Darf ich Briefmarken ablösen und nochmal benutzen?

Nicht gestempelte Briefmarken auf einem Umschlag

Darf ich ungestempelte Briefmarken von einem Umschlag ablösen und noch einmal benutzen?

► Schnelle Antwort: Nein, das ist nicht erlaubt.

Die Deutsche Post erlaubt es nicht, Briefmarken ein zweites Mal zu verwenden. Und zwar auch dann nicht, wenn die Marken versehentlich nicht abgestempelt wurden.

Das ergibt sich schon aus dem gesunden Menschenverstand: Mit einer Briefmarke bezahlt man den Brieftransport von A nach B. Und nicht weiter von B nach C.

Trotzdem schneiden viele Kunden ungestempelte Briefmarken aus und lösen sie im Wasserbad oder über heißem Dampf ab. Meistens sehen die Marken danach aus wie neu und man erkennt sie kaum als gebrauchte Briefmarken. Deshalb klappt es häufig, einen Brief mit einer gebrauchten Marke zu frankieren. Trotzdem bleibt es verboten. Der britischen Royal Mail entsteht durch mehrfach verwendete Briefmarken ein geschätzter Schaden von 10 Millionen Pfund pro Jahr (Quelle: telegraph.co.uk).

Manchmal wird im Sortierzentrum festgestellt, dass eine Briefmarke mehrfach verwendet wurde. Zum Beispiel, wenn sich alte Papierreste an der Marke befinden oder wenn das Briefmarkenpapier beim Ablösen wellig geworden ist. Auch minimale Stempelspuren von wenigen Millimetern Größe reichen aus, um eine Briefmarke als ungültig zu identifizieren.

► Briefe mit ungültiger Frankierung werden zum Absender zurückgeschickt. Der Brief erhält einen Warnaufkleber und der Absender muss Nachporto aufkleben.


Briefmarken umtauschen, weil Adresse falsch geschrieben

Manchmal verschreibt man sich bei der Adresse auf einem Briefumschlag und möchte die bereits aufgeklebten Briefmarken erneut verwenden. In diesem Fall ist ein Umtausch in Postfilialen möglich.

Wichtig: Sie dürfen die Marken nicht ausschneiden! Der Umtausch in der Filiale muss komplett mit dem falsch beschrifteten Briefumschlag erfolgen. Die Postmitarbeiter können durch Vorlage des Umschlags nämlich feststellen, ob er wirklich noch nicht transportiert wurde. (Bereits verschickte Umschläge erkennt man z.B. an einem aufgedruckten, neon-orangen Strichcode.)

In der Filiale werden die aufgeklebten Marken in neue, postfrische Briefmarken umgetauscht. Die Paketda-Redaktion empfiehlt, zum Umtausch in eine Postbank-Filiale zu gehen, weil das Personal in kleineren Postfilialen eventuell nicht richtig geschult ist und die Möglichkeit des Briefmarken-Umtauschs nicht kennt.

Hinweis: Wenn Sie Briefmarken im Wert von mehr als 50 Euro umtauschen wollen, ist eine Einsendung an den Kundenservice der Deutschen Post notwendig. Um die aktuelle Anschrift zu erfahren, nutzen Sie bitte die Suchfunktion auf deutschepost.de und tippen dort ein: "Briefmarken umtauschen".

Per Stand 11/2019 lautet die Anschrift: Deutsche Post AG, Versandzentrum Philatelie, Retourenstelle, Franz-Zebisch-Str. 15, 92637 Weiden. Der Umtausch erfolgt immer in Briefmarken und nicht in Geld.






Ihre Fragen zum Thema Briefmarken wiederverwenden