Stellenanzeige aufgetaucht: Paket-Ermittlungsstelle sucht Mitarbeiter

Foto der DHL-Ermittlungsstelle in Wuppertal
Pakete, die beim Empfänger und beim Absender unzustellbar sind, werden früher oder später in der DHL-Ermittlungsstelle in Wuppertal bearbeitet.

Ein Düsseldorfer Personaldienstleister ist zurzeit auf der Suche nach neuen Mitarbeiter/innen für die Paketermittlung. Die Jobbezeichnung lautet "Lagerhelfer/Datenerfasser". Unter www.jobboerse-direkt.de wurde eine entsprechende Stellenanzeige veröffentlicht.

Aus der Aufgabenbeschreibung:

Sie sind zuständig für verloren gegangene Pakete und versuchen, den Empfänger ausfindig zu machen. Sie senden die Pakete nach Ermittlung der Adresse an den Empfänger aus. Bei Nichtermittlung öffnen Sie das Paket, dokumentieren den Inhalt und lagern das Paket ein.

Bewerber sollen über sehr gute Deutschkenntnisse verfügen und ein "einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis" vorweisen können. Es wird in zwei Schichten gearbeitet, und zwar von 6 bis 14 Uhr oder von 14 bis 22 Uhr. Daraus kann man schlussfolgern, dass es in der Paketermittlung so viel zu tun gibt, dass ein 8-Stunden-Arbeitstag nicht ausreicht, um sämtliche Pakete zu bearbeiten. Oder die Paketermittlung bereitet sich personell schon aufs Weihnachtsgeschäft vor und den damit verbundenen Mengenanstieg.



Patti Lyle Collins: Sie war die wohl weltbeste Briefermittlerin

Im Jahr 1879 hatte Patti Lyle Collins ihren ersten Arbeitstag beim U.S. Post Office; der amerikanischen Post. Weil sie 6 Fremdsprachen beherrschte, wurde sie im "Dead Letter Office" eingesetzt. Dort landeten unzustellbare Briefe.

Schnell stellte sich heraus, dass Mrs. Collins ein großes Talent für die Tätigkeit in der Ermittlungsstelle besaß. Oder besser gesagt: ein großes Gedächtnis! Sie konnte sich nämlich alle Postfilialen in den USA merken, außerdem alle wichtigen Straßennamen, Firmennamen und Behördenadressen von großen Städten.

Es heißt, dass Collins manchmal nur anhand der Handschrift erkannte, in welcher Sprache ein Brief adressiert war. Kollegen beschrieben sie als Genie, Rätsel-Expertin und "nicht weniger als eine Zauberin".

1889 veröffentlichte Patti Lyle Collins in einem Magazin einen Artikel über ihre Arbeit. Darin erwähnte sie einige besonders knifflige Fälle:

  • Zur Adresse 3133 East Maryland Street fehlte der Ortsname. Collins schlussfolgerte, dass es Indianapolis sein musste, weil es in allen anderen Städten keine Maryland Street mit so hohen Hausnummern gab.
  • Einige Postkunden schrieben Ortsnamen nach ihrem Klang. Beispielsweise Tossy Tanner anstatt Corsicana. Für Chicago waren Collins diese phonetischen Schreibweisen untergekommen: Sheshajo, Jercago, Chahicho, Zizazo, Jaijo und Shyshigo.
  • Einen Brief an Agt. 49 Leon Gty adressierte Mrs. Collins korrekt um nach "Box 49, León, Guanajuato, Mexico"

Besonders stolz war sie, folgendes Adressrätsel gelöst zu haben:

Wood,
John,
Mass

Die korrekte Anschrift lautete John Underwood, Andover, Massachusetts. Und so kam Collins darauf: "John" under "Wood" and over "Mass".

Bei solchen Leistungen war es kein Wunder, dass Collins sehr gut bezahlt wurde. Dadurch konnte sie es sich leisten, Kindern zu Weihnachten kleine Geschenkpakete zu senden. Sie wählte jedes Jahr einige Briefe aus, die an den Weihnachtsmann adressiert waren und als unzustellbar im Dead Letter Office landeten.

Patti Lyle Collins übergab an den Weihnachtsmann gerichtete Briefe außerdem an karitative Einrichtungen und ähnliche Hilfseinrichtungen. Erst 1912 führte der Chef der amerikanischen Post die Regelung ein, dass Briefe an Santa Claus offiziell erlaubt sind und sie von Angestellten aller Postämter beantwortet werden dürfen.

Patti Lyle Collins starb am 23.12.1913, als sie eine Straße überqueren wollte und überfahren wurde.

Quellen: faithfulreaders.com | mentalfloss.com | postalmuseum.si.edu | books.google.de | about.usps.com


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