Zoll bei UPS-Paketen

Inhaltsverzeichnis

  1. Kontakt zur UPS-Zollabteilung
  2. Zollkosten bei UPS-Paketen
  3. Wie kann ich den Zoll bei UPS bezahlen?
  4. Kann man sich gegen die UPS-Gebühren wehren?
  5. Mit UPS ins Ausland versenden: Welche Zollvorschriften gelten?
  6. Beachten Sie Einfuhrverbote
  7. Zoll-Freigrenzen
  8. Ihre Fragen zum Thema


Kontakt zur UPS-Zollabteilung

Erwarten Sie ein UPS-Paket aus einem Land außerhalb der EU, das seit mehr als 3 Tagen in der Zollabfertigung festhängt? Dann rufen Sie bitte zuerst bei UPS an und erkundigen sich, ob Dokumente zur Zollabfertigung fehlen.

Wird das bejaht, senden Sie eine Rechnung des Verkäufers sowie einen Zahlungsnachweis (Screenshot von Paypal, Banküberweisung oder Kreditkartenabrechnung) an importde@ups.com.

Nennen Sie in der E-Mail die UPS-Sendungsnummer, die Absender- und Empfängeradresse sowie Ihre Telefonnummer für Rückfragen. Die Verkäuferrechnung benötigt UPS, um Art und Wert des bestellten Produkts festzustellen und daraufhin die Einfuhrabgaben (Zoll) zu berechnen.

Haben Sie ein UPS-Paket von Deutschland ins Nicht-EU-Ausland geschickt, und der Weitertransport wurde wegen fehlender Dokumente gestoppt? Dann befragen Sie die UPS-Hotline nach den fehlenden Dokumenten (z.B. Handelsrechnung) und senden diese per E-Mail an exportde@ups.com.

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Zollkosten bei UPS-Paketen

UPS berechnet dem Empfänger einer Sendung von außerhalb der EU die folgenden Kosten:

Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von meistens 19%. Einige Produkte wie z.B. Bücher haben einen Steuersatz von 7%. Die Berechnung ist wie bei der deutschen Mehrwertsteuer.

Ab 150 Euro Wert kann zusätzlich Zoll berechnet werden. Die Höhe des Zolls ist abhängig vom importierten Produkt. Einige Produkte sind zollpflichtig, andere hingegen nicht. Wir empfehlen Ihnen den Paketda-Zollrechner, um Steuern und Zoll abzuschätzen. Alternativ können Sie den Abgabenrechner auf zoll.de nutzen.

Einfuhrumsatzsteuer und Zoll sind staatliche Abgaben, die UPS sozusagen im Auftrag des Zolls vom Empfänger kassiert und dann an die Staatskasse weiterleitet. Die Höhe von Steuern und Zoll werden nicht von UPS festgelegt.

UPS Abfertigungsgebühr + Vorlageprovision

Zusätzlich zu den staatlichen Abgaben verlangt UPS vom Empfänger Gebühren für die Durchführung der Zollabfertigung. In der UPS-Preisliste 7/2021 heißt es auf Seite 50, dass UPS "eine Gebühr für jede Importsendung, die den Zollbestimmungen unterliegt" erhebt. Die Gebühr beträgt laut Preisliste 6,20 Euro.

Diese Gebühr beinhaltet die Abfertigung eines Pakets mit maximal 5 unterschiedlichen Produkten ("zu tarifierende Positionen"). Ab dem 6. Produkt berechnet UPS 9,50 Euro "pro zusätzlich tarifierte Position".

► In der Praxis ist der Paketda-Redaktion die UPS-Gebühr in Höhe von 6,20 Euro noch nicht begegnet.

Dafür gibt es jedoch eine andere Gebühr, die UPS garantiert berechnet. Und zwar die sogenannte Vorlageprovision (vgl. Seite 51 der UPS-Preisliste).

  • Wenn der Warenwert inkl. Versandkosten 22 Euro nicht übersteigt, berechnet UPS eine Vorlageprovision in Höhe von 6 Euro zzgl. MwSt (=7,14 Euro).
  • Bei Importen über 22 Euro werden 2,5% vom Warenwert fällig mindestens aber 12,50 Euro zzgl. MwSt. (=14,88 Euro)

Hintergrund: Bevor UPS vom Paketempfänger Steuern + Zölle kassiert, hat UPS das Geld bereits vorgestreckt an die Staatskasse gezahlt. Dafür wird die Vorlageprovision fällig.

