Paket ins Ausland beschädigt: Rentner von DHL erfolgreich zermürbt

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Vorbei sind die Zeiten, als geschädigte Postkunden noch einen Blumenstrauß als Wiedergutmachung erhielten, nachdem sie ihren Ärger in einer Tageszeitung öffentlich gemacht hatten. Diese Erfahrung teilt auch ein Rentner aus dem Landkreis Stade (Niedersachsen), der seiner Tochter und deren Sohn Ende November 2017 ein Paket nach Griechenland schickte.

Das Paket kam bei der Tochter beschädigt an und "mehr als die Hälfte des Inhaltes fehlte", erklärte der Absender gegenüber der Zeitung "Wochenblatt". Bis sich die Redaktion einschaltete, waren schon 3 Monate vergangen, in denen DHL dem Rentner entweder gar nicht antwortete oder nur patzig (Wortlaut Zeitungsbericht). Die Schadenmeldung sei unlesbar gewesen, redete sich DHL-Pressesprecher Martin Grundler später heraus. Doch der akribische Rentner hatte den Durchschlag der Schadenmeldung aufbewahrt und konnte das Gegenteil beweisen.

Außerdem führt der Rentner seit Jahren Buch über jede verschickte Tafel Schokolade, jedes Pfund Kaffee, schokolierte Haselnüsse, Strümpfe, Leberpastete, usw. Alles ist fein säuberlich mit Wertangabe plus Gewicht in einem Buch vermerkt. Deshalb ließ sich der Teilverlust des Griechenland-Pakets exakt feststellen: Von 9,5 kg auf 5 kg bzw. von 130 Euro auf 50 Euro. Besonders krass: Anstelle der fehlenden Waren befand sich Katzenfutter im Paket.

Eigentlich müsste sich DHL angesichts dieser Faktenlage geschlagen geben. Pressesprecher Grundler signalisierte der Wochenblatt-Redaktion zunächst, dass der DHL-Kundenservice "nach Lage der Dinge Ersatz leisten wird". Er wies allerdings darauf hin, dass beschädigte Auslandspakete eigentlich bei der Postgesellschaft im Land des Empfängers reklamiert werden müssten und nicht bei DHL in Deutschland.

Im vorliegenden Fall wollte DHL eine Ausnahme prüfen, weil das Paket mit DHL-Klebeband nachverpackt wurde - also in Deutschland beschädigt wurde und nicht in Griechenland.

Doch zu früh gefreut: Vor wenigen Tagen forderte DHL den Absender plötzlich auf, Kaufbelege für die verlorenen Waren einzureichen. Die handschriftlichen Aufzeichnungen genügten nicht. Mit dieser Strategie, die übrigens auch Kunden anderer Paketdienste regelmäßig beklagen, hat DHL den niedersächsischen Senior erfolgreich zermürbt: Weil er die 5 Monate alten Supermarktbelege nicht mehr aufbewahrt hat, gibt er resigniert zu Protokoll: "Der Aufwand ist mir viel zu groß. Von der Post bin ich tief enttäuscht." - Vielleicht wäre die Sache anders ausgegangen, wenn DHL die Schadenmeldung gleich im Dezember bearbeitet hätte, anstatt sich monatelang tot zu stellen.

Quellen: Zeitungsbericht vom 21.03.2018 | Zeitungsbericht vom 30.03.2018.


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