Paket in Packstation eingelegt, dann verschwunden

Eine Packstation von DHL

Sie haben ein Paket per DHL-Packstation verschickt, das nicht beim Empfänger ankam? Oder Sie erwarten ein Paket, das der Absender (angeblich) via Packstation verschickt hat? Dann finden Sie in diesem Ratgeber mögliche Ursachen und Handlungsempfehlungen.


Inhaltsverzeichnis

  1. Technischer Fehler der Packstation
  2. Betrug mit Packstationen
  3. Indizien, die gegen Betrug sprechen
  4. Was tun, wenn Betrugsverdacht weiterhin besteht?


Technischer Fehler der Packstation

Im Paketda-Forum schilderte ein/e Nutzer/in folgendes Erlebnis:

»Ich wollte ein Paket per DHL versenden und habe es in die Paketstation eingelegt. Am nächsten Tag stellte ich dann fest, das in der Sendungsverfolgung steht, es wurde ein leeres Fach vorgefunden. Ich hatte das Paket aber eingelegt, das Fach geschlossen und dies auch bestätigt.

Deshalb startete ich einen Nachforschungsauftrag bei DHL, der nach kurzer Zeit eingestellt wurde mit folgender Mitteilung: "Guten Tag, vielen Dank für Ihre Nachricht. Gerne haben wir für Sie recherchiert und festgestellt, dass Ihre Sendung nicht in der Packstation hinterlegt war und somit auch nicht an uns übergeben werden konnte. In unseren Systemen konnten wir leider auch keine weiteren Informationen zu Ihrer Sendung finden. Aus diesem Grund müssen wir einen eventuell gestellten Haftungsanspruch ablehnen."

Es kann doch nicht sein, dass das Paket in der Station liegt und da nicht versichert ist. Was kann ich tun, damit DHL den Schaden ersetzt?«

Für Absender ist das eine sehr schwierige Situation. Prüfen Sie, ob die Packstation videoüberwacht ist. Falls ja, erstatten Sie Anzeige bei der Polizei, damit die Videoaufnahmen gesichert werden. Auf den Aufnahmen ist vielleicht zu sehen, wie bzw. von wem das Paket aus der Packstation entnommen wurde.

Weil solche Fälle regelmäßig im Paketda-Forum gemeldet werden, könnte die Ursache ein technische Fehler sein. Möglicherweise wurde das Packstation-Fach im System nicht als "belegt" gespeichert. Vielleicht hat sich das Fach für einen nachfolgenden Kunden erneut geöffnet, der ebenfalls ein Paket zum Verschicken einlegen wollte. Dieser nachfolgende Kunde hätte das bereits vorhandene Paket klauen können.

Denkbar ist auch ein Bedienfehler durch den Absender im Zusammenhang mit der Taste "Fach zu klein". Legt der Absender das Paket ein und drückt irrtümlich nicht auf "Sendung eingelegt", sondern auf "Fach zu klein", muss das Fach leer geschlossen werden. Anschließend wird ein anderes, größeres Fach geöffnet. Manche Nutzer kommen durcheinander, lassen das Paket im ersten Fach und schließen die Klappe. Das System denkt nun, das erste (zu kleine) Fach sei eigentlich leer und das Paket liege im zweiten, größeren Fach. In Wahrheit ist das zweite Fach jedoch leer. Und das erste Fach mit dem Paket ist für nachfolgende Kunden zugänglich.

► Um DHL für das verschwundene Paket haftbar zu machen, brauchen Kunden entweder handfeste Beweise (z.B. Videoaufnahmen der Packstation), oder man versucht es über die Verbraucher-Schlichtungsstelle der Bundesnetzagentur. Dort wird der Fall von einem neutralen Schlichter beurteilt. Letztendlich steht wohl die Aussage des Kunden gegen die Aussage von DHL.

Eine andere Möglichkeit ist, mit dem Fall an die Medien zu gehen, um öffentlichen Druck auf DHL auszuüben. So kommt DHL vielleicht unter moralischen Zugzwang und zahlt Schadenersatz aus Kulanz. Mehr Infos in diesem Ratgeber.

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Betrug mit Packstationen

Betrüger nutzen DHL-Packstationen manchmal für krumme Geschäfte. Sie nutzen aus, dass man dort Einlieferungsbelege für Pakete erzeugen kann, ohne das Paket tatsächlich in ein Fach eingelegt zu haben.

