Versand- & Zolltipps zum Onlineshopping im Ausland

Ratgeber Onlineshopping im Ausland

In diesem Ratgeber erklären wir die häufigsten (Kosten-) Fallen bei Onlinebestellungen außerhalb der EU.


Inhaltsverzeichnis

  1. Zuverlässigkeit des Verkäufers prüfen
  2. Die passende Versandart wählen
    1. Standardversand
    2. Expressversand
    3. Packstation bei Auslandssendungen
    4. Weiterleitungsservices für Auslandspakete
  3. Achtung, Zoll!
    1. Warenwert bis 5,23 Euro
    2. Warenwert zwischen 5,23 und 150 Euro
    3. Warenwert höher als 150 Euro
    4. € 6,- Zollgebühr von Deutsche Post DHL
    5. Kostenfalle Expressversand
    6. Mein Paket hängt beim Zoll fest
  4. Teuer: Retouren ins Ausland
  5. Fragen von Nutzern


Zuverlässigkeit des Verkäufers prüfen

Neben den großen Plattformen wie eBay und Amazon gibt es Verkaufsplattform wie z.B. Aliexpress, Gearbest oder Banggood, die auf Produkte aus Asien spezialisiert sind. Verkäufer haben auf allen Plattformen ein Profil, auf dem sich Kundenbewertungen finden. Checken Sie vor jedem Kauf die Verkäuferbewertungen, um einen Eindruck von dessen Zuverlässigkeit zu erhalten.

► Vermeiden Sie Einkäufe in Onlineshops, die zwar professionell aussehen und auch ein Impressum sowie Kundenservice bieten, aber ansonsten keine Vertrauensmerkmale aufweisen (z.B. fehlende Kontaktdaten, Impressum). Googeln Sie den Namen des Onlineshops, ob sich dazu positive oder negative Bewertungen finden lassen. Lässt sich gar nichts finden, ist der Shop vermutlich eine Eintagsfliege, um arglose Kunden mit Fake-Angeboten in die Falle zu locken.

Betrüger errichten immer wieder Fake-Shops, in denen sie Markenprodukte zum Verkauf anbieten. Nach der Zahlung des Kaufpreises findet jedoch kein Versand statt, oder ein Versand wird vorgetäuscht und dazu sogar die Website eines asiatischen Paketdienstes täuschend echt nachgebaut. Solche Fake-Shops erkennen Sie an unrealistisch günstigen Verkaufspreisen.

Beim Einkauf in Chinashops müssen Sie damit rechnen, dass die gelieferte Ware nicht den ursprünglichen Produktfotos entspricht. Kunden berichten uns regelmäßig, dass Chinaprodukte kurzlebig sind und schon beim Auspacken defekt.

Faustregel: Kaufen Sie in China nur solche Produkte, deren Totalausfall Sie finanziell verschmerzen können. Defekte Produkte ins Ausland zurückzuschicken lohnt sich aufgrund der hohen Portokosten oft nicht.

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Die passende Versandart wählen

Was in Deutschland die Deutsche Post ist, ist im Ausland zum Beispiel die China Post, Singapore Post oder USPS (amerikanische Post). Diese Postgesellschaften tauschen internationale Sendungen untereinander aus. Wird eine Ware beispielsweise mit der Hongkong Post verschickt, erfolgt die Zustellung in Deutschland üblicherweise mit der Deutschen Post. Welche Versandarten es sonst noch gibt, erfahren Sie nachfolgend.


Standardversand

Wenn der ausländische Verkäufer die Versanddauer mit 2 bis 4 Wochen angibt, kann man fast immer von einem Versand mit der nationalen Postgesellschaft im Absenderland ausgehen. Die Zustellung erfolgt dann in Deutschland entweder als Brief, Einschreiben oder Päckchen mit der Deutschen Post. Oder als Paket mit DHL.



Expressversand

Wird eine Lieferdauer von weniger als 2 Wochen angegeben, lässt sich die Versandart nicht per Faustregel bestimmen. Einige Verkäufer bündeln beispielsweise Sendungen für deutsche Kunden bereits in Asien.

Anschließend werden diese gebündelten Sendungen in die EU geflogen und dort z.B. an DPD oder Hermes übergeben. Deutsche Post DHL bleibt in diesem Fall häufig außen vor. Diese Versandart ist schneller als Standardversand, aber langsamer als "echter" Expressversand. Ein weiterer Vorteil dieser Versandart ist, dass der Absender die Sendungen verzollt und dem Kunden keine weiteren Kosten entstehen.