► Beispiel 1: Sie importieren ein Paket mit einem Gesamtwert von 200 Euro. Davon 2,5% sind 5 Euro. Das liegt unterhalb der Mindestgebühr, deshalb wird UPS die 12,50 Euro (inkl. 19% MwSt. 14,88 Euro) berechnen.

► Beispiel 2: Sie importieren ein Paket mit einem Gesamtwert von 800 Euro. Davon 2,5% sind 20 Euro. Das liegt über der Mindestgebühr, deshalb stellt UPS 20 Euro in Rechnung (inkl. 19% MwSt. 23,80 Euro).

Privatkunden können die UPS-Gebühren nicht vermeiden. Firmenkunden, die ein Zollaufschubkonto haben (Infos unter zoll.de), können dies evtl. bei der UPS-Zollabfertigung hinterlegen.

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Wie kann ich den Zoll bei UPS bezahlen?

Behalten Sie die UPS-Sendungsverfolgung im Auge. Sobald die Zollabfertigung beendet ist, erscheint dort ein Link, um die Importkosten online zu bezahlen. Die Zahlung ist beispielsweise möglich mit PayPal, Kreditkarte, Lastschrift. Der zugehörige Sendungsstatus lautet: Für diese Sendung stehen ICOD-Gebühren (Import-COD) aus.

Zoll bei UPS online bezahlen
Falls Sie keine Onlinezahlung durchführen, wird der UPS-Zusteller das Geld bei der Lieferung in bar kassieren – also wie bei einem Nachnahmepaket. Halten Sie das Geld möglichst passend bereit, weil Zusteller erfahrungsgemäß kaum Wechselgeld dabei haben.

Screenshot: UPS Zoll bezahlen

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Kann man sich gegen die UPS-Gebühren wehren?

Einige Kunden sind überrascht bzw. verärgert, weil UPS eine Vorlageprovision bzw. Einfuhrgebühr zur Zollabfertigung verlangt.

In Kanada gab es 2007 sogar mal eine Sammelklage von UPS-Paketempfängern, weil UPS auf die Gebühren nicht stark genug hingewiesen hat. Erst 2018 wurde das Verfahren im Rahmen eines Vergleichs beigelegt. UPS hat damals $6.800.000 (ca. 4,5 Mio. Euro) gezahlt und versprochen, Kunden deutlicher auf die Gebühren hinzuweisen. Quelle: siskinds.com.

Ein Paketda-Nutzer hat uns geschildert, dass er sich angeblich erfolgreich gegen die UPS-Zollabfertigungsgebühr gewehrt hat mit dem Argument, er habe UPS keinen Auftrag zur Zollabfertigung erteilt. UPS habe die Sendung einfach abgefertigt, obwohl der Empfänger das nicht wünschte. Dem Nutzer zufolge soll UPS unberechtigt von einer „Geschäftsführung ohne Auftrag“ ausgegangen sein. Gemäß § 684 BGB muss die dadurch erlangte Bereicherung (hier: Gebühren) wieder herausgegeben (erstattet) werden.

Wenn Sie vorhaben, auf diese Weise gegen UPS vorzugehen, lassen Sie sich vorher rechtlich beraten. Paketda kann nicht dafür bürgen, dass die Schilderungen des Nutzers der Wahrheit entsprechen und er auf diese Weise wirklich die UPS-Gebühren erstattet bekam. Sollte es Ihnen gelingen, freuen wir uns über eine Rückmeldung an info@paketda.de – herzlichen Dank.

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Mit UPS ins Ausland versenden: Welche Zollvorschriften gelten?

Zuerst ist wichtig zu wissen, dass UPS (und alle anderen privaten Paketdienste wie FedEx und DHL Express) nicht die Zollinhaltserklärungen CN22 und CN23 akzeptieren, die von den staatlichen Postgesellschaften verwendet werde. Die Formulare CN22 und CN23 gelten nur für den Postverkehr von Deutsche Post und DHL Standard mit anderen Ländern.

UPS benötigt vom Absender stattdessen ...

  • ... für Geschenkpakete eine Proforma-Handelsrechnung.
  • ... für Pakete mit Verkaufswaren eine Handelsrechnung.

Aus der Rechnung muss der Warenwert hervorgehen, so damit die Ware im Land des Empfängers verzollt werden kann. Die Anforderungen an eine Handelsrechnung bzw. Proforma-Handelsrechnung sowie Mustervordrucke finden Sie in diesem Ratgeber bei Paketda.

