DPD Austria: RTR-Verfahren großteils eingestellt ... aber nicht ganz

Aufsichtsverfahren von RTR gegen DPD Austria
Im Februar 2021 startete die österreichische Regulierungsbehörde RTR ein Aufsichtsverfahren gegen DPD Austria, weil angeblich Zustellversuche vorgetäuscht wurden. Hunderte Kunden beschwerten sich darüber, dass ihre Sendungen direkt in Paketshops zur Abholung hinterlegt wurden, ohne dass ein Zusteller zu Hause klingelte.

Diese Beschwerden haben sich laut DPD Austria nun in Wohlgefallen aufgelöst. Die Regulierungsbehörde habe das Aufsichtsverfahren im März 2021 großteils eingestellt. DPD habe alle vorgelegten Beschwerdefälle aufgearbeitet. Rainer Schwarz, Geschäftsführer von DPD Austria: "Wir nehmen Kritik sehr ernst und haben im Interesse unserer Kunden an Lösungen für jeden der vorgebrachten Fälle gearbeitet. Mit der Einstellung des Verfahrens ist der erhobene Kernvorwurf der systematisch mangelhaften Zustellung entkräftet."

Allerdings räumt DPD erstmals ein, dass folgende Paketda-Schlagzeile vom September 2020 korrekt war: "Pilotversuch: DPD liefert in Wiens City zum Paketshop anstatt zur Hausanschrift".

DPDs Medienbetreuerin Hanna Brugger-Dengg hatte dies ursprünglich dementiert und darum gebeten, die ganze Berichterstattung offline zu nehmen. Dabei hatte das zuständige DPD-Depot Wien-Leopoldsdorf den Pilotversuch auf Paketda-Anfrage selber eingeräumt (Paketda berichtete).

Ob der inzwischen abgeschlossene Pilotversuch überhaupt zulässig war, wird von der österreichischen Regulierungsbehörde noch geprüft. Text aus der DPD-Pressemitteilung:

"Ein Teilaspekt ist seitens der Behörde noch offen, nämlich ein bereits abgeschlossenes DPD Pilotprojekt im achten Wiener Gemeindebezirk, das die nachhaltige Paketzustellung zum Ziel hatte. Dabei wurde die Hauszustellung als Opt-In-Möglichkeit angeboten und Pakete ansonsten in einem Paketshop zugestellt. Geprüft wird die Zulässigkeit dieses Projektes. DPD Austria kooperiert selbstverständlich auch hier vollumfänglich mit der Behörde und ist an einer raschen Klärung der Vorwürfe interessiert."


So berichtete Paketda am 21.02.2021

Kundenbeschwerden explodieren: Aufsichtsverfahren gegen DPD Austria ausgeweitet

Weil viele Medien über das Aufsichtsverfahren gegen DPD berichtet haben, gingen bei der Regulierungsbehörde mehr als 2.000 weitere Beschwerden ein. Und zwar innerhalb von zwei Tagen (13. und 14. Februar)! Zum Vergleich: Die Behörde erhält normalerweise nur 200 Beschwerden im gesamten Jahr.

RTR sieht "aufgrund der steigenden Anzahl an Beschwerden innerhalb kurzer Zeit ausreichend Anhaltspunkte dafür, dass es sich bei den nicht-erfolgten Zustellversuchen nicht um Einzelfälle, sondern um ein strukturelles Problem handeln dürfte." Die Vorkommnisse seien nicht auf einen bestimmten Zustellbezirk begrenzt.

Wolfgang Feiel, Leiter der Rechtsabteilung der RTR, sagte gegenüber help.orf.at, dass die Beschwerdeflut sehr außergewöhnlich sei und das Aufsichtsverfahren deshalb ausgeweitet werde. Feiel wörtlich:

"Jetzt haben wir an einem einzigen Wochenende mehr als 2.000 Beschwerden. Das ist für uns schon ein klares Indiz, dass hier ein struktureller Mangel in der Organisation des Postdiensteanbieters vorliegen könnte."

Die 2.000 Beschwerden sind allerdings noch nicht genau ausgewertet. Es steht nicht fest, ob ausnahmslos alle Fälle DPD betreffen.

DPD hat sich noch immer nicht konkret zu den RTR-Ermittlungen geäußert. Der Paketdienst wolle aber jeder einzelnen Beschwerde nachgehen, "sobald alle Fälle im Detail bekannt sind", schreibt help.orf.at.

Kunden, die sich bei der RTR beschweren wollen, werden gebeten, dies nicht per E-Mail zu tun sondern mit diesem Onlineformular. Das Formular wurde eingerichtet, um die Beschwerden strukturiert auswerten zu können. Postkunden können den auf sie zutreffenden Beschwerdegrund ankreuzen.


So berichtete Paketda am 12.02.2021

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Aufsichtsverfahren gegen DPD Austria

In Österreich hat die Post-Control-Kommission (PCK) ein Aufsichtsverfahren gegen DPD eingeleitet. Konkret geht es um vorgetäuschte Zustellversuche.

"Auch von anderen Konsumentenberatungsstellen in Österreich wurde eine Häufung bei Beschwerden über DPD Austria berichtet.", schreibt die Regulierungsbehörde RTR in einer Pressemitteilung. Weiter heißt es:

"Im Falle von DPD liegen aufgrund der steigenden Anzahl an Beschwerden innerhalb kurzer Zeit ausreichend Anhaltspunkte dafür vor, dass es sich bei den nicht-erfolgten Zustellversuchen nicht um Einzelfälle, sondern um ein strukturelles Problem handeln dürfte."

Das Aufsichtsverfahren gegen DPD Austria soll eine "gesetzeskonforme Paketzustellung" sicherstellen. Das sogenannte Postmarktgesetz schreibt vor, dass in Österreich alle Post- und Paketdienste mindestens einen persönlichen Zustellversuch durchführen müssen.

Gegenüber dem Nachrichtenportal Der Standard konnte DPD Austria noch nichts Genaueres zu dem Verfahren sagen.


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