Um einen echten Expressversand handelt es sich, wenn der Absender mit Paketdiensten wie UPS, TNT Express, Fedex oder DHL Express versendet. Die Versanddauer beträgt ungefähr 1 Woche. Die Geschwindigkeit hat allerdings ihren Preis; die Versandkosten liegen oft bei 30 bis 50 Euro.

Lesen Sie auch unsere Zoll-Informationen. Denn Express-Paketdienste berechnen für die Zollabwicklung i.d.R. eigene, zusätzliche Gebühren.


Packstation bei Auslandssendungen

Bitte nutzen Sie keine Packstation als Lieferanschrift für Auslandssendungen. Erstens besteht immer ein gewisses Risiko, dass die Zustellung in Deutschland nicht mit Deutsche Post DHL erfolgt sondern mit einem anderen Paketdienst, der auf Packstationen keinen Zugriff hat. Und zweitens schließt DHL die Lieferung von entgeltpflichtigen Auslandssendungen an Packstationen in seinen AGB aus.

Und selbst wenn Sie eine abgabenfreie Lieferung mit einem Wert von weniger als 5,23 Euro an eine Packstation schicken lassen, kann es Probleme geben. Hat der deutsche Zoll nämlich Zweifel an diesem niedrigen Warenwert, kann die Lieferung zur Abholung bei einem Zollamt in der Nähe des Kunden hinterlegt werden.

Das geht allerdings nur, wenn dem Zoll die Hausanschrift des Kunden bekannt ist. Bei Packstations-Anschriften kann der Zoll die dahintersteckende Person nicht ermitteln und nicht benachrichtigen. Das Paket wird dann höchstwahrscheinlich ins Ausland zurückgeschickt.

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Weiterleitungsservices für Auslandspakete

Es gibt Serviceanbieter, die deutschen Kunden eine ausländische Lieferanschrift zur Verfügung stellen. Wollen Sie beispielsweise etwas in den USA kaufen, geben Sie nicht Ihre deutsche Lieferanschrift an sondern die Lageranschrift eines Serviceanbieters in den USA.

Der Serviceanbieter verwahrt das Paket dort für Sie und leitet es auf Ihre Veranlassung hin nach Deutschland weiter. Somit können Sie z.B. mehrere Einkäufe in USA bündeln (konsolidieren) und gemeinsam nach Deutschland schicken lassen. Das spart mitunter Versandkosten.

Die Nutzung eines Paket-Weiterleitungsservice erspart Ihnen nicht die Zahlung von Einfuhrabgaben.

Nachfolgend einige bekannte Serviceanbieter für US-Lieferadressen, die die Paketda-Redaktion jedoch nicht getestet hat. Wir können für deren Qualität nicht haften.

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Zoll beim Onlineshopping im Ausland

Achtung, Zoll!

Die in diesem Abschnitt geht es um die unterschiedlichen Besteuerungsarten von Auslandssendungen bei der Einfuhr nach Deutschland. Ausführliche Informationen finden Sie auch auf der Website des deutschen Zolls.

Muss ich mein Paket beim Zoll abholen?



Warenwert bis 5,23 Euro

Sendungen mit einem Warenwert bis maximal 5,23 Euro sind bei der Einfuhr nach Deutschland abgabenfrei. Der Empfänger muss keine Steuern und keinen Zoll bezahlen. Früher lag die Zollfreigrenze bei 22 Euro, das wurde zum 1.7.2021 jedoch abgeschafft (Details dazu hier).

Wichtig zu wissen: In die Wertgrenze von 5,23 Euro werden die Versandkosten eingerechnet. In der Praxis ist es deshalb unwahrscheinlich, unterhalb dieser Freigrenze zu bleiben.

Beispiel: Sie kaufen ein Kleidungsstück im Wert von 5 Euro in China, und die Versandkosten betragen 3 Euro. Der Gesamtwert von 8 Euro überschreitet die Freigrenze, so dass 19% Einfuhrumsatzsteuer fällig wird. Falls Sie in ausländischer Währung bezahlen, rechnet sie der deutsche Zoll automatisch in Euro um. Als Umrechnungskurs wird das Datum der Zollabfertigung verwendet und nicht das Bestelldatum.


