Portoerhöhungen bei Briefen & Paketen unvermeidbar / Megaflop Parcellock / Anträge auf Schlichtung mehr als verdoppelt


Deutsche Post DHL: Preiserhöhungen werden kommen

Thomas Schneider, Produktionschef bei Deutsche Post DHL, wurde von shz.de u.a. zum Thema Preiserhöhungen interviewt. Der Artikel ist nach einer kostenlosen Registrierung frei lesbar.

Schneider erklärt, dass aufgrund sinkender Briefmengen sowie Kostensteigerungen bei der Paketbeförderung Preiserhöhungen bei Briefen und Paketen notwendig sein werden. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass Post und DHL das Ausmaß der Preiserhöhungen nicht selbst festlegen dürfen. Es ist eine Genehmigung der Bundesnetzagentur notwendig. Das Genehmigungsverfahren fürs Briefporto 2022 läuft bereits. Eine Entscheidung wird die Bundesnetzagentur Anfang November 2021 bekannt geben (Quelle).

Interessant ist Schneiders Antwort auf die Frage, ob das Briefgeschäft noch rentabel sei. Schneider bejaht und erklärt, "dass wir sehr effizient arbeiten und das Paket- und Briefgeschäft immer mehr miteinander verzahnen. Wer im ländlichen Raum wohnt, bekommt seine Briefe mittlerweile zusammen mit den Paketen."

Bei dieser Aussage spitzt der Verband BIEK sicherlich die Ohren. Dort vermutet man schon seit Jahren, dass in der Verbundzustellung das rentable Briefgeschäft die Paketzustellung quersubventioniert. Dies war auch ein Argument der erfolgreichen BIEK-Klage gegen die Briefporto-Berechnungsformel (Paketda berichtete).



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Megaflop Parcellock

Es gibt Neuigkeiten der Paketda-Dauertests mit GLS und DPD an Parcellock-Abholstationen. Während GLS die Zusteller mit Parcellock-Paketen immerhin noch auf Tour schickt und einen Zustellversuch unternehmen lässt, hat DPD kapituliert.

Das jüngste Testpaket 01466835509576 ging überhaupt nicht in Zustellung, sondern es wurde sofort ein Zustellhindernis eingebucht. Laut DPD handelt es sich um eine nicht belieferbare Postfachadresse.

Als der Absender DPD auf die Parcellock-Station hinwies, konnte oder wollte DPD nichts weiter tun. Sofern der Absender keine normale Lieferadresse nennt, wird DPD "das Paket auf Ihre Kosten zurückleiten". Ziemlich frech.

Weil die Probleme mit DPD und GLS praktisch seit dem Start der Parcellock-Abholstationen existieren, ist es wohl Zeit, alle Erlebnisse mal gebündelt aufzuschreiben und sie zur Bundesnetzagentur zu schicken. Vielleicht bringt das ja etwas.



Aktuell mehr als doppelt so viele Schlichtungsfälle wie 2020

Vor wenigen Tagen hatte Jochen Homann, Chef der Bundesnetzagentur, allgemein von "stark ansteigenden" Schlichtungsverfahren gesprochen. Nun hat die Behörde konkrete Zahlen nachgereicht.

Die FAZ berichtet von 1.512 Anträgen auf Schlichtungsverfahren bis Mitte 2021. Das sind mehr als doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum 2020 (damals waren es 680).

Dass so viele Schlichtungsverfahren beantragt wurden, hängt mit einer Gesetzesänderung zusammen. Seit März 2021 dürfen Paketdienste den Wunsch ihrer Kunden nach einem Schlichtungsverfahren nicht mehr ablehnen. Vorher war die Schlichtung freiwillig.


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