Fahrzeug des Zolls

Zoll-Abwicklung & Sicherheitsprüfung bei Auslands-Paketen


Inhaltsverzeichnis

  1. Sicherheitscheck bei Export-Paketen
  2. Überprüfung von Auslandspaketen nach Deutschland
    1. Muss ich das Paket vom Zoll abholen oder nicht?
    2. Worauf achten Zöllner?
    3. Wie viel Zoll muss ich bezahlen?
    4. Infos zur Postverzollung
  3. Deklaration von Paketen ins Ausland
  4. Mein Auslandspaket hängt beim Zoll fest

Ein Tipp vorweg: Die EU erspart Ihnen Papierkram

Wenn Sie im Ausland bestellen, dann am besten innerhalb eines EU-Landes. Dadurch haben Sie die wenigste Bürokratie. Bei Paket-Importen aus Ländern, die nicht zur EU gehören (z.B. Schweiz und USA), besteht die Möglichkeit von Lieferverzögerungen aufgrund der Zollabfertigung sowie der Erhebung von Zöllen. Allerdings sollten Sie auch bei Bestellungen im EU-Ausland umsichtig sein. Wenn Sie z.B. im Ausland Nahrungsergänzungsmittel bestellen, könnte die Ware in Deutschland eventuell als nicht zugelassene Arznei eingestuft werden.

Falls Sie eine Bestellung bei einem Onlineshop außerhalb der EU planen, lesen Sie unseren speziellen Ratgeber zum Onlineshopping im Ausland.


Überprüfung von Paketen vor dem Export ins Ausland

Rönten eines Pakets beim ZollGrundsätzlich muss jedes Paket geröntgt werden, bevor es per Flugzeug transportiert wird. Während Pakete in die meisten Nachbarländer Deutschlands per LKW auf der Straße transportiert werden, werden weiter entfernte Länder per Luftfracht bedient. Ausnahme sind Express-Pakete, die schon am nächsten Tag beim Empfänger sein müssen; sie werden fast immer per Flugzeug befördert.

Die Luftfrachtbestimmungen schreiben vor, dass jedes Paket geröntgt werden muss, es sei denn, der Absender ist beim Luftfahrtbundesamt als sogenannter "Zugelassenen Bekannten Versender" registriert. Diese Registrierung ist nur für Großunternehmen relevant, da regelmäßig deren Betriebsabläufe überprüft werden und hierbei ein großer Aufwand entsteht. Vorteil der Registrierung als Bekannter Versender ist, dass solche Unternehmen als vertrauenswürdig eingestuft werden und ihre Pakete nicht geröntgt werden müssen.

Wenn Sie als Privatperson ein Paket mit einem Paketdienst ins Ausland schicken und es wird per Flugzeug transportiert, erfolgt vorher immer eine Röntgenuntersuchung. Diese wird vom Paketdienst vorgenommen. Nahezu jeder große Paketdienst ist beim Luftfahrtbundesamt als Reglementierter Beauftragter und / oder als Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter registriert und überprüft worden. Paketdienste dürfen deshalb Sicherheitsüberprüfungen von Paketen (Röntgen) auf eigene Verantwortung durchführen. Anschließend werden die Pakete an das Luftfahrt-Unternehmen übergeben und exportiert.

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Überprüfung von Auslandspaketen nach Deutschland

Wenn ein ausländisches Paket in Deutschland ankommt, findet nicht immer eine ausführliche Röntgen-Untersuchung statt - schließlich wurde das Paket schon vor Abflug gründlich gecheckt.

Aufgabe des Zolls ist es vielmehr, verdächtige Sendungen herauszufinden, die beispielsweise verbotene oder gefälschte Waren enthalten. Zur Ermittlung verbotener Schmuggelware werden mitunter auch Spürhunde eingesetzt, wie hier im Video des UPS-Frachtzentrums Köln-Bonn zu sehen ist.


Muss ich das Paket vom Zoll abholen oder nicht?

