Infos zum Hermes-Livetracking

Hermes bietet in Deutschland aktuell kein Livetracking an.

Seit Sommer 2021 ist eine neue Hermes-Sendungsverfolgung verfügbar. Doch auch damit ist kein Livetracking möglich. Es handelt sich bloß um optische Verbesserungen der alten Hermes-Sendungsverfolgung.

Paketda konnte mit einem Branchenkenner aus dem Hermes-Umfeld sprechen. Er hält es für unwahrscheinlich, dass Hermes in absehbarer Zeit Livetracking mit Kartenansicht anbieten wird. Komplett ausgeschlossen sei es jedoch nicht. Laut Expertenmeinung ist Hermes die exakte Prognose der Lieferuhrzeit wichtiger als ein Livetracking.

Diese Strategie ist durchaus nachvollziehbar. Für Paketempfänger bringt es keinen Vorteil, einen Lieferwagen auf einer Karte zu beobachten, aber den Lieferzeitpunkt nicht abschätzen zu können. Livetracking ist nur sinnvoll, wenn die Lieferzeit auf 30-60 Minuten genau vorhergesagt wird.

Am genauesten ist seit Jahren das Livetracking von DPD. Am schlechtesten ist das Livetracking von GLS, und von mittelmäßiger Qualität ist das DHL-Livetracking. Unseren Praxiserfahrungen zufolge ist das Livetracking bei DHL-Paketen zu oft abgeschaltet, und wenn es verfügbar ist, kann das Lieferzeitfenster stark variieren. Vor allem in Gebieten mit gemeinsamer Brief- und Paketzustellung ist keine genaue Lieferzeit-Prognose möglich.

Fazit: Wir bei Paketda rechnen mit der Einführung eines Livetrackings bei Hermes nicht vor 2023. Die Genauigkeit der Hermes-Lieferzeitprognose könnte sich aber vielleicht schon 2022 verbessern.

► Aus Kundensicht wäre es ein riesiger Fortschritt, wenn Hermes die Lieferzeit auf 1-2 Stunden genau vorhersagen könnte. Bislang werden nur grobe Lieferprognosen mit Zeitfenstern von 3-4 Stunden angezeigt. Diese Prognosen beruhen auf Durchschnittswerten der Vergangenheit, sind deshalb unzuverlässig und nicht tagesaktuell. Hermes berücksichtigt zurzeit weder Verkehrslage, Wetterverhältnisse noch die Menge der auszuliefernden Pakete.



Fahrzeug-Navis von Hermes sind theoretisch Livetracking-fähig

Die Zeitschrift DVZ berichtete im Juli 2020 über die Fahrzeugnavigation bei Hermes, die dank optimierter Routenplanung bis zu 7 Prozent Fahrtstrecke einsparen kann. Außerdem berechnet das Hermes-Navigationssystem alle 15 Sekunden eine Zustellprognose.

Dazu übertragen die Handscanner der Hermes-Boten jede erfolgreiche Zustellung an das Navigationssystem im Fahrzeug. Wird eine Lieferadresse vergessen oder in falscher Reihenfolge angefahren, "passt sich das System automatisch an und berechnet die Stopps neu", schreibt die DVZ.

Diese Funktionsweise erinnert an das Livetracking bei DPD und DHL. Dort wird anhand der verbleibenden Stopps (Lieferadressen) die voraussichtliche Lieferzeit eines Pakets berechnet. Theoretisch könnte Hermes also ebenfalls ein Livetracking anbieten, weil die Daten in der Fahrzeugnavigation vorhanden sind.

Knackpunkt ist bloß, dass noch nicht alle Hermes-Lieferwagen mit dem modernen Navi ausgerüstet sind. Laut DVZ waren es per Stand 7/2020 ca. 9.000 Fahrzeuge, und bis Ende 2020 sollten weitere 3.000 hinzukommen.

Quelle: DVZ via Google News

Livetracking ist bei Hermes noch Zukunftsmusik


2018 plante Hermes schon mal Livetracking

In einem Artikel bei welt.de wurden im April 2018 verschiedene digitale Service von Hermes angekündigt. Der Welt-Redakteur führte dazu ein Gespräch mit dem damaligen Hermes-Deutschlandchef Frank Rausch.

Rausch erklärte, dass "der Zeitraum der Paketübergabe verlässlicher und auf 30 bis 60 Minuten eingegrenzt werden" soll. Dies wurde offiziell in einer Hermes-Pressemitteilung bestätigt. Außerdem sollen Empfänger die Möglichkeit erhalten, Pakete noch während der Auslieferung umzuleiten (z.B. an einen Paketshop oder zur Arbeitsstelle). "Paketempfänger sollen über das Smartphone den Verlauf der Zustellung verfolgen können.", schrieb Welt.de 2018.

Von diesen Plänen wurde leider nichts verwirklicht. Wenige Monate nach dem Interview verließ Frank Rausch das Unternehmen Hermes.


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