DHL Livetracking: So funktioniert es (bloß manchmal nicht)

Inhaltsverzeichnis

  1. Warum haben nicht alle DHL-Pakete Livetracking?
  2. So funktioniert DHL-Livetracking
  3. DHL-Livetracking Schritt für Schritt erklärt
  4. DHL-Zusteller: Livetracking ist Fluch und Segen zugleich
  5. Fragen von Nutzern


Warum haben nicht alle DHL-Pakete Livetracking?

Seit Oktober 2020 bietet DHL Livetracking an, doch bei vielen Paketen funktioniert es nicht. Kunden wundern sich, warum sie gestern Livetracking nutzen konnten, und heute plötzlich nicht mehr.

► Gegenüber Firmenkunden hat DHL im November 2020 mitgeteilt, dass Livetracking nur in solchen Regionen angeboten wird, "wo die Qualität der Prognose sichergestellt ist". Bis Ende 2020 sollten 80% alle DHL-Pakete über Livetracking verfügen. Das geht aus einer Ankündigung im DHL-Geschäftskundenportal hervor (vgl. Screenshot).

Mitteilung von DHL zum Livetracking
Die Paketda-Redaktion bezweifelt, dass aktuell (2021) 80% aller DHL-Pakete über Livetracking verfügen. Es gibt jedoch keine offizielle Mitteilung von DHL zu diesem Thema . Im Februar 2021 erklärte ein Nutzer im Paketda-Forum:

"Die Livemap steht z.B. nicht zur Verfügung, wenn ein Zustellbezirk auf mehrere Zusteller aufgeteilt wurde. Zum Beispiel, weil der Zusteller erkrankt ist und die Kollegen dann Teile mitfahren müssen. Ebenso steht die Livemap nicht zur Verfügung, wenn die Zusteller die Zeitfenster nicht einhalten können."

Ein Nachteil des DHL-Livetrackings ist die Ungenauigkeit der Lieferprognose. In ländlichen Regionen, wo Postboten Briefe und Pakete zusammen ausliefern (sogenannte Verbundzustellung), aktualisiert sich das Livetracking nur bei Paketzustellungen. Stoppt ein Zusteller unterwegs für die Briefzustellung, so wird das Livetracking nicht aktualisiert.

► Außerdem verbirgt DHL die genaue Anzahl verbleibender Stopps. Allgemeine Infos wie "mehr als 20 Stopps" oder "noch etwas mehr als 10 Stopps" sind nicht hilfreich. Kunden können damit kaum den Fortschritt der Liefertour abschätzen.

Meldung im DHL-Tracking, wenn kein Livetracking verfügbar ist:
DHL-Livetracking nicht verfügbar

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So funktioniert DHL-Livetracking

Kunden erhalten am Tag der Lieferung eine E-Mail von DHL, sofern das Livetracking für ein Paket aktiviert wurde. In der Sendungsverfolgung (per Web oder App) wird ein 90-Minuten-Zeitraum für die geplante Lieferung angezeigt.

Im Laufe der Ausliefertour wird die Lieferzeit-Prognose genauer. DHL zeigt außerdem eine Karte mit Zustellfahrzeug an; in der Praxis ist die Kartenansicht aber wenig hilfreich.

Aus Datenschutzgründen wird nie die echte Fahrzeugposition angezeigt. Kein Nutzer soll auf der Karte sehen, an welchen anderen Adressen das Fahrzeug hält und welche anderen Kunden etwas mit DHL geliefert bekommen.

Livetracking in der DHL-App

Fazit

Das DHL-Livetracking ist deutlich schlechter als das DPD-Livetracking. Bei DPD ist die Funktion schon seit 2014 verfügbar, und zwar für nahezu 100% der Pakete und mit 30-Minuten-Lieferzeitfenster.

Paketda meint: DHL hat es technologisch nicht geschafft, DPD einzuholen. Das DHL-Livetracking ist hinsichtlich Kartenansicht, Anzahl Zustellstopps und Lieferzeitprognose zu ungenau. Außerdem bietet DHL für viele Pakete überhaupt kein Livetracking an.

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DHL-Livetracking Schritt für Schritt erklärt

  • Der Paketempfänger erhält 1 oder 2 Tage vor Zustellung eine Ankündigung per E-Mail
  • Am Tag der Zustellung erhält der Empfänger eine E-Mail mit genauem Lieferzeitfenster (60-90 Minuten)
  • Der Lieferwagen erscheint auf einer Kartenansicht und die Anzahl vorher zu beliefernder Kunden wird angezeigt.
  • Etwa 15 Minuten vor der Zustellung erhält der Empfänger eine weitere E-Mail von DHL
  • Bis zur Zustellung kann der Empfänger einen Wunschort oder Wunschnachbarn angeben

Zugriff auf das DHL-Livetracking erhält der Empfänger via DHL-Sendungsverfolgung, indem er dort die eigene PLZ eintippt. Eine Umleitung des Pakets an einen Paketshop oder die Wahl eines anderen Liefertages ist im Livetracking nicht möglich. Diese Möglichkeiten stehen wie bisher nur bis zum Vorabend des geplanten Zustelltages zur Verfügung.

Erklärfilm von DHL zum Livetracking:

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DHL-Zusteller: Livetracking ist Fluch und Segen zugleich

Der NDR hat einen DHL-Zusteller aus Braunschweig bei seiner Arbeit begleitet (hier in der Mediathek). Er spricht auch über das kürzlich gestartete Livetracking, das aufgrund der automatischen Routenplanung einerseits positiv sei.

Andererseits würden sich Kunden wundern (bzw. meckern), wenn der Zusteller von der vorgegebenen Route abweicht und nicht zum geplanten Zeitpunkt kommt. Der Zusteller nimmt manchmal auf eigene Faust eine andere Route, weil er seinen Bezirk gut kennt und z.B. Baustellen umfahren will.

Packstationen zwei Mal täglich anzufahren, sieht der Zusteller kritisch. Er müsse das notgedrungen tun, weil vormittags nicht genug Fächer frei sind. Kunden sollten sich nicht tagelang Zeit lassen mit der Abholung. Außerdem wäre es nett, wenn man ihm im Treppenhaus entgegen käme.

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