Ratgeber zum Postfach einrichten bei der Deutschen Post

Postfachanlage


Inhaltsverzeichnis

  1. So funktioniert ein Postfach
  2. 22,90 Euro: So teuer ist die Miete für ein Postfach pro Jahr
  3. Tipps und Tricks zum Postfach
  4. Können private Briefdienste an Postfächer liefern?
  5. Alternative: Post-Scanservice mit virtuellem Postfach
  6. Was hat es mit Postfächern in Niederaula auf sich?

► Ein Postfach kann nur online beantragt werden, und zwar unter shop.deutschepost.de



So funktioniert ein Postfach

Postfach-Anlagen sind meistens in größeren Filialen der Deutschen Post eingerichtet. Die Postfächer sind entweder rund um die Uhr zugäglich oder nur innerhalb der Filial-Öffnungszeiten.

Postfach-Anlagen in Ihrer Nähe sowie deren Zugangszeiten finden Sie hier auf deutschepost.de. Setzen Sie dort folgenden Filter: Standorttypen > Post- und Paketkunden > Postfachanlage.

Gut zu wissen: Manchmal sind Sendungen so groß, dass sie nicht ins Postfach hineinpassen. Oder es ist eine persönliche Übergabe notwendig (z.B. bei Einschreiben, Wertbriefen). Solche Sendungen müssen innerhalb der Filialöffnungszeiten am Schalter abgeholt werden. Dem Postfach-Inhaber wird eine Infokarte ins Postfach gelegt, sofern zusätzliche Sendungen am Schalter abholbereit sind.

Beachten Sie, dass an Ihre Hausanschrift adressierte Post künftig ebenfalls an das Postfach zugestellt wird. Eigentlich verspricht die Deutsche Post, dass sämtliche zur Hausanschrift adressierte Post ans Postfach umgeleitet wird. Aber die Praxis zeigt, dass es nicht immer funktioniert und einige Briefe trotzdem an der Hausanschrift zugestellt werden.

Bis Ende 2021 führt die Deutsche Post den neuen Service "Postfach Select" ein. Damit soll es Postfach-Inhabern ermöglicht werden, weiterhin Post an der Hausanschrift zu empfangen. Mehr Infos in diesem Artikel.

► Es ist keine Mindestanzahl an Briefen notwendig, um ein Postfach einzurichten.

Die Paketda-Redaktion rät: Schauen Sie mindestens 1x täglich in Ihrem Postfach nach, ob Sie neue Post erhalten haben. So, wie Sie es bisher vom Leeren des Hausbriefkastens gewohnt sind. Vertraglich verpflichtet Sie die Deutsche Post zur Postfach-Leerung alle 7 Werktage.

Seit 2020 bietet die Deutsche Post einen Benachrichtigungsservice an: Postfach-Inhaber erhalten auf Wunsch eine E-Mail, wenn neue Sendungen ankommen. Mehr dazu hier.

Postfach-Anlage in einer Filiale

Fehlt Ihnen die Zeit, um das Postfach regelmäßig zu leeren? Dann können Sie den kostenpflichtigen Bring- und Abhol-Service der Post beauftragen. Ein Bote bringt Ihnen dann 1x täglich Ihre Postfach-Post vorbei und kommt am Nachmittag erneut vorbei, um Ihre frankierte Post abzuholen und bei der Post einzuliefern.

Postfächer sind diebstahlsicher mit Stahltüren gesichert und nur vom Inhaber oder bevollmächtigten Mitnutzern mit einem entsprechenden Schlüssel zu öffnen. Sie erhalten 2 Schlüssel, die bei der örtlichen Postfiliale abgeholt werden müssen.

Jedes Postfach hat eine Nummer und eine Postleitzahl, die sich von der normalen Hausanschrift-Postleitzahl unterscheidet. An Postfächer gerichtete Briefe werden aufgrund der Postfach-Postleitzahl separat sortiert und meistens frühmorgens zugestellt, lange bevor die Zusteller die gewöhnliche Post an Hausanschriften verteilen.

Postfach-Postleitzahlen können Sie unter www.postdirekt.de/plzserver/ recherchieren (dort den Menüpunkt "Weitere" anklicken).

