DHL bucht Wunschtage nach Weihnachten ein / Pakete in die USA per Schiff / Briefregulierung soll aufgeweicht werden



DHL verärgert aktuell zahlreiche Kunden mit ungewollt eingebuchten Wunschtagen, die weit nach Weihnachten liegen. Häufig wird als Wunschtag der 28.12. oder 29.12. vom System festgelegt, obwohl die Kunden eine Lieferung vor Weihnachten erwartet hatten.

Im Paketda-Forum veröffentlichte ein Nutzer letzte Woche eine E-Mail, die DHL angeblich in der KW 49 verschickt haben soll. Der Wortlaut: "Wir möchten Sie informieren, dass rund um die Weihnachtsfeiertage die Zustellung Ihrer DHL Pakete an Ihre ausgewählten Wunschtage leider nicht berücksichtigt werden kann. Haben Sie als Wunschtag einen Donnerstag, Freitag, Samstag oder Montag ausgewählt, sollten Sie diesen für den Zeitraum vom 20.12. - 28.12.2018 in Ihrem Kundenkonto unter Meine Daten & Services deaktivieren. So stellen Sie sicher, Ihre Pakete pünktlich zum Fest zu erhalten."

Warum genau die Wunschtage 28. und 29. Dezember eingebucht werden, konnte die Paketda-Redaktion nicht rekonstruieren. Fakt ist, dass es sich um eine automatische Festlegung durchs DHL-System handelt, die zeitgleich mit der Bearbeitung im Start-Paketzentrum erfolgt. Möglicherweise wird der Wunschtag automatisch verschoben, wenn der von DHL vorausberechnete Liefertermin auf einen Feiertag fällt.

Wie man anhand der zahlreichen Beschwerden sieht, wurden viele Kunden vom Wunschtag-Ärger überrascht und vorher offenbar nicht informiert. Hinzu kommt, dass Info-Mail von DHL schwer verständlich ist. Es wird nicht begründet, warum die Wunschtage von Donnerstag bis Montag nicht eingehalten werden können. DHL hätte auch selber die Wunschtage für betroffene Kunden deaktivieren können, und somit das ganze Schlamassel verhindern können.

Bei Paketen mit irrtümlichen Wunschtag kann der Wunschtag nachträglich nicht storniert werden. Betroffene Kunden erhalten ihre Weihnachtspakete also erst kurz vor Silvester.



DHL-Pakete per Schiff nach Kanada und in die USA

DHL hat bei Twitter mitgeteilt, dass einige Pakete nach Kanada und in die USA per Schiff transportiert werden. Das erklärt die langen Lieferzeiten, die Kunden seit Anfang Dezember im Paketda-Forum beklagen. Pakete nach Kanada und in die USA verharren oft auf dem Status "Export-Paketzentrum Rodgau", ohne dass sie weiter bearbeitet werden.

Wahrscheinlich wurden diese Pakete bereits auf ein Schiff verladen und sind unterwegs ins Zielland. Weil der Transport per Schiff 3 bis 4 Wochen dauern kann, bleibt die Sendungsverfolgung während dieser Zeit ohne Update.

Laut DHL bei Twitter werden Pakete mit gebuchtem "Premium"-Service nicht per Schiff transportiert sondern wie gewohnt per Flugzeug. Von der einmonatigen Lieferzeit aufgrund des Schifftransports sind Economy-Pakete betroffen.

Eine vergleichbare Situation gab es bereits im Jahr 2016. Viele Weihnachtspakete, die in Deutschland im Dezember 2016 abgeschickt wurden, erhielten Empfänger in den USA erst Mitte bis Ende Januar 2017 (Paketda berichtete).

Laut Pressemitteilung von Lufthansa Cargo gibt es vom 19. November 2018 bis 3. Januar 2019 zusätzliche Sonderflüge für Frachtsendungen aus Deutschland in die USA. Dorothea von Boxberg von Lufthansa Cargo: "Durch die zusätzlichen Flüge ermöglichen Lufthansa Cargo und die Deutsche Post DHL, dass Geschenke rechtzeitig unter dem Baum landen."

Thomas Kling von der Deutschen Post wird wie folgt zitiert: "Gerade in der Weihnachtszeit ist eine hohe Zuverlässigkeit im grenzüberschreitenden, weltweiten Transport für uns besonders wichtig, damit unsere Kunden ihre bestellten Waren oder die Geschenke von Familie und Freunden rechtzeitig zum Fest erhalten. Vor allem auf der wichtigen Verbindung in die USA liegen die täglichen Sendungsmengen aktuell ein Drittel über den Tagesmengen in anderen Monaten. Diese Entwicklung zeigt einmal mehr, welche Bedeutung Postsendungen bis heute haben, wenn es darum geht, Menschen und Unternehmen über Ländergrenzen hinweg zu verbinden."



Deutsche Post will Briefpreis-Regeln zu ihren Gunsten ändern lassen

Die für gewöhnlich über Postthemen gut informierte BILD-Zeitung berichtet, dass die Deutsche Post die sogenannte Post-Entgeltregulierungsverordnung ändern lassen will. Die Deutsche Post kann das nicht selber tun, genauso wenig wie sie selber das Briefporto festlegen kann.

Eine ursprünglich zum 1. Januar 2019 geplante Erhöhung des Briefportos wurde von der Bundesnetzagentur noch nicht genehmigt. Die Behörde hat von der Deutschen Post zusätzliche Unterlagen zur Preisberechnung angefordert.

Laut BILD-Zeitung hat sich Postchef Frank Appel in letzter Zeit ungewöhnlich oft mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier getroffen. Es wird darüber spekuliert, ob der Postchef auf Altmaier einwirkt, um die Regulierungsvorschriften aufzuweichen. Die Bundesnetzagentur dürfte dann nicht mehr so strenge Maßstäbe anlegen, um zu prüfen, ob beispielsweise ein höheres Briefporto gerechtfertigt ist.

Der von BILD befragte Wirtschaftsprofessor Justus Haucap sagte, dass "die Vorschläge der Post aus meiner Sicht ziemlich unverfroren sind". Haucap weiter: "Die Politik wird diese dreisten Vorschläge vermutlich umsetzen, denn auch in der Vergangenheit hat sich die Politik stets zum Handlanger der Post gemacht. Für die Wettbewerber der Post und vor allem für die Verbraucher sind dies aber verheerende Vorschläge."

Das Wirtschaftsministerium und die Deutsche Post äußerten sich gegenüber BILD nicht.



Weihnachtswünsche

Die Paketda-Redaktion wünscht allen Lesern schöne Feiertage und hat ein paar Wunschzettel an den Baum gehängt.


Wunschzettel an Paketdienste


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