Warnung vor gefälschten SMS und E-Mails von Paketdiensten oder Zoll

Aktuelle Warnung vom April 2021: Es sind wieder massenhaft SMS im Umlauf mit gefälschten Paketbenachrichtigungen und Zahlungsaufforderungen vom Zoll. Laut chip.de haben die SMS ihren Ursprung in einem Datenleck bei Facebook.

Falls Sie einen Link in einer SMS angeklickt haben: Es könnte Schadsoftware installiert worden sein, die im Hintergrund teure Telefonkosten verursacht. Prüfen Sie den Kontostand beim Mobilfunkprovider. Lassen Sie Sonderrufnummern sperren.

► iPhones sind gegen die unerwünschte Installation von Schadsoftware geschützt. Auf Android-Handys ist die Gefahr höher. Android hat aber den Vorteil, dass bösartige SMS oft automatisch erkannt und aussortiert werden.

► Falls Sie am PC oder Android-Smartphone einen Link in einer E-Mail angeklickt haben: Lassen Sie einen Virenscanner laufen. Haben Sie eine Zahlung durchgeführt, informieren Sie Ihren Kreditkartenanbieter.

Betrügerische E-Mails und SMS sind oft in schlechtem Deutsch verfasst. Der Text lautet zum Beispiel: "Ihr Paket wurde geliefert. Bitte überprüfen und rechtzeitig akzeptieren." In einer Pressemeldung des Zolls heißt es:

In diesen E-Mails werden die Empfänger aufgefordert, den darin angegebenen Link zu nutzen. Außerdem erhielten einige Bürgerinnen und Bürger angebliche Steuerbescheide mit Zahlungsaufforderungen vom Zoll, die mittels SMS oder Messaging-Programme zugesandt wurden. Ein Sprecher des Hauptzollamts Erfurt warnt vor derartigen Benachrichtigungen, die nicht vom Zoll sind. Benachrichtigungen zur Abholung einer Postsendung werden nicht vom Zoll, sondern ausschließlich vom Paketdienstleister (in der Regel die Deutsche Post AG) per Post verschickt.

Beispiel: Spam-Mail mit Fake-Sendungsnummer 650000840689 und Vermerk "Adresse fehlt"

Die Paketda-Redaktion empfiehlt: Sofern Sie eine verdächtige E-Mail erhalten, prüfen Sie zunächst die Richtigkeit der darin genannten Sendungsnummer.

Sie erhalten niemals eine Zahlungsaufforderung oder Paketankündigung ohne Sendungsnummer. Gleichen Sie die verdächtige Sendungsnummer mit der "echten Sendungsnummer" des Verkäufers ab. Die echte Sendungsnummer finden Sie in der Versandbestätigung, die Sie vom Onlineshop per E-Mail erhalten haben.

Eine weitere Möglichkeit ist, die Sendungsnummer aus der verdächtigen E-Mail herauszukopieren und auf der Original-Website des Paketdienstes einzufügen. Erhalten Sie z.B. eine DHL-Paketankündigung oder eine Zahlungsaufforderung für ein DHL-Paket, so fügen Sie die Sendungsnummer auf www.dhl.de ein oder in die DHL-App. Wenn die Nummer dort als ungültig abgewiesen wird, ist es kein echtes DHL-Paket.

Beispiel für eine Fake-E-Mail mit gefälschter Sendungsnummer von DHL Express:



Warnung vor SMS mit Link auf duckdns.org

Im Januar 2021 erhielten Nutzer massenweise SMS mit folgendem Text: "Ihr Paket wurde verschickt. Bitte überprüfen und akzeptieren Sie es. http:// asdxjagok. duckdns. org"

Falls Sie eine solche SMS erhalten, klicken Sie nicht den Link an, weil dadurch Schadsoftware auf Ihrem Handy installiert wird. Es handelt sich um eine Art Schneeballsystem. Die SMS-Nachricht wird mit der Absendernummer des Betrugsopfers an andere Leute weitergeschickt. NDR.de beschreibt es so:

"Eine Geschädigte gab an, nach dem Klick auf den Link sei eine schwarze Seite auf ihrem Smartphone erschienen und nichts weiter passiert. Allerdings riefen anschließend Menschen aus ganz Deutschland bei ihr an und fragten wegen einer Paketbenachrichtigung nach. Von ihrem Telefon aus waren laut Polizei hunderte SMS mit der Weiterverbreitung des Links geschickt worden."

Android-Nutzer sollten die Funktion Play-Protect aktivieren, Anleitung hier. Zudem ist es empfehlenswert, eine sogenannte Drittanbietersperre beim Mobilfunkanbieter zu aktivieren. Dadurch können Apps keine teure Handyrechnung verursachen. Anleitung hier bei chip.de.

So sieht die betrügerische SMS aus:


Hinweis: In den Kommentaren unterhalb dieses Artikels merkt ein Leser an, dass duckdns.org für sich genommen legal und ungefährlich ist. Es handelt sich um einen dynamischen DNS-Dienst. Nur die von den SMS-Betrügern eingerichtete Subdomain xyz.duckdns.org ist gefährlich.


Weitere Betrugsversuche per SMS und E-Mail

Alle paar Monate schwappen Spam-Mails durch Deutschland, die falsche Versandbenachrichtigung vortäuschen oder das Festhängen eines Pakets. Häufig wird zur Zahlung von 1,99 Euro oder 4,95 Euro aufgefordert, damit das Paket weitertransportiert wird.

