DHL klebt grüne Aufkleber auf Pakete, die per Bahn kommen

DHL und DB Cargo haben 1 Million grüne Aufkleber drucken lassen und werden sie auf alle Pakete kleben, die mit der Bahn transportiert werden. Die Aktion läuft bis Weihnachten unter dem Namen Güte(r)siegel.

Grünes Gütersiegel von DHL
Bahntransporte sind umweltfreundlicher als LKW-Fahrten, allerdings auch unflexibler, so dass Pakete mitunter einen Tag länger bis zum Empfänger brauchen. In der Vorweihnachtszeit fällt das Kunden aber kaum auf, weil längere Lieferzeiten sowieso an der Tagesordnung sind. Aktuell werden ca. 6 Prozent aller innerdeutschen DHL-Pakete per Bahn transportiert.

Interessant zu wissen wäre, wie die Beklebung von bis zu 100.000 Paketen pro Zug personell und technisch abgewickelt wird. Eine vollautomatische Etikettierung scheidet aus. Die Gefahr wäre zu hoch, dass die Gütersiegel versehentlich auf Adressaufklebern platziert werden und dort wichtige Infos / Strichcodes verdecken.

Nachtrag vom 4.12.: Ein Leser meldete sich mit der Information, dass die Aufkleber manuell von Mitarbeitern der Deutschen Post DHL im Paketzentrum aufgebracht werden.

Davon abgesehen lässt sich DHL das Nachlabeln von Paketen eigentlich teuer bezahlen. Beispiel: 49 Cent netto müssen DHL-Geschäftskunden als Leitcodenachentgelt bezahlen, wenn aufgrund falscher Adressdaten ein neues Label im Paketzentrum erzeugt und aufgeklebt werden muss. Setzt man für die Gütersiegel die Hälfte an, also 24 Cent, ergäben sich Kosten in Höhe von 240.000 Euro.

Mehr Infos zur Aktion: www.dhl.de/guetersiegel





DHL-Sendungsverfolgung bald mit Hinweis auf Bahntransport?

So berichtete Paketda im Oktober 2021

DHL wird ab sofort mehr Pakete per Bahn transportieren. Der Anteil steigt aktuell von 2 auf 6 Prozent und könnte mittelfristig sogar 20 Prozent erreichen. Bahnfracht hat etwas längere Lieferzeiten zur Folge. Auf manchen Strecken werden Pakete ihren Zielort nicht mehr innerhalb eines Tages erreichen, sondern zwei Tage benötigen.

DHL überlegt nun, in der Sendungsverfolgung einen speziellen Hinweis einzublenden, wenn ein Paket per Güterzug transportiert wird (Entwurf von Paketda siehe oben). Kunden könnten damit auf den positiven Umwelteffekt aufmerksam gemacht werden und vielleicht auch auf die längere Lieferzeit.

In einem Radiointerview sagte Post-Vorstandsmitglied Tobias Meyer: "In Zukunft können wir uns schon vorstellen, dass wir das deutlicher machen. Dass wir beispielsweise in unserer Beauskunftung, in unserer Sendungsauskunft anzeigen, welche Pakete klimaneutral auf der Schiene transportiert wurden. Das ist eine Diskussion, die wir im Moment führen."

DB Cargo fände es wahrscheinlich auch gut, die Vorteile des Güterverkehrs stärker bekannt zu machen. Das Unternehmen schaltete sogar schon Werbespots vor der Tagesschau mit dem Slogan "Güter gehören auf die Schiene". In Socialmedia-Kanälen dreht DB Cargo ebenfalls auf und erhielt für die humorvollen Posts kürzlich den "German Brand Award".

Interview mit Sigrid Nikutta von DB Cargo und Tobias Meyer von Deutsche Post DHL:

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Sieben neue Bahnverbindungen für DHL-Züge

So berichtete Paketda am 4. Oktober 2021

Im April gab DHL das Vorhaben bekannt, mehr Pakete mit Zügen zu transportieren. Der Anteil von aktuell 2% sollte mittelfristig verdreifacht werden. Das Ziel wurde nun schneller erreicht als erwartet: Heute gaben Deutsche Post und DB Cargo den symbolischen Startschuss für 7 neue Zugverbindungen bekannt. Damit werden 6% aller Pakete auf der Schiene transportiert. Quelle.

Sigrid Nikutta von der Deutschen Bahn: "Jeder DHL-Zug spart unserem Planeten 80 bis 100 Prozent CO2 gegenüber dem Straßentransport. Ein einziger Güterzug kann bis zu 100.000 Pakete transportieren."

Mit Blick auf die überdurchschnittlich hohen Paketmengen im Dezember planen Deutsche Post DHL und DB Cargo, zusätzlich 20 Züge an den Wochenenden vor Weihnachten einzusetzen. Das DHL-Paketzentrum Köln soll in den nächsten Jahren im Zuge eines Erweiterungsbau an das benachbarte Containerterminal Eifeltor angeschlossen werden.



Straße-Schiene-Terminal in Lehrte


DHL transportiert mehr Pakete per Bahn

So berichtete Paketda im August 2021

Ein Leser wies freundlicherweise auf einen Eintrag im Eisenbahnforum Drehscheibe-Online hin. Dort gibt es eine Übersicht der aktuellen Paketzüge von DHL, verbunden mit dem Hinweis, dass die Anzahl stetig steige.

