Fahrzeug des Zolls

So läuft die Verzollung von Paketen ab

Inhaltsverzeichnis

  1. Muss ich mein Paket vom Zoll abholen oder nicht?
  2. Kapitalbereitstellungsprovision bei DHL Express
  3. Zollgebühren von UPS
  4. Darauf achten Zöllner bei der Paketkontrolle
  5. Wie viel Zoll muss ich bezahlen?
  6. Wie reklamiere ich falsch berechneten Zoll?
  7. Infos zur Postverzollung
  8. Registrierung als Selbstverzoller
  9. Ich habe keinen Abholbrief vom Zoll bekommen
  10. Paket beim Zoll abholen: Daran müssen Sie denken
  11. Lagerfrist für Pakete beim Zoll
  12. Mein Auslandspaket hängt beim Zoll fest - was kann ich tun?
  13. Retoure ins Ausland & Zoll erstatten lassen
  14. Zoll zu teuer: Kann ich die Annahme verweigern?
  15. Kundenfragen rund um Zoll & Pakete

Tipp vorweg: Ungewollte Käufe außerhalb der EU vermeiden

Einfuhrabgaben (Zoll) fallen nur bei Einkäufen außerhalb der EU an. Falls Sie auf eBay oder Amazon bestellen, klicken Sie sicherheitshalber auf den Verkäufernamen, um dessen Firmensitz zu prüfen. So vermeiden Sie, aus Versehen in China einzukaufen und von Zollgebühren überrascht zu werden.


Muss ich mein Paket vom Zoll abholen oder nicht?

Muss ich mein Paket beim Zoll abholen?

Wenn Sie als Kunde in Deutschland ein Paket aus einem Nicht-EU-Land erwarten (z.B. China, Japan, USA, etc.), können folgende Situationen vorkommen:

1) Das Paket wird "von zollamtlicher Behandlung befreit". In diesem Fall erfolgt der Weitertransport innerhalb Deutschland sehr schnell. Der Empfänger erhält die Sendung direkt an seine Haustür geliefert (bzw. in den Briefkasten eingeworfen, falls es ein Brief ist).

2) Das Paket wird zollamtlich abgefertigt. Dann prüfen Zöllner im Internationalen Postzentrum (IPZ) die Sendung und die Begleitdokumente. Dazu gehören insbesondere die Zollinhaltserklärung (außen an der Sendung aufgeklebt) und eine Handelsrechnung, die jedoch manchmal fehlt.

Manchmal stellen die Zöllner fest, dass der deklarierte Wert oder die Warenbezeichnung nicht zum Inhalt der Sendung passt. Beispiel: Es wurde ein Geschenk für 10 Dollar deklariert, aber in Wahrheit befindet sich eine Markenhandtasche im Paket. Einige Verkäufer in China fälschen sogar die Begleitrechnungen, indem sie den Warenwert dort niedriger beziffern, als der Kunde tatsächlich bezahlt hat. Der deutsche Zoll kennt diese Masche allerdings. Deshalb werden Paketempfänger im Verdachtsfall gebeten, ihre Sendung persönlich bei einem Zollamt abzuholen. Bei der Abholung muss das Paket vom Kunden geöffnet werden, und er muss einen Beleg vorlegen, aus dem hervorgeht, wie viel Geld tatsächlich für die Ware bezahlt wurde.

► Eine Abholung beim Zollamt ist nicht erforderlich, wenn der Zoll den deklarierten Warenwert anerkennt. In diesem Fall bekommt der Kunde die Ware direkt nach Hause geliefert und bezahlt etwaige Gebühren an den Postboten.

Seit 2018 berechnen Deutsche Post und DHL 6 Euro zusätzliche Gebühren für die Zollabfertigung; das ist die sog. Auslagepauschale.

Wer keine Möglichkeit hat, Sendungen persönlich beim Zollamt abzuholen, kann eine Nachträgliche Postverzollung für 28,50 Euro beauftragen. Seit Februar 2020 bietet der Zoll den preiswerten Service "Postabfertigung von zu Hause" an.