Warenwert zwischen 5,23 und 150 Euro

Liegt der Warenwert (inkl. Versandkosten) in dieser Preisspanne, erhebt der deutsche Zoll 19% Einfuhrumsatzsteuer. Die Einfuhrumsatzsteuer funktioniert quasi wie die normale deutsche Umsatzsteuer, die ja ebenfalls 19% beträgt. Wer etwas für 100 Euro in China kauft, bezahlt darauf 19% Steuern, also 19 Euro.

Eine Ausnahme sind Produkte mit reduziertem Umsatzsteuersatz, wie z.B. Bücher. Diese werden nur mit 7% besteuert.


Warenwert höher als 150 Euro

Bei einem Warenwert von mehr als 150 Euro wird zusätzlich zur Einfuhrumsatzsteuer ein Zollsatz angewendet, der je nach Produktkategorie unterschiedlich ist. So zahlt man beispielsweise auf Textilien einen anderen Zollsatz als auf Smartphones. Einen Anhaltswert können Sie mit unserem Zollrechner ermitteln


€ 6,- Zollgebühr von Deutsche Post DHL

Seit März 2018 berechnet Deutsche Post DHL eine zusätzliche Gebühr für zollpflichtige Standardsendungen. Und zwar eine 6 Euro teure Auslagepauschale. Sie wird immer dann fällig, wenn der Empfänger auf eine Auslandssendung Einfuhrabgaben bezahlen muss. Also ab 5,23 Euro bei Onlinebestellungen bzw. 45 Euro bei privaten Geschenkpaketen.

Hat Ihnen der Onlineshop schon im Bestellprozess 19% deutsche Umsatzsteuer berechnet, kassiert der Bote bei Lieferung kein Geld - weder Einfuhrabgaben noch Auslagepauschale. Dieses Verfahren nennt sich IOSS.

Der Empfänger bezahlt die 6-Euro-Gebühr zusammen mit den Einfuhrabgaben entweder an der Haustür an den Postboten, oder er erhält eine Abholbenachrichtigung vom nächstgelegenen Zollamt.

Kann der Empfänger die Sendung beim Zollamt innerhalb der Lagerfrist (i.d.R. zwischen 7 und 14 Tagen) nicht persönlich abholen, kann er eine kostenpflichtige Postverzollung beauftragen. Die Deutsche Post übernimmt dann die Verzollung im Auftrag des Kunden und liefert die Sendung anschließend nach Hause.

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Kostenfalle Expressversand

DHL Express und andere Express-Paketdienste wie UPS, TNT Express oder Fedex hinterlegen prinzipiell keine Sendungen zur Abholung bei örtlichen Zollämtern. Die Paketdienste führen die Verzollung im Auftrag des Empfängers durch und berechnen dafür Extra-Gebühren.

Bei DHL Express heißt diese Extra-Gebühr beispielsweise Kapitalbereitstellungsprovision. Weil DHL Express als Serviceleistung für den Empfänger die Zollabwicklung durchführt und die Einfuhrabgaben verauslagt, werden mindestens 14,88 Euro fällig (Stand 8/2021). Bei den anderen Express-Paketdiensten (z.B. UPS, Fedex, TNT Express) sind die Kosten ähnlich hoch.

Beachten Sie auch, dass der Verkäufer den Expressversand nicht kostenlos anbietet. Die Versandkosten müssen in der Rechnung ausgewiesen sein, sonst darf der deutsche Zoll sie schätzen. Mehr zu dieser Kostenfalle im Ratgeber Zoll bei versandkostenfreien Paketen.

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Mein Paket hängt beim Zoll fest

In den Import-Paketzentren der Deutschen Post DHL hat der Zoll einen eigenen Bereich, um dort Briefe, Päckchen und Pakete aus Nicht-EU-Ländern zu untersuchen. Der Zoll schafft es nicht, alle Sendungen zu untersuchen, deshalb werden nur Stichproben genommen. Landet ein Paket in einer solcher Stichprobe, kann es durchaus 2 bis 4 Wochen dauern, bis die Sendung zum Weitertransport freigegeben wird.

