ParcelLock wird am 31.7.2022 eingestellt


DPD und Hermes werden das gemeinsame Unternehmen ParcelLock aufgeben. Die ParcelLock GmbH wird den Betrieb am 31.07.2022 komplett einstellen. Auf parcellock.de heißt es:

"Die weitere Nutzung der Paketstationen, Paketkastenanlagen und Einzelpaketkästen ist in vielen Fällen bereits mit den jeweiligen Herstellern und Partnern geregelt, weitere Gespräche finden derzeit noch statt."

Betroffen sind folgende Produkte mit Parcellock-System: Paketkästen für Einfamilienhäuser, Paketkasten-Anlagen für Mehrfamilienhäuser und einige öffentliche Abholstationen im Raum Hamburg und Winsen / Luhe.

DPD und Hermes teilten im Februar 2022 in einer Presseerklärung mit:

"Aus strategischen Erwägungen haben die Geschäftsführungen der DPD Deutschland und Hermes Germany daher beschlossen, die operativen Tätigkeiten ihres gemeinsamen ParcelLock-Projekts nicht weiterzuführen. Die beiden Gesellschafter halten jeweils einen Anteil von 50 Prozent an dem Technologieunternehmen ParcelLock.

Diese Beteiligungen werden im Zuge des nun angelaufenen Abwicklungsprozesses und der damit einhergehenden Schließung der aufgegeben. Die anstehende Abwicklungsperiode wird partnerschaftlich bewältigt. Großer Dank gilt den Mitarbeiter*innen der ParcelLock GmbH, die sich in den letzten Jahren mit hoher Expertise, professioneller Arbeit und großem Engagement eingebracht haben."


DPD und Hermes planen Alternativen

In der Pressemeldung heißt es vage, dass Hermes Germany und DPD Deutschland "in Zukunft alternative Lösungen im Bereich der Paketstationen vorantreiben" wollen. Anfang 2021 verriet ein DPD-Manager noch, dass eigentlich die großflächige Einführung von Parcellock-Stationen im Rhein-Main-Gebiet geplant war (Paketda berichtete).

Das auf 2 Jahre angelegte Pilotprojekt von Parcellock in Hamburg ("Hamburg Box") endete jetzt im Februar 2022. Die Kundenakzeptanz war vermutlich sehr gering. Daran waren DPD und GLS mitschuldig, weil sie sich teilweise weigerten, Parcellock-Stationen zu beliefern (Paketda testete). In der Pressemitteilung heißt es:

"Die Nutzerzahlen wie auch die Marktentwicklung des ParcelLock-Projekts [blieben] insgesamt hinter den Erwartungen zurück. Die erfolgreiche Entwicklung des anbieterneutralen ParcelLock-Systems mündete bis dato nicht in einer ausreichenden Flächenabdeckung, für die das Joint Venture auf kooperierende Hersteller und Vertriebspartner angewiesen war."


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Was passiert mit den Paketkästen bei Kunden?

Mit Schließung der Parcellock GmbH ist auch die Abschaltung der Parcellock-Website (www.parcellock.de) verbunden. Das ist für alle Besitzer eines Parcellock-Paketkastens ärgerlich, weil die Website bislang zur Steuerung der Paketkästen notwendig war. Als Empfänger legt man online fest, welche Paketdienste und lokale Lieferanten Zugang zum Paketkasten erhalten.

Vielleicht werden Paketkasten-Hersteller wie Renz oder Burg-Wächter ihren Kunden, die einen Kasten mit Parcellock-System gekauft haben, ein Alternativprodukt zum vergünstigten Preis anbieten. Oder es wird eine neue Website erstellt, um Parcellock-Kästen weiterhin steuern zu können.

Noch härter sind Wohnungsgenossenschaften betroffen, die große Paketkasten-Anlagen mit mehreren Fächer installiert haben. Weil solche Anlagen einige tausend Euro kosten, sind die Hersteller wohl eher bereit, dort eine neue Software aufzuspielen, die den Weiterbetrieb ohne Parcellock ermöglicht.

Paketstation von Parcellock


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