Kapitalbereitstellungsprovision bei DHL Express

Bei Lieferungen von DHL Express wird für die Zollabfertigung eine sogenannte Kapitalbereitstellungsprovision berechnet. Darüber ärgern sich viele Kunden, denn bei normalen Standardlieferungen von DHL Deutsche Post wird nur eine Auslagepauschale in Höhe von 6 Euro fällig.

DHL Express berechnet die Kapitalbereitstellungsprovision basierend auf 2% der Einfuhrabgaben, mindestens aber 14,88 Euro. Das entspricht 12,50 Euro plus 19% Umsatzsteuer.

Die Gebühren von DHL Express beinhalten die Zollabfertigung von max. 3 Rechnungspositionen; also importierten Produkten. Für jede zusätzliche Position im Zollantrag werden 4 Euro berechnet (Multiline Entry). Quelle: DHL-Express-Preisliste (PDF), S. 16

Privatkunden ist es nicht möglich, die Kapitalbereitstellungsprovision von DHL Express zu umgehen. Gewerbliche Kunden (Firmen) können DHL Express eine Einzugsermächtigung erteilen, damit die Einfuhrabgaben (Zoll) abgebucht werden. Anleitung hier: hier auf www.dhl.de

Abbildung: Beispiel einer Zoll-Abrechnung von DHL Express:
Zoll-Rechnung von DHL Express

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Zollgebühren von UPS

Auch UPS berechnet Gebühren für die Zollabfertigung. Sie betragen 2,5 Prozent vom Gesamtwert des Paketes, mindestens jedoch 13,69 Euro brutto (= 11,50 Euro + 19% USt.).

Beispiel 1: Sie importieren Waren im Wert von 150 Euro. Davon 2,5 Prozent sind 3,75 Euro. Dieser Betrag liegt unter der Mindestgebühr. Deshalb wird Ihnen UPS 13,69 Euro berechnen.

Beispiel 2: Sie importieren Waren im Wert von 700 Euro. Davon 2,5 Prozent sind 17,50 Euro. Dieser Betrag liegt über der Mindestgebühr. Deshalb wird Ihnen UPS 17,50 Euro + 19% USt. = 20,83 Euro berechnen.

Noch genauer können Sie die Gebühren im Paketda-Zollrechner ermitteln. UPS-Gebühren können nur vermieden werden, wenn der Empfänger ein sogenanntes Zollaufschubkonto hat. Eine Lastschriftvereinbarung ist für UPS-Kunden nicht ausreichend, um Gebühren zu vermeiden.

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Darauf achten Zöllner bei der Paketkontrolle

In diesem Zeitungsartikel ist zu lesen, dass unter anderem sehr schwere Pakete als verdächtig eingestuft werden können. In dem beschriebenen Fall wurde ein 28kg schweres, 120cm langes und 13,5 cm breites Paket geröntgt, das eine doppelwandig gummierte Metallwalze enthielt, in der Opium versteckt war.

Sicherlich ist auch das Herkunftsland und der Absender eines Pakets relevant, ob es als verdächtig eingestuft wird oder nicht. Pakete aus China enthalten beispielsweise häufig günstige Plagiate deutscher Produkte, gegen deren Einfuhr Hersteller von Markenprodukten vorgehen. Nicht selten wird vom Hersteller sogar Strafanzeige gestellt und das Paket vom Zoll beschlagnahmt.

Weitere Gründe, die zum Öffnen eines Pakets durch den Zoll führen, sind offensichtlich zu niedrig angegebene Warenwerte, unbekannte Warenbezeichnungen (die Produkte werden dann vom Zoll in Augenschein genommen) oder Warenbezeichnungen, die eine Einfuhrbeschränkung vermuten lassen (z.B. Bestandteile aus Tropenholz).