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Bestätigungsmail der Post über die Bestellung eines Postfachs Bestätigungsmail der Post über die Bestellung eines Postfachs


22,90 Euro: So teuer ist die Miete für ein Postfach pro Jahr

Bis zum Sommer 2016 waren Postfächer sehr günstig, weil sie nur einmalig 15 Euro kosteten und keine laufenden Kosten verursachten. Die Deutsche Post hat das Preismodell inzwischen jedoch geändert. Postfächer kosten pro Jahr 22,90 Euro Miete (Stand 3/2021). Damit sind Postfächer kaum noch für Privatpersonen lohnend sondern eher für Firmen, die regelmäßig viel Post bekommen.

Im jährlichen Preis des Postfachs sind 2 Schlüssel inklusive. Wer mehr Postfach-Schlüssel haben möchte, kann maximal 3 weitere Schlüssel zum Einmalpreis von jeweils 7 Euro nachbestellen. Eine aktuelle Preisliste finden Sie hier auf der Website der Deutschen Post. Dort finden Sie auch ein Onlineformular, um ein Postfach zu beantragen.

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Tipps und Tricks zum Postfach

Erhalten Sie täglich sehr viel Briefpost (z.B. als Firmenkunde), kann es sein, dass nicht alle Sendungen ins Postfach hineinpassen. Ihnen wird dann eine Benachrichtigungskarte ins Postfach gelegt, dass am Schalter weitere Sendungen abholbereit sind.

Wenn Sie allerdings um 7 Uhr morgens Ihr Postfach leeren, hat der Schalter wahrscheinlich noch nicht geöffnet und Sie müssen später erneut wiederkommen. Diese doppelten Wege sparen Sie sich, indem Sie das Postfach erst leeren, wenn auch der Schalter geöffnet hat.

Wichtig zu wissen: Sie können in einem Postfach keine Päckchen und keine Pakete empfangen.

Pakete sind zu sperrig für Postfächer. Sie werden nicht im Netz der Deutschen Post transportiert sondern im separaten Paketnetzwerk von DHL. Das Maximalmaß für Briefe an Postfächer ist der Maxibrief mit 35,3 x 25 x 5cm. Zum Empfang von Paketen eignet sich die Packstation von DHL.

Wenn Sie den Lagerservice der Deutschen Post nutzen (z.B. weil Sie längere Zeit im Urlaub sind), werden einige Poststücke im Postfach gelagert und der andere Teil wird nach Beendigung des Lagerservices an die Hausanschrift geliefert.

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Können private Briefdienste an Postfächer liefern?

Private Briefdienste wie z.B. Stadtbote, Citipost, Postcon oder Pin Mail dürfen auf Wunsch ihre Sendungen auch in Postfachanlagen der Deutschen Post zustellen lassen. Für die Gewährung des Zugangs zu Postfachanlagen erhält die Deutsche Post eine Vergütung von den privaten Briefdiensten.

Eine Untersuchung der Bundesnetzagentur ergab 2015 jedoch, dass viele private Briefdienste die Zugangsmöglichkeit nicht nutzen. Stattdessen übergeben sie Sendungen, die an Postfächer adressiert sind, als gewöhnliche Sendungen der Deutschen Post. Die Bundesnetzagentur schrieb damals:

"Für die Studie wurden mehrere hundert Briefdienstleister zur Zustellung an Postfachadressen der Deutschen Post befragt. Dabei hat sich herausgestellt, dass rund drei Viertel die vom Gesetz eröffnete Möglichkeit nicht oder nicht mehr in Anspruch nehmen. Ein Teil der Briefdienstleister weiß nicht einmal, dass es die Möglichkeit gibt, Sendungen auch an Postfachanlagen der Deutschen Post zuzustellen. Etwa die Hälfte der Nichtnutzer benötigt diesen Zugang nicht, weil diese Beförderer die ihnen übergebenen Briefe nicht selbst zustellen, sondern über andere Briefdienstleister, darunter auch die Deutsche Post, zustellen lassen oder aktuell in der Briefbeförderung nicht tätig sind."

Die zitierte Studie ist seit 2021 leider nicht mehr auf der Website der Bundesnetzagentur zu finden. Link zur ursprünglichen Website hier.

