Handydieb bei DHL in Oberbayern / Zollkontrollen in 4 Bundesländern / Geld-zurück-Garantie bei UPS wieder voll aktiv


Handydieb bei DHL in Oberbayern

Ein Zusteller, der im oberbayerischen DHL-Zustellstützpunkt Lenting (Google Maps) beschäftigt war, wurde vom Amtsgericht Ingolstadt zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Er hat Handys aus Paketen geklaut und weiterverkauft. Einem potenziellen Käufer der Hehlerware kam die Sache merkwürdig vor, so dass er die Polizei einschaltete.

Weil der Beschuldigte die Taten zugab, waren die Aussagen eines Polizeibeamten vor dem Amtsgericht eher nebensächlich - aber dennoch interessant.

Dem Donaukurier zufolge sagte der Polizist, dass es in seinem Zuständigkeitsbereich monatlich 6 bis 10 Diebstähle von Handypaketen gebe. Handypakete seien anhand der Absenderadressen (Mobilfunkprovider) und eines Batterie-Gefahrgutaufklebers leicht zu erkennen. Die Sortierprozesse im Zustellstützpunkt beschrieb der Polizist als ein "heilloses Durcheinander", das für ihn nicht nachvollziehbar sei.



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Zeitgleiche Zollkontrollen bei Paketdiensten in vier Bundesländern

Mehrere Hauptzollämter haben in der vergangenen Tagen schwerpunktmäßig Paketdienste kontrolliert. Die Kontrollen fanden gleichzeitig im Saarland, in Rheinland-Pfalz sowie in Teilen von Hessen und Bayern statt. Dadurch sollte überregionale Schwarzarbeit aufgedeckt und der Kontrolldruck in der Branche erhöht werden.

Die Hauptzollämter Gießen, Koblenz und Saarbrücken haben in Pressemitteilungen Details zu den Einsätzen veröffentlicht. Die Gießener Zöllner/innen freuten sich über die Kooperationsbereitschaft der Paketdienste und stellten "nur wenige Auffälligkeiten fest. In 4 Fällen gab es Hinweise, dass ausländische Arbeiter nicht über die erforderlichen Arbeitsgenehmigungen verfügen. In einem Fall wird eine mögliche Scheinselbständigkeit geprüft." Insgesamt wurden knapp 600 Personen kontrolliert.

Im Raum Koblenz kontrollierten Beamte insgesamt 474 Personen. In 47 Fällen wurden Unregelmäßigkeiten festgestellt, z.B. hinsichtlich Mindestlohnbestimmungen, Beitragsvorenthaltung, Leistungsmissbrauchs etc.

Im Saarland ergaben sich 27 Verdachtsmomente bei insgesamt 151 kontrollierten Personen. Ermittelt wird u.a. wegen Mindestlohnverstößen, Sozialleistungsbetrug, Scheinselbständigkeit und illegaler Ausländerbeschäftigung.

Quellen: Pressemeldungen Gießen, Koblenz und Saarbrücken



UPS: Geld-zurück-Garantie wieder voll aktiv

Seit dem 7. Mai 2021 haftet UPS wieder für verspätete Expresspakete innerhalb Deutschlands und Europas. Die Servicegarantie wurde ohne Vorankündigung aktiviert. Es gibt dazu noch keine Meldung auf der UPS-Website.

Anfang April 2021 hatte UPS die Geld-zurück-Garantie bereits für Expresspakete außerhalb Europas aktiviert (Paketda berichtete). Kommt ein Paket nicht innerhalb der versprochenen Lieferzeit beim Empfänger an, zahlt UPS das Porto zurück.

Marco Klass hat herausgefunden, dass die Geld-zurück-Garantie auf einigen Auslandsverbindungen nicht für die teuerste Versandart "UPS Express Plus" (Zustellung bis 9:00 Uhr) verfügbar ist, sondern nur für die langsamere Versandart "UPS Express 12:00".

Innerhalb Deutschlands greift die Geld-zurück-Garantie auch für UPS Express Plus. Eine detaillierte Auskunft ist im Angebotsrechner auf der UPS-Website möglich.





DHL verknüpft Sendungsnummer mit Leitcodierung

Paketda wurde ein Ausschnitt aus einer DHL-Präsentation zugespielt, worin die Funktionsweisen von Identcode (Sendungsnummer) und Leitcode erklärt werden. Weil die Präsentation öffentlich war, und die Infos auch bei Wikipedia stehen, bilden wir das Foto unten ab.

Interessant ist der 6. Punkt: "Am Hauptsorter und in der PZE-Verteilung benötigen wir nur noch den Identcode". PZE bezeichnet das Zielpaketzentrum in der Empfängerregion.

Der Leitcode, in dem die Empfängeradresse hinterlegt ist, wird also nur im Paketzentrum der Absenderregion gescannt und im Ziel-Paketzentrum nicht erneut. Möglicherweise ist das die Ursache, warum Pakete mit Adressfehlern oder alten Leitcode-Aufklebern sehr lange bei DHL festhängen können. Solange die Sendungsnummer mit einem falschen Leitcode verknüpft ist, kann das Paket nicht in der richtigen Region ankommen.

Apropos Sendungsnummer: Ein Branchenkenner hat beobachtet, dass DHL schrittweise auf 20-stellige Sendungsnummern umstellt (z.B. 00340434297297061234). Kürzere Sendungsnummern (z.B. 358190341234) sollen wohl insbesondere bei Geschäftskunden entfallen. Längere Sendungsnummern sind vorteilhafter, weil sich darin mehr Informationen unterbringen lassen und die Nummernkreise nicht so schnell überlaufen.

Erklärung DHL PALS-System


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