Internationale Warensendung und Warenpost

Der Warenversand in gewöhnlichen Auslandsbriefen ist seit Januar 2019 verboten. Darin dürfen nur noch Dokumente verschickt werden. Dokumente sind laut Deutscher Post: "schriftliche, gezeichnete, gedruckte oder digitale Mitteilungen und Informationen".

Paketda hat getestet: Welche Dokumente sind in Auslandsbriefen erlaubt? Kurzfassung: Bücher sind keine Dokumente. Fotos sind Dokumente.

Alternativen für den internationalen Warenversand

• Privatkunden steht die Versandart DHL Päckchen XS International zur Verfügung.

• Firmenkunden können Warenpost International nutzen bei mindestens 5 Sendungen pro Qurtal.

• Private eBay-Verkäufer: Stufen Sie sich selbst als gewerblicher Verkäufer ein und eröffnen ein Geschäftskunden-Konto unter shop.deutschepost.de, um Warenpost International zu nutzen.


Ausführlicher Bericht zur Situation hier bei Paketda.

Schritt-für-Schritt-Anleitung von Paketda, um Warenpost online zu frankieren

Infografik zum Briefversand International Infografik Einzelansicht

Die Informationen in diesem Ratgeber sind Stand 07/2019 und nach bestem Wissen recherchiert aber ohne Gewähr. Nutzen Sie zusätzlich die verlinkten Websites der Deutschen Post, um sich über bestimmte Versandarten zu informieren.

Internationale Warensendung im Briefumschlag

Inhaltsverzeichnis

  1. Brief International ab € 3,70
  2. Einschreiben International für € 3,50 Aufpreis
  3. Internationaler Wertversand
  4. Sendungsverfolgung light mit RFID-Ländernachweis
  5. Warenpost International
  6. Wer kann Warenpost International nutzen?

Brief International ab € 3,70

Beim internationalen Briefversand bemisst sich das Porto für Groß- und Maxibriefe nach dem Gewicht. Die Höchstmaße sind unabhägnig von der Gewichtsstufe folgende:

  • Länge + Breite + Höhe dürfen in Summe maximal 90 cm ergeben
  • Die längste Seite darf maximal 60 cm betragen
  • Mindestmaße: 9cm Breite und 14cm Länge

Die Gewichts- und Portostufen sind:

  • Großbrief International bis 500 Gramm: € 3,70
  • Maxibrief International bis 1 Kilogramm: € 7,00
  • Maxibrief International bis 2 Kilogramm: € 17,00

Die Versandart "Brief" bedeutet übrigens nicht, dass zwingend ein Briefumschlag verwendet werden muss. Sie können auch einen Karton nutzen, solange die Maximalmaße eingehalten werden.

Beachten Sie jedoch, dass per "Brief International" nur Dokumente verschickt werden dürfen. Waren sind verboten. Dokumente dürfen auch in einem Karton verpackt sein.

Auslandsversand von Büchern: In den FAQ der Deutschen Post ist vermerkt, dass Bücher international nur noch als Warenpost (für Geschäftskunden) verschickt werden dürfen. Ein Versand von Büchern in internationalen Standardbriefen ist also ausgeschlossen.

Infoseite der Deutschen Post: www.deutschepost.de/de/b/briefe-ins-ausland.html

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Einschreiben International für € 3,50 Aufpreis

Für € 3,50 Aufpreis zum regulären Porto können Sie einen internationalen Standardbrief als Einschreiben International verschicken (Rückschein kostet weitere € 2,20 Aufpreis). Vorteile des Einschreibens sind Sendungsverfolgung sowie Versicherungsschutz.

Einschreiben International sind gegen Verlust mit 30 Sonderziehungsrechten (SZR) versichert. SZR sind eine internationale Verrechnungswährung, deren tagesaktuellen Wert in Euro Sie auf der Website de.coinmill.com berechnen können. Der Wert schwankt erfahrungsgemäß zwischen 35 und 40 Euro (Stand 2019).

Ist ein Einschreiben schneller als ein normaler Brief? Nein, Einschreiben werden nicht bevorzugt transportiert sondern sind genauso schnell wie gewöhnliche Briefe. Das gilt innerhalb Deutschlands und beim Auslandsversand.

Blick ins das IPZ Frankfurt der Deutschen Post

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Internationaler Wertversand

Die Versandart "Wert International" wird Privatkunden seit Januar 2019 nicht mehr angeboten. Die Deutsche Post erlaubt es seitdem nicht mehr, Waren in internationalen Briefen zu verschicken. Privatkunden müssen auf DHL Päckchen bzw. DHL Paket ausweichen. Bei DHL Paket können Privatkunden auf Wunsch eine Höherversicherung hinzubuchen.

