Ratgeber Onlineshopping im Ausland

Frustfrei online shoppen im Ausland

Onlineshops in China, Hongkong, den USA und anderen Ländern locken auch deutsche Kunden an. Günstige Preise und günstige Versandkosten sorgen dafür, dass immer mehr Verbraucher den Einkauf im Ausland ausprobieren.

Dieser Ratgeber hilft Ihnen, gängige Fehler beim Onlineshopping im Ausland zu vermeiden.

Inhaltsverzeichnis

  1. Zuverlässigkeit des Verkäufers prüfen
  2. Die passende Versandart wählen
    1. Standardversand
    2. Expressversand
    3. Packstation bei Auslandssendungen
    4. Weiterleitungsservices für Auslandspakete
  3. Achtung, Zoll!
    1. Warenwert bis 22 Euro
    2. Warenwert zwischen 22 und 150 Euro
    3. Warenwert höher als 150 Euro
    4. Kostenfalle Expressversand
    5. Der Zoll hat mein Paket abgefangen
  4. Reklamieren und Retournieren

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Zuverlässigkeit des Verkäufers prüfen

Neben den großen Plattformen wie eBay und Amazon gibt es Verkaufsplattform wie z.B. Aliexpress, Gearbest oder Banggood, die auf Produkte aus Asien spezialisiert sind. Verkäufer haben auf allen Plattformen ein Profil, auf dem sich Kundenbewertungen finden. Checken Sie vor jedem Kauf die Verkäuferbewertungen, um einen Eindruck von dessen Zuverlässigkeit zu erhalten.

Vermeiden Sie Einkäufe in Onlineshops, die zwar professionell aussehen und auch ein Impressum sowie Kundenservice bieten, aber ansonsten keine Vertrauensmerkmale aufweisen. Googeln Sie den Namen des Onlineshops, ob sich dazu positive oder negative Bewertungen finden lassen. Lässt sich gar nichts finden, ist der Shop vermutlich eine Eintagsfliege, um arglose Kunden mit Fake-Angeboten in die Falle zu locken.

Betrüger errichten immer wieder Fake-Shops, in denen sie Markenprodukte zum Verkauf anbieten. N ach der Zahlung des Kaufpreises findet jedoch kein Versand statt, oder ein Versand wird vorgetäuscht und dazu sogar die Website eines asiatischen Paketdienstes täuschend echt nachgebaut.

Solche Fake-Shops erkennen Sie an sehr günstigen Verkaufspreisen. Seien Sie vorsichtig, wenn Produkte auffallend günstig angeboten werden. Auch auf den anfangs genannten Plattformen sind Sie vor Betrügern nicht komplett gefeit, die z.B. gefälschte Produkte anbieten. Produktfälschungen werden beim Import nach Deutschland beschlagnahmt. Es liegt zudem im Ermessen des Herstellers der Originalprodukte, ob er Anzeige wegen des Imports von Fälschungen erstattet.

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Die passende Versandart wählen

Was in Deutschland die Deutsche Post ist, ist im Ausland zum Beispiel die China Post, Singapore Post oder USPS (amerikanische Post). Die Postgesellschaften tauschen internationale Sendungen untereinander aus. Wird eine Ware beispielsweise mit der Hongkong Post verschickt, erfolgt die Zustellung in Deutschland üblicherweise mit der Deutschen Post. Lesen Sie dazu bitte auch unseren Ratgeber zum Onlineshopping in China. Dort haben wir die Versandarten von Aliexpress und Gearbest genauer erklärt.


Standardversand

Wenn der ausländische Verkäufer die Versanddauer mit 2 bis 4 Wochen angibt, kann man fast immer von einem Versand mit der nationalen Postgesellschaft im Absenderland ausgehen. Die Zustellung erfolgt dann in Deutschland entweder als Brief, Einschreiben oder Päckchen mit der Deutschen Post. Oder als Paket mit DHL.


Expressversand

Wird eine Lieferdauer von weniger als 2 Wochen angegeben, lässt sich die Versandart nicht per Faustregel bestimmen. Einige Verkäufer bündeln beispielsweise Sendungen für deutsche Kunden bereits in Asien. Anschließend werden diese gebündelten Sendungen in die EU geflogen und dort z.B. an DPD oder Hermes übergeben. Deutsche Post DHL bleibt in diesem Fall häufig außen vor. Diese Versandart ist schneller als Standardversand, aber langsamer als "echter" Expressversand. Ein weiterer Vorteil dieser Versandart ist, dass der Absender die Sendungen verzollt und dem Kunden keine weiteren Kosten entstehen.

Um einen echten Expressversand handelt es sich, wenn der Absender mit Paketdiensten wie UPS, TNT Express, Fedex oder DHL Express versendet. DIe Versanddauer beträgt ungefähr 1 Woche. Die Geschwindigkeit hat allerdings ihren Preis; die Versandkosten liegen oft bei 30 bis 50 Euro.

