Darf ich Briefmarken ablösen und wiederverwenden?

Nicht gestempelte Briefmarken auf einem Umschlag

Darf ich Briefmarken von einem Umschlag ablösen und noch einmal benutzen?

Nein, das ist verboten. Trotzdem legen viele Menschen Briefumschläge in warmes Wasser und lösen so die Briefmarke ab. Die Deutsche Post erkennt solche Tricks und berechnet bis zu 50 Euro Strafporto.

Gebrauchte Briefmarken können mittels Papieranalyse in den Sortierzentren der Deutschen Post erkannt werden. Wie das genau funktioniert, erklären wir in diesem Artikel.

Seit Februar 2021 gibt die Deutsche Post außerdem Briefmarken mit Matrixcode heraus (sieht ähnlich aus wie ein QR-Code). Das Wiederverwenden abgelöster Briefmarken wird unmöglich, weil jede einzelne Briefmarke digital entwertet wird. Mehr über Matrixcode-Briefmarken hier.

Beispiel für eine Briefmarke mit Matrixcode (QR-Code)


Was passiert, wenn ich gebrauchte Briefmarken wiederverwende?

Die Deutsche Post erlaubt es nicht, Briefmarken ein zweites Mal zu verwenden. Das ergibt sich schon aus dem gesunden Menschenverstand: Mit einer Briefmarke bezahlt man den Brieftransport von A nach B. Und nicht weiter von B nach C.

Trotzdem schneiden viele Kunden ungestempelte Briefmarken aus und lösen sie im Wasserbad oder über heißem Dampf ab. Meistens sehen die Marken danach aus wie neu und man erkennt sie mit bloßem Auge nicht als gebrauchte Briefmarken.

Der britischen Royal Mail entsteht durch mehrfach verwendete Briefmarken ein geschätzter Schaden von 10 Millionen Pfund pro Jahr (Quelle: telegraph.co.uk).

► Die Deutsche Post kann gebrauchte Briefmarken anhand des "Papier-Fingerabdrucks" erkennen. Mehr über diese Technik in diesem Artikel.

► Briefe mit ungültiger Frankierung werden zum Absender zurückgeschickt. Der Brief erhält einen Warnaufkleber und der Absender muss Nachporto aufkleben.

► Hat die Post den Verdacht, dass der Absender vorsätzlich handelt und immer wieder gebrauchte Briefmarken verwendet, kann auch ein Strafporto in Höhe von 50 Euro fällig werden. Auf einer Infoseite bei deutschepost.de heißt es:

"Für eine Sendung mit einer bewusst ungültigen, gefälschten oder manipulierten Frankierung (z. B. Briefmarke, Internetmarke) oder wenn der Absender nachweislich das Entgelt nicht oder nicht vollständig entrichten will, wird zusätzlich zum fälligen Entgelt ein erhöhtes Einziehungsentgelt (Pauschalierter Schadenersatz) erhoben." Per Stand 2021 beträgt die Strafe 50 Euro.



Briefmarken umtauschen, weil Adresse falsch geschrieben

Manchmal verschreibt man sich bei der Adresse auf einem Briefumschlag und möchte die bereits aufgeklebten Briefmarken erneut verwenden. In diesem Fall ist ein Umtausch in Postfilialen möglich.

Wichtig: Sie dürfen die Marken nicht ausschneiden! Der Umtausch in der Filiale muss komplett mit dem falsch beschrifteten Briefumschlag erfolgen. Die Postmitarbeiter können durch Vorlage des Umschlags nämlich feststellen, ob er wirklich noch nicht transportiert wurde. (Bereits verschickte Umschläge erkennt man z.B. an einem aufgedruckten, neon-orangen Strichcode.)

In der Filiale werden die aufgeklebten Marken in neue, postfrische Briefmarken umgetauscht. Die Paketda-Redaktion empfiehlt, zum Umtausch in eine Postbank-Filiale zu gehen, weil das Personal in kleineren Postfilialen eventuell nicht richtig geschult ist und die Möglichkeit des Briefmarken-Umtauschs nicht kennt.

Hinweis: Wenn Sie Briefmarken im Wert von mehr als 50 Euro umtauschen wollen, ist eine Einsendung an den Kundenservice der Deutschen Post notwendig. Um die aktuelle Anschrift zu erfahren, nutzen Sie bitte die Suchfunktion auf deutschepost.de und tippen dort ein: "Briefmarken umtauschen".

Per Stand 9/2021 lautet die Anschrift:
Deutsche Post AG
Versandzentrum Philatelie
Retourenstelle
Franz-Zebisch-Str. 15
92637 Weiden.

Der Umtausch erfolgt immer in Briefmarken und nicht in Bargeld.


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