Retoure ins Ausland schicken: Was muss ich beachten?

Retoure nach China schicken

Bei eBay und Amazon tummeln sich viele ausländische Verkäufer, die man auf den ersten Blick gar nicht erkennt. Häufig wird ein Artikelstandort in Deutschland vorgetäuscht. Erst nach dem Kauf stellt man fest, dass die Ware aus Asien, Amerika oder sonst woher kommt.

Bei einer Retoure kann das zum Problem werden. Denn wie schickt man ein Paket eigentlich ins Ausland zurück? Dieser Ratgeber hilft Ihnen weiter.


Inhaltsverzeichnis

  1. Die Rücksendeadresse herausfinden
  2. Retoure innerhalb von Europa
  3. Retoure außerhalb Europas (China, USA, UK)
  4. Paypal erstattet Porto für Retouren
  5. Darauf müssen Sie bei Amazon-Retouren ins Ausland achten

Die Rücksendeadresse herausfinden

Einige China-Shops versenden Pakete, auf deren Paketaufkleber eine deutsche Absenderadresse steht. Z.B. Skinny Warehouse in Lahr, 4PX Logistik in Rodgau, Worldtech in Mörfelden-Walldorf oder DHL in Staufenberg.

Schicken Sie unabgesprochen keine Retoure an deutsche Anschriften, wenn der Verkäufer eigentlich im Ausland sitzt.

Anhand von Erfahrungsberichten anderer Nutzer wissen wir, dass Retouren an deutschen Absenderanschriften zwar ankommen, aber häufig nicht korrekt bearbeitet werden. Es handelt sich bloß um Adressen zum Einsammeln unzustellbarer Pakete. Die Adressen sind nicht für Retouren gedacht, die Kunden selbst veranlassen.

Erkundigen Sie sich bitte direkt beim Verkäufer nach der Retourenanschrift und welche Dokumente (Retourenschein etc.) beigelegt werden müssen. Nur so ist sichergestellt, dass Ihre Retoure im richtigen Lagerhaus ankommt und Sie anschließend eine Gutschrift erhalten.

Am einfachsten ist es, wenn Ihnen der Verkäufer einen vorgedruckten, bezahlten Retouren-Paketschein zur Verfügung stellt. Passiert das nicht, müssen Sie das Porto selbst bezahlen. Falls Sie den Einkauf mit Paypal bezahlt haben, übernimmt evtl. Paypal die Retourenkosten. Mehr dazu unten im Ratgeber.

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Retoure innerhalb von Europa

Eine Retoure ins EU-Ausland ist unkompliziert, weil keine Zollformalitäten beachtet werden müssen. Sie brauchen nur einen Paketschein, der bei vielen Paketdiensten sogar ohne Drucker gekauft werden kann. Lesetipp: Ratgeber zum mobilen Paketschein von DHL.

Entfernen Sie vor dem Abschicken der Retoure alle alte Strichcodes und Aufkleber vom Paket, oder überkleben Sie diese vollständig. Legen Sie in das Paket den Retouren-Begleitschein, den Sie wahrscheinlich vom Verkäufer erhalten haben. Der Begleitschein ermöglicht es dem Verkäufer, das Paket Ihrer Bestellung zuzuordnen.

Bevor Sie das Paket zukleben, machen Sie ein Beweisfoto vom Inhalt. Nach dem Zukleben stellen Sie das Paket am besten auf eine Waage und machen ein Foto von der Gewichtsanzeige. Sollte das Paket beim Verkäufer leer oder teilweise beraubt ankommen, können Sie mit den Fotos nachweisen, dass Sie es mit Inhalt abgeschickt haben.

Beim Abschicken des Pakets erhalten Sie einen Einlieferungsbeleg, den Sie bitte so lange aufbewahren, bis der Verkäufer Ihnen für die Retoure eine Gutschrift ausgestellt hat.