Dabei handelt es sich um eine Abofalle. Löschen Sie solche SMS oder E-Mails. In den betrügerischen Nachrichten werden beispielsweise folgende Paketnummern genannt, die nicht existieren:

  • DE555117817013827425
  • 20710411661127369
  • AS272040094DE
  • IH8KU92DE
  • DE9712458389
  • DE3428632-2
  • DE3428632-19
  • DE-HKM32013
  • DH2656178213
  • HERMES2020
  • DE/2938456
  • 978526330211
  • 650000840689

Betrügerisch sind außerdem E-Mails mit der Betreffzeile "Ihr Paket wird zurückgesandt." und dem Absender "DHL International GmbH" in der Fußzeile.

Wie onlinewarnungen.de berichtet, steckt hinter den E-Mails oft eine Abofalle.

Unter dem Vorwand, dass ein Paket von DHL "im Verteilerzentrum angehalten" wurde, werden die SMS-Empfänger zur Zahlung von 2 Euro aufgefordert. Dazu wird den Betrugsopfern eine gefälschte DHL-Sendungsverfolgung präsentiert. Nach der Zahlung soll das Paket weitertransportiert werden - in Wahrheit gibt es aber gar kein Paket mit der genannten Paketnummer.

Laut onlinewarnungen.de schließen Nutzer, die 2 Euro bezahlen, zunächst ein Probeabo ab, das sich nach 5 Tagen in ein Abo für 70 Euro verwandelt. Betroffene Kunden sollten sich während der Probeabo-Phase an den Kundenservice des Mobilfunkanbieters wenden, um das Abo zu kündigen. Wer die 5-Tage-Frist verpasst hat, muss evtl. mit Hilfe eines Anwalts und/oder der Polizei gegen den Betrug vorgehen.


Im Paketda-Forum meldeten sich Nutzer, die per E-Mail eine Zahlungsaufforderung von zoll@dhl.de erhalten haben. Dabei handelt es sich um eine Betrugsabsicht. Wer die nachfolgende E-Mail erhalten hat, sollte keine Paysafecard kaufen und sie nicht an dhl@postoffice-fees.com senden. Es handelt sich wie gesagt um Betrug.

Die betrügerische Mail hat den Betreff "Benachrichtigungen: Zoll-Kundendienst" und folgenden Wortlaut:

Sehr geehrter Kunde,

Ihr DHL-Paket: Nr. RD46840P1996942, versandt am 05.10.2020, wird bearbeitet. Damit wir Ihr Paket liefern können, werden dem Importeur die Mehrwertsteuerkosten erneut in Rechnung gestellt.

Nach den geltenden Zollbestimmungen ist jede Einfuhr aus einem Land außerhalb der Europäischen Gemeinschaft mit einem Handelswert von mehr als 22 EUR unabhängig von der Art der Waren steuerpflichtig *.

* Artikel 134-I und II-1 ° des CGI: GESETZ Nr. 2012-1510 vom 03. Mai 2017 - Art. 68 (V) Die Validierung des Paysafecard-Guthabens für die Zahlung von Zollgebühren ist gültig.

Um die Zustellung Ihres Pakets für Ihre Heimatadresse zu ermöglichen, bitten wir Sie, Ihre nicht bezahlten Zollgebühren zu regulieren, indem Sie die folgenden Schritte ausführen, um die Zustellung Ihres Pakets abzuschließen:

1. Kaufen Sie einen Paysafecard PIN-Code online (50 EUR)
2. Senden Sie den PIN-Code (16 Ziffern) an folgende Adresse: dhl@postoffice-fees.com

Grüße,
Zoll Kundendienst



Wie Sie Fake-E-Mails von DHL, Hermes und anderen Paketdiensten erkennen

Betrüger erfinden ständig neue Maschen, neue E-Mails und neue Fake-Paketnummern. Wenn Sie eine E-Mail eines Paketdienstes erhalten, können Sie sie mit drei einfachen Schritten auf Echtheit prüfen:

  • Erwarten Sie überhaupt ein Paket von diesem Paketdienst? Falls nicht: Fake-Mail
  • Funktioniert die in der E-Mail genannte Sendungsnummer auf der Website des Paketdienstes? Falls nicht: Fake-Mail
  • Werden Sie aufgefordert, online Geld zu bezahlen, persönliche Daten einzugeben oder einen E-Mail-Anhang zu öffnen? Falls ja: Fake-Mail

So erkennt man echte SMS von DHL Express

Falls Sie ein Paket von DHL Express erwarten, erhalten Sie möglicherweise eine SMS von dieser Telefonnummer: +49 15225780192.

Die SMS beinhaltet einen Link auf die Website www.dhl.de/express/dhl4you. Dort soll der Kunde Wertnachweise sowie weitere Unterlagen hochladen, die für die Verzollung der Sendung fehlen.

Diese SMS von DHL Express ist echt und vertrauenswürdig. Achten Sie auf die Absender-Telefonnummer und den Link auf die Originalwebsite www.dhl.de.

Der SMS-Empfänger wird nicht aufgefordert, Geld zu bezahlen. Stattdessen sollen nur Dokumente hochgeladen werden, mit denen DHL Express die Ware verzollen kann. Erst danach werden die Zollabgaben berechnet (und in der Regel bar an den Zusteller bezahlt). Mehr Infos finden Sie in unserem Ratgeber "Paket mit Zoll".


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