufwand bei Paketabholung


Max Absender
Musterweg 1
12345 Berlin
E-Mail:
Telefon:


Hier Anschrift des Paketdienstes einfügen (siehe hier)

Musterort, 20.08.2019


Schadenersatzforderung wegen zusätzlicher Aufwendungen für Paketabholung
Sendungsnummer: .....

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Empfänger oben genannter Sendung, die nicht an meine Hausanschrift zugestellt wurde. Der Sendungsverfolgung ist zu entnehmen, dass ich am ..... (Datum und Uhrzeit einfügen) angeblich nicht zu Hause gewesen sei und benachrichtigt worden wäre. Beides ist unzutreffend. Dass ich zu Hause anwesend war, kann wie folgt bezeugt werden: .....

Ihr Mitarbeiter hat das Paket in die Filiale** / in den Paketshop** ..... (Anschrift einfügen) gebracht, wo ich es am ..... (Datum einfügen) abholen musste. Sie haben zu verschulden, dass ich das Paket nicht mehr am ursprünglich geplanten Liefertag erhielt. Außerdem entstand mir folgender Aufwand:

     ** Fahrkosten mit dem Auto: ..... km à 0,30 Euro = ..... Euro gesamt
     ** Fahrkarte ÖPNV (in Kopie anbei): ..... Euro


Ich mache diesen Aufwand gemäß Paragraf 421 HGB als Schadenersatz geltend. Ihre AGB können diesem Gesetz nicht entgegenstehen. Ich bitte Sie um Überweisung auf mein Konto mit der IBAN ..... und BIC ..... Die Zahlungsfrist beträgt 21 Tage ab Erhalt dieses Schreibens. Bei nicht fristgerechter Zahlung mache ich die Forderung ohne weitere Mahnung gerichtlich geltend.

Mit freundlichen Grüßen

Max Absender


Erläuterungen:
* Bitte Beweismittel bzw. Zeugen namentlich auflisten. Zum Beispiel Videoüberwachungs-Anlage der eigenen Haustür bzw. weitere Personen, die zu Hause oder in der Nachbarschaft anwesend waren und ebenfalls kein Klingeln gehört bzw. kein Paketfahrzeug gesehen haben.

** Unzutreffendes bitte löschen