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Muss ein Paket bis zur Wohnungstür oder zur Haustür geliefert werden?

Bis wohin muss ein Paket geliefert werden?

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Muss ein Paketzusteller bis zur Wohnungstür liefern?

Im "Paketdienst-Check" des TV-Senders SAT.1 (hier bei Youtube) erklärten hochrangige Manager aller großen Paketdienste, dass die Zusteller bis zur Wohnungstür liefern.

Doch bei Paketda stellen wir fest: Besonders bei schweren und sperrigen Paketen weigern sich manche Zusteller, Treppen zu steigen, und bitten stattdessen den Empfänger, die Pakete unten an der Haustür abzuholen. Doch ist das überhaupt erlaubt?

► Unabhängig von der rechtlichen Situation empfiehlt die Paketda-Redaktion, sich nicht auf Auseinandersetzungen mit dem Zusteller einzulassen. In solchen Fällen hat man als Kunde meist das Nachsehen, da der Zusteller das Paket wieder mitnehmen und beispielsweise in einem Paketshop abgeben oder sogar zum Absender zurückschicken kann.

Manche Kunden wollen Zusteller durch Handgreiflichkeiten daran hindern, Pakete wieder mitzunehmen. Uns sind mehrere Polizeiberichte mit solchen Vorfällen bekannt (Beispiel 1, Beispiel 2). An der Zunahme solcher Berichte lässt sich erkennen, dass mehr und mehr Zusteller unwillig sind, obere Stockwerke zu beliefern.

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Was sagen die Paketdienste?

Einige Kunden sind so verärgert darüber, dass ihnen ein Paket nicht bis zur Wohnungstür geliefert wurde, dass sie sich an eine Zeitung wenden. Die Zeitungsredaktion holt dann eine Stellungnahme des Paketdienstes ein, und immer sagen die Pressesprecher (egal welchen Paketdienstes), dass die Zusteller verpflichtet sind, bis zur Wohnungstür zu liefern.

Es gibt kein Gesetz, dessen Wortlaut eine Lieferung bis zur Wohnungstür vorschreibt. Aber andersherum gibt es auch kein Gesetz, das es den Paketdiensten erlaubt, nur bis zur Haustür zu liefern.

Eine Ausnahme sind Speditionslieferungen, z.B. eines Geschirrspülers. Hier ist die Lieferung bis zur Bordsteinkante oder Haustür üblich. Details siehe nächster Abschnitt.

Seit Corona hat sich bei Paketdiensten die "kontaktlose Zustellung" ohne Empfängerunterschrift etabliert, z.B. generell bei DHL-Paketen von Firmen. Zusteller haben es dadurch leichter, Pakete unten an der Haustür abzulegen und den Kunden quasi zu zwingen, seine Sendung dort abzuholen. Das ist rechtlich nicht erlaubt. Trotz Unterschriftsverzicht dürfen Pakete nur dann beim Empfänger abgestellt werden, wenn dieser eine Abstellerlaubnis erteilt hat.




Sonderfall Speditionslieferung

Speditionslieferungen sind eindeutiger geregelt als Paketlieferungen. Fast jede Spedition legt in den AGB fest, dass die Lieferung nur bis zur Bordsteinkante beim Empfänger erfolgt oder bis zur ersten Tür. Der Kunde weiß also genau, worauf er sich einlässt.

Bestellt ein Kunde etwas Sperriges in einem Onlineshop, z.B. eine Waschmaschine bei Otto, wird dort vor der Bestellung angezeigt, bis wohin die Ware geliefert wird.

Der von Otto beauftragte Hermes-Einrichtungsservice liefert in der Regel bis zum Aufstellort in der Wohnung. Ist diese Leistung im Onlineshop vermerkt und haben Sie als Kunde dafür womöglich extra bezahlt, haben Sie darauf auch ein Anrecht.



Unser Praxistipp

Paketzusteller in Städten laufen den ganzen Tag über Treppenhäuser hoch und runter. Stellen Sie sich diese Anstrengung über einen 8-Stunden-Tag vor, kombiniert mit dem Gewicht der Pakete. Es ist verständlich, dass ein Zusteller zögert, ein schweres Paket mit Tierfutter in den 4. Stock zu tragen oder fünf Einzelpakete mit Möbeln, aus denen ein Bett zusammengebaut wird.

Es ist nicht ratsam, als Kunde darauf zu bestehen, dass der Zusteller das Paket bis zur Wohnungstür bringt. Der Zusteller hat in solchen Fällen die Oberhand und könnte eine Ausrede finden, um die Lieferung an einen Paketshop umzuleiten. Mehr dazu auch in unserem Ratgeber zu vorgetäuschten Zustellversuchen.

Empfehlenswert ist es, dem Zusteller über die Gegensprechanlage anzukündigen, dass Sie ihm im Treppenhaus entgegenkommen. Dies hinterlässt oft einen positiven Eindruck und erhöht die Bereitschaft des Zustellers, das Paket ebenfalls ein paar Treppen hochzutragen. Kunde und Zusteller treffen sich in der Mitte und nehmen sich gegenseitig etwas Arbeit ab.

Ein positiver Effekt auf die Zustellqualität kann auch durch Trinkgeld erzielt werden. Geben Sie Zustellern, die Sie regelmäßig beliefern, ab und zu ein Trinkgeld oder ein kleines Geschenk. Im Sommer sind beispielsweise kühle Getränke sehr beliebt.

Da nur wenige Menschen Trinkgeld geben, bleiben solche Kunden den Zustellern besonders gut in Erinnerung. Bei einem sperrigen oder schweren Paket wird sich der Zusteller dann vermutlich nicht davor drücken, es bis zur Wohnungstür zu tragen.

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