Geschäftskunden der Deutschen Post können die Versandart Warenpost International nutzen und auf Wunsch mit Wert International kombinieren. Mit Stand 07/2019 kostet Wert International einen Aufpreis von 3,50 Euro zum Warenpost-Porto zzgl. 2,00 Euro Aufpreis je 100 Euro Versicherungswert; insgesamt also mindestens 5,50 Euro Aufpreis. Es lassen sich Waren bis max. 500 Euro absichern.

Details zu den Bedingungen für "Wert International" finden Sie in dieser Produktbroschüre (PDF) der Deutschen Post auf Seite 27. Beachten Sie außerdem die zulässigen Inhalte auf Seite 28.

Lesen Sie ergänzend auch unseren Ratgeber zum Wertversand.

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Sendungsverfolgung mit RFID-Ländernachweis

RFID-Etiketten der Deutschen Post: Ländernachweis

Unter dem Produktnamen "Ländernachweis" verkauft die Deutsche Post RFID-Funketiketten zur Sendungsverfolgung. Die Etiketten können auf internationale Sendungen geklebt werden oder in den Umschlag hineingelegt werden. Briefkasten-Einwurf ist erlaubt. Ländernachweis-Etiketten müssen und können in Postfilialen nicht eingescannt werden.

► Der Ländernachweis ist unabhängig von der gewählten Versandart und kann mit allen Briefen (Standardbrief, Einschreiben, Postkarte, Warenpost, etc.) und allen Paketen und Päckchen kombiniert werden.

Allerdings funktioniert der Ländernachweis nicht in allen Ländern. Eine Liste der aktuell teilnehmenden Länder finden Sie unter www.deutschepost.de/rfid. Dort bitte im aufklappbaren Feld unter "Zielland wählen" nachschauen.

Die Funketiketten werden aktiviert und ausgelesen, sobald eine Sendung einen RFID-Leser im Internationalen Postzentrum passiert. In jedem internationalen Postzentrum der Teilnehmerländer gibt es solche Lesegeräte. Die Geräte befinden sich üblicherweise an folgenden Stationen:

  • Internationales Postzentrum Absenderland (z.B. IPZ Frankfurt)
  • Internationales Postzentrum Empfängerland
  • ggf. Übergabe an den Zoll im Empfängerland (z.B. in der Schweiz)

Bei Tests konnte die Paketda-Redaktion feststellen, dass der Ländernachweis unzuverlässig funktioniert. Manchmal werden einzelne Scan-Stationen ausgelassen, oder es gibt sogar auf der ganzen Transportstrecke keinen einzigen Scan. Wichtig zu wissen auch, dass das Tracking spätestens mit dem Verlassen des Internationalen Postzentrums im Empfängerland endet. Die RFID-Funketiketten geben keine Auskunft über die erfolgreiche Zustellung.

Nachfolgend beispielhaft ein sehr ausführliches Ländernachweis-Tracking bei einer Sendung in die Schweiz (www.post.ch)
Beispiel-Tracking für Ländernachweis in die Schweiz

Jedes RFID-Etikett muss vor dem Versand auf der Website der Deutschen Post aktiviert werden. Die Kosten betragen ca. € 1,- pro Etikett. Detailinfos & Bestellung unter www.deutschepost.de/de/l/laendernachweis.html

Wichtig zu wissen ist noch, dass jedes Funketikett eine eigene Sendungsnummer hat. Wird der Ländernachweis beispielsweise mit einem Einschreiben kombiniert, ist die Sendung einmal mit der Einschreiben-Nummer verfolgbar (RX....DE) und zusätzlich separat mit der Ländernachweis-Sendungsnummer (AU....DE) .

RFID-Scanner in einem Internationalen Postzentrum

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Warenpost International

Warenpost International

Warenpost International wird von der Deutschen Post seit Anfang 2018 angeboten. Seit Mitte 2018 gibt es für Vielversender (mind. 200 Sendungen/Jahr) auch die Versandart Warenpost National für innerdeutsche Sendungen.

Seit Januar 2019 müssen registrierte Geschäftskunden die Versandart "Warenpost International" verwenden, um Waren in Briefsendungen ins Ausland zu schicken. Registrierung online bei deutschepost.de. Unregistrierten Geschäftskunden und Privatkunden ist es verboten, Waren in Auslandsbriefen der Deutschen Post zu verschicken. Das betrifft normale Briefe genauso wie Einschreiben oder Warensendungen. Mehr Infos hier bei Paketda.

