So funktionieren Briefmarken mit Matrixcode

Matrixcode-Briefmarke der Deutschen Post mit QR-Code
Seit Februar 2021 gibt es Briefmarken mit integrierter Sendungsverfolgung. Der Matrixcode kann mit der Smartphone-App "Post & DHL" gescannt werden. Die App speichert daraufhin die Sendungsnummer und ermöglicht eine rudimentäre Sendungsverfolgung. Im Tracking wird jeder Scan aus einem Sortierzentrum der Post angezeigt. Die Sendungsverfolgung bleibt ca. 3 Wochen erhalten - danach werden alle Einträge gelöscht.

Die Matrixcode-Briefmarken sind bundesweit in Postfilialen erhältlich sowie online unter shop.deutschepost.de.

Der Matrixcode darf nicht entfernt werden, weil die Marken dann ungültig werden. Die Deutsche Post stellt bei Reklamationen gelegentlich fest, dass Kunden den Matrixcode abgeschnitten oder einfach abgerissen haben, wohl in der irrigen Annahme, dieser gehöre nicht zur Marke. In einem solchen Fall kann die Deutsche Post nicht mehr die Gültigkeit der Briefmarke überprüfen und muss den Brief an den Absender zurückschicken. Quelle.


Video: Wie funktionieren die Matrixcode-Briefmarken?
Video: Wie funktionieren die Matrixcode-Briefmarken?



Wie gut ist die Basis-Sendungsverfolgung?

Die neuen Matrixcode-Briefmarken verfügen über eine sogenannte Basis-Sendungsverfolgung. Es gibt maximal zwei Einträge im Tracking: Zuerst aus dem Sortierzentrum der Absenderregion, und am nächsten Tag aus dem Sortierzentrum der Empfängerregion.

Kunden können nicht feststellen, ob der Brief wirklich an den Empfänger zugestellt wurde. Eine Zustellbestätigung wie beim Einschreiben gibt es für Matrixcode-Briefmarken nicht. Außerdem sind die Briefe nicht gegen Verlust versichert.



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Tracking jetzt auch für Internetmarken

Bei Internetmarken ist Sendungsverfolgung möglich
Seit Ende 2021 ist auch für Internetmarken eine Sendungsverfolgung möglich. Es gibt zwei Tracking-Einträge aus den Briefzentren der Absender- und Empfängerregion.

Weil Internetmarken seit jeher einen Matrixcode haben, fragt man sich, warum die Deutsche Post das Tracking erst so spät anbietet. Vielleicht wollte die Post die neue Brief-Sendungsverfolgung erst einmal im kleinen Rahmen testen - also mit klassischen Briefmarken. Nachdem sich das System als stabil erwiesen hat, kann die Menge verfolgbarer Briefe nun erhöht werden.

Mehr Infos auf deutschepost.de.



Probleme bei Groß- und Maxibriefen

Seit Sommer 2021 bekommt die Paketda-Redaktion vermehrt Beschwerden von Postkunden, die mangelhaftes Tracking von Groß- und Maxibriefen beklagen. Solche Sendungen sind manchmal nicht maschinell sortierbar (z.B. zu dick oder unförmig) und müssen manuell gestempelt werden. Dann erfolgt kein Briefmarken-Scan, so dass die Sendungsverfolgung nichts anzeigt.

Diesem Problem will die Deutsche Post durch neue Sortieranlagen begegnen. Es werden sogenannte Multiformat-Sorter installiert, die speziell für kleinformatige DHL- und Post-Sendungen bis 10cm Dicke und 2kg Gewicht ausgelegt sind. Die neuen Maschinen sind vorerst nur in den Briefzentren Stahnsdorf, Nürnberg, Stuttgart, Hannover, Köln und Leipzig installiert.


Tracking-Test: Die meisten Briefmarken sind verfolgbar

Paketda hat am 4.2. ungefähr 50 Testbriefe mit den neuen Matrixcode-Briefmarken verschickt. Überraschendes Ergebnis: Alle Postkarten, Standardbriefe und die Mehrheit der Großbriefe war verfolgbar.

Eigentlich hatten wir erwartet, dass nur solche Briefe einwandfrei verfolgbar sind, die maschinell sortiert werden. Unförmige, dicke oder starre Briefe, die von Hand sortiert werden müssen, müssen nämlich auch von Hand gescannt werden. Trotzdem klappte das Tracking überwiegend. Die Testergebnisse im Detail:

  • 3 x erfolgte nur eine Scannung in der Absenderregion und nicht in der Zielregion
  • Starrer A4-Briefumschlag: 7 x gescannt, 1 x nicht
  • Teilflexibler DIN-Lang-Luftpolsterumschlag: 9 x gescannt, 5 x nicht
  • Bei 3 Empfängern wurden die Briefe nicht am Tag der Bearbeitung im Ziel-Briefzentrum zugestellt.
  • Die meisten Briefmarken waren nach dem Abstempeln weiterhin scanbar (4 Marken nicht)
  • Farbige Briefumschläge waren kein Hinderungsgrund fürs Tracking

Bei Großbriefen mit zwei Briefmarken ist es empfehlenswert, beide Marken einzuscannen. In 2 von 22 Fällen funktionierte das Tracking nur mit einer von beiden Marken.

Nachtrag vom 08.02.2021: Von später abgeschickten Großbriefen war nur ungefähr die Hälfte verfolgbar. Dieser Wert ist allerdings grob geschätzt, weil es sich um keinen systematisch ausgewerteten Versandtest handelt. Rücksendungen, z.B. wegen Unzustellbarkeit, sind übrigens nicht verfolgbar.

