Verpackungstipps für Pakete

Pakete sind auf dem Transport starken Belastungen ausgesetzt, zum Beispiel durch Förderbänder, Rutschen und das Aufstapeln in Sammelcontainern.

Weil die Paketsortierung hoch automatisiert erfolgt, werden außerdem keine Aufkleber wie "Achtung, Glas" oder "Nicht werfen" berücksichtigt. In der Regel schließen die Paketdienste die Wirkung solcher Hinweise sogar in ihren AGB aus. Als Versender müssen Sie den Inhalt eines Pakets deshalb so gut verpacken, dass er gegen Stöße und Druckeinwirkungen von außen geschützt ist.

Wird ein Paket unterwegs beschädigt, haften Paketdienste nur, wenn die Verpackung ausreichend gut war. Bei einer zu schwachen Verpackung lehnen Paketdienste die Zahlung von Schadenersatz ab. Lesen Sie bei Bedarf unseren separaten Ratgeber zum Thema Paket beschädigt, aber Paketdienst zahlt keinen Schadensersatz.

Infografik mit Verpackungstipps

Inhaltsverzeichnis

  1. Einen starken Versandkarton aussuchen
  2. Mein Paket ist nicht rechteckig
  3. Welches Polstermaterial ist geeignet?
  4. Mehrere Produkte in einem Paket versenden
  5. Paket zukleben und abschicken
  6. Welche Dinge sind in Paketen verboten?

1) Einen starken Versandkarton aussuchen

Bei Kartons unterscheidet man zwischen sogenannten Verkaufskartons und Versandkartons.

Beispiel: Neue Schuhe werden in farbigen Verkaufskartons mit dem jeweiligen Markenlogo geliefert. Verkaufskartons sind meistens aus dünner Pappe und deshalb nicht für den Paketversand geeignet. Sie würden unter Druck zerquetscht werden.

Wenn Sie Schuhe bei einem Onlineshop wie z.B. Zalando bestellen, verpackt der Shop den Schuhkarton in einen zusätzlichen Umkarton. Dieser Umkarton ist ein stabiler Versandkarton. Er schützt den instabilen Schuhkarton vor Beschädigungen auf dem Transportweg.

Das Schaubild zeigt, wie Sie den Unterschied erkennen; nämlich an der Beschaffenheit des Karton-Querschnitts.

► Instabile Verkaufsverpackungen haben eine 1 bis 2 Millimeter dünne Kartonschicht.
► Stabile Versandkartons sind 4 bis 5 Millimeter dick und haben eine sichtbare Wellenstruktur.

Wellpapp-Strutkur eines Versandkartons

Aufgrund der Wellenstruktur heißt die Kartonsorte Wellpappe. Es gibt auch Kartons mit zwei oder drei Wellen-Lagen. Je mehr übereinanderliegende Wellen ein Karton aufweist, desto stabiler ist er und desto schwerere Produkte können in dem Karton verschickt werden.

Fazit: Verschicken keine Produkte in Verkaufsverpackungen. Zu Hause mag sich ein Schuhkarton ausreichend stabil anfühlen. Aber stellen Sie sich gedanklich vor, Sie würden ein 6er Pack Wasserflaschen auf den Karton stellen. Unter so einer Belastung bricht eine Verkaufsverpackung zusammen - eine Versandverpackung jedoch nicht.

Wichtig ist außerdem, den Versandkarton ausreichend groß zu wählen. Rund um die verschickte Ware sollte Platz vorhanden sein, um den Karton mit Polstermaterial auszufüllen. Details dazu in den nächsten Abschnitten.

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2) Mein Paket ist nicht rechteckig

Paketdienste berechnen Sperrgut-Zuschläge, wenn ein Paket nicht quaderförmig bzw. rechteckig ist. Denn solche Pakete können auf den automatischen Sortieranlagen nicht bearbeitet werden (Fachbegriff: "nicht bandfähig" oder "nicht sorterfähig"). Sperrgut-Pakete müssen von Hand sortiert werden, was außerdem zu längeren Lieferzeiten führen kann.

Die höheren Kosten einer manuellen Sortierung geben Paketdienste in Form von Sperrgut-Zuschlägen an Kunden weiter. Diese Kosten können Sie vermeiden, indem Sie einen passend großen Verpackungskarton nutzen, so dass die Ware nicht übersteht und es keine Ausbeulungen am Karton gibt.

Übrigens können Sie auch Briefumschläge und Luftpolsterumschläge als Päckchen oder Paket versenden, sofern die Mindestmaße eingehalten werden und der Inhalt nicht biegsam ist. Das Mindestmaß für DHL-Pakete bzw. Päckchen beträgt 15 x 11 x 1 cm. Für Päckchen und Pakete muss also nicht zwingend ein Karton verwendet werden.