Aufkleber: Von zollamtlicher Behandlung befreit

Wenn Sie als Kunde in Deutschland ein Paket aus einem Nicht-EU-Land erwarten (z.B. China, Japan, USA, etc.), können folgende Situationen vorkommen:

1) Das Paket wird "von zollamtlicher Behandlung befreit". In diesem Fall erfolgt der Weitertransport innerhalb Deutschland sehr schnell. Der Empfänger erhält die Sendung direkt an seine Haustür geliefert (bzw. in den Briefkasten eingeworfen, falls es ein Brief ist).

2) Das Paket wird zollamtlich abgefertigt. Dann prüfen Zöllner die Begleitdokumente der Sendung. Dazu gehören insbesondere die Zollinhaltserklärung (außen an der Sendung aufgeklebt) und eine Handelsrechnung, die jedoch manchmal fehlt. Die Zöllner dürfen die Sendung nicht öffnen - das erledigen auf Anfrage jedoch die Postbeamten, die zusammen mit den Zöllnern im Internationalen Postzentrum (IPZ) arbeiten.

Häufig stellt der Zoll fest, dass der deklarierte Wert oder die deklarierte Warenbezeichnung nicht zum Inhalt der Sendung passt. Beispiel: Es wurde ein Geschenk für 10 Dollar deklariert, aber in Wahrheit befindet sich eine Markenhandtasche im Paket. Einige Verkäufer in China fälschen sogar die Begleitrechnungen, indem sie den Warenwert dort niedriger beziffern, als der Kunde tatsächlich bezahlt hat. Der deutsche Zoll kennt diese Masche allerdings. Deshalb werden Paketempfänger im Verdachtsfall gebeten, ihre Sendung persönlich bei einem Zollamt abzuholen. Zur Abholung muss dann ein Zahlungsbeleg mitgenommen werden, z.b. von Paypal oder vom Onlinebanking, aus dem der tatsächlich gezahlte Kaufbetrag hervorgeht. Anhand dieses Betrags berechnet der Zoll die Einfuhrsteuern.

Eine Abholung beim Zollamt ist nicht erforderlich, wenn der Zoll den deklarierten Warenwert anerkennt und keine Zweifel erhebt. In diesem Fall bekommt der Kunde die Ware direkt nach Hause geliefert und bezahlt den "Zoll" an den Postboten.

Wer keine Möglichkeit hat, Sendungen beim Zollamt abzuholen, kann eine sog. Postverzollung beauftragen (siehe eigener Abschnitt).

Wichtig zu wissen bei Expresspaketen: Nur Deutsche Post (Briefsendungen) und DHL (Standardpakete) können Sendungen zur Abholung bei einem Zollamt hinterlegen. Wenn es sich um ein Auslandspaket von DHL Express handelt, oder UPS, TNT, Fedex oder einem sonstigen privaten Paketdienst, wird die Verzollung durch den Paketdienst im Auftrag des Empfängers erledigt. Hierbei können leider hohe Zusatzkosten entstehen, die den Zollbetrag verdoppeln oder verdreifachen.

Beispiel einer Zoll-Rechnung von DHL Express für ein importiertes Paket. DHL Express berechnet eine Kapitalbereitstellungsprovision von 2% der Einfuhrabgaben, mindestens aber 14,89 Euro (12,50 Euro plus Umsatzsteuer). Mehr Infos unter www.dhl.de/express/warenimport.

Zoll-Rechnung von DHL Express

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Worauf achten Zöllner?

In diesem Zeitungsartikel ist zu lesen, dass unter anderem sehr schwere Pakete als verdächtig eingestuft werden können. In dem beschriebenen Fall wurde ein 28kg schweres, 120cm langes und 13,5 cm breites Paket geröntgt, das eine doppelwandig gummierte Metallwalze enthielt, in der Opium versteckt war.

Sicherlich ist auch das Herkunftsland und der Absender eines Pakets relevant, ob es als verdächtig eingestuft wird oder nicht. Pakete aus China enthalten beispielsweise häufig günstige Plagiate deutscher Produkte, gegen deren Einfuhr Hersteller von Markenprodukten vorgehen. Nicht selten wird vom Hersteller sogar Strafanzeige gestellt und das Paket vom Zoll beschlagnahmt.