Verdächtige Pakete dürfen übrigens aufgrund des Briefgeheimnisses nicht direkt vom Zoll geöffnet werden. Stattdessen arbeiten speziell zur Geheimhaltung verpflichtete Postbeamter mit den Zöllern zusammen: Der Postbeamte öffnet auf Wunsch eines Zöllners eine Sendung, so dass der Inhalt kontrolliert werden kann. Anschließend wird das Paket wieder verschlossen und ein Aufkleber angebracht, dass die Sendung zolltechnisch abgefertigt und dafür geöffnet wurde.

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Wie viel Zoll muss ich bezahlen?

Wenn Sie ein Paket aus einem Nicht-EU-Land erhalten wie z.B. der Schweiz, und der Warenwert ist höher als 22 Euro (inkl. aller Gebühren, auch Versandkosten), dann erhebt der deutsche Zoll Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent. Das entspricht sozusagen der deutschen Mehrwertsteuer.

Bei einem Warenwert ab 150 Euro wird zusätzlich zur Einfuhrumsatzsteuer noch Zoll fällig. Die Höhe des Zollsatzes hängt vom Produkt ab. Beispielsweise 12% für Textilien oder 3,9% für GPS-Geräte. Jede Produktkategorie hat ihren eigenen Zollsatz. Mehr dazu in diesem Ratgeber.

Zum Paketda-Zollrechner

► Beachten Sie, dass es für die Zollbehörde keinen kostenlosen Versand gibt. Bestellen Sie etwas im Ausland, das vom Verkäufer kostenlos verschickt wird, kann der deutsche Zoll mit Pech fiktive Versandkosten schätzen und auf den Bestellwert draufschlagen. Mehr dazu in unserem Ratgeber Zoll bei versandkostenfreien Paketen.

Erwarten Sie eine private Geschenksendung, deren Warenwert 45 Euro nicht überschreitet, entstehen übrigens keine Zollabgaben. Voraussetzung: Sie dürfen dem Absender für die Ware nichts bezahlt haben, es muss also ein Geschenk sein.

► Manchmal werden Sendungen ausländischer Onlineshops absichtlich als Geschenkpaket deklariert, um den Zoll zu umgehen. In der Regel fliegen solche Pakete aber auf und der Empfänger muss trotzdem Zoll bezahlen. Eine Strafe für den versuchten "Betrug" gibt es nicht. Mehr Infos zu privaten Geschenkpaketen bei www.zoll.de.

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Wie reklamiere ich falsch berechneten Zoll?

Bei Paketda melden sich regelmäßig Kunden, die zu viel oder zu wenig Zoll / Einfuhrabgaben bezahlt haben.

Mein DHL-Zusteller hat vergessen, Einfuhrabgaben zu kassieren. Diese Situation ist am besten für den Empfänger. Nach Erfahrungen der Paketda-Redaktion fällt der Fehler niemandem auf. DHL oder Zoll werden nachträglich kein Geld vom Empfänger verlangen. Der Empfänger kann sich aber freiwillig an DHL wenden und das vergessene Geld nachzahlen. Formular hier.

Ein DHL-Zusteller berichtete Paketda: »Wenn der Zusteller die Sendung morgens einscannt muss manuell hinterlegt werden, dass die Sendung mit Zoll belegt ist. Wenn dieser kleine Aufkleber dann übersehen wird, ist die Sendung nicht mit den Abgaben verknüpft, daher kann es auch nicht zu einer nachträglichen Rechnungsstellung kommen.«

Mein DHL-Zusteller hat zu hohe Einfuhrabgaben kassiert. Als Empfänger braucht man nicht versuchen, mit einem Zusteller oder Filialmitarbeiter über die Höhe des Zolls zu diskutieren. Das Motto lautet: "Entweder Sie bezahlen das Geld, oder Sie bekommen das Paket nicht." Eine Reklamation zu hoher Einfuhrabgaben ist nur nachträglich direkt beim Zollamt möglich.

