Anwohner verärgert: Zusteller lässt Motor laufen / Deutsche Post bildet weniger Zusteller aus


Anwohner verärgert: DHL-Zusteller parkt Lieferwagen mit laufendem Motor

Ein Mann aus Geinsheim bei Speyer hat vor wenigen Tagen ein DHL-Fahrzeug beobachtet, das "für rund 15 bis 20 Minuten mit laufendem Motor auf der Straße" parkte. Dem Darmstädter Echo (www.echo-online.de) sagte der Anwohner, er sei schließlich selbst zum Lieferwagen gegangen und habe den Zündschlüssel gedreht, um den Motor abzustellen. Danach wartete er auf die Rückkehr des Zustellers.

Der DHL-Bote konnte sein Verhalten erklären. Im Lieferwagen befindet sich ein Aufkleber, der das Abstellen des Motors auf Kurzstrecken verbietet. Ansonsten könne sich der Rußpartikelfilter zusetzen.

Die von der Zeitung befragte DHL-Pressestelle bestätigte diese Regelung grundsätzlich. Allerdings nur für Kurzstrecken. Verlässt ein Zusteller das Fahrzeug länger, muss es abgeschlossen und der Motor abgestellt werden. Ansonsten könnten Postsendungen gestohlen werden oder sogar das ganze Fahrzeug (Paketda berichtete).

Der DHL-Pressesprecher erklärte, dass Zusteller auf kurzen Strecken sowieso nicht von Haus zu Haus fahren sollen. Das Fahrzeug soll an zentraler Stelle abgestellt und die einzelnen Haushalte dann zu Fuß beliefert werden.



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Weniger Zusteller-Azubis bei Deutsche Post DHL

Die Gewerkschaft Ver.di hat eine Pressemitteilung mit der Schlagzeile "Wenn der Post-Azubi nicht mehr klingelt" veröffentlicht. Anlass sind "erheblich weniger Auszubildende für die Zustellung auf der sogenannten letzten Meile". Der Rückgang beträgt Ver.di zufolge 41 Prozent! Die Gewerkschaft schreibt:

"Wurden bundesweit im vergangenen Jahr noch rund 970 Auszubildende für die fachgerechte Zustellung von Briefen und Paketen ausgebildet, so starten dieses Jahr nur 570 junge Menschen in die zweijährige Ausbildung zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen (FKEP) bei der Deutschen Post AG. In den norddeutschen Bundesländern fehlen insgesamt rund 60 FKEP-Azubis."

Der starke Azubi-Rückgang wird von Ver.di mit einem schwer verständlichen Bandwurmsatz erklärt: "Betriebsräte und Jugend- und Auszubildendenvertretungen haben sich im Frühjahr 2021 für eine Qualitätssteigerung bei diesem dualen Ausbildungsberuf und somit gegen eine beabsichtigte Verschlechterung zu Gunsten der Aufwendungen entschieden."

Dahinter verbirgt sich wahrscheinlich ein Konflikt um die Ausbildungskosten, die der Postkonzern reduzieren und die Gewerkschaft erhöhen wollte (Verschlechterung der Aufwendungen vs. Qualitätssteigerung). Weil die Kostenreduzierung gegen den Gewerkschaftswillen nicht durchgesetzt werden konnte, hat die Post kurzerhand die Anzahl der Ausbildungsplätze reduziert - so Ver.di.

"Die Deutsche Post ist aufgefordert aus der Schmollecke zu kommen und wieder mehr jungen Menschen einen Einstieg in die Arbeitswelt mit Perspektive zu bereiten. Ausbildung gibt es nicht zum Nulltarif", so der ver.di-Landesfachbereichsleiter Postdienste in Nord/Hamburg Lars-Uwe Rieck.


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