Zwei Parcel-Intercity verkehren werktags zwischen München - Hamburg sowie Bönen (bei Hamm) - Großbeeren. Die Züge erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 140 km/h und nutzen dafür spezielle Wagen mit einer Sondergenehmigung. Normalerweise beträgt die Höchstgeschwindigkeit für Güterzüge 120 km/h, wobei 100 km/h im Güterverkehr die Regel sind.

Laut Drehscheibe-Online-Forum gibt es neuerdings auch Verbindungen zwischen Mannheim - Großbeeren und Nürnberg - Lehrte. Auf diesen Strecken werden Pakete mit E+2-Laufzeit befördert. Die Ankunft am Zielort ist nachmittags, so dass keine taggleiche Zustellung möglich ist. Seit Sommer 2020 gibt es in Lehrte ein teilautomatisiertes Terminal für die Containerverladung von der Straße auf die Schiene und umgekehrt (vgl. dbcargo.com).

Außerdem gibt es zurzeit zahlreiche Zugverbindungen am Wochenende, die ansonsten nur in der Vorweihnachtszeit genutzt wurden. Zum Beispeil zwischen Bönen - Berlin, Wuppertal - Nürnberg, Kornwestheim - Leipzig und Großbeeren - Frankfurt / Main.

Die traditionelle Paketzug-Verbindung Hamburg - Kornwestheim, die als Flügelzug (Teilung des Zuges in Würzburg) angeboten wurde, wurde wegen verschiedener Baumaßnahmen vorübergehend auf die Straße verlagert.

So berichtete Paketda im April 2021

DHL startet Nachhaltigkeitsoffensive: Mehr Pakete auf die Schiene


DHL hat sich für das Jahr 2050 ein Null-Emissions-Ziel gesteckt und will dies mit einer Nachhaltigkeitsoffensive erreichen (vgl. Presseinformation). Bis zum Jahr 2025 will die Post "bis zu 280 CO2-neutrale Zustellstützpunkte" errichten, die u.a. über Photovoltaik-Anlagen verfügen werden.

Ab 2022 werden unter dem bekannten GoGreen-Label "weitere Produkte und Services angeboten, mit denen Privat- und Geschäftskunden die beim Paketversand entstehenden Emissionen ausgleichen oder sogar vermeiden können". Im Briefbereich wird die Deutsche Post ohne Aufpreis alle CO2-Emissionen ausgleichen.

DHL-Pakete sollen verstärkt mit der Bahn transportiert werden. Der Anteil soll von aktuell 2 Prozent mittelfristig auf 6 Prozent gesteigert werden. Langfristig seien laut DHL 20 Prozent denkbar. Das Unternehmen schreibt:

Damit dies gelingt, sind viele Veränderungen erforderlich - von schnellen Güterwaggons bis zur Verfügbarkeit neuer Lokomotiven, besserer Trassen und schneller, kostengünstiger Verlademöglichkeiten vom LKW auf die Bahn und umgekehrt.

Schon seit dem Jahr 2000 fährt jede Nacht ein Paket-IC auf einer Nord-Süd-Anbindung Pakete durch die Republik, und bei weniger zeitsensiblen Transporten am Wochenende ist der Anteil des Schienentransports bereits erhöht worden. Seit dem vorweihnachtlichen Starkverkehr, in dem doppelt so viele Züge eingesetzt wurden als zuvor, sind in Zusammenarbeit mit der DB Cargo mittlerweile fünf Wochenendzüge für Deutsche Post DHL im Einsatz. Um den klimafreundlicheren Pakettransport auf der Schiene weiter auszubauen, plant Deutsche Post DHL, ausgewählte große Paketzentren mit Gleisanschlüssen auszustatten. Dadurch sollen Transporte zu den Terminals reduziert, die Verladung beschleunigt und noch höhere Mengen in den zur Verfügung stehenden Zeitfenstern auf der Schiene transportiert werden.


Den Neubau, Ausbau oder die Reaktivierung von Gleisanschlüssen auf Firmengeländen fördert die Bundesregierung mit einem Zuschuss von bis zu 50% (Quelle: www.dbcargo.com).

Gegenüber Geschäftskunden versandte DHL heute die Information, dass "kein Wettbewerber in Europa ... auch nur annährend so viele CO2-freie Zustellfahrzeuge und Betriebsmittel wie wir bei Deutsche Post und DHL" habe. Außerdem sei es Deutsche Post DHL in den letzten 5 Jahren gelungen, "unsere CO2-Emissionen pro Paket um rund 25 Prozent senken konnten. Auch sind unsere CO2-Emissionen pro Paket nach unseren Schätzungen mindestens 30 Prozent geringer als bei unseren Wettbewerbern."

Einer Umfrage des Versandsoftware-Herstellers Sendcloud zufolge sind sich 47% der Verbraucher der Umweltbelastung bei einer Lieferung bewusst, aber nur 34% würden einen Aufpreis für eine CO2-neutrale Lieferung bezahlen. Quelle: Pressemitteilung.


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