In den FAQ auf dhl.de wird erklärt, dass eine Korrektur bzw. Neuberechnung der Einfuhrabgaben nur beim zuständigen Binnenzollamt (Hauptzollamt) vorgenommen werden darf. Falls Sie einen Einfuhrabgabenbescheid erhalten haben (z.B. bei DHL-Express-Paketen), ist das Hauptzollamt auf dem Bescheid angegeben.

Falls Sie keinen Einfuhrabgabenbescheid erhalten haben, ist eine Reklamation schwierig, weil Sie gegenüber dem Hauptzollamt nicht beweisen können, Einfuhrabgaben bezahlt zu haben. Das nächstgelegene Hauptzollamt zu Ihrem Wohnort können Sie mit einer Umkreissuche auf zoll.de herausfinden.


Beim Zoll reklamieren: Praxisbericht eines Nutzers

Paketda erhielt freundlicherweise einen Erfahrungsbericht, wie eine erfolgreiche Reklamation falscher berechneter Einfuhrabgaben gelingen kann. Der/nie Nutzer/in schrieb uns:

Mir wurde ein Paket aus Korea via DHL Express zugeschickt und deutlich zu hohe EUst berechnet. Der Grund: DHL Express hat aufgrund fehlender deutlicher Deklaration der Versandkosten einen Listenwert zur Berechnung vorgelegt.

Mein Kontakt mit DHL brachte nichts, ausser dass mir angeboten wurde, dass sie das gegen 50 Euro Gebühr mit dem Zoll regeln würden und dem Hinweis, dass ich mich selber beim Zoll melden könnte. Das habe ich getan und es hat funktioniert.

Ich habe das zuständige Zollamt (ist in den PDF-Zollunterlagen von DHL genannt) per E-Mail kontaktiert. In der E-Mail habe ich die Berechnung dargelegt, alle relevanten Nachweise meiner Bestellung hinzugefügt (Produktlisting, Paypalbeleg, Bestellbestätigung, die Zollunterlagen von DHL) und meine Zahlungsdaten angegeben. Kurz darauf bekam ich eine E-Mail-Bestätigung und Anliegennummer. Dort stand vermerkt, dass die Bearbeitung mehrere Wochen in Anspruch nehmen kann.

Einige Wochen später bekam ich dann einen Brief und mir wurden die zu viel berechnete EUst vom Zoll zurücküberwiesen. Also kurz: Es war zwar etwas Aufwand, aber es wurde etwas zurückgezahlt. In manchen Fällen möchte der Zoll wohl, dass ein Formular ausgefüllt wird (habe ich von Freunden gehört), aber ich musste dies nach der ausführlichen E-Mail nicht tun.

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Infos zur Postverzollung

Die Postverzollung kostet 28,50 Euro Gebühren (Stand 1/2018) und bedeutet, dass Sie die Sendung nicht beim Zollamt abholen müssen. Stattdessen erteilen Sie der Deutschen Post den Auftrag, die Sendung zolltechnisch abzufertigen und danach zu Ihnen nach Hause zu bringen.

Wie Sie den Auftrag zur Postverzollung erteilen, steht in der Abholbenachrichtigung, die Sie per Briefpost erhalten. Diese Benachrichtigung kommt 1-2 Tage nachdem das Paket beim Zollamt hinterlegt wurde. In der DHL-Sendungsverfolgung erscheint dann meistens der Status "Die Sendung wird dem für den Empfänger zuständigen Zollamt übergeben".

Im Rahmen der Postverzollung benötigt der Zoll die gleichen Dokumente, als wenn Sie das Paket persönlich abholen würden. Deshalb müssen Sie eine Kaufrechnung für das Produkt sowie einen Zahlungsbeleg (z.B. Paypal-Screenshot) per E-Mail an die Deutsche Post schicken. Die Post legt die Dokumente dann dem Zollamt vor.

Besonderheit: Bei Geschenkpaketen gibt es oft keine Rechnung, weil der Absender den Kaufpreis des Geschenks nicht offenlegen will. Der Zoll wird den Warenwert des Geschenkpakets dann vermutlich schätzen und im Zweifelsfall Vergleichspreise der im Paket enthaltenen Geschenke online recherchieren (z.B. bei eBay).