Weitere Gründe, die zum Öffnen eines Pakets durch den Zoll führen, sind offensichtlich zu niedrig angegebene Warenwerte, unbekannte Warenbezeichnungen (die Produkte werden dann vom Zoll in Augenschein genommen) oder Warenbezeichnungen, die eine Einfuhrbeschränkung vermuten lassen (z.B. Bestandteile aus Tropenholz).

Verdächtige Pakete dürfen übrigens aufgrund des Briefgeheimnisses nicht direkt vom Zoll geöffnet werden. Stattdessen arbeiten speziell zur Geheimhaltung verpflichtete Postbeamter mit den Zöllern zusammen: Der Postbeamte öffnet auf Wunsch eines Zöllners eine Sendung, so dass der Inhalt kontrolliert werden kann. Anschließend wird das Paket wieder verschlossen und ein Aufkleber angebracht, dass die Sendung zolltechnisch abgefertigt und dafür geöffnet wurde.

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Wie viel Zoll muss ich bezahlen?

Wenn Sie ein Paket aus einem Nicht-EU-Land erhalten wie z.B. der Schweiz, und der Warenwert ist höher als 22 Euro (inkl. aller Gebühren, auch Versandkosten), dann erhebt der deutsche Zoll Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent. Das entspricht sozusagen der deutschen Mehrwertsteuer.

Bei einem Warenwert ab 150 Euro wird zusätlzich zur Einfuhrumsatzsteuer noch Zoll fällig. Die Höhe des Zollsatzes hängt vom Produkt ab. Beispielsweise 12% für Textilien oder 3,9% für GPS-Geräte. Jede Produktkategorie hat ihren eigenen Zollsatz.

Tipp: Paketda-Zollrechner

Paketda übernimmt für diese Angaben keine Gewähr für Aktualität und Richtigkeit. Bitte informieren Sie sich hier auf der Homepage des Zolls über die detaillierten Bestimmungen zur Einfuhrumsatzsteuer.

Wenn Sie eine private Geschenksendung erhalten, deren Warenwert 45 Euro nicht überschreitet, entstehen übrigens keine Zollabgaben. Voraussetzung: Sie dürfen dem Absender für die Ware nichts bezahlt haben, es muss also ein Geschenk sein. Manchmal werden Sendungen ausländischer Onlineshops absichtlich als Geschenkpaket betitelt, um den Zoll zu umgehen. In der Regel fliegen solche Pakete aber auf und der Empfänger muss trotzdem Zoll bezahlen. Mehr Infos zu privaten Geschenkpaketen hier bei www.zoll.de.

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Infos zur Postverzollung

Um sich den Aufwand zu sparen, ein Paket vom Zollamt abzuholen, können Sie eine sogenannte Postverzollung beantragen. Dann brauchen Sie nicht persönlich vorstellig werden sondern schicken dem Zoll die Zahlungsnachweise zum Beispiel per E-Mail. Die Postverzollung kostet 28,50 Euro pro Paket (Stand Juli 2017).

Der Empfänger wird per Brief benachrichtigt, wenn eine zollpflichtige Sendung für ihn beim Zoll eingeht. In der DHL-Sendungsverfolgung erscheint dann meistens der Status "Die Sendung wird dem für den Empfänger zuständigen Zollamt übergeben". Wo sich das Zollamt genau befindet, steht in der postalischen Benachrichtigung.

Die Postverzollung dauert etwas länger als die persönliche Abholung. Dafür erfolgt die Paketzustellung bequem an der Haustür, und Sie zahlen die Zollgebühren beim Zusteller. Die E-Mail-Adresse zur Einleitung der Postverzollung wird ebenfalls in dem Benachrichtigungsbrief genannt.

