Beschädigtes DPD-Paket: was muss ich tun?

Inhaltsverzeichnis

  1. Mir wurde ein kaputtes DPD-Paket geliefert, wie reklamiere ich das?
  2. Was ist ein äußerlich nicht erkennbarer Schaden?
  3. DPD-Paket ohne Inhalt geliefert: wie bekomme ich Schadenersatz?
  4. Was kann ich tun bei Streitigkeiten mit DPD?


Mir wurde ein kaputtes DPD-Paket geliefert, wie reklamiere ich das?

Auf jedem DPD-Paketaufkleber (vgl. Abbildung) gibt es diesen kleingedruckten Hinweis: "Äußerlich nicht erkennbare Schäden müssen DPD innerhalb von 7 Tage nach Ablieferung schriftlich gemeldet werden."

DPD-Paketaufkleber mit Hinweis zur Meldung von Schäden

Mit diesem Satz sichert sich DPD rechtlich ab, um für verspätet gemeldete Transportschäden nicht zu haften. Wird ein Schaden am Paket, der äußerlich nicht erkennbar war, nicht innerhalb von 7 Tagen gemeldet, muss DPD keinen Schadenersatz bezahlen. Diese Frist entspricht § 438 Absatz 2 HGB.

► Das DPD-Schadenformular finden Sie hier als PDF. Wohin Sie es schicken müssen, steht in den Kontaktdaten von DPD.

Hinweis: haben Sie als Privatkunde etwas bei einem deutschen (oder europäischem) Onlineshop bestellt, so melden Sie Schäden bitte an den Kundenservice des Onlineshops. Eine zusätzliche Meldung an DPD schadet nicht, ist aber nicht Ihre erste Pflicht.

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Was ist ein äußerlich nicht erkennbarer Schaden?

Ist der Versandkarton eingerissen oder hat eine Delle, so kann der Empfänger das von außen erkennen. Ist ein Versandkarton einwandfrei und hat keine Spuren einer Beschädigung, und erst beim Auspacken bemerkt der Empfänger den kaputten Inhalt, so war der Schaden von außen nicht erkennbar.

► Diese Unterscheidung ist wichtig für die Meldefrist:

  • Äußerlich erkennbare Schäden müssen direkt bei der Paketzustellung reklamiert werden.
  • Äußerlich nicht erkennbare Schäden können nachträglich gemeldet werden, spätestens innerhalb von 7 Tagen nach der Paketzustellung

Häufig kommt es vor, dass Kunden ein äußerlich beschädigtes Paket annehmen, ohne dass der Zusteller die Beschädigung dokumentiert (z.B. im Handscanner vermerkt oder auf einem Schadenformular). Paketdienste wie DPD können in diesem Fall behaupten, der Kunde habe das Paket in einwandfreiem Zustand erhalten und dies mit seiner Unterschrift bestätigt. Eine nachträgliche Reklamation wird schwierig bis unmöglich.

Das zuvor geschilderte Szenario trifft vor allem auf Pakete von Privat an Privat zu, z.B. eBay-Verkäufe oder Geschenkpakete. In diesem Fall trägt der Empfänger das Risiko von Transportschäden und bleibt oft darauf sitzen.

Haben Sie hingegen als Privatperson bei einem gewerblichen Verkäufer (Onlineshop) bestellt, dann trägt der Verkäufer das Transportrisiko. Gegenüber Privatkunden können Onlineshops die Schuld nicht auf DPD oder andere Paketdienste abwälzen.

Das bedeutet im Klartext: Kommt eine Onlinebestellung bei Ihnen (Privatkunde) beschädigt an, verlangen Sie vom Verkäufer eine Ersatzlieferung oder Geld zurück. Auch wenn der Schaden von DPD verursacht wurde und von Ihnen erst nachträglich gemeldet wurde, haftet der Verkäufer (sofern er gewerblich handelt).

In dieser Situation melden Sie den Schaden bitte direkt an den Verkäufer. Machen Sie außerdem Beweisfotos vom Karton, vom Inhalt und werfen Sie nichts in den Müll. Bitten Sie den Verkäufer um weitere Informationen, was mit der defekten Ware passieren soll.

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DPD-Paket ohne Inhalt geliefert: wie bekomme ich Schadenersatz?

Pakete, die leer beim Empfänger ankommen, sind besonders kompliziert zu reklamieren. Die Paketda-Redaktion erhält im Forum regelmäßig solche Fälle geschildert.

Bei leeren Paketen versuchen Paketdienste erfahrungsgemäß, die Haftung abzulehnen. Sie behaupten einfach, das Paket sei mit Inhalt zugestellt worden - oder der Absender habe das Paket leer abgeschickt. Als Kunde steckt man nun in der Zwickmühle, beweisen zu müssen, dass das Paket mit Inhalt abgeschickt wurde. Wie gelingt das am besten?

  • Gibt es Zeugen vom Einpacken / Absenden des Pakets?
  • In Paketzentren werden Pakete oft automatisch gewogen, das Gewicht kann Aufschluss über den Inhalt geben
  • Ist das Paket beim Empfänger mit andersfarbigem Klebeband angekommen? Das kann auf eine Öffnung und Neuverklebung des Pakets (Inhaltsdiebstahl) hindeuten.
  • Wurde der Paketinhalt ausgetauscht, z.B. Fotokamera gegen Mehl? Der Betrug ist offensichtlich.

Bitte lesen Sie weiter in unserem separaten Ratgeber zum Thema Paket leer angekommen.

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Was kann ich tun bei Streitigkeiten mit DPD?

Der Paketdienst DPD beteiligt sich leider nicht an Verbraucher-Schlichtungsverfahren bei der Bundesnetzagentur. In den DPD-AGB wird das ausgeschlossen. Dadurch entfällt für Kunden eine effektive Möglichkeiten zur außergerichtlichen Klärung von Streitigkeiten.

► Verweigert DPD die Zahlung von Schadenersatz, finden Sie einige Tipps in unserem Ratgeber zum wirksamen Reklamieren. Sie könnten sich beispielsweise an eine Zeitung oder TV-Sender wenden und den Fall publik machen. Manche Paketdienste knicken unter öffentlichem Druck ein.

Weitere Möglichkeiten sind das Einschalten einer Verbraucherzentrale oder eines Anwalts. Letzteres empfiehlt sich insbesondere bei teuren Schadenfällen. Weitere Tipps lesen Sie in unserem Ratgeber Recht Paketschäden.

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