Briefe, die mit Matrixcode-Marken frankiert sind


In der Post-App sind Zusatzinfos zu Matrixcode-Briefmarken abrufbar:

Detailinfos zur Briefmarke in der Post-App



Funktioniert die Basis-Sendungsverfolgung international?

Bei Briefen und Postkarten ins Ausland funktioniert die Basis-Sendungsverfolgung bis zum deutschen Export-Briefzentrum, z.B. IPZ Frankfurt.

Dort erscheint diese Meldung: "Ihre Sendung wurde in unserem Logistikzentrum Frankfurt Flughafen bearbeitet und in das Zielland [Ländername] weitergeleitet". Damit ist das Tracking beendet. Lediglich bei Einschreiben würden weitere Meldungen aus dem Zielland erscheinen.

Nicht alle Sendungen werden via Frankfurt exportiert. Sendungen nach Skandinavien werden im Logistikzentrum Kiel bearbeitet, Sendungen nach Spanien in Trier und Sendungen nach Osteuropa häufig in Landshut.



Stempelfarbe wurde auf Blau umgestellt

Briefmarken mit Matrixcodes werden technisch und optisch entwertet. Die technische Entwertung erfolgt durch das Auslesen der Matrixcodes in den Sortierzentren der Post. Alle erfassten Briefmarken-Codes werden in einer Datenbank gespeichert, so dass eine erneute Verwendung nicht möglich ist.

Genauso wie klassische Briefmarken werden auch Briefmarken mit Matrixcodes abgestempelt (optische Entwertung). Die Stempelfarbe wurde von Schwarz auf Blau umgestellt. Durch die blaue Farbe bleiben Matrixcodes auch nach dem Abstempeln scanbar.

Die blaue Stempelfarbe wurde im Oktober 2020 in einem Pilotversuch getestet (Paketda berichtete).


Was ist mit Mehrfach- und Mischfrankaturen?

Es ist erlaubt, alte Briefmarken (ohne Matrixcode) mit neuen Briefmarken zu kombinieren. Nicht erlaubt ist die Kombination mit Internetmarken. Wird eine Sendung mit einer Internetmarke freigemacht, darf weder eine klassische Briefmarke noch eine Matrixcode-Briefmarke hinzugefügt werden.

Sie dürfen mehrere Matrixcode-Briefmarken auf einen Briefumschlag kleben. Wenn Sie beispielsweise zwei 80-Cent-Marken aufkleben, können Sie damit einen Großbrief frankieren. Zur Sendungsverfolgung genügt es, eine der beiden Matrixcode-Briefmarken zu scannen. Darauf weist eine Infobox in der Post-App hin:

Information zur Basis-Sendungsverfolgung



Wann erscheinen weitere Briefmarken mit Matrixcodes?

Wie www.n-tv.de Ende 2020 berichtete, sollte es wohl Zusatzaufkleber geben, mit denen sich klassische Briefmarken um einen Matrixcode ergänzen lassen. Per Stand April 2021 hat sich das nicht bewahrheitet. Gegenüber einem Paketda-Leser teilte die Deutsche Post mit, dass es keine Ergänzungsaufkleber gibt.

Die Deutsche Post hat unter www.deutschepost.de/die-briefmarke eine Infoseite eingerichtet. Dort heißt es, dass der Matrixcode "zunächst für ausgewählte Sonderpostwertzeichen" aufgedruckt wird. Die Mehrheit aller Briefmarken wird in 2021 also keinen Matrixcode haben.

Seit 1. März 2021 sind weitere Briefmarken mit Matrixcode erhältlich (vgl. shop.deutschepost.de):

  • 80 Cent (Motiv: Sendung mit der Maus)
  • 95 Cent (Motiv: U-Bahn-Station in Hamburg)
  • 110 Cent (Motiv: Deep Blue schlägt Kasparow)
  • 270 Cent (Motiv: U-Bahn-Station in Frankfurt/M.)

Post-Vorstandsmitglied Tobias Meyer sagte zur Süddeutschen Zeitung, dass innerhalb von zwei Jahren das komplette Briefmarken-Sortiment auf Matrixcodes umgestellt wird.


So berichtete Paketda im März 2020

Gegen Fälscher & fürs Tracking: Alle Briefmarken bekommen einen Matrixcode

Technisch gesehen sind Matrixcodes für die Deutsche Post nichts Neues. Bei der Internetmarke kommen sie seit mehr als 15 Jahren zum Einsatz. Wahrscheinlich war es bislang zu teuer, auf jede Briefmarke einen individuellen Code zu drucken. Die Deutsche Post teilte jedoch mit, dass "Fälschung, Waschung und Wiederverwendung von Postwertzeichen ein massiv wachsendes Problem" sei. Deshalb nimmt man wohl die Mehrkosten bei der Produktion von Briefmarken in Kauf, um andererseits Betrügern das Wasser abzugraben.

Briefmarken mit Matrixcode
Unklar ist, ob Briefmarken aufgrund des QR-Codes ein Verfallsdatum erhalten. Internetmarken verfallen beispielsweise nach 3 Jahren. Grund ist, dass die Post nicht Milliarden individueller Briefmarkencodes in einer Datenbank speichern kann. Das wäre technisch zwar möglich, aber je mehr Codes gespeichert sind, desto länger dauert die Gültigkeitprüfung einer Briefmarke.

Briefe durchlaufen die Sortieranlagen mit hoher Geschwindigkeit, so dass wahrscheinlich in weniger als 1 Sekunde entschieden werden muss, ob ein Markencode gültig oder ungültig ist. Damit die Datenbank nicht "überläuft", laufen Internetmarken nach 3 Jahren ab und können nicht umgetauscht werden. Es bleibt abzuwarten, ob diese 3-Jahre-Frist künftig für alle Briefmarken gilt.

Quelle: Pressemitteilung Deutsche Post DHL Group


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