Wer sich die Gebühren für die Postverzollung sparen will, kann sein Paket auch persönlich beim Zollamt abholen. Dann werden keine 28,50 Euro Aufpreis berechnet sondern nur die regulären Einfuhrabgaben. Ausnahme: Bei Expresspaketen ist keine Hinterlegung im Zollamt möglich.

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Deklaration von Paketen ins Ausland

Damit es beim Import im Zielland keine Probleme gibt, sollten Sie stets eine Zollinhaltsinhaltserklärung am Brief oder Paket anbringen. Auf diesem Zollaufkleber vermerken Sie, welche Waren Sie verschicken, ob diese privater oder kommerzieller Natur sind und welchen Wert sie haben. Die Zollinhaltserklärung finden Sie hier bei Paketda.

Die Neue Osnabrücker Zeitung berichtete im April 2014 davon, dass 21.000 Pakete die norddeutschen Zollämter verstopfen. Es bestellen offenbar soviele Privatkunden im Ausland, dass die Zöllner mit der Importabfertigung schlichtweg überlastet seien.

Um beim Zollamt eine möglichst kurze Wartezeit zu haben, sind folgende Tipps empfehlenswert:

  • Bringen Sie das Benachrichtigungsschreiben mit, auf dem die Registriernummer bzw. Postübergabenummer (PÜB) des Zollbeleges vermerkt ist. Nur so kann Ihre Sendung aus dem Zoll-Lager herausgesucht werden.
  • Nehmen Sie auch unbedingt einen Beleg mit, aus dem der Kaufpreis und die genaue Warenbezeichnung hervorgehen. Eine Rechnung des Verkäufers recht häufig nicht, besser ist ein Paypal- oder Überweisungsbeleg. Der Beleg sollte ausgedruckt sein.
  • Einige Zollämter schicken Pakete nach Ablauf der Lagerfrist sofort zurück. Andere Zollämter berechnen Lagergebühren.

Pakete müssen innerhalb einer bestimmten Frist beim Zoll abgeholt werden. Die Frist beträgt je nach Zollamt zwischen 7 und 14 Tagen.

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Mein Auslandspaket hängt beim Zoll fest - was kann ich tun?

In der Regel tritt diese Frage auf, wenn Sie ein Paket in der Sendungsverfolgung sehen, und der Status vom Import-Paketzentrum ändert sich lange Zeit nicht. Dann ist anzunehmen, dass die zolltechnische Abwicklung länger dauert als üblich. Der Zoll hat meistens eigene, kleine Gelände innerhalb der Import-Paketzentren, wo die Sendungen untersucht werden. Solange Sie allerdings vom Paketdienst noch keine Benachrichtigungskarte erhalten haben, mit der Sie gebeten werden, ein Paket beim Zoll abzuholen, hat der Zoll keine eigene Nachforschungsmöglichkeit.

Anhand der Trackingnummer des Paketdienstes können Zollämter den Verbleib eines Pakets häufig nicht aufklären. Stattdessen wird die Registriernummer des Zollbeleges benötigt, die sogenannte Postübergabenummer (PÜB). Diese PÜB erhalten Sie mit dem Benachrichtigungsschreiben von der Deutschen Post.

Die Deutsche Post hat die E-Mail-Adresse importanfragen@deutschepost.de eingerichtet. Dort können Sie unter Angabe der Paketnummer, einer Beschreibung des Inhalts sowie vollständiger Absender- und Empfängerangaben um eine Nachforschung bitten. Die Paketda-Redaktion kann jedoch nicht beurteilen, wie aussichtsreich dieses Verfahren für Kunden ist. Ihre Erfahrungen können Sie uns gern hier im Forum mitteilen.

Falls ein Paket von DHL-Express in Leipzig-Schkeuditz festhängt und auf Verzollung wartet, können Sie DHL Express kontaktieren unter zollabfertigung-leipzig@dhl.com oder Tel. 0341/44994466, Fax: 0341/44994467

Kontaktdaten von UPS Deutschland zwecks Importabwicklung: Tel. 0224/14911273, E-Mail: importde@ups.com

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