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Registrierung als Selbstverzoller

Die Paketda-Redaktion wird oft gefragt, ob die Registrierung als sogenannter Selbstverzoller Vorteile hat.

Selbstverzollung bedeutet in der Theorie, dass alle Importsendungen von Deutsche Post DHL beim örtlichen Zollamt in der Nähe des Empfängers hinterlegt werden (ausgenommen sind Sendungen von DHL Express). Die Auslagepauschale der Deutschen Post in Höhe von 6 Euro entfällt, weil registrierte Selbstverzoller Auslandssendungen nicht mehr nach Hause geliefert bekommen.

Allerdings berichten uns Nutzer, dass die Registrierung als Selbstverzoller von der Deutschen Post häufig nicht beachtet wird. Wahrscheinlich hat das praktische Gründe, denn die Deutsche Post müsste die Adresse jeder Sendung aus einem Nicht-EU-Land gegen die Datenbank mit registrierten Selbstverzollern abgleichen. Angesichts zehntausender Auslandssendungen pro Tag erscheint das in der Praxis schwierig bis unmöglich.

Viele Auslands-Sendungen werden im IPZ Frankfurt auch einfach durchgewunken, also vom Zoll und der Deutschen Post gar nicht genauer angeguckt. Müsste bei jeder Sendung ein Check auf Selbstverzoller erfolgen, gäbe es im IPZ wahrscheinlich einen riesigen Paketstau.

Unklar ist, warum die Deutsche Post die Registrierung als Selbstverzoller überhauptet anbietet, wenn das Verfahren so unzuverlässig funktioniert.

► Onlineformular zur Registrierung als Selbstverzoller: hier auf www.dhl.de

Das Formular kann auch zur Reklamation verwendet werden. Sofern Sie als Selbstverzoller registriert sind, und Pakete kommen irrtümlich an Ihre Hausanschrift, können Sie sich die 6-Euro-Auslagepauschale von DHL erstatten lassen.

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Ich habe keinen Abholbrief vom Zoll bekommen

Suchen Sie hier auf der Website des Zolls per Umkreissuche ein Zollamt in Ihrer Nähe. Fragen Sie sich dort telefonisch durch, welche Zweigstelle bzw. Abteilung für die Verzollung von Postsendungen zuständig ist. Lassen Sie sich dorthin verbinden und nennen die Sendungsnummer.

Nun muss man hoffen, dass das Zollamt die Sendung finden kann. Denn häufig wird eine sog. Postübergabe-Nummer (PÜB) für die Paketabholung beim Zoll benötigt. Diese Nummer unterscheidet sich von der Sendungsnummer und kann an der DHL-Hotline nicht erfragt werden. Die PÜB-Nummer steht nur im Abholbrief. Und wenn dieser Brief verloren gegangen ist, bleibt man als Kunde oft im Regen stehen. Es kommt regelmäßig vor, dass durch verlorene Abholbriefe Pakete nicht beim Zoll abgeholt und ins Ausland zurückgeschickt werden. Weder Post noch Zoll übernehmen in solchen Fällen die Haftung.

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Paket beim Zoll abholen: Daran müssen Sie denken

Welche Unterlagen muss ich mitnehmen, um ein Paket beim Zoll abzuholen?

  • Alle Seiten der Abholbenachrichtigung der Deutschen Post
  • Rechnungsbeleg des ausländischen Onlineshops (sofern vorhanden)
  • Zahlungsbeleg, z.B Screenshot aus der Paypal-App, aus dem Onlinebanking, Kreditkartenabrechnung oder Ähnliches.
  • Bargeld, um die Einfuhrabgaben zu bezahlen. (Zollrechner hier)
  • Kann nicht schaden: Ein Kugelschreiber, falls Sie im Zoll-Wartebereich weitere Dokumente ausfüllen müssen

Falls Sie ein Paket für jemand anderes abholen, bitte außerdem mitnehmen:

Alle Unterlagen müssen ausgedruckt mitgenommen werden. Es genügt nicht, Zahlungsbelege oder die Vollmacht auf dem Handy vorzuzeigen.

