Deutsche Post: Alle Briefmarken erhalten einen QR-Code und sind gratis verfolgbar

Verfolgbare Briefmarke der Deutschen Post mit QR-Code
Die Deutsche Post wertet Briefmarken digital auf! In Zukunft - genaues Datum offen - bekommt jede Briefmarke einen individuellen QR-Code (auch Matrixcode genannt). Er enthält Informationen über die Portohöhe, die Versandart (z.B. Brief national / international) und das Motiv der Briefmarke.

Technisch gesehen sind Matrixcodes für die Deutsche Post nichts Neues. Bei der Internetmarke kommen sie seit mehr als 15 Jahren zum Einsatz. Wahrscheinlich war es bislang zu teuer, auf jede Briefmarke einen individuellen Code zu drucken. Die Deutsche Post teilte jedoch mit, dass "Fälschung, Waschung und Wiederverwendung von Postwertzeichen ein massiv wachsendes Problem" sei. Deshalb nimmt man wohl die Mehrkosten bei der Produktion von Briefmarken in Kauf, um andererseits Betrügern das Wasser abzugraben.

Briefe, die mit einer QR-Code-Marke frankiert sind, werden in den Briefzentren der Deutschen Post gescannt. Somit erhält jeder Brief eine rudimentäre Sendungsverfolgung mit maximal zwei Ereignissen: Bearbeitung in der Absenderregion und Ankunft in der Empfängerregion.

Briefmarken mit Matrixcode
Im Verlustfall ergibt sich weiterhin kein Schadenersatz-Anspruch gegen die Deutsche Post. Aber die Post kann "bei Verlustreklamationen recherchieren, ob und wo sie eine Briefsendung erhalten bzw. sortiert hat." Ob das in der Praxis tatsächlich passieren wird, bleibt abzuwarten.

Die Paketda-Redaktion ist skeptisch, dass die Nachverfolgung von Briefen einen echten Mehrwert hat. Es gibt bereits die Versandart Prio-Brief mit vergleichbarem Tracking, das mangelhaft ist und allzu oft gar nicht funktioniert. Immerhin: im Gegensatz zum Prio-Brief kostet das neue Tracking für gewöhnliche Briefe keinen Aufpreis.

Interessant für Sammler: Der QR-Code von Briefmarken kann künftig mit der App der Deutschen Post eingescannt werden. Daraufhin werden Informationen zur Briefmarke angezeigt, beispielsweise das Bildmotiv, Markendesigner und Ausgabetag. Bevor diese Funktion realisiert wird, benötigt die Deutsche Post aber eine Freigabe durch das Bundesministerium der Finanzen (Herausgeber deutscher Postwertzeichen).

Unklar ist, ob Briefmarken aufgrund des QR-Codes ein Verfallsdatum erhalten. Internetmarken verfallen beispielsweise nach 3 Jahren. Grund ist, dass die Post nicht Milliarden individueller Briefmarkencodes in einer Datenbank speichern kann. Das wäre technisch zwar möglich, aber je mehr Codes gespeichert sind, desto länger dauert die Gültigkeitprüfung einer Briefmarke.

Briefe durchlaufen die Sortieranlagen mit hoher Geschwindigkeit, so dass wahrscheinlich in weniger als 1 Sekunde entschieden werden muss, ob ein Markencode gültig oder ungültig ist. Damit die Datenbank nicht "überläuft", laufen Internetmarken nach 3 Jahren ab und können nicht umgetauscht werden. Es bleibt abzuwarten, ob diese 3-Jahre-Frist künftig für alle Briefmarken gilt.

Quelle: Pressemitteilung Deutsche Post DHL Group

Großansicht einer Briefmarke mit Matrixcode. Es befindet sich keine Buchstaben-Ziffern-Kombination auf der Briefmarke. Das bedeutet, eine Entschlüsselung des Codes sowie Sendungsverfolgung sind nur per App möglich.

 Deutsche Post Briefmarke mit Code


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