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Deutsche Post Briefankündigung im Praxisttest


Wie zuverlässig ist die Briefankündigung der Deutschen Post? Werden handschriftliche Briefe angekündigt? Was ist mit Namens-Varianten? Wir gehen den häufigsten Problemen auf den Grund.





Handschriftliche Adressierung

Zum Start der digitalen Briefankündigung im Juli 2020 hieß es von der Deutschen Post, dass auch handschriftlich adressierte Sendungen angekündigt werden. In unserem Praxistest klappte das jedoch nicht. In einer Produktbroschüre schrieb die Deutsche Post damals:

Handschriftlich adressierte Briefe werden aktuell überhaupt nicht erkannt und nicht angekündigt. Das System soll erst Ende 2021 in der Lage sein, handschriftlich adressierte Briefe auszulesen und sie den Empfängern anzukündigen.

Bis heute (Stand 2024) wurde dieses Vorhaben nicht umgesetzt. Handschriftlich adressierte Sendungen werden nicht angekündigt. Vermutlich ist es der Deutschen Post aus Datenschutzgründen zu heikel. Beispiel: Wird ein Empfängername aufgrund schlechter Handschrift vom System als "Arne Meier" gelesen, obwohl "Anne Maier" gemeint ist, kann der Brief einem falschen, unberechtigten Kunden angekündigt werden.



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Mehrere Vornamen

Die Deutsche Post erzeugt automatisch Namensvarianten, für die die Briefankündigung ausgelöst wird. Sind Sie beispielsweise als Nutzer "Ernie Schmidt" registriert, werden Ihnen auch Sendungen angekündigt, die an "E. Schmidt" adressiert sind.

Nicht angekündigt werden Sendungen, die an "Ernie Peter Schmidt" adressiert sind. Um auch solche Sendungen zu erhalten, müssten Sie Ihre Registrierung bei Web.de, GMX bzw. der Deutschen Post löschen, einen neuen Account anlegen und dort alle Ihre Vornamen eintragen. Im Zuge der automatisch angelegten Namensvarianten erhalten Sie fortan Briefankündigungen für "Ernie Peter Schmidt" und "Ernie Schmidt".

Hinweis: Nach dem Löschen eines alten Accounts warten Sie bitte 48 Stunden, bevor Sie einen neuen anlegen. So lange benötigt das DHL-System, um im Hintergrund alles korrekt zu verarbeiten.





Mehrere Anschriften auf einem Brief

Die Briefankündigung wird nicht ausgelöst, sofern die Anschriftenerfassung der Deutschen Post nicht klar zwischen Absender- und Empfängeradresse unterscheiden kann. Ein häufiger Fehler ist die Platzierung der Absenderadresse links unten auf dem Briefumschlag anstatt links oben.

Auf Ansichtskarten befinden sich oft Herstellervermerke mit Nennung der Anschrift des Herstellers. Auch das kann die Briefankündigung verhindern.





Zahlendreher in der Anschrift

Paketda-Nutzer Jonas E. berichtet uns, dass ihm ein Brief angekündigt wurde, obwohl die dritte Stelle der PLZ falsch war und ein Buchstabe im Straßenname fehlte. Die Anschriftenerkennung verfügt also über eine gewisse Fehlertoleranz. Das gilt aber nur für die Anschrift (Straße, PLZ, Ortsname) und nicht für den Empfängernamen.





Zu spät oder zu früh ausgelöste Briefankündigung

Immer wieder bemerken Paketda-Nutzer, dass die Briefankündigung nicht mit der tatsächlichen Briefzustellung übereinstimmt. Kommt ein Brief deutlich später als angekündigt, ist erfahrungsgemäß Personalmangel / Überlastung bei der Deutschen Post die Ursache.

Es gibt jedoch auch Fälle, bei denen Briefe früher zugestellt werden als angekündigt. Die Briefankündigung wird i.d.R. einen Tag zu spät ausgelöst, also nachdem der Empfänger den Brief bereits erhalten hat. Dieses Mysterium bleibt leider ungelöst. Wir konnten die Ursache dafür nicht herausfinden.

Möglicherweise hängt das Phänomen mit Dialogpost (Werbebriefen) zusammen. Für die Zustellung von preisgünstiger Dialogpost darf sich die Post ein paar Tage mehr Zeit lassen als für voll bezahlte Standardbriefe. Der Zustellzeitpunkt von Dialogpost ist entsprechend schwieriger vorherzusagen.






Praxistest: Briefankündigung ist noch nicht ausgereift

So berichtete Paketda im August 2020

Wie gut funktioniert die Briefankündigung der Deutschen Post mit GMX und Web.de? Paketda hat 51 Testbriefe abgeschickt und es untersucht. Fazit: große Probleme bei handschriftlich adressierten Sendungen.

Paketda hat zusammen mit 14 freiwilligen Empfängern untersucht, wie gut das System funktioniert. Das Ergebnis ist sehr durchwachsen. Oder wie es ein Teilnehmer formulierte: "ein Schuss in den Ofen". Denn bei ihm wurde kein einziger Testbrief im Voraus angekündigt - genauso wie bei 4 weiteren Teilnehmern.

Folgende Sendungsarten wurden verschickt:

  • Postkarten mit gedruckter Adresse
  • C6-Briefumschläge mit handschriftlicher und gedruckter Adresse
  • DIN-Lang-Umschläge mit handschriftlicher und gedruckter Adresse
  • C5-Umschläge mit Wareninhalt (2cm dick, Fruchtgummi) und gedruckter Adresse

Die Testsendungen ließen leider keinen Rückschluss zu, wann die Briefankündigung ausgelöst wird und wann nicht. Das System scheint nach dem Zufallsprinzip manchmal zu funktionieren und manchmal nicht.

Eindeutig festzustellen ist nur, dass handschriftlich adressierte Sendungen fast nie angekündigt werden. Die Handschrift war übrigens keine Schreibschrift sondern Druckbuchstaben. Aber auch Sendungen mit computergedruckter Adresse garantieren nicht, dass die Briefankündigung funktioniert.

Berücksichtigt man nur Postkarten und Briefe im Normalformat (37 Stück) und nicht die dicken Umschläge mit Waren (14 Stück), so wurden 41 Prozent erfolgreich angekündigt (15 Stück).

Sendungen mit Wareninhalt wurden überhaupt nicht angekündigt. Vermutlich, weil sie nicht maschinell sortierfähig waren. Der Inhaber einer Postagentur sagte, er müsse eingelieferte Sendungen nach Dicke sortieren; und zwar in eine Kiste bis 3cm (maschinenfähig) und eine weitere Kiste für Sendungen bis 5cm.

Auf 9 zusätzlichen Testbriefumschlägen variierten wir die Position der Absenderangabe oder ließen den Absender komplett weg. Aber auch das ermöglichte keine Aussage darüber, welche Sendungen angekündigt werden und welche nicht. Es scheint ein Glücksspiel zu sein, wann die Ankündigung klappt und wann nicht.

Die meisten angekündigten Sendungen kamen übrigens am Folgetag bei den Empfängern an. Nur zwei Testteilnehmer stellten fest, dass die Zustellung einen Tag später als angekündigt erfolgte.


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