So verschicken Sie Geld und Wertvolles sicher

Bargeldversand via WertbriefLangfinger gibt es überall: Im Supermarkt, im Freibad, in der Fußgängerzone und auch in Brief- und Paketzentren. Deshalb sollten Sie vorsichtig sein, wenn Sie Geld, Gutscheine oder Wertsachen per Brief oder Paket verschicken.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Wertvolles sicher beim Empfänger ankommt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Verpacken Sie die Sendung unscheinbar
  2. Geld nicht per Standardbrief verschicken sondern per Wertbrief
  3. Wie kann ich Geld ins Ausland schicken?
  4. Wertvolles per Paketdienst verschicken

Verpacken Sie die Sendung unscheinbar

Häufig werden Briefumschläge geklaut, die vom äußeren Anschein her auf Glückwunschpost schließen lassen. Auch Briefe oder Pakete, die mit Aufklebern zu Ostern oder Weihnachten verziert sind, lassen auf Glückwunschkarten schließen und ziehen diebische Blicke auf sich. Verzichten Sie deshalb auf solche Schmuckelemente.

Ihr Brief bzw. Paket sollte so unscheinbar wie möglich aussehen. Medienberichten zufolge weckt auch die Handschrift älterer Menschen das Interesse von Briefdieben. Denn hier ist die Quote von Geldsendungen besonders hoch. Idealerweise nutzen Sie einen am PC ausgedruckten Adressaufkleber.

Brief- und Paketdienste überwachen ihre Sortierzentren mit Videokameras, deshalb finden dort eher selten Diebstähle statt. Häufiger kommt es vor, dass Subunternehmer, die z.B. Briefkästen leeren, lange Finger machen. Regelmäßig liest man in Zeitungen auch von Briefträgern, die Berge von Post in der eigenen Wohnung bunkerten.

Weil Standardbriefe keine Sendungsverfolgung haben, sind Diebe nur mit hohem Aufwand ermittelbar. Die Deutsche Post nutzt dafür z.B. Fangbriefe, die von Konzerndetektiven an bestimmten Stellen im Postsystem eingeschleust werden und die Aufmerksamkeit von Dieben auf sich ziehen sollen. Wird ein Fangbrief gestohlen, lässt sich der Dieb relativ gut eingrenzen. Leichter sind Diebstähle von Paketen aufklärbar. Pakete werden an vielen Stellen im Transportprozess gescannt, deshalb lassen sich Unterschlagungen durch Mitarbeiter schnell nachvollziehen und aufdecken.


Geld nicht per Standardbrief verschicken sondern per Wertbrief

Schmuck versenden Erst seit 2014 bietet die Deutsche Post den sogenannten Wertbrief an (»Wert National«). Eingeführt wurde diese Versandart, weil der Internethandel stetig zunimmt und der Post-Standardbrief keine Haftung bietet, wenn man Eintrittskarten, Gutscheinen, Briefmarken, Geldscheinen, Münzen und ähnliche Dinge verschicken möchte.

Im Verlustfall ist es für Standardbriefe nicht mal möglich, einen Nachforschungsauftrag zu stellen. Verlorene Standardbriefe bedeuten Totalverlust ohne Schadenersatz.

Die Paketda-Redaktion rät: Verschicken Sie Geld und Wertvolles immer als Wertbrief. Der Wertbrief kostet nur 4,30 Euro Aufpreis zum Standardporto. Dafür erhalten Sie eine Haftung von max. 100 Euro (Bargeldversand) bzw. bis 500 Euro beim Versand von Sachwerten wie z.B. Schmuck. Wertbriefe werden ausschließlich gegen Unterschrift zugestellt und bieten dem Absender eine Sendungsverfolgung; also ganz ähnlich wie bei einem Einschreiben.

Bei Wertbriefen ist es explizit verboten, durch den äußeren Anschein den Eindruck eines wertvollen Briefes zu erwecken (aus den oben beschriebenen Gründen). Es darf auch nicht die Versandart "Wert National" auf dem Umschlag vermerkt sein. Solche Sendungen nimmt die Post nicht an bzw. falls es doch passiert, dann ohne jeglichen Haftungsanspruch im Verlustfall.

Wenn Sie einen Brief mit der Haftung "Wert National" versenden, müssen Sie sich beim Abschicken entscheiden, ob die Haftung für 100 Euro Bargeld oder 500 Euro Sachwert gelten soll. Das ist jedoch nur wichtig, falls Sie beides zusammen in einem Umschlag verschicken. Verschicken Sie z.B. ein Smartphone (Sachwert) und einen 50-Euro-Schein im gleichen Umschlag, wird im Verlustfall entweder das Smartphone ersetzt oder die 50 Euro. Deshalb müssen Sie sich vor dem Abschicken entscheiden, für welches Versandgut die Haftung im Ernstfall gelten soll. Beides zusammen (Geld- und Sachwerthaftung) geht nicht.

Für Onlinehändler oder regelmäßige eBay-Verkäufer ist noch wichtig zu wissen, dass Sie maximal 5 Wertbriefe pro Tag verschicken dürfen. Außerdem darf ein einzelner Empfänger max. 1 Wertbrief pro Tag von Ihnen erhalten. Falls Sie dagegen verstoßen, erlischt jegliche Haftung.