Die Versandart Warenpost International wurde vom Weltpostverein (UPU) "erfunden". Das ist ein Zusammenschluss nahezu aller Postgesellschaften der Welt.

Weil der internationale Warenversand – insbesondere aus Asien – stark angestiegen ist, sollte eine dafür passende Versandart angeboten werden. Warenpost International ist für kleinformatige Produkte geeignet, die in einen Briefumschlag hineinpassen. Und das ist der Knackpunkt für die Postgesellschaften: Briefsendungen, die Waren enthalten, sind in der Sortierung aufwändiger als Briefsendungen, die nur Dokumente enthalten.

Schon vor dem Eintreffen im Sortierzentrum sollen internationale Dokumenten- und Warensendungen getrennt werden, damit sie unterschiedlich bearbeitet werden können. Briefe mit Dokumenten durchlaufen klassische Brief-Sortieranlagen. Briefe mit Waren sind unförmig und deshalb ungeeignet für Briefsortieranlagen. Warensendungen müssen entweder von Hand sortiert werden oder mittels Scan-Technologie, die die Lieferadresse aus dem aufgedruckten Strichcode liest.

Die Trennung von Dokumenten- und Warensendungen erledigte die Deutsche Post bis Ende 2018 für alle Kunden. Seit 1.1.2019 müssen Firmenkunden die Trennung selber erledigen, indem sie Waren mit der speziellen Versandart "Warenpost International" verschicken.

Die Versandart "Warenpost International" erfordert vom Absender einen höheren Arbeitsaufwand. Denn die Deutsche Post verlangt die digitale Übermittlung von Sendungsinformationen. Neben der Lieferanschrift gehören auch Informationen über den Sendungsinhalt dazu. Dies dient der schnelleren Zollabwicklung im Empfängerland. Zöllner müssen dadurch nicht mehr jede Briefsendung in die Hand nehmen, um die aufgeklebte Zollinhaltserklärung zu prüfen. Stattdessen können Zöllner die Voranmeldungen digital durchsehen und am PC verdächtige Sendungen herausfiltern.


Wer kann Warenpost International nutzen?

Laut Deutscher Post richtet sich die Warenpost International an Firmenkunden, die pro Quartal mindestens 5 internationale Warensendungen verschicken. Kleine und mittlere Versender, die weniger als 500 Sendungen pro Quartal verschicken, bezahlen das Porto klassisch je Sendung. Großversender mit einem Volumen von mehr als 500 Sendungen pro Quartal können alternativ die Abrechnung nach Kilotarif vereinbaren.

Weil die Warenpost International zwingend mit digitalen Sendungsdaten verbunden werden muss, kann das Porto nicht in Postfilialen gekauft werden. Der Portokauf erfolgt über die Website der Deutschen Post oder durch Dritt-Integrationen bei Online-Versandportalen.

▶ Geschäftskunden müssen sich hier unter shop.deutschepost.de registrieren, bevor sie Porto für Warenpost International kaufen können.


Portotabelle Warenpost International (Stand 01/2019)

Quelle: www.deutschepost.de/de/b/briefe-ins-ausland/warenpost-international.html

Produkt Porto € gilt bis
Warenpost International XS 3,20 max. 500 Gramm und max. 35,3 cm x 25 cm x 3 cm
Warenpost International S 3,70 max. 500 Gramm und Länge+Breite+Höhe ≤ 90cm (keine Seite > 60cm)
Warenpost International M 7,00 max. 1kg und Länge+Breite+Höhe ≤ 90cm (keine Seite > 60cm)
Warenpost International L 17,00 max. 2kg und Länge+Breite+Höhe ≤ 90cm (keine Seite > 60cm)

In welche Länder kann Warenpost International verschickt werden?

Länder, in die "Warenpost International" verschickt werden kann, finden Sie hier auf der Website der Deutschen Post.

Die Liste sollte in 2019 eigentlich stark erweitert werden. Doch offenbar haben nicht alle Postgesellschaften und Zollbehörden die technischen Voraussetzungen für den Import von "Warenpost International" geschaffen.

Nachfolgend ein Beispiel-Label, das die Bestandteile eines Warenpost-International-Versandaufklebers zeigt. Die genauen Gestaltungsvorschriften gibt es auf dieser Seite als Download.

Label für Warenpost International


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