ParcelLock: Offener Paketkasten für alle Paketdienste

Parcellock-Paketkasten von Burg Wächter

Parcellock nimmt eine Sonderstellung bei den Paketkästen ein. Denn Parcellock ist kein Hersteller von Paketkästen sondern die Bezeichnung für ein elektronisches Schließsystem für Paketkästen. Parcellock wurde von DPD, Hermes und GLS entwickelt, um dem DHL-Paketkasten etwas entgegen zu setzen.

Inhaltsverzeichnis

  1. So funktioniert Parcellock
  2. Vor- und Nachteile von Parcellock vs. klassischem Schloss
  3. Paketkästen, die mit Parcellock erhältlich sind
  4. Erfahrungen aus der Praxis

So funktioniert Parcellock

Parcellock ist kein Hersteller von Paketkästen. Stattdessen arbeitet man mit etablierten Herstellern wie Renz oder Burg-Wächter zusammen. In deren Paketkästen wird das Parcellock-System eingebaut, um elektronisch zu steuern, welche Paketzusteller den Kasten öffnen dürfen.

Parcellock wurde als offenes System konzipiert, so dass prinzipiell jeder Lieferant in einen Parcellock-Kasten Waren einlegen kann. Das gilt sogar für Supermarkt-Lieferdienste oder andere, lokale Bringdienste. Knackpunkt: DHL verweigert sich offiziell dem Parcellock-System und möchte lieber seinen eigenen DHL-Paketkasten am Markt durchsetzen. In der Praxis akzeptieren DHL-Zusteller aber trotzdem Parcellock-Kästen, wie dieser Kundenbericht zeigt.

Als Kunde von Parcellock behält man Paketlieferungen über das Onlineportal www.parcellock.de oder die Parcellock-Smartphone-App im Auge. Darüber kann man auch festlegen, welche Lieferanten den Paketkasten benutzen dürfen und welche nicht. Online steuerbar ist z.B. der Zugang für Hermes, DPD und GLS. Nicht jedoch für DHL und UPS. Um DHL, UPS, TNT, Fedex und sonstigen "fremden" Lieferanten (z.B. Apotheke, Bäckerei, Supermarkt, usw.) einen Parcellock-Zugang zu gewähren, sind sog. Dauer-TANs notwendig.


Was ist eine Dauer-TAN?

Eine Dauer-TAN besteht aus einem Zahlencode, der an beliebige Paketdienste oder regionale Lieferdienste vergeben werden kann, damit diese den Parcellock-Kasten öffnen können. Eine Dauer-TAN kann für bis zu 16 Teilnehmer angelegt werden. Eine Dauer-TAN kann auch wieder gelöscht werden, um einem Lieferanten den Zugang zu entziehen.

Nachdem die Parcellock-Box mit einer Dauer-TAN geöffnet wurde, bleibt sie temporär für nachfolgende Lieferungen gesperrt. Und zwar solange, bis der Empfänger das Paket entnommen hat. Das taggleiche Einlegen mehrerer Pakete von verschiedenen Lieferanten ist nur bei Hermes, GLS und DPD möglich. Nicht aber bei sonstigen Lieferanten, die mit Dauer-TANs auf Parcellock zugreifen.

Auf Wunsch kann über das Parcellock-Onlineportal eingestellt werden, dass Mehrfachlieferungen auch bei Hermes, DPD und GLS unterbunden werden. Auch eine sogenannte "Abhol-Priorität" kann aktiviert werden. Diese Funktion verhindert das Öffnen der ParcelLock-Box, solange darin ein Paket zur Abholung hinterlegt ist. Die Box kann von anderen Lieferanten erst geöffnet werden, nachdem die abzuholende Sendung vom beauftragten Paketdienst entnommen wurde.

