Briefankündigung: Erkennung von Handschriften erst ab Ende 2021

Seit Ende Juli 2020 bietet die Deutsche Post zusammen mit GMX und Web.de eine digitale Briefankündigung an. Registrierte Nutzer erhalten einen Tag im Voraus eine E-Mail mit einem Vorschaufoto von Briefen, die am nächsten Tag zugestellt werden.

Bis Oktober 2020 haben sich laut Deutscher Post schon eine Million Menschen für den Service angemeldet.

Zum Systemstart im Juli 2020 hieß es von der Deutschen Post, dass auch handschriftlich adressierte Sendungen angekündigt werden. Im Paketda-Praxistest klappte das jedoch nicht. In einer Produktbroschüre hat die Post die Handschriftenerkennung nun offiziell revidiert (hier als PDF).

Handschriftlich adressierte Briefe werden aktuell überhaupt nicht erkannt und nicht angekündigt. Das System soll erst Ende 2021 in der Lage sein, handschriftlich adressierte Briefe auszulesen und sie den Empfängern anzukündigen.

Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Paketda-Nutzer Jonas E. berichtet, dass ihm ein Brief angekündigt wurde, obwohl die dritte Stelle der PLZ falsch war und ein Buchstabe im Straßenname fehlte. Die Anschriftenerkennung verfügt also über eine gewisse Fehlertoleranz.



So berichtete Paketda im August 2020

Praxistest der Briefankündigung: System ist noch nicht ausgereift


Wie gut funktioniert die Briefankündigung der Deutschen Post mit GMX und Web.de? Paketda hat 51 Testbriefe abgeschickt und es untersucht. Fazit: große Probleme bei handschriftlich adressierten Sendungen.

Paketda hat zusammen mit 14 freiwilligen Empfängern untersucht, wie gut das System funktioniert. Das Ergebnis ist sehr durchwachsen. Oder wie es ein Teilnehmer formulierte: "ein Schuss in den Ofen". Denn bei ihm wurde kein einziger Testbrief im Voraus angekündigt - genauso wie bei 4 weiteren Teilnehmern.

Folgende Sendungsarten wurden verschickt:

  • Postkarten mit gedruckter Adresse
  • C6-Briefumschläge mit handschriftlicher und gedruckter Adresse
  • DIN-Lang-Umschläge mit handschriftlicher und gedruckter Adresse
  • C5-Umschläge mit Wareninhalt (2cm dick, Fruchtgummi) und gedruckter Adresse

Die Testsendungen ließen leider keinen Rückschluss zu, wann die Briefankündigung ausgelöst wird und wann nicht. Das System scheint nach dem Zufallsprinzip manchmal zu funktionieren und manchmal nicht.

Eindeutig festzustellen ist nur, dass handschriftlich adressierte Sendungen fast nie angekündigt werden. Die Handschrift war übrigens keine Schreibschrift sondern Druckbuchstaben. Aber auch Sendungen mit computergedruckter Adresse garantieren nicht, dass die Briefankündigung funktioniert.

Berücksichtigt man nur Postkarten und Briefe im Normalformat (37 Stück) und nicht die dicken Umschläge mit Waren (14 Stück), so wurden 41 Prozent erfolgreich angekündigt (15 Stück).

Sendungen mit Wareninhalt wurden überhaupt nicht angekündigt. Vermutlich, weil sie nicht maschinell sortierfähig waren. Der Inhaber einer Postagentur sagte, er müsse eingelieferte Sendungen nach Dicke sortieren; und zwar in eine Kiste bis 3cm (maschinenfähig) und eine weitere Kiste für Sendungen bis 5cm.

Auf 9 zusätzlichen Testbriefumschlägen variierten wir die Position der Absenderangabe oder ließen den Absender komplett weg. Aber auch das ermöglichte keine Aussage darüber, welche Sendungen angekündigt werden und welche nicht. Es scheint ein Glücksspiel zu sein, wann die Ankündigung klappt und wann nicht.

Die meisten angekündigten Sendungen kamen übrigens am Folgetag bei den Empfängern an. Nur zwei Testteilnehmer stellten fest, dass die Zustellung einen Tag später als angekündigt erfolgte.


Paketda-Umfrage vom 31.10.2020

Im Oktober hat Paketda 100 Nutzer zur Zuverlässigkeit der Briefankündigung befragt. Ergebnis:

72% der Umfrageteilnehmer geben an, dass die Briefankündigung bei ihnen schlecht oder gar nicht funktioniert. Basis: 100 Teilnehmer.


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