Otto wird Hermes verkaufen. Handelsblatt: Verhandlungen mit Fedex laufen

Gebäude der Hermes-Zentrale in Hamburg
Im September 2018 berichtete das Handelsblatt über die Suche nach einem finanzstarken Partner für Hermes. Für den Ausbau des Geschäfts, wie z.B. neue Logistikcenter, werde sehr viel Kapital benötigt, das die Otto-Gruppe angeblich nicht allein stemmen kann oder will. Laut Handelsblatt war sogar ein Börsengang von Hermes denkbar (Paketda berichtete).

Das Gerücht vom Börsengang bewahrheitete sich nicht, aber die Chefetage von Otto hat heute offiziell bestätigt, das Anteile an Hermes noch im laufenden Geschäftsjahr verkauft werden. Das Geschäftsjahr läuft bis Ende Februar 2021.

Otto ist bereit, nur noch Minderheitsgesellschafter bei Hermes zu sein. Von sämtlichen Hermes-Anteilen wird sich Otto nicht trennen, aber klar ist, dass der neue Investor ein großes Mitspracherecht erhält. Bei einer Übernahme von mehr als 50% könnte der Investor zukünftig allein bestimmen, was bei Hermes passiert.

Nachtrag vom 28.05. 2020: Im Otto-Geschäftsbericht (S. 69, hier als PDF) heißt es, dass der Verkauf für das 2. Halbjahr des aktuellen Geschäftsjahres (September 2020 bis Februar 2021) geplant ist. Otto rechnet mit einem Verlust der "konsolidierungstechnischen Beherrschung" an Hermes. Die Mehrheit wird also abgegeben.

Das Handelsblatt will aus Branchenkreisen erfahren haben, dass Fedex der wahrscheinliche Käufer des Hermes-Geschäfts in Deutschland, Großbritannien und Frankreich ist. Einschränkend merkt das Handelsblatt an, das ertragreiche Geschäft von Hermes UK könne auch an US-Finanzinvestor Advent verkauft werden.

Die Verhandlungen sollen weit fortgeschritten sein. Otto bestätigte dieses Gerücht erwartungsgemäß nicht. Otto-Chef Alexander Birken sagte zum Hamburger Abendblatt, es wäre ein schlechter Beginn für eine Partnerschaft, wenn diese schon bekannt wird, bevor sie ausverhandelt ist.

Einen Verkauf von Hermes an Onlineversender wie Amazon oder Alibaba soll Otto laut Handelsblatt abgelehnt haben, um keine Wettbewerber zu stärken.

Bemerkenswert: Hermes erwirtschaftet in Deutschland Verluste. Das bestätigte Otto-Finanzchefin Petra Scharner-Wolff. Laut Handelsblatt soll Hermes vor allem von DPD unter Druck gesetzt werden. Angeblich geht DPD sehr preisaggressiv vor und luchst wohl Paketvolumen von Hermes ab.

Ungewiss ist, ob das Paketgeschäft von Hermes gut zu Fedex passen würde. Hermes ist auf das Privatkundengeschäft fokussiert und Fedex auf Geschäftskunden. Außerdem ist Fedex noch mit der Integration von TNT beschäftigt. Die Fusion von Fedex und TNT erfolgte im Mai 2016, aber noch immer agieren beide Marken eigenständig. Auf seiner Website erklärt Fedex vage: "Der Zusammenschluss von FedEx Express und TNT macht große Fortschritte, sodass Sie schon bald von neuen Möglichkeiten sowie einem verbesserten Service und Support profitieren werden."

Quellen: www.handelsblatt.com | www.abendblatt.de | www.moebelkultur.de

Fahrzeug von Fedex


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