Die Paketda-Redaktion rät von DHL Päckchen ab, weil sie keine Sendungsverfolgung und keine Versicherung beinhalten. Ein Kompromiss ist ein DHL-Päckchen mit Zusatzoption "Versicherung bis 50 Euro". Oder Sie versenden mit Hermes, DPD oder GLS. Deren Versandarten beinhalten immer Sendungsverfolgung und Versicherung gegen Verlust bis 500 Euro. Tipp: Nutzen Sie unseren Rechner für den Auslands-Portovergleich.

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Retoure außerhalb Europas (China, USA, UK)

Bei Retouren in Länder außerhalb der EU kommt in der Regel nur der Versand mit DHL in Frage. Wettbewerber von DHL ermöglichen Privatpersonen aufgrund der Zollformalitäten keinen Versand außerhalb der EU.

Eine Ausnahme ist Hermes-BorderGuru (weltweit.borderguru.com). In deren Onlinefrankierung ist jedoch vermerkt, dass keine Retouren verschickt werden dürfen. Grund: Der Paketempfänger (Onlineshop) könnte die Annahme des Pakets aufgrund von Zollgebühren verweigern.

Unsere Versandtipps:
DHL-Paketscheine für Nicht-EU-Pakete müssen vom Absender selber ausgedruckt werden. Es ist kein mobiler Paketschein mit der DHL-App möglich.

Außerdem ist eine Zollinhaltserklärung notwendig. Bei Nutzung der DHL-Onlinefrankierung füllen Sie das Zollformular online aus und es wird zusammen mit dem Paketaufkleber ausgedruckt.

Paketda empfiehlt außerdem, außen am Versandkarton zwei Kopien der ursprünglichen Kaufrechnung anzubringen (durchsichtige Lieferscheintasche verwenden). So erkennt der Zoll im Zielland, dass es sich um eine Retoure handelt.

► Empfehlenswerte Versandarten sind ein DHL Päckchen mit Zusatzoption "Versicherung bis 50 Euro" oder ein DHL Paket (ist bis 500 Euro versichert).

► UPS ist empfehlenswert, wenn das Retourenpaket Batterien bzw. Akkus enthält (z.B. Smartphone, Kamera). DHL exportiert grundsätzlich keine Pakete, in denen Akkus / Batterien enthalten sind. Das wird vor dem Export durch Röntgen überprüft. Bei UPS ist der Export mit Batterien / Akkus teilweise erlaubt. Siehe unser Batterie-Ratgeber.

Achtung bei Paketen im Wert von mehr als 500 Euro: Eine zusätzliche Transportversicherung ist notwendig. Siehe Ratgeber Wertversand.

Preisbeispiele für internationale Versandarten:

  • DHL Päckchen bis 2kg: je nach Größe zwischen 9 und 16 Euro.
  • DHL Päckchen mit Versicherung bis 50 Euro: 4 Euro Aufpreis.
  • DHL Paket in die Volksrepublik China: ca. 43 Euro für ein 5-kg-Paket.
  • DHL Paket in die USA: ca. 37 Euro für ein 5-kg-Paket.
  • Retoure per Briefsendung: verboten seit Anfang 2019 (Infos hier).

Alle Preisinfos sind Stand 2/2021. Kaufen Sie das Porto am besten unter www.dhl.de/onlinefrankierung.

Paketda empfiehlt zusätzlich einen Preisvergleich auf www.packlink.de, weil dort vor allem kleinformatige Pakete preiswerter angeboten werden als bei DHL. Achten Sie auf einen ausreichenden Versicherungsschutz, der bei Packlink manchmal aufpreispflichtig ist.

►Bei teurer Ware empfehlen wir unseren Ratgeber "Zoll bei Retoure erstatten lassen". Das ist zwar bürokratisch, kann sich aber finanziell lohnen.