Jeder Paketkasten mit Parcellock-System erhält vom Hersteller eine eindeutige Nummer; ähnlich wie die Kfz-Identifikationsnummer beim Auto. Diese Paketkasten-ID ist in einem QR-Code hinterlegt, der sich neben dem Parcellock-Bedienfeld befindet. Bevor ein Lieferant den Parcellock-Kasten öffnen kann, muss er den QR-Code einscannen. Wie es genau funktioniert, zeigt das folgende Video.

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Vor- und Nachteile von Parcellock vs. klassischem Schloss

Nach Meinung der Paketda-Redaktion sind Paketkästen mit einem mechanischem Schloss den elektronischen Schlössern überlegen. Als Kunde mit einem DHL-Paketkasten kann man nur DHL-Pakete empfangen. Als Kunde mit einem Parcellock-Paketkasten kann man hingegen alle Pakete empfangen, sofern der jeweilige Lieferant das System versteht (vgl. Erfahrungsbericht). Allerdings sind nach Meinung der Paketda-Redaktion elektronisch gesteuerte Paketkästen fehleranfälliger als mechanische Schlösser. Hinzu kommt, dass Paketzusteller ein mechanisches Schloss einfacher verstehen und bedienen können als ein Touchdisplay.

Vergleich von Parcellock mit einem klassischen Schloss

Zwei Vorteile bieten elektronische Zugangssysteme wie Parcellock jedoch. Vorteil Nummer eins: Als Kunde kann man Retourenpakete im Parcellock-Paketkasten zur Abholung hinterlegen. Bei einem Paketkasten mit mechanischem Schloss funktioniert das nicht, weil dessen Tür immer offen bleibt, bis ein Paket geliefert wird. Drückt man die Tür zu, ist sie ohne Schlüssel nicht mehr zu öffnen.

Weil beim Parcellock-System Paketboten nur mit einem Abholcode (TAN) den Paketkasten öffnen können, ist ein Diebstahl von Retourenpaketen aus dem Paketkasten so gut wie ausgeschlossen. Und falls es doch passiert, lässt sich anhand von Öffnungsprotokollen nachvollziehen, wer der Täter war.

Ein weiterer Vorteil von Parcellock ist die Möglichkeit, an einem Tag mehrere Pakete von unterschiedlichen Paketdiensten zu empfangen. Bei klassischen Paketkästen kann die Öffnungsklappe nach dem ersten Zudrücken nicht mehr geöffnet werden. Wenn also z.B erst ein Hermes-Paket geliefert wird und der Hermes-Zusteller die Paketkastentür zudrückt, kann ein nachfolgender GLS-Zusteller den Paketkasten nicht mehr benutzen. Bei Parcellock besteht dieses Problem nicht. Jeder Lieferdienst, der vom Empfänger eine Zugangsberechtigung erhalten hat, kann Parcellock-Kästen öffnen und darin Sendungen hinterlegen. Und zwar auch dann, wenn bereits andere Pakete darin lagern.

Für Vielbesteller, die mehrere Pakete pro Tag bekommen und häufiger Retouren verschicken, kann ein Paketkasten mit Parcellock also vorteilhaft sein. Für Haushalte, die weniger häufig online shoppen, ist nach Meinung der Paketda-Redaktion ein klassischer Paketkasten ohne Elektronik die bessere Alternative. Solche Produkte finden Sie in unserer Paketkasten-Übersicht.

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Paketkästen, die mit Parcellock erhältlich sind

Mit Stand 11/2016 arbeiten die beiden Paketkasten-Hersteller Burg-Wächter und Renz mit Parcellock zusammen. Bei der Firma Renz ist jedoch nur eine große Paketkasten-Anlage für Mehrfamilienhäuser mit Parcellock-System im Angebot. Das dürfte für die meisten Kunden überdimensioniert sein, so dass praktisch nur die Paketkästen von Burg-Wächter in Frage kommen.

Die eBoxx-Paketkästen von Burg-Wächter sind schon seit dem Jahr 2014 erhältlich. Es handelt sich also um keine Neuentwicklung für Parcellock sondern um erprobte Paketkästen.