Der Zoll prüft, ob die Sendung korrekt deklariert ist. Wird beispielsweise eine Markentasche aus den USA importiert, deren Wert mit lediglich 20 Dollar angegeben ist, werden die Zöllner hellhörig. Gleiches gilt, wenn die deklarierte Ware nicht zur Form des Pakets passt. Ist auf der Zollinhaltserklärung z.B. angegeben, dass 2 Handyschutzhüllen importiert werden, passt dazu kein Paket in Schuhkartongröße.

Der Zoll prüft außerdem, ob die importierte Waren den deutschen und EU-Vorschriften entspricht. Dazu zählt z.B. das Vorhandensein einer CE-Kennzeichnung und bei Technikprodukten eine deutsche Bedienungsanleitung.

▶ Häufig gibt es auch Probleme bei Kosmetik. Diese darf nur in die EU eingeführt werden, wenn sie den Vorschriften der Kosmetikverordnung entspricht. Dazu gehört beispielsweise die Nennung eines Hersteller-Ansprechpartners in der EU. Für Spielzeuge gelten ebenfalls besondere Vorschriften gemäß der EU-Spielzeugrichtlinie.

Nach Erfahrungen der Paketda-Redaktion sind außerdem problematisch: verderbliche Lebensmittel, selbstgemachte Lebensmittel, Lebensmittel tierischen Ursprungs (z.B. Fleisch, Milch, Honig), Tee, Nahrungsergänzungsmittel sowie Medizin. Wir raten deshalb davon ab, sich solche Produkte aus Nicht-EU-Ländern schicken zu lassen.

Grundsätzlich erlaubt zur Einfuhr sind Tabak, Kaffee, alkoholhaltige Lebensmittel und alkoholhaltige Produkte (Parfum), aber es werden sogenannte Verbrauchssteuern fällig. Erfahrungsgemäß sind die Verbrauchssteuern so hoch, dass ein Import aus dem Ausland genauso teuer wird wie ein Kauf in Deutschland. Für den Import per Paket gelten außerdem nicht die Freigrenzen, die bei der Rückkehr von einer Auslands-Reise gelten.

Sofern der Zoll den Weitertransport eines Produkts verbietet, weil es den deutschen oder EU-Vorschriften nicht entspricht, kann entweder eine Rücksendung an den Absender veranlasst werden oder die Vernichtung. Zuvor wird der Empfänger der Ware üblicherweise kontaktiert, indem das Paket bei einem Zollamt in seiner Nähe hinterlegt wird und er dort vorstellig werden muss.

Haben Sie (un-) wissentlich ein gefälschtes Markenprodukt importiert, das vom deutschen Zoll beschlagnahmt wurde, finden Sie die Einschätzung eines Rechtsanwalts in diesem Ratgeber.

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Teuer: Retouren ins Ausland

Bevor Sie im Ausland bestellen, lesen Sie im Onlineshop die Infos über Rücksendungen. Einige Chinashops stellen deutsche Rücksendeanschriften zur Verfügung, so dass Sie dorthin Ware preiswert zurückschicken können. Verlangt der Verkäufer hingegen eine Rücksendung nach China, in die USA oder sonstiges Ausland, entstehen hohe Portokosten.

Eine Retoure ins Ausland lohnt sich unserer Meinung nach erst ab einem Warenwert von 80 bis 100 Euro, weil Sie mit Portokosten von 25 bis 50 Euro rechnen müssen. Von einem preiswerteren Versand als DHL Päckchen raten wir ab, weil es unversichert ist und keine Sendungsverfolgung beinhaltet. Der Verkäufer könnte den Erhalt des Päckchens bestreiten und Ihnen die Rückzahlung verweigern.

Kunden schildern uns manchmal, dass Chinaverkäufer die Annahme von Retouren verweigern, weil sie Einfuhrabgaben (Zoll) dafür bezahlten sollen. Wie Sie das mit einer korrekten Zolldeklaration verhindern, erfahren Sie in unserem separaten Ratgeber zu Retouren ins Ausland.

Auch wichtig: Sie können mit DHL aus Gründen der Luftfracht-Sicherheit keine Produkte ins Ausland schicken, die Batterien oder Akkus enthalten (z.B. Smartphones). Mit UPS ist ein Batterieversand möglich, allerdings verlangt UPS ein hohes Porto. Mehr Infos in unserem Batterieversand-Ratgeber.

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Mitarbeit: Maximilian Koch


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