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Paypal erstattet Porto für Retouren

Aktivieren Sie die "Retourenversicherung" auf der Website www.paypal.de/retouren. Paypal übernimmt dann die Kosten einer Rücksendung von bis zu 25 Euro. Vorausgesetzt, Sie hatten die ursprüngliche Bestellung mit Paypal bezahlt und vorher schon die "Retourenversicherung" aktiviert.

Die genauen Bedingungen des kostenlosen Service finden Sie auf der genannten Paypal-Website. Die Inanspruchnahme ist bis zu 12 mal im Jahr möglich (Stand 12/2019). Falls eine Retoure mehr als 25 Euro Porto kostet, erstattet Paypal 25 Euro und den Rest trägt der Kunde selber.

► Paypal empfiehlt, für Retouren immer eine Versandart mit Sendungsverfolgung zu nutzen. Nur dann erhält man als Absender nämlich einen Einlieferungsbeleg für die Retoure.

Fragen Sie im Paketshop freundlich nach, ob Sie den Einlieferungsbeleg zu Beweiszwecken fotografieren dürfen. Legen Sie den Einlieferungsbeleg auf das Paket, so dass Adressaufkleber und Einlieferungsbeleg gleichzeitig zu sehen sind. Ein anderer Nutzer hat uns als Erfahrungsbericht geschildert, dass dieser Fotobeweis von Paypal akzeptiert wird. Die Retoure ging auf dem Transportweg zum Verkäufer verloren, Paypal erstattete im Rahmen des Käuferschutzes aber trotzdem den vollständigen Kaufpreis.

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Darauf müssen Sie bei Amazon-Retouren ins Ausland achten

Der folgende Erfahrungsbericht wurde uns freundlicherweise von einem Nutzer zur Verfügung gestellt, der schlechte Erfahrungen mit einer Retoure an Amazon Italien gemacht hat. Die nachfolgenden Tipps gelten auch für Retouren an Amazon-Lager in anderen Ländern.

Bei einer internationalen Rücksendung an Amazon Italien muss der Absender das Porto selber bezahlen. Amazon stellt kein Rücksende-Etikett zur Verfügung. Das Porto wird von Amazon nachträglich erstattet, wenn man die Portoquittung an den Amazon-Kundenservice schickt. Als Versandnachweis muss auch die Einlieferungsquittung aufbewahrt werden.

Wichtig ist, für die Retoure an Amazon einen zuverlässigen Paketdienst zu nutzen, der ein durchgängiges Tracking auf seiner Website anbietet. Das trifft z.B. auf UPS zu und innerhalb Europas auf DPD und GLS.

Mein persönlicher Fall: Ich habe mit Hermes eine Sendung an Amazon Italien zurückgesendet. Das Problem lag nicht direkt an Hermes sondern an Amazon. Weil der Amazon-Kundenservice 17track.net zur Sendungsverfolgung nutzt, war dort nicht der vollständige Sendungsverlauf erkennbar. In 17track wurde als letzter Status angezeigt, dass das Paket ins Zielland weitergeleitet wurde. Die Übergabe an HRParcel (Hermes-Kooperationspartner in Italien) war bei 17track nicht erkennbar. Der Amazon-Kundenservice konnte die Zustellung des Retourenpakets nicht nachvollziehen.

Ich durfte dann wochenlang hinter meinen Geld herrennen. Der Fall wurde an das Specialist Team von Amazon weitergeleitet. Von dort hieß es nur, "es kann bis zu 25 Tage dauern bis eine Lieferung ankommt" und man sollte die Rechnung und Sendungsinformationen an die E-Mail die in der Mail orders-2@amazon.it senden. Das habe ich allerdings Wochen zuvor gemacht und auch alles so detailliert wie möglich im Live Chat auch geschildert.

Weil das Problem so lange ungelöst war, bat ich Amazon darum, mit einem Supervisor / Manager in Kontakt zu treten. Daraufhin sollte ich alle Informationen an it-deliveryinvestigation@amazon.it senden. Das war letztendlich aber nicht notwendig, weil Amazon die Warenrücksendung plötzlich doch bestätigte.

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