Briefankündigung der Deutschen Post: Registrierung bei GMX und Web.de jetzt möglich

Mit einer E-Mail-Adresse bei GMX oder Web.de funktioniert ab sofort die digitale Briefankündigung der Deutschen Post. Als registrierter Kunde wird man im Voraus per E-Mail informiert, sobald ein Brief, eine Postkarte oder eine Zeitschrift unterwegs zu einem ist.

Ab sofort ist die Registrierung zur Briefankündigung möglich unter brief.gmx.net oder brief.web.de

Registrierung zur Briefankündigung
Erste Erfahrungen von Testnutzern der Briefankündigung:

  • Handschriftlich adressierte Sendungen werden nicht angekündigt.
  • Bei gedruckten Adressen klappt die Ankündigung meistens, aber nicht immer.
  • Zeitschriften werden angekündigt
  • Für jede Ankündigung kommt eine separate E-Mail. Es gibt keine Sammel-Ankündigung.
  • Ein Nutzer erhielt für die gleiche Sendung zwei Ankündigung (vermutlich aus den Briefzentren der Absender- und Empfängerregion).

Mangelhafte Zuverlässigkeit

Im August 2020 hat Paketda die Zuverlässigkeit der Briefankündigung in einem Praxistest untersucht. Ergebnisse hier. Außerdem haben wir 100 Paketda-Nutzer nach ihren Erfahrungen mit der Briefankündigung gefragt. Ergebnis: 72 von 100 Leuten gaben an, dass die Briefankündigung bei ihnen schlecht oder gar nicht funktioniert. Das Ergebnis ist jedoch nicht repräsentativ; lässt sich nicht verallgemeinern.

Laut Pressemitteilung hält die Deutsche Post ihre Briefankündigung für "weltweit einmalig". Das stimmt nicht, weil die amerikanische Post USPS diesen Service ebenfalls anbietet (Paketda berichtete).

Interessant sind auch die FAQ zur Briefankündigung, die von der Deutschen Post online veröffentlicht wurden. Paketda stellt einige Punkte daraus vor:

  • Zur Freischaltung bekommt man einen Bestätigungscode per Post zugeschickt. Die Briefankündigung funktioniert ab dem Folgetag der Freischaltung.
  • Die Briefankündigung funktioniert nur bei maschinenfähigen Sendungen. Zu dicke oder unförmige Sendungen werden von Hand sortiert und deshalb nicht digital angekündigt.
  • Auch DHL-Warenpost wird nicht angekündigt, obwohl diese Versandart in Briefzentren bearbeitet wird.
  • Bei mehreren Personen in einem Haushalt muss sich jede Person einzeln registrieren, sofern sie eine Briefankündigung wünscht.
  • Die Sendungsfotos werden nach maximal 4 Tagen gelöscht.
  • Die Sendungsankündigung für Postfächer folgt im Oktober 2020.
  • Es werden keine Briefumschläge geöffnet. Die Briefankündigung umfasst nur einen Scan der Außenseite des Umschlags.

Sendungsankündigung der Deutschen Post für Nutzer von web.de und GMX

Wie funktioniert die Briefankündigung genau?

In den Briefzentren der Post wird jeder Umschlag gescannt und anhand der Lieferadresse einem Empfänger zugeordnet. Ist der jeweilige Empfänger für die digitale Sendungsankündigung registriert, erhält er ein Vorschaubild des Briefs per E-Mail. Dadurch wissen Kunden schon frühmorgens, welche Post sie im Tagesverlauf erwarten können.

Zur Freischaltung des Services versendet die Deutsche Post einen Brief mit QR-Code, den der Empfänger einscannen muss. Privatkunden wird der Service gratis angeboten. Inhabern eines Postfachs kündigte die Deutsche Post den Service für Oktober 2020 an, zusammen mit einer Preiserhöhung (Paketda berichtete).

Die digitale Sendungsankündigung ist besonders interessant, um das Phänomen "Montags keine Post" zu untersuchen. Obwohl die Post stets das Gegenteil beteuert, haben ja viele Menschen das Gefühl, dass sie montags absichtlich nicht beliefert werden. Wird künftig jede Sendung im Briefzentrum gescannt und digital angekündigt, kann man als Kunde sehr gut die Differenztage zwischen Sendungsankündigung und tatsächlicher Zustellung berechnen. Allerdings wird die Montagszustellung im Rahmen der Postreform wohl sowieso abgeschafft (Paketda berichtete).

Dass nur Nutzer von Web.de und GMX die digitale Sendungsankündigung nutzen können, hängt vermutlich mit dem Datenschutz zusammen. Die genannten Anbieter betreiben ihre Systeme in Deutschland, so dass eine Übermittlung von Brieffotos in die USA oder sonstige Länder ausgeschlossen ist. Die Deutsche Post teilt mit: "Die erhobenen Daten werden DSGVO-konform verarbeitet und gespeichert. Durch die Briefankündigung kommt es zu keinerlei Verzögerung in der Briefzustellung."

Für das Jahr 2021 ist eine Weiterentwicklung der Briefankündigung geplant. Dann sollen Postkunden nicht nur ein Foto vom Briefumschlag erhalten, sondern auf Wunsch sogar den Inhalt von Briefen vorab lesen können. Das funktioniert allerdings nur, wenn der Absender den Briefinhalt digital an die Deutsche Post übermittelt. Das trifft hauptsächlich auf Versicherungsunternehmen und ähnlich große Firmen zu. Eine vergleichbare Funktion namens "digitale Kopie" gab es schon beim E-Postbrief.

Nachdem der E-Postbrief mangels Erfolgslosigkeit fast eingestellt wurde (Paketda berichtete), ist die Deutsche Post inzwischen wohl offener gegenüber Drittanbietern wie Web.de und GMX. Dort kann auf einen Schlag eine viel größere Zahl potenzieller Nutzer erreicht werden, so dass die digitalen Services der Deutschen Post hoffentlich besser angenommen werden. Die Rede ist von 34 Millionen E-Mail-Nutzern von Web.de und GMX in Deutschland.

Quelle: Pressemitteilung Deutsche Post DHL Group

Beispiel-Screenshot einer Sendungsankündigung während des Pilotversuchs der Deutschen Post: Beispiel: Sendungs-Avis Postfach


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