Bitte lesen Sie unbedingt auch unsere Zoll-Informationen. Denn Express-Paketdienste berechnen für die Zollabwicklung i.d.R. eigene, zusätzliche Gebühren.


Packstation bei Auslandssendungen

Bitte nutzen Sie keine Packstation als Lieferanschrift für Auslandssendungen. Erstens besteht immer ein gewisses Risiko, dass die Zustellung in Deutschland nicht mit Deutsche Post DHL erfolgt sondern mit einem anderen Paketdienst, der auf Packstationen keinen Zugriff hat. Und zweitens schließt DHL die Lieferung von entgeltpflichtigen Auslandssendungen an Packstationen in seinen AGB aus.

Und selbst wenn Sie eine abgabenfreie Lieferung mit einem Wert von weniger als 22 Euro an eine Packstation schicken lassen, kann es Probleme geben. Hat der deutsche Zoll nämlich Zweifel an diesem niedrigen Warenwert, kann die Lieferung zur Abholung bei einem Zollamt in der Nähe des Kunden hinterlegt werden. Das geht allerdings nur, wenn dem Zoll die Hausanschrift des Kunden bekannt ist. Bei Packstations-Anschriften kann der Zoll die dahintersteckende Person nicht ermitteln und nicht benachrichtigen. Das Paket wird dann höchstwahrscheinlich ins Ausland zurückgeschickt.

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Weiterleitungsservices für Auslandspakete

Es gibt Serviceanbieter, die deutschen Kunden eine ausländische Lieferanschrift zur Verfügung stellen. Wollen Sie beispielsweise etwas in den USA kaufen, geben Sie nicht Ihre deutsche Lieferanschrift an sondern die Lageranschrift eines Serviceanbieters in den USA.

Der Serviceanbieter verwahrt das Paket dort für Sie und leitet es auf Ihre Veranlasssung hin nach Deutschland weiter. Somit können Sie z.B. mehrere Einkäufe in USA bündeln (konsolidieren) und gemeinsam nach Deutschland schicken lassen. Das spart mitunter Versandkosten.

Die Nutzung eines Paket-Weiterleitungsservice erspart Ihnen nicht die Zahlung von Einfuhrabgaben.

Nachfolgend einige bekannte Serviceanbieter, die die Paketda-Redaktion jedoch nicht getestet hat. Wir können für deren Qualität nicht haften:

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Zoll beim Onlineshopping im Ausland

Achtung, Zoll!

Die in diesem Abschnitt geht es um die unterschiedlichen Besteuerungsarten von Auslandssendungen bei der Einfuhr nach Deutschland. Ausführliche Informationen finden Sie auch hier auf der Website des deutschen Zolls.


Warenwert bis 22 Euro

Sendungen mit einem Warenwert bis maximal 22 Euro sind bei der Einfuhr nach Deutschland abgabenfrei. Der Empfänger muss keine Steuern und keinen Zoll bezahlen. In die Wertgrenze von 22 Euro werden auch die Versandkosten eingerechnet. Wenn Sie als Kunde z.B. ein Kleidungsstück im Wert von 20 Euro in China kauften und die Versandkosten betrugen 3 Euro, so ist die Freigrenze überschritten. Der deutsche Zoll rechnet ausländische Währungen automatisch in Euro um.


Warenwert zwischen 22 und 150 Euro

Liegt der Warenwert (inkl. Versandkosten) in dieser Preisspanne, erhebt der deutsche Zoll 19% Einfuhrumsatzsteuer. Die Einfuhrumsatzsteuer funktioniert quasi wie die normale deutsche Umsatzsteuer, die ja ebenfalls 19% beträgt. Wer etwas für 100 Euro in China kauft, bezahlt darauf 19% Steuern, also 19 Euro.

Eine Ausnahme sind Produkte mit reduziertem Umsatzsteuersatz, wie z.B. Bücher. Diese werden nur mit 7% besteuert.


Warenwert höher als 150 Euro

Bei einem Warenwert von mehr als 150 Euro wird zusätzlich zur Einfuhrumsatzsteuer ein Zollsatz angewendet, der je nach Produktkategorie unterschiedlich ist. So zahlt man beispielsweise auf Textilien einen anderen Zollsatz als auf Smartphones. Einen Anhaltswert können Sie mit unserem Zollrechner ermitteln


Kostenfalle Expressversand

Einige Paketdienste berechnen zusätzlich zur Einfuhrumsatzsteuer und zum Zoll noch eigene Gebühren. Bei DHL Express heißt dies zum Beispiel "Kapitalbereitstellungsprovision". Weil DHL Express als Serviceleistung für den Empfänger die Zollabwicklung durchführt und die Einfuhrabgaben verauslagt, werden Extragebühren berechnet. Genauso verfahren andere Express-Paketdienste wie UPS, Fedex oder TNT Express.

