Deutsche Post beendet Spekulationen um Portoschock bei China-Paketen

Die Spekulationen um einen Preisschock bei internationalen Warensendungen begannen Anfang Oktober, als bei Welt.de ein Artikel mit folgender Überschrift veröffentlicht wurde: "Online-Shopping im China-Shop? Das wird künftig teurer".

Daraufhin griffen immer mehr Medien das Thema auf, wonach ab 2018 neue Regeln und höhere Preise für den Versand internationaler Warensendungen gelten. Das haben Postgesellschaften aus 192 Ländern vereinbart, die im sog. Weltpostverein (www.upu.int) organisiert sind. Auch Paketda.de rechnete anhand der UPU-Vereinbarungen mögliche Preiserhöhungen durch (vgl. Bericht vom 13.10.2017).

Nun stellt die Deutsche Post klar: "Preise und Prozesse im internationalen Briefversand bleiben für Kunden der Deutschen Post 2018 unverändert." (Quelle: Pressemitteilung auf dpdhl.com). Die teureren Preise des Weltpostvereins gelten nämlich nur für die Abrechnungen der Postgesellschaften untereinander (sog. Verrechnungspreise). Vereinfacht gesagt: Wie viel Porto bekommt die Deutsche Post von China Post für die Zustellung eines chinesischen Briefs?

Die Deutsche Post garantiert deutschen Privatkunden, dass es für das Jahr 2018 keine Preiserhöhungen beim internationalen Warenversand geben wird.

Allerdings gilt das Versprechen nur für Sendungen, die aus Deutschland ins Ausland geschickt wird. Die Deutsche Post kann schließlich nicht im Namen von China Post, Hongkong Post, Singpore Post, usw. sprechen. Ob diese Postgesellschaften ihr Porto erhöhen oder nicht, wird sich wohl erst in der Realität ab 2018 bemerkbar machen. Paketda wird die beliebten China-Shops Gearbest und Aliexpress im Auge behalten, ob dort ab Januar Steigerungen bei den Versandkosten bemerkbar werden.


Neu: Elektronische Voranmeldung für Verzollung notwendig

Neben den teureren Verrechnungspreisen gelten ab 2018 auch neue Vorschriften für internationale Warensendungen, die von allen 192 weltweiten Postgesellschaften beachtet werden müssen. So muss jede internationale Sendung künftig als Briefsendung oder als Warensendung eingestuft werden. In 2018 erledigt die Deutsche Post diese Einstufung für ihre Kunden.

Außerdem ist es zwingend erforderlich, jede internationale Warensendung mit einem Strichcode (Sendungsnummer) zu kennzeichnen. Die Sendungsnummer ermöglicht nicht bloß die Sendungsverfolgung sondern zusätzlich das Speichern von Zollinformationen.

Sendungen in Länder außerhalb der EU müssen eine sog. Zollinhaltserklärung haben. Das war immer so und bleibt auch in Zukunft unverändert. Neu ist, dass die Zollinformationen elektronisch gespeichert werden. Der Zollbehörde im Zielland soll es dadurch leichter möglich sein, Auslandssendungen zu kontrollieren. Anstatt bei jeder Sendung auf die schriftliche Zollinhaltserklärung zu schauen, können Zollbeamte am Computer verdächtige Sendungen herausfiltern. Verschickt beispielsweise ein chinesischer Verkäufer ausschließlich Sendungen mit einem Wert von wenigen Dollar, könnte das auf Betrug hindeuten. Denn bei vielen asiatischen Onlineshops ist es gang und gäbe, den Warenwert absichtlich zu niedrig zu deklarieren, um dem Empfänger Einfuhrabgaben zu ersparen.

Die digitale Zoll-Voranmeldung ist noch "in Entwicklung befindlich" und wird 2018 wohl keine Realität. Aber die weltweiten Postgesellschaften bereiten ihre Systeme bereits darauf vor.

Deshalb wird die Deutsche Post ab 2018 eine neue Versandart namens Warenpost International anbieten. Diese Versandart soll für Geschäftskunden geeignet sein, die pro Quartal mehr als 5 internationale Warensendungen verschicken. Die Post beschreibt den Service wie folgt: "Im Fokus der Produkte steht der einfache Austausch der für den Versand in zollpflichtige Länder notwendigen Daten, das Angebot einer günstigen Trackingoption ohne Unterschrift sowie die Transparenz über eine verlässliche Laufzeit ins Ausland."

Zur vollständigen Pressemitteilung der Deutschen Post


Veröffentlicht am

  Fehler melden

  Ich will nichts verpassen und den Paketda-Newsletter erhalten


Diese News kommentieren

Mehr Paketdienst-News