Umgekehrt ist es zulässig, beim Versand von Groß- und Maxibriefen oder Warensendungen Kartonverpackungen zu nutzen. Wichtig ist nur, dass der Karton die Maximalmaße der jeweiligen Versandart nicht überschreitet.

Ein Spezialfall ist der Versand in Rollenform, z.B. von Postern und Landkarten. Rollen werden ähnlich wie Sperrgut mit einem Aufpreis belegt. Bei DHL müssen Sie eine sogenannte Rollenmarke zusätzlich zur Paketmarke kaufen.

Verschicken Sie eine Rolle mit Hermes, wird kein Aufpreis fällig. Das gilt für Rollen bis 100cm Länge und einem Durchmesser von max. 20cm. Um bei anderen Paketdiensten den Rollen-Aufpreis zu vermeiden, können Sie gerollte Ware einfach in eine rechteckige, längliche Versandhülse verpacken. Entsprechende Angebote finden Sie z.B. hier bei Amazon (Anzeige).

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3) Welches Polstermaterial ist geeignet?

Abhängig von der Beschaffenheit des zu versendenen Gegenstands ist eine passende Innenpolsterung zu wählen. Ein Paar Schuhe brauchen beispielsweise weniger Schutz durch Polsterung als eine Digitalkamera.

Faustregel: Je schwerer die Ware ist, desto stärker und voluminöser sollte das Polstermaterial beschaffen sein.

Stellen Sie sich vor, Sie verschicken einen Ziegelstein, der mit Luftpolsterfolie umwickelt ist. Die Luftpolsterfolie wird keine Schutzfunktion entfalten, weil die Masse des Ziegelsteins die Luftpolsterblasen einfach zerquetscht. In diesem Fall wäre Styropor eine bessere Wahl.

Für leichtgewichtige Gegenstände aus Kunststoff, kleine Sammelfiguren, Geschenkartikel oder DVDs ist Luftpolsterfolie hingegen ideal. Auch Rollenwellpappe oder Airbags (großvolumige Plastikluftkissen) kommen in Frage. Bei empfindlichen Inhalten wie Glas oder elektronischen Geräten (Smartphones), sollten Sie fünf bis sechs Lagen Luftpolsterfolie verwenden.

Vorsicht bei Seidenpapier und zusammengeknülltem Zeitungspapier. Seidenpapier lässt sich extrem stark zusammendrücken. Man braucht also eine große Menge davon, damit die Polsterung wirkt. Bei Zeitungspapier ist es ähnlich: Knüllt man es nur grob zusammen, entstehen große Lufträume in den Papierknäueln. Diese Hohlräume können auf dem Transportweg ruckzuck zusammengequetscht werden. Dadurch entstehen unausgefüllte Freiräume im Versandkarton, die Ware kann folglich hin- und herschleudern und durch Stöße beschädigt werden.

► Falls Sie Verpackungschips oder Maisflakes verwenden, geben Sie diese zum Schluss ins Paket. Verwenden Sie die Chips nicht als alleiniges Polstermaterial sondern nutzen sie in Kombination mit Luftpolsterfolie. Schütteln Sie das Paket nach dem Einfüllen der Chips, damit die Chips alle Hohlräume ausfüllen. Füllen Sie anschließend ggf. weitere Verpackungschips auf.

Für den Versand von Flaschen haben wir übrigens einen separaten Ratgeber erstellt: So funktioniert der Versand mit Flaschenkartons.

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Ein Paket verpacken

4) Mehrere Produkte in einem Paket versenden

Werden in einem Karton mehrere Waren gleichzeitig verschickt, müssen diese mit ausreichendem Abstand voneinander getrennt sein. Ansonsten könnten die Waren beim Transport aneinander stoßen und sich gegenseitig beschädigen. Dazu ist nichtmal Druck von außen notwendig. Es genügen die beim Transport entstehen Fliehkräfte, zum Beispiel auf Paketrutschen oder in Kurven von Förderbändern.

Als Trennelemente eignen sich zum Beispiel dicke Kartonstreifen oder Styroporelemente. Wichtig ist, dass weder die Waren noch die Trenner bei Erschütterungen verrutschen.

Achten Sie außerdem auf mindestens 5cm Abstand zwischen der Außenwand des Versandkartons und der Ware im Inneren. Dieser Freiraum muss mit Polstermaterial aufgefüllt werden, um Stöße zu absorbieren.

Zerbrechliche Inhalte, wie zum Beispiel Glas, Keramik oder Elektronik erfordern eine besonders sorgfältige Verpackung und sollten lieber nicht zusammen mit schweren Produkten verschickt werden. Bildlich gesprochen: Packen Sie keine Brille gemeinsam mit einem 500er Pack Druckerpapier in einen Karton. Das Druckerpapier würde beim Transport so starke Fliehkräfte entwickeln, dass es die leichtgewichtige Brille sprichwörtlich überrollt. Die Lösung wäre in diesem Fall, die Brille in einen kleinen Zusatzkarton zu packen oder in ein Brillenetui, um sie zu schützen.