Lediglich beim langsamen Standardversand ist der Empfänger vor zusätzlichen Gebühren weitestgehend gefeit. Hier bezahlt der Empfänger die Einfuhrabgaben entweder an der Haustür an den Postboten, oder er erhält eine Abholbenachrichtigung vom nächstgelegenen Zollamt.

Kann der Empfänger die Sendung beim Zollamt innerhalb der Lagerfrist (i.d.R. zwischen 7 und 14 Tagen) nicht persönlich abholen, kann er eine kostenpflichtige Postverzollung beauftragen. Die Deutsche Post übernimmt dann die Verzollung im Auftrag des Kunden und liefert die Sendung anschließend nach Hause.

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Der Zoll hat mein Paket abgefangen

In den Import-Paketzentren der Deutschen Post DHL hat der Zoll einen eigenen Bereich, um dort Briefe, Päckchen und Pakete aus Nicht-EU-Ländern zu untersuchen. Der Zoll schafft es nicht, alle Sendungen zu untersuchen, deshalb werden nur Stichproben genommen. Landet ein Paket in einer solcher Stichprobe, kann es durchaus 2 bis 4 Wochen dauern, bis die Sendung zum Weitertransport freigegeben wird.

Der Zoll prüft, ob die Sendung korrekt deklariert ist. Wenn beispielsweise eine Markentasche aus den USA importiert wird, deren Wert mit lediglich 20 Dollar angegeben ist, werden die Zöllner hellhörig. Gleiches gilt, wenn die deklarierte Ware nicht zur Form des Pakets passt. Ist auf der Zollinhaltserklärung z.B. angegeben, dass 2 Handyschutzhüllen importiert werden, passt dazu kein Paket in Schuhkartongröße.

Der Zoll prüft außerdem, ob die importierte Waren den deutschen und EU-Vorschriften entspricht. Dazu zählt insbesondere das Vorhandensein einer CE-Kennzeichnung.

Häufig gibt es auch Probleme bei Kosmetik. Diese darf nur in die EU eingeführt werden, wenn sie den Vorschriften der Kosmetikverordnung entspricht. Dazu gehört beispielsweise die Nennung eines Hersteller-Ansprechpartners in der EU.

Nach Erfahrungen der Paketda-Redaktion sind außerdem problematisch: verderbliche Lebensmittel, selbstgemachte Lebensmittel, Lebensmittel tierischen Ursprungs, alkoholhaltige Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel und medizinische Produkte. Wir raten deshalb davon ab, solche Produkte im Ausland zu bestellen.

Sofern der Zoll den Weitertransport eines Produkts verbietet, weil es den deutschen oder EU-Vorschriften nicht entspricht, kann entweder eine Rücksendung an den Absender veranlasst werden oder die Vernichtung. Zuvor wird der Empfänger der Ware üblicherweise kontaktiert, indem das Paket bei einem Zollamt in seiner Nähe hinterlegt wird und er dort vorstellig werden muss.

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Reklamieren und retournieren

Eine Retoure ins Ausland zu schicken ist mit hohen Portokosten verbunden. Denn ausländische Verkäufer stellen häufig keinen vorgedruckten Retourenaufkleber zur Verfügung, mit dem man die Ware kostenlos zurückschicken könnte. Stattdessen muss der Kunde den Versand selbst organisieren und bezahlen.

Als erste Anlaufstelle empfehlen wir Ihnen unseren Portorechner für Auslandsversand.

Einige Waren sind so klein, dass man sie auch als Brief oder Päckchen versenden könnte. Beachten Sie jedoch, dass bei diesen Versandarten i.d.R. kein Versicherungsschutz im Verlustfall besteht. Außerdem erhalten Sie für unversicherte Sendungen keinen Einlieferungsbeleg und können somit nicht nachweisen, dass Sie die Retoure abgeschickt haben.

Geht die Retoure unterwegs verloren, ist der Einlieferungsbeleg sehr wichtig, um Schadenersatz zu erhalten. Die Paketda-Redaktion rät deshalb immer zum versicherten Versand.

Beim Versand in Nicht-EU-Länder ist das Angebot von DHL häufig am preiswertesten. Die Sendungen werden von DHL an die jeweilige nationale Postgesellschaft im Zielland übergeben. Die Transportdauer kann allerdings mehrere Woche betragen.

Versand-Informationen zu allen Ländern der Welt finden Sie hier auf der DHL-Website.

Falls Ihre Ware so kompakt ist, dass sie in einen Briefumschlag passt, kommt auch der Versand als Einschreiben International oder Wertbrief International in Frage.

  • Einschreiben sind bis 30 SZR (Sonderziehungsrechte) versichert. Den aktuellen Gegenwert von 30 SZR in EUR finden Sie hier.
  • Infos zum Wertbrief International finden Sie hier auf deutschepost.de.
  • Wertbriefe lassen sich 100-Euro-Schritten versichern bis maximal 500 Euro. Je geringer der Warenwert, desto geringer das Porto.

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Mitarbeit: Maximilian Koch

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