Das geplante DHL-Paketzentrum bei Weichering nimmt weiter Form an, allerdings langsamer als ursprünglich erwartet. Nach aktuellen Informationen der Neuburger Rundschau wird das Paketzentrum frühestens im Jahr 2031 in Betrieb gehen.
Beim Planungsstart 2021 war noch eine Fertigstellung 2025 angedacht. Ein Grund für die Verzögerung sind aufwändige Untersuchungen des Geländes. In der Nähe befand sich früher eine Munitionsanstalt. Dort wurden im Zweiten Weltkrieg Munition gelagert und produziert; das Areal war Ziel von Bombardierungen und wurde später gesprengt.
Neben der Kampfmittelräumung fanden auch archäologische Untersuchungen statt. Dabei kamen Pfähle zum Vorschein, die auf eine frühe Wohnsiedlung und ein Getreidesilo hindeuten.
Der DHL-Neubau könnte laut Zeitungsbericht rund 240 Millionen Euro kosten. DHL selbst bestätigt dies nicht und spricht lediglich von einem niedrigen dreistelligen Millionenbetrag. Das auf einer 15,5 Hektar großen Fläche entstehende Paketzentrum ist eines der größten Infrastrukturprojekte im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen seit Jahrzehnten. Es soll das 37. DHL-Paketzentrum in Deutschland und das siebte in Bayern werden.
Bis zu 800 Lkw pro Tag erwartet
Eine zentrale Rolle spielt weiterhin die Verkehrsanbindung. Laut Hitradio RT1 sollen in einigen Jahren täglich bis zu 800 Lkw am neuen Paketzentrum an- und abfahren. Die Neuburger Rundschau nennt eine ähnliche Größenordnung von rund 700 bis 800 Lkw pro Tag.
Damit der Lkw-Verkehr das Gelände besser erreichen kann, plant DHL im kommenden Jahr den Ausbau der Straßenanbindung. Nach Angaben der Neuburger Rundschau soll die Kreisstraße ND 18 mit ihrer Anbindung an die Bundesstraße 16 etwa 40 Meter nach Süden verlegt werden. Außerdem sollen Einfädelspuren erweitert und Kurvenradien vergrößert werden. DHL übernimmt auch die Finanzierung eines Radweges zwischen Maxweiler und Weichering.
Das künftige DHL-Paketzentrum hat inzwischen auch eine offizielle Adresse. Wie der Donaukurier berichtet, lautet sie Logistikstraße 1.
Noch offen ist, wie die Abwasserentsorgung gelöst wird. DHL verhandelt einem Medienbericht zufolge mit dem Wasserzweckverband Arnbachgruppe über einen möglichen Anschluss des Paketzentrums an eine neue gemeindliche Kläranlage. Diese soll rund sechs Millionen Euro kosten. Eine Entscheidung wird laut Neuburger Rundschau innerhalb der nächsten Monate erwartet.
Die Deutsche Post AG prognostiziert der Gemeinde Weichering durch das Paketzentrum Gewerbesteuer-Einnahmen in Höhe von 400.000 bis 500.000 Euro pro Jahr. Außerdem sollen ca. 400 ortsnahe Voll- und Teilzeitarbeitsplätze entstehen.
Quellen: Hitradio RT1, Donaukurier, Neuburger Rundschau.
Bevölkerung stimmt für neues DHL-Paketzentrum in Weichering
So berichtete Paketda am 13. März 2022
Heute haben ca. 78% der 2.500 Einwohner der Gemeinde Weichering mittels Bürgerentscheid über den Bau eines neuen DHL-Paketzentrums abgestimmt. Ergebnis: 58% sprachen sich für das Vorhaben aus (Quelle). Durch das Paketzentrum werden 400 neue Arbeitsplätze erwartet und hohe Gewerbesteuereinnahmen.
Dem BR sagte Weicherings Bürgermeister Thomas Mack, dass das DHL-Paketzentrum trotzdem noch scheitern könne. Mack wörtlich: "Sollte sich herausstellen, dass die Weicheringer mit dem Paketzentrum deutlich belastet werden oder andere Punkte noch auftauchen, werden wir es im Gemeinderat stoppen."
Bislang zeigte sich DHL aber sehr entgegenkommend und versuchte, Bedenken der Bevölkerung zu entkräften. So wird beispielsweise auf eine gelbe Fassade verzichtet, damit sich das Gebäude besser in die Landschaft einfügt. So eine Maßnahme hat Seltenheitswert und kam z.B. 2015 vor bei der MechZB in Osnabrück.
Das Paketzentrum in Weichering erhält u.a. eine Photovoltaikanlage, Dachbegrünung, Lärmschutzwand, Kläranlage, eine "ansprechende Kantine" und ausreichend LKW-Parkplätze direkt auf dem Gelände. Außerdem werden schallgedämpfte Rangierfahrzeuge eingesetzt und eine insektenfreundliche LED-Beleuchtung. DHL will sogar einen Radweg zwischen Weichering und Neuburg finanzieren.
DHL plant neues Paketzentrum bei Ingolstadt
So berichtete Paketda im Mai 2021
Auf halber Strecke zwischen den bestehenden Paketzentren in Günzburg und Regensburg plant DHL einen Neubau. In der Gemeinde Weichering, südwestlich von Ingolstadt, möchte Deutsche Post DHL 15,5 Hektar landwirtschaftliche Fläche kaufen, um darauf ein Paketzentrum mit 400 Arbeitsplätzen zu errichten. Mit dem Bau soll 2023 begonnen werden und Fertigstellung 2025.
Der Gemeinderat von Weichering steht geschlossen hinter dem Projekt, berichtet die Augsburger Allgemeine. Das ist ein wichtiger Faktor, weil in anderen Teilen Deutschlands Neubauten von DHL wegen Bürgerprotesten schon abgesagt oder verzögert wurden. Beispielsweise vor wenigen Wochen in Baden-Württemberg (Paketda berichtete) oder der Bau eines Briefzentrums in Germering.
Anhand der geplanten 400 Arbeitsplätze ist kein Rückschluss auf die Sortierkapazität des Paketzentrums möglich. Deshalb ist unklar, ob in Weichering ein Mega-Paketzentrum mit einer Leistung von 50.000 Paketen pro Stunde entsteht oder nicht. Die Grundstücksfläche von 15,5 Hektar ist geringfügig kleiner als das aktuell im Bau befindliche Mega-Paketzentrum Ludwigsfelde mit 16,5 Hektar.
Laut Augsburger Allgemeine wird DHL einen dreistelligen Millionenbetrag in den Neubau in Weichering investieren.
Quelle: Augsburger Allgemeine, Bericht 1 | Bericht 2
Nachtrag vom Oktober 2021: Laut Neuburger Rundschau haben auf dem Grundstück Bohrungen stattgefunden, um die Standfestigkeit und Sicherfähigkeit zu überprüfen. Eine Bürgerinitiative sammelt Unterschriften gegen das Projekt.