Faustregel: Die Wahl des Füllmaterials sollte sich bei mehreren unterschiedlichen Produkten nach dem empfindlichsten Produkt richten.

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Eine Sortieranlage von DHL

5) Paket zukleben und abschicken

Nach dem Verpacken der Ware ist ein Schütteltest empfehlenswert. Verschließen Sie die Kartonklappen, heben das Paket an und schütteln es nach allen Seiten und kopfüber. Falls Sie im Inneren starke Bewegungen der Ware spüren, ist die Polsterung unzureichend.

Die Polsterung ist ebenfalls unzureichend, wenn Sie es mit dem Füllmaterial übertreiben und der Versandkarton ausgebeult ist. Gleichsam ist es nicht empfehlenswert, zu wenig Polstermaterial zu verwenden, weil Hohlräume im Karton unter Druck nachgeben und die Verpackung dann aufreißen kann.

► Tipp: Zu hohe Kartons können Sie an den Seiten etwas einschneiden, nach innen klappen und dadurch das Kartonvolumen reduzieren.

Zu guter Letzt verkleben Sie das Paket mit stark haftendem Klebeband. Verwenden Sie mehrere Lagen Klebeband, sofern es sich um schweres Transportgut handelt. Keinesfalls dürfen Sie Bindfäden oder Paketschnur verwenden, weil sie sich in den Förderanlagen verhaken.

Achten Sie darauf, dass sich keine alten Paketaufkleber oder Strichcodes auf dem Paket befinden. Ansonsten kann es bei der automatischen Paketsortierung zu Fehlern kommen.

Eine korrekte und deutlich geschriebene Empfängeranschrift sollte selbstverständlich sein. Am besten kaufen Sie das Paketporto auf der Website Ihres Paketdienstes (Preisvergleichs-Rechner hier). Dann wird die Lieferanschrift im Strichcode des Paketaufklebers verschlüsselt, und Sortier- und Lesefehler wegen schlechter Handschrift sind ausgeschlossen.

Extratipps:

  • Legen Sie einen Zettel mit Absender- und Empfängeranschrift ins Paket. Falls der äußere Paketaufkleber beschädigt wird, kann der Paketdienst das Paket trotzdem zuordnen.
  • Kleben Sie den Paketaufkleber auf die flachenmäßig größte Seite des Pakets.
  • Achten Sie darauf, das Adressetikett fest und plan aufzukleben. Es sollte keine Wellen schlagen und sich nicht ablösen.
  • Fotografieren Sie den Inhalt und die Verpackung vor dem Abschicken. Das erleichtert die Beweisführung im Schadenfall.

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Tipp: Fotografieren Sie das verpackte Pakete vor dem Abschicken

6) Welche Dinge sind in Paketen verboten?

Erkundigen Sie sich bei Ihrem Paketdienst, wenn Sie sich unsicher sind, ob gefährliche Güter eventuell von der Beförderung ausgeschlossen sind. Hierzu können z.B. Feuerzeuge gehören, Feuerwerk, Waffen, aber auch Schmuck, Edelmetalle, Bargeld, Drogen, Kunstwerke und Tiere (egal ob tot oder lebendig).

In Paketzentren kommt es immer wieder zu Evakuierungen, wenn z.B. Flüssigkeiten aus Paketen heraustropfen und / oder sich undefinierbare Gerüche in der Sortierhalle ausbreiten. Viele Paketzentren sind deshalb mit Gefahrstoff-Sensoren ausgerüstet, die selbst kleinste Mengen austretender Giftstoffe signalisieren. Kommt es daraufhin zu einem Feuerwehr-Einsatz, stellt der Paketdienst dem Absender die Kosten wahrscheinlich in Rechnung.

Verschicken Sie zur Sicherheit der Paketdienst-Mitarbeiter und des Empfängers bitte keine Gefahrgüter als normales Paket. Paketdienste ermöglichen den Transport von Gefahrgütern, allerdings nur bei ordnungsgemäßer Deklaration und fachmännischer Verpackung. Gefahrgut-Verpackungen müssen in der Regel zertifiziert sein.

Beim Versand ins Ausland sind Akkus und Batterien ein großes Problem. Aufgrund von Sicherheitsbestimmungen in der Luftfracht ist es für Normalkunden schwierig bis unmöglich, z.B. Handys mit eingebautem Akku ins Ausland zu verschicken. Solche Pakete fallen bei Röntgenkontrollen auf, werden aussortiert und an den Absender zurückgeschickt. Details dazu in unserem Ratgeber zum Batterie- und Akkuversand.

Auch der Versand von Trockeneis unterliegt Gefahrgut-Bestimmungen. Lesen Sie bei Interesse bitte unseren Ratgeber Trockeneis-Versand.

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Ihre Fragen zum Thema Pakete sicher verpacken