So arbeitet die Internationale Seepoststation (ISPS) in Hamburg

Verladung eines Rollcontainers
Die Deutsche Post hat in einer Pressemeldung die Abläufe in der Internationalen Seepoststation (ISPS) in Hamburg veröffentlicht. Dort werden alle Sendungen bearbeitet, die in Deutschland über den Seeweg eingehen. Im Dezember 2018 wurden über Hamburg auch Pakete auf dem Seeweg exportiert, und zwar Economy-Pakete in die USA (Paketda berichtete). Transporte über den Seeweg sind bei Kunden unbeliebt, weil sie viel länger dauern als Luftfracht. Die Deutsche Post spricht von 9 bis 28 Tagen Transportdauer.

Die ISPS befindet sich im Postgebäude Plöner Straße in Hamburg. Die dortigen Mitarbeiter erfahren bereits vor der Ankunft eines Schiffes von der ausländischen Postgesellschaft, welche Sendungen sich auf welchem Schiff und in welcher Containernummer befinden.

Die Deutsche Post beauftragt am Ankunftstag des Schiffs eine Spedition mit der Abholung der Container aus dem Hafen. Falls kein kompletter Container verschifft wurde, wird die Teilladung zuvor in einem Packbetrieb im Hamburger Hafen auf Europaletten und kleinere Rollcontainer umgeladen.

Briefsendungen gelangen vom Hamburger Hafen direkt ins Internationale Postzentrum Niederaula und werden dort weiterbearbeitet. Container oder Container-Teilladungen mit Paketen werden vom Hamburger Hafen zur Internationalen Seepoststation im Stadtgebiet Hamburgs transportiert. Dort werden die Pakete entladen und es erfolgt eine Zollvorprüfung.

Die Mitarbeiter der Deutschen Post agieren als "verlängerter Arm des Zolls". Sie prüfen die Zollinhaltserklärungen und das Vorhandensein der Begleitdokumente wie z.B. Rechnungen. In der Presseveröffentlichung der Post heißt es:

"Gewicht und Größe müssen plausibel zum angegebenen Wert passen", erläutert Zollbeamter Meycel Müller. Auf Anweisung des Zöllners dürfen Postmitarbeiter Pakete öffnen, um den Inhalt zu prüfen. "Bei uns herrscht das Vier-Augen-Prinzip", sagt er. Zollbeamter und Postmitarbeiter prüfen den Inhalt zusammen. Sendungen mit fehlender Rechnung oder anderen Unklarheiten werden zur Nachverzollung zum jeweils örtlich zuständigen Zollamt des Empfängers gesendet. Dieser wird von der Deutschen Post informiert.

In der ISPS kommen außerdem Spürhunde zum Einsatz, um Drogen und Bargeld in Postsendungen zu erschnüffeln. Ist alles in Ordnung, werden Pakete mit inländischer Zieladresse zum Weitertransport an das DHL-Paketzentrum Hamburg-Allermöhe übergeben.

Sendungen in andere Zielländer, die Deutschland nur als Zwischenstation passieren, werden in andere DHL-Paketzentren weitertransportiert. Beispielsweise zum DHL-Paketzentrum in Feucht; dort werden Sendungen nach Südosteuropa exportiert.

Auf dem nachfolgenden Pressefoto der Deutschen Post ist im Hintergrund ein Bildschirm erkennbar, auf dem ein Programm zur Erfassung von Import-Sendungen läuft. Interessant ist, dass dort eine Option "Retour" anklickbar ist und dass es ein Feld "Retourgrund" gibt. Kunden bemängeln nämlich häufig, dass der DHL-Kundenservice bei internationalen Retouren keine Auskunft zum Rücksendegrund geben kann. Offensichtlich wird der Rücksendegrund zwar erfasst, aber dem DHL-Kundenservice nicht (in allen Fällen) zur Verfügung gestellt.

Internationale Seepoststation Hamburg der Deutschen Post DHL

Infografik

Infografik zu den Abläufen in der Seepoststation Hamburg

Spionage im Kalten Krieg

In einem Artikel vom 18. April 2000 schrieb Journalist Michael Legband für "Die Welt", dass während der Zeit des Kalten Krieges in der Seepoststation Hamburg spioniert wurde.

Zitat aus dem online nicht verfügbaren Artikel: Während des so genannten Kalten Krieges war die Seepoststation Hamburg ein Dorado für US-Geheimdienste, die auf Grund des Besatzungsgesetzes die Möglichkeiten hatten, hier "mitzulesen".


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