Die Masche funktioniert so: Ein Kunde kauft über eBay oder eBay Kleinanzeigen ein Produkt und bezahlt es im Voraus. Der Absender verschickt das Paket mit DHL, er gibt es jedoch nicht in einer Filiale / Paketshop ab. Stattdessen nutzt der Absender eine DHL-Packstation und legt das Paket dort (angeblich!) hinein. Der Absender erhält einen Einlieferungsbeleg und kann somit dem Käufer und im Zweifelsfall sogar eBay den Versand nachweisen.

► Wie kann der Betrüger vortäuschen, ein Paket mittels Packstation verschickt zu haben?
Das gelingt ihm, indem er den Strichcode eines beliebigen Pakets an der Packstation einscannt. Daraufhin öffnet sich ein Fach der Packstation. Darin würden normale Menschen nun das Paket hinterlegen und die Klappe des Fachs schließen. Der Betrüger hingegen schließt die Klappe des Fachs, ohne ein Paket hineingelegt zu haben. Die Packstation hat keinen Prüfmechanismus, um dies zu erkennen. Nachdem das Fach geschlossen wurde, erhält der Absender einen Einlieferungsbeleg, und in der DHL-Sendungsverfolgung wird angezeigt, dass die Sendung in die Packstation eingelegt wurde.

In der Regel kommt am nächsten Tag ein DHL-Zusteller an der Packstation vorbei, um alle eingelegten Pakete zu entnehmen. Die Packstation öffnet dem Zusteller all jene Fächer, in die angeblich Pakete hineingelegt wurden. In diesem Moment erscheint in der Sendungsverfolgung der Status "Die Sendung wurde zum Weitertransport aus der Packstation entnommen".

Befindet sich in der Packstation kein Paket, bucht der DHL-Abholfahrer normalerweise diesen Status ein: Es wurde ein leeres Fach vorgefunden.

Dadurch ist der Empfänger gewarnt, kann aber nicht 100% sicher sein, ob der Absender wirklich betrügerisch handeln. Der Absender könnte diese Statusmeldung mit einer Fehlfunktion der Packstation begründen.

Praxisbeispiel aus der DHL-Sendungsverfolgung

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Indizien, die gegen Betrug sprechen

Wie bereits erläutert, werden Pakete nach der Entnahme aus der Packstation zum DHL-Paketzentrum weitertransportiert. Meistens treffen die Pakete dort am Abend des gleichen Tages ein. Am Samstag abgeschickte Pakete brauchen manchmal länger und treffen evtl. erst dienstags im Paketzentrum ein.

► Im Tracking muss spätestens nach 3 Tagen der Status "Die Sendung wird für den Weitertransport in die Region des Empfängers vorbereitet" erscheinen.

► Einige Paketzusteller scannen Pakete sofort nach dem Entnehmen aus der Packstation manuell ein. Dann erscheint im Tracking der Status "Die Sendung wurde abgeholt."

Sobald eine der vorgenannten Statusmeldungen im Tracking erscheint, ist der Betrugsverdacht ausgeräumt. Die Statusmeldungen bedeuten nämlich, dass der Karton physisch bei DHL bearbeitet wurde. Es handelt sich dann um keinen vorgetäuschten Paketversand.

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Was tun, wenn Betrugsverdacht weiterhin besteht?

Ändert sich der Sendungsstatus drei Tage lang nicht, sollten Sie als Empfänger auf den Absender Druck ausüben. Drängen Sie den Absender darauf, dass er bei DHL einen Nachforschungsauftrag stellt. Das können Sie auch selbst übernehmen, sofern Ihnen der Absender den Einlieferungsbeleg fürs Paket schickt.

Versuchen Sie außerdem, die Identität des Absenders zu googeln. Gibt es keinerlei Einträge bei Facebook, im Telefonbuch, etc., kann das verdächtig sein und für eine erfundene Identität sprechen.

Hat Ihnen der Absender gescannte Ausweispapiere geschickt, um Vertrauen aufzubauen, so könnte es sich um gefälschte Papiere handeln. Sofern die im Ausweis genannte Person mit Google auffindbar ist, schreiben Sie sie über Facebook an oder rufen die im Telefonbuch genannte Nummer an. Fragen Sie nach, ob die Person echt ist bzw. ob sie Opfer eines Identitätsdiebstahls wurde.

In letzter Konsequenz können Sie auch Anzeige bei der Polizei erstatten. Die Polizei kann im Rahmen ihrer Ermittlungen die Identität des Verkäufers prüfen und außerdem DHL kontaktieren, um eventuell Details zum Verbleib des Pakets herauszufinden.

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