Am Beispiel der eBoxx-Paketkästen lässt sich auch der Preisunterschied ablesen: Das Modell GV644 ohne Parcellock ist bei Burg-Wächter für 419 Euro erhältlich. Das gleiche Modell GV644 mit Parcellock kostet 549 Euro. Stand des Preisvergleichs: 11/2016. Jeder Kunde muss selbst abwägen, ob die Vorteile von Parcellock diesen Preisaufschlag rechtfertigen.

eBoxx mit Parcellock

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Erfahrungen aus der Praxis

Ein Nutzer aus dem Großraum Gießen hat uns seine Erfahrungen mit Parcellock geschildert, die wir freundlicherweise veröffentlichen dürfen. So können sich Interessenten ein genaueres Bild von der Handhabung der Parcellock-Box in der Praxis machen. Wie die Kundenerfahrungen zeigen, kommt es vor allem auf die jeweiligen Paketzusteller an, wie reibungslos das Einlegen von Paketen in die Box funktioniert.

Paketda gibt das Kundenzitat nachfolgend unverändert wieder. Beachten Sie, dass es sich um eine Bestandsaufnahme vom Dezember 2016 handelt, also einige Wochen nach dem Parcellock-Marktstart. Im Laufe der Zeit könnte sich die Lage sowohl verbessern (z.B. durch technische Verbesserungen) als auch verschlechtern (z.B. bei Fahrerwechsel und erneutem Einlernen in das System).

» Kundenerfahrung

Die Unternehmensgründer und Gesellschafter von Parcellock - das sind Hermes, GLS und DPD - haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht und zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme meiner Box waren alle drei Zusteller ahnungslos und hatten von dem System nichts gehört. Es hat mich zahlreiche Testpakete gekostet, bis ich die Fahrer dazu gebracht hatte, sich mit dem System auseinanderzusetzen und mal [bei ihren Chefs] nachzufragen. Der DPD-Fahrer schaffte es mit dem 3. Testpaket, der GLS-Fahrer steht kurz davor, hat es aber zumindest in der Theorie verstanden und der Hermes-Zusteller ist ein hoffnungsloser Fall und hat auch keinerlei Ambitionen, sich zu bemühen. Kommt noch dazu, dass auf der GLS- und DPD-Website erst seit ganz kurzer Zeit, vielleicht 2 Wochen, die Parcellockbox als Abstelladresse eingestellt werden kann. Hermes kennt auf der Website noch keine Parcellock-Box. Zusätzlich hatte ich eine Bedienungsanleitung für Hermes, DPD und GLS sowie eine separate Anleitung für UPS etc. an die Box gehängt. Die Richtigkeit dieser Anleitung war vom Parcellock-Support kontrolliert.

DHL: Bei DHL habe ich über meinen Account die Parcellockbox mit einer Dauer-TAN eingetragen und ab dem nächsten Paket funktioniert die Zustellung in die Box! Ich fragte den Zusteller, ob er ein Problem habe mit der Box: "... mein Deutsch ist noch nicht gut, aber Box kein Problem..." So kann Interesse und Initiative aussehen. Weiter so!

UPS: Keine Einstellmöglichkeit im Account [UPS MyChoice]. Kurze Mail mit der Dauer-TAN an UPS. Tag danach Anruf, dass man den Fahrer informiere und ihm die Mail weiterleite. Ab da waren die Pakete in der Box.

Fazit: Es ist noch ein langer Weg, und es ist absolut wünschenswert, dass auch DHL und UPS (und natürlich die Anderen wie Fedex/TNT etc) sich in das System integrieren. Die Gesellschafter von Parcellock -vor allem Hermes- sollten endlich mal ihre Hausaufgaben machen.

Support: Der Parcellock Support in Hamburg ist nicht nur erreichbar, sondern arbeitet sehr zielstrebig und kompetent. 100% perfekt. Dass die technischen Probleme, die sich im Detail noch zeigen, etwas Zeit benötigen, ist normal.

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