Transportversicherung bei Paketen gegen Schäden, Diebstahl, Verlust

Wenn Sie ein Paket verschickt haben, und es kommt beim Empfänger beschädigt an, ist dies besonders ärgerlich. Gleiches gilt natürlich, wenn Sie ein Paket erwarten und es total zerbeult, durchnässt oder aufgerissen zugestellt wird. Eine Steigerung des Ganzen ist nur der vollständige Verlust eines Pakets, z.B. infolge Diebstahls aus dem Paketzentrum oder weil ein Zustellfahrzeug verunglückt ist oder von Chaoten angezündet wurde. Alles schon vorgekommen. Wie Sie in solchen Fällen am besten reagieren, um Ihren Schaden beim Paketdienst geltend zu machen, lesen Sie in den folgenden Kapiteln.

Inhaltsverzeichnis

  1. Pakete vor der Annahme auf Schäden prüfen
  2. Transportschäden, die von außen nicht erkennbar sind
  3. Rechtliches: Wer haftet und wer hat Schuld?
  4. Schäden beim Paketdienst anmelden
  5. Verlust / Diebstahl von Paketsendungen
  6. Formulare für Schäden, Verlust oder Diebstahl (Schadenmeldung) von Paketen

Pakete vor der Annahme auf Schäden prüfen

Als Empfänger eines Pakets sollten Sie es sich zur Grundregel machen, jede Paketannahme gründlich zu prüfen, bevor Sie mit Ihrer Unterschrift quittieren. Denn mit der Unterschrift bestätigen Sie dem Paketdienst nicht nur den Empfang, sondern i.d.R. auch die Unversehrtheit des Pakets bei Zustellung. Paketzusteller sind zwar meistens in Eile und drängen Sie zu einer schnellen Unterschrift, doch lassen Sie sich davon nicht beeinflussen. Einen optischen Schnell-Check des Pakets vorzunehmen dauert nur wenige Sekunden und hilft Ihnen, mögliche Transportschäden festzustellen.

  1. Begutachten Sie den Karton (die Paketverpackung) von allen Seiten auf Beschädigungen.
  2. Achten Sie auch auf kleine Einstiche, durch die ggf. ein schafer Gegenstand ins Kartoninnere eingedrungen sein könnte.
  3. Feuchte Stellen können insbesondere auf der Paketunterseite vorhanden sein, falls das Paket z.B. auf nassem Asphalt abgestellt wurde.
  4. Schütteln Sie das Paket leicht, um ggf. Geräusche von Scherben o.ä. im Inneren wahrzunehmen.
  5. Wenn das Paket mit Klebeband verschlossen ist, das das Logo des Paketdienstes zeigt, deutet dies auf eine Nachverpackung im Paketzentrum hin.

Nachverpacktes Paket mit DHL-Klebeband

Haben Sie aufgrund des äußeren Anscheins die Vermutung, dass der Inhalt des Pakets beschädigt sein könnte, weisen Sie den Paketzusteller auf Ihre Verdachtsmomente hin (man spricht hierbei von einem sog. "offenen Schaden"). Bitten Sie den Zusteller, in seinem Beisein das Paket öffnen zu dürfen, um den Inhalt zu prüfen. Sollte sich der Zusteller darauf nicht einlassen, können Sie entweder die Annahme des Pakets verweigern oder die äußeren Karton-Beschädigungen auf dem Handscanner vermerken lassen (manche Zusteller führen auch Schadenformulare mit). Sie akzeptieren die Zustellung dann unter Vorbehalt der Geltendmachung von Transportschäden. Wenn Sie in Gegenwart des Zustellers den Paketinhalt (kurz) prüfen dürfen, sind Sie natürlich immer auf der sicheren Seite und erkennen Transportschäden sofort.

Regel No. 1: Pakete vor der Entgegennahme immer auf äußere Beschädigungen prüfen und im Zweifel die Annahme verweigern.

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Transportschäden, die von außen nicht erkennbar sind

Leider gelingt es nicht immer, Transportschäden schon vor der Empfangsquittierung eines Pakets zu erkennen. Dies gilt z.B. auch für Pakete, die von Nachbarn angenommen wurden, und die nicht auf Beschädigungen geachtet haben. Wenn ein Paket äußerlich unbeschädigt ist, der Inhalt im Inneren jedoch beschädigt beim Empfänger angekommen ist (sog. "verdeckter Schaden"), kann der Schaden im Nachhinein nur mit mehr Aufwand bewiesen und geltend gemacht werden.

