Neue DHL-Zustellbasis in Ingolstadt / Österreich: Regulierungsbehörde erhält viele Beschwerden / Was Advent und Hermes vorhaben


Neue DHL-Zustellbasis in Ingolstadt

Ende April hat DHL in Ingolstadt eine neue Zustellbasis in Betrieb genommen. Wie der Donaukurier von DHL erfahren hat, sind die Abläufe in der Zustellbasis weitgehend automatisiert; es handelt sich also um eine mechanisierte Zustellbasis.

Dass der DHL-Neubau überhaupt bekannt wurde, liegt an einer Recherche des Donaukuriers zu Handydiebstählen in einem nahegelegenen Zustellstützpunkt (Paketda berichtete). Bei der Gerichtsverhandlung beschrieb ein Polizist die Arbeitsabläufe im Zustellstützpunkt als "heilloses Durcheinander".

Als der Donaukurier diesbezüglich bei DHL nachhakte, antwortete die Pressestelle, dass es in der neuen Zustellbasis Ingolstadt aufgrund der automatischen Sortierung "kaum zu Verwechslungen oder einem Durcheinander kommen" kann.



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Österreich: Regulierungsbehörde erhält viele Beschwerden

Die bei der österreichischen Regulierungsbehörde RTR angesiedelte Schlichtungsstelle für Verbraucherbeschwerden hat im Jahr 2020 insgesamt 612 Fälle bearbeitet, das waren 18 Prozent mehr als 2019.

Seit Februar 2021 gibt es auf der RTR-Website außerdem ein Beschwerdeformular, mit dem Kunden Probleme bei der Post- und Paketzustellung melden können. Diese Beschwerden laufen getrennt von Schlichtungsverfahren und helfen der Regulierungsbehörde dabei, die aktuelle Zustellqualität zu überwachen.

Sofern in einer Region Österreichs vermehrt Beschwerden registriert werden, wird RTR eingreifen "und gegebenenfalls über Postdiensteanbieter Maßnahmen verhängen, die unter unsere Aufsichtsbefugnis fallen". Die Beschwerdezahl sei beträchtlich und liege monatlich im vierstelligen Bereich. Quelle: RTR-Pressemeldung

Zu den Salzburger Nachrichten sagte ein RTR-Verantwortlicher, dass die Beschwerdezahl zuletzt bei 213 pro Woche lag. Das Beschwerdeformular wurde im Februar 2021 eingerichtet, als RTR ein Aufsichtsverfahren gegen DPD einleitete und die Behörde daraufhin stark in den Medien präsent war.

Im April gab DPD Austria bekannt, dass das RTR-Verfahren großteils eingestellt worden sei (Paketda berichtete). Eine offizielle Entscheidung dazu wird die Regulierungsbehörde in den nächsten Wochen bekanntgeben.



Otto-Geschäftsbericht: Was Advent und Hermes vorhaben

Im heute veröffentlichten Geschäftsbericht der Otto Group (PDF) steht auf Seite 65 Folgendes zum Einstieg des Finanzinvestors Advent bei Hermes:

"Zudem wird die Logistikexpertise von Advent International, beispielsweise im Bereich der alternativen Zustellmöglichkeiten, die Hermes Gesellschaften unterstützen, das Geschäftsmodell weiterzuentwickeln."

Interessant zu wissen wäre, was mit dem Begriff alternative Zustellmöglichkeiten gemeint ist. Vermutung: Advent ist Anteilseigener von InPost. Das Unternehmen betreibt in Polen 10.000 Paketautomaten, ging kürzlich an die Börse und will in weitere Länder expandieren (Paketda berichtete).

Weil Advent an InPost und an Hermes beteiligt ist, könnte vielleicht eine Kooperation eingefädelt werden, so dass InPost-Abholstationen auch in Deutschland aufgestellt werden. Das ist aktuell aber nur Spekulation.


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