DHL wird strenger bei Unverpacktem und Kunststoffen / DHL optimiert Cashflow / Dialogpost neu geregelt

Neue DHL-AGB 2020: Transportverbot für Unverpacktes und Thermoboxen?

Aktuell befördert DHL unverpackte Dinge aufpreispflichtig als Sperrgut. Ab 1. Januar 2020 wird der entsprechende Passus in den DHL-Versandbedingungen jedoch wesentlich verändert. Bislang heißt es dort in Punkt 3.1:

"Alle Sendungen müssen nach Inhalt, Art der Versendung und Umfang sicher verpackt sein. Gegenstände, die sich ohne Verpackung sicher befördern lassen (z.B. unempfindliche Werkstoffteile, Fahrradreifen), können unverpackt versandt werden. Für diese Pakete ist ggf. der Service "Sperrgut" zu nutzen. [...]"

Ab 2020 werden unverpackte Sendungen ausgeschlossen. Wörtlich heißt es dann in 3.1 der Versandbedingungen:

"Alle Sendungen müssen nach Inhalt, Art der Versendung und Umfang sicher und vollständig verpackt sein. Unverpackte und unförmige Sendungen, sowie nicht formstabile Verpackungen sowie Gegenstände, die nach ihrer äußeren Beschaffenheit als nicht sicher verpackt gelten, sind vom Transport ausgeschlossen."

Die Formulierung "unverpackte und unförmige Sendungen" lässt etwas Interpretationsspielraum zu. Möglicherweise gilt das Transportverbot nur für unverpackte Sendungen, die gleichzeitig unförmig sind.

Ebenfalls ungenau ist die Vorgabe, dass "bei bestimmten Kunststoffen /Folien" ein Paket als Sperrgut verschickt werden muss. Das steht ab 2020 in Punkt 3.2.5 der Versandbedingungen. Für Kunden ist jedoch unklar, welche bestimmten Kunststoffe oder Folien gemeint sind. Denkbar ist beispielsweise, dass Thermo-Kühlboxen aus Styropor (=Kunststoff) vom Transport ausgeschlossen werden.

Quelle: www.dhl.de/agb2020



DHL lässt Geschäftskunden häufiger zahlen

Bei der Paketda-Redaktion meldete sich ein DHL-Geschäftskunde, der neuerdings alle 10 Tage eine Abrechnung für verschickte Pakete erhält. Andere Paketdienste würden nur einmal monatlich eine Rechnung ausstellen. Durch die Neuregelung steige der Buchhaltungsaufwand für DHL-Rechnungen stark an.

Bei sellerforum.de, einem Forum für Onlinehändler, wird die Verkürzung des Abrechnungszyklus von anderen DHL-Geschäftskunden bestätigt (aber nicht von allen).

Die Maßnahme dient angeblich der "Cashflow-Optimierung". Diese Information will der der Paketda-Redaktion bekannte Geschäftskunde vom DHL-Vertrieb erhalten haben. Eine andere Begründung ist auch kaum vorstellbar. Indem DHL 3x im Monat Rechnungen ausstellt, fließen die Zahlungen schneller und gleichmäßiger als bei einer Rechnungsstellung 1x im Monat.



Dialogpost wird eingeschränkt: Private Briefdienste dürfte es freuen

Zum 1. Januar 2020 muss die Deutsche Post ihre günstigste Versandart verändern. Dialogpost-Briefe, die bislang 28 Cent netto kosten, verteuern sich auf 30 Cent netto und deren Inhalt wird auf werbliche Inhalte beschränkt.

Zuvor gab es eine jahrelange Auseinandersetzung zwischen der Deutschen Post und der Bundesnetzagentur. Die Post war der Meinung, auch nicht-werbliche Briefe wie beispielsweise Rechnungen, Bestellbestätigungen oder Wahlbenachrichtigungen seien als preiswerte Dialogpost möglich. Die Bundesnetzagentur wollte das verbieten und klagte vor dem Verwaltungsgericht Köln - noch zu Zeiten von Jürgen Gerdes.

Das Gericht urteilte zunächst zugunsten der Bundesnetzagentur, dagegen legte die Post Beschwerde ein, die jedoch Ende Juli 2019 wieder zurückgezogen wurde. Infolgedessen darf ab 1.1.2020 als Dialogpost nur noch Werbung verschickt werden (z.B. auch Gratisproben, Spendenaufrufe oder Kundenmagazine).

Das bedeutet im Umkehrschluss: Viele Briefe mit nicht-werblichem Inhalt müssen Firmenkunden ab 2020 als Standardbrief verschicken. Das geht ins Geld, weil Standardbriefe etwa doppelt so teuer sind wie Dialogpost-Briefe. Viele Firmenkunden könnten sich deshalb nach alternativen Versandmöglichkeiten umsehen und z.B. auf private Briefdienste umsteigen - oder auf E-Mails.

Quellen: deutschepost.de/dialogpost2020 | bundesverband-briefdienste.de


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