Paketdienste berufen sich häufig darauf, dass die Ware unzureichend verpackt war. Das entspricht sogar oft den Tatsachen, deshalb fotografiert der Absender im Idealfall den verpackten Paketinhalt vor dem Versand. Die Verpackung sollte Stöße und ein Herunterfallen des Pakets aushalten können, ansonsten besteht bei Transportschäden kein Versicherungsschutz.

Im Falle eines verdeckten Transportschadens ist der Absender auf die Mithilfe des Empfängers angewiesen. Der Empfänger muss den beschädigten Karton samt Inhalt und Polstermaterial zu Beweiszwecken aufbewahren und idealerweise fotografieren. Bei DHL muss das beschädigte Paket vom Empfänger zusammen mit einer Schadenanzeige in einer Filiale abgegeben werden zwecks Begutachtung.

Wichtig zu wissen: Paketdienste argumentieren oft damit, dass ein Empfänger keinen Schadenersatz geltend machen kann, weil das Vertragsverhältnis über den Paketversand zwischen dem Absender und dem Paketdienst besteht. Das ist jedoch nur halb richtig. Der Empfänger hat zwar das Vertragsverhältnis mit dem Paketdienst. Aber es gibt den § 421 Absatz 1 HGB. Demnach kann auch der Empfänger Ansprüche gegen den Paketdienst geltend machen.

Regel No. 2: Bei einem äußerlich unbeschädigten Paket, dessen Inhalt beschädigt wurde, ist sehr häufig eine mangelhafte Innenpolsterung Ursache des Schadens. Paketdienste erstatten den Schaden dann nicht.

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Rechtliches: Wer haftet und wer hat Schuld?

Kommt ein Paket kaputt beim Empfänger an, passiert es häufig, dass sich die Beteiligten gegenseitig die Schuld zuschieben: Der Absender behauptet, der Paketdienst habe das Paket fallen gelassen. Der Paketdienst sagt, der Absender habe die Ware schlecht verpackt. Und der Empfänger ärgert sich über alle beide.

In diesen Situationen ist es gut, die rechtliche Lage zu kennen. Private Verbraucher, die in einem professionellen Onlineshop eingekauft haben, sind zum Glück vor Transportschäden geschützt. Gewerbliche Händler, die an private Kunden verkaufen, tragen das volle Transportrisiko und müssen bei beschädigter Ware entweder Ersatz liefern oder den Kaufpreis erstatten. Die Gesetzestexte §§ 447, 474 BGB sind detailliert hier bei www.onlinehaendler-news.de erläutert. Händler haften für Schäden, die ein Paketdienst verursacht. Als Verbraucher (Kunde) braucht man sich nicht selbst mit dem Paketdienst auseinandersetzen.

Im Falle eines Verkaufs von Privat an Privat gilt kein besonderer Verbraucherschutz. Der Absender muss das Paket zwar ordentlich verpacken, aber das Risiko eines Transportschadens trägt der Empfänger. Der Absender kann nur in Haftung genommen werden, wenn er das Paket nachweislich zu schlecht verpackt hat. Wenn das beschädigte Paket hingegen gut verpackt war, ist der Empfänger auf die Kooperation des Absenders angewiesen: Der Absender muss nämlich den Schadenersatz vom Paketdienst einfordern (siehe Erklärungen in den nachfolgenden Abschnitten).

Gibt es einen Paketschaden zwischen zwei gewerblichen Kunden (Firma A liefert an Firma B), dann ist ein Blick in die AGB des Absenders (Verkäufers) notwendig. Häufig ist dort exakt geregelt, wann der sog. Gefahrenübergang eintritt. Darüber hinaus muss der Empfänger nach § 377 HGB einen Transportschaden "unverzüglich" dem Absender melden.

Lesen Sie auch unseren Rechtsratgeber zu beschädigten Paketen. Dort erfahren Sie mehr zum Thema Schadenersatz für beschädigte Pakete. Und was zu tun ist, falls der Paketdienst zu wenig Schadenersatz bezahlen will.

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Schäden beim Paketdienst anmelden

Wenn Sie einen Transportschaden beim Paketdienst geltend machen wollen, gibt es hierfür i.d.R. spezielle Schaden-Meldeformulare, die einzureichen sind (siehe dieser Abschnitt). Fügen Sie am besten auch Fotos von der Beschädigung bei. Sowohl von der Kartonverpackung als auch vom beschädigten Inneren. Bei DHL ist die gesamte beschädigte Sendung inkl. Paketinhalt in einer Filiale einzureichen.

