► Hermes hat 2026 erstmals ein Livetracking für Pakete mit Haustür-Zustellung eingeführt.
► Angezeigt werden ein Zustellzeitfenster sowie die Anzahl der verbleibenden Stopps des Zustellers.
Das Livetracking wurde im April / Mai 2026 schrittweise in die Sendungsverfolgung auf myhermes.de sowie in die Hermes-App integriert. Laut Hermes steht die Funktion nur zur Verfügung, wenn eine ausreichend zuverlässige Zustellprognose berechnet werden kann.
Im Paketda-Test zeigte Hermes stets ein Zustellzeitfenster von 1,5 Stunden Breite an. Zusätzlich wird die Zahl der noch ausstehenden Lieferstopps eingeblendet. Das ermöglicht Kunden eine mittelmäßig gute Abschätzung, wann der Hermes-Bote klingeln wird.
Im Vergleich zu DPD und DHL fällt das Hermes-Livetracking leider relativ ungenau aus. DPD bietet deutlich kürzere Zustellzeitfenster und präzisere Echtzeit-Prognosen. Außerdem kann es bei Hermes vorkommen, dass zwar eine Livetracking-Karte eingeblendet wird, jedoch ohne Prognose eines Lieferzeitfensters.
Hinweis zu Großgeräte-Lieferungen: Haben Sie online z.B. eine neue Waschmaschine bestellt, einen Fernseher oder ein Sofa, erfolgt die Lieferung nicht als Hermes-Standardpaket, sondern durch die separate Sparte "Hermes Einrichtungs-Service".
Das Livetracking funktioniert in diesem Fall auf der Website myhes.de und nicht in der Hermes-App und auch nicht bei myhermes.de. Vorteil: Das Livetracking des Hermes Einrichtungs-Services ist sehr exakt. Mehr Infos hier.
Hermes gehörte zusammen mit UPS lange zu den letzten großen Paketdiensten in Deutschland ohne Livetracking. Während DPD diese Funktion bereits vor mehr als zehn Jahren einführte und DHL später nachzog, beschränkte sich Hermes lange Zeit auf grobe Lieferzeit-Prognosen.
Erst 2026 begann Hermes mit dem schrittweisen Rollout eines echten Livetrackings. Angezeigt werden inzwischen sowohl ein Zustellzeitfenster als auch die verbleibende Anzahl an Stopps des Zustellers.
Im Paketda-Test fiel das Zeitfenster mit etwa 1,5 Stunden allerdings noch vergleichsweise breit aus. Beim Livetracking von DPD sind die Prognosen häufig deutlich präziser. Trotzdem ist die neue Funktion für Hermes-Kunden ein klarer Fortschritt gegenüber den bisherigen 3- bis 4-stündigen Lieferprognosen.
Die Zeitschrift DVZ berichtete im Juli 2020 über die Fahrzeugnavigation bei Hermes, die dank optimierter Routenplanung bis zu 7 Prozent Fahrtstrecke einsparen kann. Außerdem berechnet das Hermes-Navigationssystem alle 15 Sekunden eine Zustellprognose (Quelle ).
Dazu übertragen die Handscanner der Hermes-Boten jede erfolgreiche Zustellung an das Navigationssystem im Fahrzeug. Wird eine Lieferadresse vergessen oder in falscher Reihenfolge angefahren, "passt sich das System automatisch an und berechnet die Stopps neu", schreibt die DVZ.
Diese Lieferzeitprognose wurde von 2020 bis 2025 offenbar nur Hermes-Zustellern angezeigt. Endkunden kommen erst seit Frühjahr 2026 in den Genuss, das ungefähre Lieferzeitfenster zu erfahren. Allerdings ist unklar, ob die auf myhermes.de angezeigten Prognosedaten tatsächlich aus der Fahrzeugnavigation stammen oder separat mit einem anderen IT-System errechnet werden.
In einem Artikel bei welt.de wurden im April 2018 verschiedene digitale Service von Hermes angekündigt. Der Welt-Redakteur führte dazu ein Gespräch mit dem damaligen Hermes-Deutschlandchef Frank Rausch.
Rausch erklärte, dass "der Zeitraum der Paketübergabe verlässlicher und auf 30 bis 60 Minuten eingegrenzt werden" soll. Dies wurde offiziell in einer Hermes-Pressemitteilung bestätigt.
Außerdem sollen Empfänger die Möglichkeit erhalten, Pakete noch während der Auslieferung umzuleiten (z.B. an einen Paketshop oder zur Arbeitsstelle). "Paketempfänger sollen über das Smartphone den Verlauf der Zustellung verfolgen können.", schrieb Welt.de 2018.
Von diesen Plänen wurde leider nichts verwirklicht. Wenige Monate nach dem Interview verließ Frank Rausch das Unternehmen Hermes.