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Alternative: Post-Scanservice mit virtuellem Postfach

Seit einigen Jahren gibt es eine digitale Alternative zum klassischen Postfach. Und zwar eine Art virtuelles Postfach. So funktioniert's: Für eine monatliche Gebühr erhalten Sie bei einem Anbieter Ihrer Wahl eine persönliche Empfangsadresse. Beispielsweise: Max Mustermann, c/o Scanservice, Lindenstr. 12, 12345 Berlin.

Alle Briefe, die dorthin geschickt werden, scannt der Anbieter ein und stellt sie Ihnen als PDF-Download zur Verfügung. Auf Wunsch erhalten Sie die Original-Dokumente anschließend zur Hausanschrift geliefert. Das ist vor allem für nicht-scanfähige Briefe wichtig, die z.B. eine Bankkarte, eine PIN oder eine Warenlieferung beinhalten.

Der Vorteil virtueller Postfach-Anbieter ist, dass Sie gezielt entscheiden können, welche Post dorthin geliefert werden soll. Nur wenn Sie die Adresse jemandem bekannt geben, kann er dorthin Post schicken. Ausnahme: Sie könnten Post, die an Ihre gewöhnliche Hausanschrift adressiert ist, per Nachsendeauftrag an den Scanservice umleiten lassen. Dann wird sämtliche Post ans virtuelle Postfach geschickt und dort digitalisiert.

Liste mit bekannten Anbietern von Scanservices (kein Anspruch auf Vollständigkeit)

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Was hat es mit Postfächern in Niederaula auf sich?

Postfach 2007 in Niederaula

Auf Päckchen aus Asien befindet sich oft eine Absenderadresse aus Niederaula, beispielsweise das Postfach 2007 in 36243 Niederaula. An diese Adresse retourniert die Deutsche Post unzustellbare Asien-Sendungen.

Wenn Sie Ware aus einer China-Bestellung zurückschicken wollen, nutzen Sie keinesfalls die Retourenadressen in Niederaula! Dorthin geschickte Briefe und Päckchen gehen in einem schwarzen Loch verloren. Kontaktieren Sie stattdessen den Verkäufer und erkundigen Sie sich nach der Rücksendeadresse. Die befindet sich häufig in China. Aufgrund des hohen Portos lohnt sich der Rückversand häufig nicht. Lesen Sie dazu mehr in unserem China-Retouren-Ratgeber..

In Niederaula befindent sich eine große Anlage mit Postfächern, die von ausländischen Firmen genutzt werden. In diesen Postfächern landen unzustellbare Sendungen, die ursprünglich im Ausland abgeschickt wurden, in Deutschland nicht zugestellt werden konnten und dann eigentlich ins Ausland zurückgeschickt werden müssten. Aufgrund der Absenderadresse in Niederaula spart sich die Post jedoch den Rücktransport ins Ausland. Weil die Sendungen an eine deutsche Anschrift retourniert werden, sind die Rücksendekosten geringer. Das ist der Grund, warum viele ausländische Firmen ein Postfach in Niederaula haben.

Postfächer in 36272 Niederaula haben einen ziemlich schlechten Ruf, weil sie auch von dubiosen Firmen verwendet werden, die im Ausland nicht greifbar sind. Diese Firmen verschicken an Menschen in Deutschland z.B. Werbebriefe mit unseriösen Gewinnversprechen oder Angebote für ünberteuerte Branchenbucheinträge. Fällt ein Kunde auf den Betrug rein, kann er den Absender nicht haftbar machen, weil nur die anonyme Postfachadresse bekannt ist.

Die Postfächer in Niederaula werden von den ausländischen Firmen zwar regelmäßig geleert, aber Praxiserfahrungen zeigen, dass die Sendungen kaum gelesen geschweige denn bearbeitet werden.

Die offizielle Bezeichnung des Standorts Niederaula ist "Internationales Postzentrum IPZ 2" Es handelt sich um eine Zweigstelle des IPZ 1 in Frankfurt am Main. Dort werden Briefsendungen und Päckchen bearbeitet, die aus dem Ausland nach Deutschland kommen oder Deutschland in Richtung Ausland verlassen. In Niederaula werden hauptsächlich internationale Sendungen mit niedriger Priorität bearbeitet (z.B. Infopost, Werbesendungen, etc.) sowie unzustellbare Rückläufer-Sendungen.

Foto: Internationales Postzentrum Niederaula
Internationales Postzentrum Niederaula

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Haben Sie Fragen oder eigene Erfahrungen zu Postfächern?