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Aufkleber: Von zollamtlicher Behandlung befreit


Lagerfrist für Pakete beim Zoll

Wenn Sie sich entscheiden, das Paket selbst beim Zollamt abzuholen oder es von einer anderen Person per Vollmacht abholen zu lassen, beachten Sie folgende Lagerfristen:

  • Einschreiben, Briefe und Päckchen lagern nur 7 Tage (genau 1 Woche) beim Zollamt.
  • Pakete werden 2 Wochen beim Zoll aufbewahrt.

Die Frist beginnt zu laufen, sobald die Sendung beim Zollamt hinterlegt wurde. Wenn Sie das Abholschreiben erhalten, sind also schon 1 oder 2 Tage der Lagerfrist verstrichen.

Wie erkennt man, ob es sich um ein Päckchen oder um ein Paket handelt?

Pakete sind unter dhl.de verfolgbar und Päckchen (Einschreiben) unter www.deutschepost.de/briefstatus.

Manchmal sind Sendungsnummern auch auf beiden Websites verfolgbar, oder auf gar keiner. Orientieren Sie sich dann am Anfangsbuchstaben der Sendungsnummer. Beginnt die Sendungsnummer mit R oder U, handelt es sich oft um ein Päckchen (Beispiel: RX123456789DE). Sendungsnummern von Paketen beginnen oft mit C oder E (Beispiel: EK123456789IN).

Bei ausländischen Einschreiben und Päckchen kann es vorkommen, dass nach dem Import von der Deutschen Post eine neue, deutsche Sendungsnummer vergeben wird. Ob das auf Ihre Sendung zutrifft, können Sie bei der Post-Spezialhotline für internationale Briefsendungen erfragen: 0228/4333118. Paketsendungen sind davon nicht betroffen.

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Mein Auslandspaket hängt beim Zoll fest - was kann ich tun?

In der Regel tritt diese Frage auf, wenn Sie ein Paket in der Sendungsverfolgung sehen, und der Status vom Import-Paketzentrum ändert sich lange Zeit nicht. Dann ist anzunehmen, dass die zolltechnische Abwicklung länger dauert als üblich. Der Zoll hat meistens eigene, kleine Gelände innerhalb der Import-Paketzentren, wo die Sendungen untersucht werden. Solange Sie allerdings vom Paketdienst noch keine Benachrichtigungskarte erhalten haben, mit der Sie gebeten werden, ein Paket beim Zoll abzuholen, hat der Zoll keine eigene Nachforschungsmöglichkeit.

Anhand der Trackingnummer des Paketdienstes können Zollämter den Verbleib eines Pakets häufig nicht aufklären. Stattdessen wird die Registriernummer des Zollbeleges benötigt, die sogenannte Postübergabenummer (PÜB). Diese PÜB erhalten Sie mit dem Benachrichtigungsschreiben von der Deutschen Post.

Nach Erfahrungen der Paketda-Redaktion ist es nicht möglich, das Internationale Postzentrum (IPZ) Frankfurt, Radefeld, Niederaula, o.ä. zu kontaktieren oder den dortigen Zoll zu kontaktieren. Falls es doch jemandem gelingt, bekommt er wahrscheinlich nur die Auskunft, dass die jeweils andere Partei verantwortlich ist. Die Post wird also sagen, dass die Verzögerung am Zoll liegt. Und der Zoll wird sagen, dass die Verzögerung an der Post liegt.

Falls ein Paket von DHL-Express in Leipzig-Schkeuditz festhängt und auf Verzollung wartet, können Sie DHL Express kontaktieren unter zollabfertigung-leipzig@dhl.com oder Tel. 0341/8696 3999. Upload von Zolldokumenten bei DHL-Express: www.dhl.de/express/dhl4you.