Wertbriefe müssen immer am Schalter einer Filiale aufgegeben und bezahlt werden. Eine Frankierung per Internetmarke ist nicht möglich. Allenfalls das Standardporto (das zum 4,30 Wertbrief-Porto hinzukommt), kann bereits vorab per klassischer Briefmarke aufgeklebt werden.

In diesem Ratgeber erfahren Sie mehr darüber, was man beim Verschicken von Geld mit der Post beachten sollte.

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Wie kann ich Geld ins Ausland schicken?

Die Deutsche Post ermöglicht den Wertbriefversand ins Ausland via "Wert International". Allerdings ist der Bargeldversand generell ausgeschlossen. Erlaubt sind nur Sachgüter wie z.B. Gutscheine, Eintrittskarten, Schecks, Schmuck, usw.

Der Aufpreis für Wert International beträgt 4,50 Euro zum Standardporto inkl. 100 Euro Haftung. Durch Aufzahlung von jeweils 2 Euro lässt sich die Haftung schrittweise um weitere 100 Euro erhöhen. Die Maximalhaftung beträgt 500 Euro für Wertgüter der Valoren-Klasse II, und 5000 Euro für Valoren der Klasse I. Was es mit diesen Güteklassen auf sich hat, erfahren Sie z.B. hier bei Wikipedia sowie in dieser Broschüre der Deutschen Post.

Wenn Sie Geld ins Ausland schicken möchten, ist dies mit der Deutschen Post nicht möglich. Zumindest nicht versichert. Unbenommen bleibt es Ihnen, Bargeld per Standardbrief zu verschicken, allerdings ohne Haftung im Verlustfall.

Tipp der Paketda-Redaktion: Wenn Sie jemandem im Ausland Geld senden möchten, nutzen Sie dafür z.B. Western Union oder Transferwise, und schicken dem Empfänger separat eine Glückwunschkarte per Post. So bleibt das Geld in sicheren Händen.

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Wertvolles per Paketdienst verschicken

Bargeld wie z.B. (Sammler-) Münzen, Wertkarten oder kleine Unterhaltungselektronik lassen sich häufig preiswert als Brief verschicken. Werden die Maximalmaße überschritten, ist jedoch ein Paketversand notwendig.

Nachfolgend eine Übersicht der Haftungsgrenzen der wichtigsten deutschen Paketdienste (Stand 6/2015, ohne Gewähr):

DHL
Pakete bei DHL sind standardmäßig bis 500 Euro versichert. Wenn Sie eine Höherversicherung wünschen, ist dies bis 2500 Euro Haftung für 3,50 Euro Portoaufpreis möglich. Eine Höherversicherung bis 25.000 Euro kostet 15 Euro Aufpreis. Wichtig zu wissen: DHL Päckchen sind unversichert.

DPD
DPD-Pakete sind bis 520 Euro versichert. Das gilt sowohl für Privat- als auch Geschäftskunden. Nur Geschäftskunden können eine Höherversicherung mit DPD vereinbaren. Dies ist bis 13.000 Euro möglich.

Hermes
Die Haftung bei Hermes richtet sich nach der Versandart: Für Päckchen beträgt die Haftung bei Verlust max. 50 Euro. Für Hermes-Pakete beträgt die Summe 500 Euro und für Reisegepäck (Koffertransport) 1000 Euro. Eine Höherversicherung ist bei Hermes nicht möglich.

GLS
Die Haftung für GLS-Standardpakete beträgt 750 Euro. Für Privatkunden besteht keine Möglichkeit zur Höherversicherung. Geschäftskunden, die regelmäßig mit GLS verschicken, können den Service "AddOnInsurance" buchen und ihre Pakete bis max. 3500 Euro absichern. Eigenen Angaben zufolge liegt die Schadens- und Verlustquote der GLS Gruppe "seit Jahren konstant niedrig bei 0,02 Prozent" (Quelle).

Bitte beachten Sie, dass Paketdienste im Verlustfall manchmal den Wert des Paketinhalts anzweifeln bzw. herabsetzen wollen. Sie müssen deshalb mit Belegen (Kaufquittung) den Wert nachweisen können – ansonsten wird geschätzt. Außerdem erstatten die Paketdienste häufig nur den Zeitwert. Haben Sie z.B. ein ehemals teures iPhone 4 bei eBay verkauft, und es geht beim Transport verloren, wird Ihnen nicht der Neupreis von der Kaufquittung aus 2010 erstattet, sondern nur der momentane Zeitwert. Der Zeitwert bezeichnet den aktuellen Tagespreis einer Ware; darin berücksichtigt ist der Wertverfall (wie beim Gebrauchtwagenkauf).

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Abschließender Hinweis

Alle Angaben in diesem Ratgeber wurden im Juni 2015 recherchiert, dennoch kann die Paketda-Redaktion für die Richtigkeit keine Gewähr übernehmen. Bitte informieren Sie sich vor dem Versand auf der Internetseite des Brief- bzw. Paketdienstes über die aktuell gültigen Konditionen.