Paket nochmal bringen: wie funktioniert das?

Es gibt unterschiedliche Fälle, in denen ein Kunde ein Paket nicht wie gewünscht erhalten hat und sich deshalb wünscht, dass das Paket noch einmal korrekt geliefert wird. In diesem Ratgeber geht es um folgende Themen:

Inhaltsverzeichnis

  1. Ich war nicht zu Hause und das Paket liegt im Paketshop / Filiale. Kann das Paket nochmal zu mir gebracht werden?
  2. Ich war zu Hause, und das Paket wurde grundlos in eine Filiale oder Paketshop gebracht. Ich will es dort nicht abholen.

Ich war nicht zu Hause und das Paket liegt im Paketshop / Filiale. Kann das Paket nochmal zu mir gebracht werden?

Wenn es sich um ein DHL-Paket handelt, können Sie unter www.dhl.de/nochmal-zustellen beauftragen, dass das Paket nochmal zu Ihnen an die Hausanschrift gebracht wird. Das ist die sogenannte Zweitzustellung.

Erfahrungen anderer DHL-Kunden im Paketda-Kundenforum zeigen jedoch, dass dies nicht immer funktioniert. Angeblich bekommen die Zusteller die Abholaufträge auf ihre Handscanner übermittelt. Dort seien sie leicht zu übersehen und werden deshalb manchmal nicht ausgeführt. Wenden Sie sich in diesem Fall am besten an die DHL-Kundenhotline.

Sofern das Paket bis kurz vor Ablauf der Lagerfrist nicht an Ihre Hausanschrift geliefert wurde, holen Sie es am besten selbst in der Filiale bzw. im Paketshop ab, um keine Retoure an den Absender zu riskieren.

Wenn es sich nicht um ein DHL-Paket handelt, sondern z.B. um ein Paket von Hermes, DPD, GLS oder UPS, so ist in der Regel keine Zweitzustellung an Ihrer Haustür möglich. Das gilt zumindest dann, wenn Sie nicht zu Hause waren und das Paket deshalb nach dem ersten Zustellversuch in einen Paketshop gebracht wurde. Wenn das Paket hingegen nicht in einen Paketshop gebracht wurde, bringt es der Zusteller zurück ins Depot. Nun können Sie mit einem Anruf bei der Paketdienst-Hotline (oder online mittels DPD-Benachrichtigungskarte oder GLS-Benachrichtigungskarte) eine Neuzustellung oder Paketumleitung beauftragen.

Rufen Sie bei Lieferproblemen am besten direkt beim Paketdienst an. Die Hotline-Nummern finden Sie hier.

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Ich war zu Hause, und das Paket wurde grundlos in eine Filiale oder Paketshop gebracht. Ich will es dort nicht abholen.

Einen Zustellversuch an der Hausanschrift des Empfängers zu unternehmen gehört zu den vertragsgemäßen Leistungen des Paketdienstes. Sprich: Der Paketdienst bzw. der Zusteller muss das Paket zu der auf dem Paketaufkleber genannten Anschrift bringen. Nur wenn die Zustellung dort misslingt, darf das Paket z.B. bei Nachbarn oder in einem Paketshop abgegeben werden.

Paketzusteller dürfen Pakete nicht sofort an eine Filiale / Paketshop umleiten, ohne vorher einen Zustellversuch beim Empfänger unternommen zu haben.

Manchmal passiert es jedoch trotzdem, dass Zusteller z.B. so überlastet sind, dass sie ihre Touren nicht schaffen und einige Pakete direkt zur Abholung in eine Postfiliale bringen. In der Weihnachtszeit kann das vorkommen, weil das Sendungsaufkommen dann teils doppelt so hoch ist. So etwas darf jedoch kein Dauerzustand sein.

Wenn Sie als Kunde regelmäßig bemerken, dass Pakete nicht nach Hause geliefert werden, sondern in einem Paketshop landen, dann empfiehlt sich eine Beschwerde beim Paketdienst. Versuchen Sie es zunächst telefonisch. Bitten Sie die Hotline darum, dass der Fahrer beauftragt wird, das Paket aus dem Paketshop wieder abzuholen und zu Ihnen nach Hause zu bringen.

Diese doppelte Arbeit ist für den Zusteller sehr aufwändig und dadurch bleibt zu hoffen, dass er sein Verhalten künftig ändert.

Rechtlich und theoretisch gesehen haben Sie als Empfänger evtl. einen Schadenersatzanspruch gegen den Paketdienst, sofern kein echter Zustellversuch stattgefunden hat und Ihnen Mehraufwand durch die Abholung im Paketshop entsteht (z.B. für Fahrtkarten dorthin). Beachten Sie dazu die Erläuterungen von Rechtsanwalt Christian Solmecke im Video:

Die im Video angesprochene, umständliche Drittschadensliquidation ist nach Meinung der Paketda-Redaktion übrigens nicht notwendig. Als Empfänger können Sie sich auf § 421 Abs. 1 HGB berufen und genau die gleichen Ansprüche gegen einen Paketdienst durchsetzen, die auch der Absender hat.

Knackpunkt: In der Praxis kann man als Kunde kaum beweisen, dass ein Zusteller einen Zustellversuch nicht unternommen bzw. vorgetäuscht hat. Manchmal wird tatsächlich die Haustürklingel überhört oder man schafft es nicht rechtzeitig zur Tür, so dass der Zusteller schon wieder weg ist. Käme es zu einer Gerichtsverhandlung, stünde die Aussage des Kunden wohl gegen die Aussage des Zustellers.

Nur wenn man als Kunde eindeutige Beweise für das Fehlverhalten des Zustellers hat (z.B. Videoüberwachung), und wenn dieses Fehlverhalten über längere Zeit vorkommt, könnte nach unserer Meinung ein Rechtsstreit in Erwägung gezogen werden. Wir bei Paketda.de empfehlen jedoch, vorher regelmäßig Beschwerden beim Paketdienst einzureichen. Und zwar für jeden einzelnen Fall, so dass der Paketdienst auf das Fehlverhalten des Mitarbeiters aufmerksam wird und interne Maßnahmen ergreifen kann.

Tipp: Nutzen Sie unseren Musterbrief, um Fahrtkosten für die Paketabholung als Schadenersatz geltend zu machen.
Musterbrief: Fahrtkosten zurückfordern

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