E-Mail-Adresse von UPS Deutschland zwecks Importabwicklung: importde@ups.com

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Retoure ins Ausland & Zoll erstatten lassen

Bei Paketda erhalten wir regelmäßig Fragen von Nutzern, die Ware an einen Verkäufer in China oder USA zurückschicken wollen. Die Nutzer möchten dafür die Einfuhrabgaben (Zoll) erstattet bekommen, weil sie die Ware ja nicht mehr besitzen.

Zum genauen Vorgehen fehlen uns leider Erfahrungswerte, weil sich bislang kein Nutzer gemeldet hat, der erfolgreich Zoll zurückerstattet bekommen hat. Das Verfahren ist bürokratisch und deshalb abschreckend. Wahrscheinlich lohnt sich der Aufwand nur bei großen Beträgen ab 40 oder 50 Euro.

Auf der Website des deutschen Zolls gibt es einen Ratgeber zum Zurückschicken von Waren. Dort wird das Vorgehen wie folgt erklärt:

Die Erstattung von Einfuhrabgaben ist nur bis maximal 90 Tage nach dem Import der Ware möglich.

Ein formloser, schriftlicher Antrag muss beim zuständigen Hauptzollamt eingereicht werden. Der Antrag muss im Wesentlichen drei Angaben enthalten:

  • Antrag auf Ungültigerklärung der Einfuhrzollanmeldung
  • Antrag auf Erstattung der Einfuhrabgaben
  • Bankverbindung des Antragstellers

Der Kunde muss beweisen, dass er die Ware tatsächlich ins Ausland zurückgeschickt hat. Als Beweis dient der Einlieferungsbeleg für das Postpaket plus ggf. weitere Unterlagen wie z.B. ein Gutschriftsbeleg vom Verkäufer, nachdem er die Retoure zurückerhalten hat (Details siehe Zollwebsite). Die Beweise müssen dem Antrag beigefügt werden.

Die Anschrift des zuständigen Hauptzollamts ergibt sich laut Zoll "aus dem Abgabenbescheid bzw. aus der Abgabenberechnung". Falls Sie diese Info nicht haben oder unsicher sind, nutzen Sie diese Umkreissuche für Hauptzollämter in Ihrer Nähe, rufen dort an und fragen sich nach einem zuständigen Beamten durch.

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Zoll zu teuer: Kann ich die Annahme verweigern?

Niemand wird gezwungen, ein Paket anzunehmen, deshalb ist eine Annahmeverweigerung möglich. Bevor Sie das tun, beachten Sie folgende Knackpunkte:

  • Bei Annahmeverweigerung werden dem Absender wahrscheinlich Rücksendekosten berechnet.
  • Erhält der Absender das Paket zurück, erstattet er Ihnen nicht den vollen Kaufpreis sondern zieht die Rücksendekosten ab.
  • Man kann nicht vorhersagen, wie hoch die Rücksendekosten sind. Fragen Sie den Absender danach, vielleicht weiß er es.
  • Wenn das Paket auf dem Rückweg verloren geht, erstattet Ihnen der Absender kein Geld. Und der Paketdienst wird erfahrungsgemäß auch nicht haften.
  • Zurückgeschickte Chinasendungen verschwinden häufig in "schwarzen Löchern". Sie bekommen den Kaufpreis wahrscheinlich nicht erstattet.

Ob Sie die Annahme eines Pakets verweigern, hängt vom Kaufpreis und von der Höhe des Zolls ab. Haben Sie z.B. Ware für 20 Euro gekauft und sollen obendrauf 20 Euro Zoll bezahlen, so ist eine Annahmeverweigerung wirtschaftlich sinnvoll.

Wenn der Warenwert hingegen 300 Euro beträgt und Sie sollen 100 Euro Zoll bezahlen, ist eine Annahmeverweigerung riskant. Sollte das verweigerte Paket nicht wieder beim Verkäufer ankommen, sind die 300 Euro verloren. Beißen Sie hingegen in den sauren Apfel und zahlen die 100 Euro, so haben Sie immerhin die Ware und stehen nicht komplett mit leeren Händen da.

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