Postverzollung kostet plötzlich

Update vom 1. März 2018: Deutsche Post DHL hat eine weitere Gebühr für zollpflichtige Zollsendungen eingeführt. Und zwar eine 6 Euro teure Auslagepauschale. Mehr Infos dazu in diesem Bericht.


Mitarbeiter des Zolls im IPZ FrankfurtIm Paketda-Forum wies uns ein Leser darauf hin, dass die Postverzollung seit August 2015 kostenpflichtig sei. Und tatsächlich: Gegenüber dem Blog magi-mania.de bestätigte DHL die Bepreisung der nun 28,50 Euro teuren Postverzollung.

Der Service war bislang kostenlos. Weil laut DHL "nur sehr wenige Kunden" betroffen seien, habe man die Öffentlichkeit nicht über die neue Gebührenpflicht informiert.

Die Postverzollung kann von Empfängern eines Deutsche-Post-DHL-Auslandspakets genutzt werden, wenn sie die Sendung nicht selber beim Zoll abholen wollen. Die vom Zoll angeforderten Belege zum Wertnachweis des Paketinhalts werden bei der Postverzollung üblicherweise per E-Mail an die Zollstelle geschickt. Daraufhin prüft ein Beamter die Sendung und den deklarierten Warenwert und berechnet die Einfuhrabgaben. Diese kassiert DHL dann direkt beim Empfänger, wenn das Paket geliefert wird. Die Postverzollung spart also den Weg zum Zollamt, welches sich in ländlichen Regionen durchaus viele Kilometer vom Empfänger entfernt befinden kann.

Dass die Deutsche Post DHL jetzt Gebühren für die Postverzollung berechnet, ist wohl dem Arbeitsaufwand geschuldet, den das Öffnen der Pakete zu Kontrollzwecken verursacht. Ob die 28,50 Euro gerechtfertigt sind oder nicht, muss jeder selbst entscheiden. Städtische Paketempfänger, die ein Zollamt in der Nähe haben, werden ihre Pakete eher persönlich abholen und dadurch die Gebühren sparen wollen. Wohingegen Paketempfänger mit längeren Anfahrtswegen die teure Postverzollung wohl zähneknirschend zu zahlen bereit sind.

Übrigens: Wenn ein Auslandspaket ordnungsgemäß deklariert ist, bringt DHL die Pakete auch weiterhin ohne Zusatzgebühren an die Haustür des Kunden und kassiert dort die Einfuhrabgaben. Wer im Nicht-EU-Ausland bestellt, sollte insbesondere kleinere Versandhändler oder Privatpersonen darauf hinweisen, außen am Paketkarton einen Rechnungsbeleg mit genauer Warenbezeichnung, Warenwert, Absender- und Empfängeranschrift anzubringen. Außerdem ist eine Zollinhaltserklärung notwendig.

Mehr zum Thema Zoll bei Auslandspaketen hier im Paketda-Ratgeber.


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