Kundenbeschwerden explodieren: Aufsichtsverfahren gegen DPD Austria ausgeweitet

Aufsichtsverfahren von RTR gegen DPD Austria
Am 12. Februar gab die österreichische Regulierungsbehörde RTR den Start eines Aufsichtsverfahrens gegen DPD Austria bekannt, weil angeblich Zustellversuche vorgetäuscht wurden (siehe Pressemitteilung). Laut mehrerer Kundenbeschwerden wurden Pakete direkt in Paketshops zur Abholung hinterlegt, ohne dass ein Zusteller zu Hause klingelte.

RTR sieht "aufgrund der steigenden Anzahl an Beschwerden innerhalb kurzer Zeit ausreichend Anhaltspunkte dafür, dass es sich bei den nicht-erfolgten Zustellversuchen nicht um Einzelfälle, sondern um ein strukturelles Problem handeln dürfte." Die Vorkommnisse seien nicht auf einen bestimmten Zustellbezirk begrenzt.

Weil viele Medien über das Verfahren gegen DPD berichtet haben, gingen bei der Regulierungsbehörde mehr als 2.000 weitere Beschwerden ein. Und zwar innerhalb von zwei Tagen (13. und 14. Februar)! Zum Vergleich: Die Behörde erhält normalerweise nur 200 Beschwerden im gesamten Jahr.

Wolfgang Feiel, Leiter der Rechtsabteilung der RTR, sagte gegenüber help.orf.at, dass die Beschwerdeflut sehr außergewöhnlich sei und das Aufsichtsverfahren deshalb ausgeweitet werde. Feiel wörtlich:

"Jetzt haben wir an einem einzigen Wochenende mehr als 2.000 Beschwerden. Das ist für uns schon ein klares Indiz, dass hier ein struktureller Mangel in der Organisation des Postdiensteanbieters vorliegen könnte."

Die 2.000 Beschwerden sind allerdings noch nicht genau ausgewertet. Es steht nicht fest, ob ausnahmslos alle Fälle DPD betreffen.

DPD hat sich noch immer nicht konkret zu den RTR-Ermittlungen geäußert. Der Paketdienst wolle aber jeder einzelnen Beschwerde nachgehen, "sobald alle Fälle im Detail bekannt sind", schreibt help.orf.at.

Kunden, die sich bei der RTR beschweren wollen, werden gebeten, dies nicht per E-Mail zu tun sondern mit diesem Onlineformular. Das Formular wurde eingerichtet, um die Beschwerden strukturiert auswerten zu können. Postkunden können den auf sie zutreffenden Beschwerdegrund ankreuzen.


So berichtete Paketda am 12.02.2021

Aufsichtsverfahren gegen DPD Austria

In Österreich hat die Post-Control-Kommission (PCK) ein Aufsichtsverfahren gegen DPD eingeleitet. Konkret geht es um vorgetäuschte Zustellversuche.

"Auch von anderen Konsumentenberatungsstellen in Österreich wurde eine Häufung bei Beschwerden über DPD Austria berichtet.", schreibt die Regulierungsbehörde RTR in einer Pressemitteilung. Weiter heißt es:

"Im Falle von DPD liegen aufgrund der steigenden Anzahl an Beschwerden innerhalb kurzer Zeit ausreichend Anhaltspunkte dafür vor, dass es sich bei den nicht-erfolgten Zustellversuchen nicht um Einzelfälle, sondern um ein strukturelles Problem handeln dürfte."

Das Aufsichtsverfahren gegen DPD Austria soll eine "gesetzeskonforme Paketzustellung" sicherstellen. Das sogenannte Postmarktgesetz schreibt vor, dass in Österreich alle Post- und Paketdienste mindestens einen persönlichen Zustellversuch durchführen müssen.

Gegenüber dem Nachrichtenportal Der Standard konnte DPD Austria noch nichts Genaueres zu dem Verfahren sagen.


  Veröffentlicht am   |   Autor:

✉ Verpassen Sie nichts mit dem Paketda-Newsletter: Kostenlos abonnieren per E-Mail oder bei Telegram



Mehr Paketdienst-News