Einige Paketdienste verfügen zudem über die Möglichkeit, schon bei der Zustellung Transportschäden per Kamerabild zu dokumentieren. Desweiteren gibt es in nahezu allen Paketzentren eine Videoüberwachung, mittels derer ein Paket verfolgt werden kann. Diese Videoaufzeichnungen erlauben Aufschluss darüber, an welcher Stelle eine Beschädigung verursacht wurde. Als Versender oder Empfänger erhalten Sie zwar keinen Einblick in die Videobänder, die Paketdienste nutzen die Aufzeichnungen aber zu internen Ermittlungen.

Nachfolgend sehen Sie eine Übersicht mit den maximalen Versicherungssummen der wichtigsten deutschen Paketdienste. Wichtig: Liegt der Warenwert der verschickten Güter unterhalb der Versicherungssumme, wird nur der Warenwert ersetzt.

  • DHL Paket: Haftung bis 500 EUR bei Verlust oder Beschädigung
  • DHL Päckchen: Keine Haftung
  • GLS: Versichert bis 750 EUR, Vertragskunden können Pakete auch höherversichern
  • DPD: Versichert bis 520 EUR, Vertragskunden können Pakete auch höherversichern
  • Hermes Päckchen: Haftung bis 50 EUR, Hermes Paket: Haftung bis 500 EUR, Hermes Gepäckversand: versichert bis 1000 EUR
  • TNT: Dokumente und Drucksachen bis 75 EUR versichert, Pakete bis 750 EUR versichert
  • UPS: Für innerdeutsche UPS-Pakete beträgt die Haftung für Verlust oder Beschädigung maximal EUR 510 pro Sendung oder SZR 8,33 für jedes Kilogramm, je nachdem welcher Betrag höher ist. Die Abkürzung SZR bedeutet Sonderziehungsrecht; den aktuellen SZR-Kurs finden Sie hier bei Wikipedia.

Obige Daten ohne Gewähr! Bitte erkundigen Sie sich stets beim Paketdienst Ihrer Wahl nach den aktuellen Versicherungsbedingungen.

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Verlust / Diebstahl von Paketsendungen

Ärgerlich aber leider nicht selten sind Diebstähle von Brief- und Paketsendungen. Vor unzuverlässigen Mitarbeitern ist leider niemand gefeit, und so kommt es immer mal wieder vor, dass in einer bestimmten Region Pakete "verschwinden". Den Sicherheitsabteilungen von Paketdiesten fällt soetwas allerdings schnell auf. Denn wenn sich viele Kunden über verloren gegangene Pakete beschweren, können in den betroffenen Zustellbezirken genauere Beobachtungen angestellt werden. Die Videoüberwachung in den Paketzentren erlaubt es nahezu lückenlos, den Transport eines Pakets innerhalb des Depots nachzuvollziehen. So werden Diebstähle meistens schnell erkannt und der Mitarbeiter entlassen. Als Versender sind Ihre Pakete i.d.R. gegen Diebstahl bzw. Totalverlust (auch bei Raubüberfällen auf Paketdienste) versichert.

Regel No. 3: Dokumentieren Sie den Schaden mit Fotos und bewahren Sie die beschädigte Verpackung unverändert auf.

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Formulare für Schäden, Verlust oder Diebstahl (Schadenmeldung) von Paketen

Nachfolgend finden Sie direkte Links zu Paketdiensten wie DHL, Hermes, DPD und GLS, um Transportschäden oder sonstige Haftungsansprüche geltend zu machen. Viele Paketdienste setzen voraus, dass der Schaden innerhalb einer bestimmten Frist (wenige Tage) gemeldet wird. Bitte lassen Sie deshalb keine Zeit verstreichen und reichen das Formular so schnell wie möglich ein.


* Diesem DHL-Merkblatt zur Transportversicherung (PDF) ist zu entnehmen, dass Schäden auch schriftlich gemeldet werden können (an DHL Vertriebs GmbH, Kundenservice, 22795 Hamburg). Dies ist aus Sicht der Paketda-Redaktion jedoch nur bei verlorenen Paketen anzuraten. Wenn ein Paket beschädigt wurde, wird DHL die Sendung samt Inhalt in Augenschein nehmen wollen. Das Paket muss dann in eine Filiale gebracht werden zusammen mit dem Schadenformular.

Regel No. 4: Eine Schadenabwicklung beim Paketdienst nimmt häufig viel Zeit in Abspruch. Lassen Sie sich nicht abwimmeln und haken Sie regelmäßig nach.

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