Die offizielle UPS-Ratgeberseite zu diesem Thema finden Sie hier auf ups.com/de.

Vergessen Sie nicht, die Handelsrechnung zu unterschreiben und sie in dreifacher Ausfertigung außen am Paket anzubringen. Verwenden Sie dazu eine durchsichtige Klebetasche (auch Lieferscheintasche genannt, erhältlich z.B. bei eBay oder direkt bei UPS).

UPS-Paket mit Handelsrechnung

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Beachten Sie Einfuhrverbote

Wenn Sie unsicher sind, ob ein bestimmtes Produkt in ein Land importiert werden darf, können Sie die länderbezogenen Vorschriften auf dieser Website abfragen: www.ups.com/ga/CountryRegs

Dort wählen Sie das entsprechende Zielland aus und anschließend folgende Optionen:

  • Items Classified as Documents = Welche Dinge sind als zollfreie Dokumentensendung erlaubt?
  • Prohibited or Restricted Commodities = Welche Dinge dürfen nicht importiert werden?
  • Invoice Requirements = Anforderungen an die Handelsrechnung
  • Clearance Information = Infos zur Zollabfertigung
  • Gift Exemptions = Freigrenze für Geschenkpakete

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Zoll-Freigrenzen

Informationen über die Freigrenzen für Geschenkpakete erhalten Sie auf www.ups.com/ga/CountryRegs.

Auf der Website wählen Sie im Feld "Destination Country or Territory" bitte das passende Zielland aus. Das Absenderland Deutschland ist bereits ausgewählt, ebenso die Option "Gift Exemptions". Klicken Sie anschließend auf den Button "Show Regulations".

► Anschließend erscheint die Zollfreigrenze für Geschenkpakete oder der Hinweis "no gift exemption". Letzteres bedeutet, dass es leider keine Freigrenze gibt.

► Wird ein Freibetrag angezeigt, sollten Sie ihn zum besseren Verständnis in Euro umwandeln. Tippen Sie bei Google z.B. "40 USD in Euro" ein, um die tagesaktuelle Umrechnung in Euro zu erfahren. Nun wissen Sie, wie wertvoll das Paket sein darf, damit der Empfänger die Sendung zollfrei erhält.

Die Freigrenzen für Geschenkpakete gelten nur für Privatpersonen. Sobald Absender oder Empfänger eine Firma sind, wird der Zoll die Freigrenze nicht anwenden.

Gleiches gilt, wenn das Paket verkaufte Waren enthält, beispielsweise aus einer eBay-Auktion. Für Pakete mit Handelswaren gilt entweder ein niedrigerer Freibetrag oder gar keiner. Bitten Sie den Empfänger, sich nach den Freibeträgen zu erkundigen - denn er muss den Zoll ja letztendlich bezahlen. Die beste Anlaufstelle ist die Website der Zollbehörde im Zielland.

Die oben verlinkte UPS-Website ermöglicht ebenfalls Auskünfte über Zollfreibeträge. Klicken Sie dafür auf die Option "Value Limits". Anschließend erscheinen sogenannte "Deminimis Values". Unterhalb dieser Schwellenwerte wird i.d.R. kein Zoll berechnet, aber trotzdem Einfuhrumsatzsteuer. Deshalb ermöglicht die UPS-Auskunft keine hohe Genauigkeit, mit welchen Kosten der Empfänger rechnen muss.

Zollfreibeträge bei UPS ermitteln

Hinweis für Geschenkpakete: Bitte erstellen Sie eine sog. Pro-forma-Handelsrechnung. Aus der Rechnung müssen alle Inhalte des Pakets sowie deren Wert hervorgehen. Es ist leider unvermeidbar, dass dem Empfänger so bekannt wird, wie wertvoll die übersandten Geschenke sind.


Tipp

Als Absender eines UPS-Pakets mit Ziel außerhalb der EU sollten Sie den Empfänger darüber informieren, dass UPS Gebühren für die Zollabfertigung berechnet. Es ist Ihnen als Absender nicht möglich, die Höhe dieser Gebühren genau zu beziffern. Danach muss sich der Empfänger bei der UPS-Niederlassung in seinem Land erkundigen.

Durch den Gebührenhinweis an den Empfänger vermeiden Sie die Situation, dass der Empfänger von den UPS-Gebühren überrascht wird, im Affekt die Annahme verweigert und das Paket an Sie zurückgeschickt wird. UPS berechnet dafür in der Regel zusätzliches Rücksendeporto.

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