Onboard-Kurier berichtet: So hart ist es, im Privatjet zu fliegen

Pressefoto von Samedaylogistics GmbH
Adrian Kaesberg transportiert als On Board Courier (OBC) eilige Fracht rund um die Welt. Der Job besteht häufig darin, Dokumente, Ersatzteile für Maschinen oder sogar Organspenden per Luftfracht von A nach B zu bringen. Die Aufträge sind so eilig, dass nicht einmal die schnellste Versandart von UPS, DHL oder FedEx ausreichend wäre.

In einem gemeinsamen Podcast von Traveldealz und Planetalk berichtet Adrian Kaesberg von seiner Arbeit und einigen ungewöhnlichen OBC-Einsätzen.

Grundsätzlich sollten Onboard-Kuriere immer binnen weniger Stunden abflugbereit sein. Zur Vorbereitung gehören u.a. eine gepackte Reisetasche, Einreisevisa und Impfungen für bestimmte Länder sowie Kenntnisse der Abläufe an Flughäfen und beim Zoll. Die Kuriere werden von ihren Auftraggebern unterstützt, die alle benötigten Flugtickets buchen und das Transportgut beim Zoll voranmelden.

Zwei bekannte Firmen für Notfalllogistik in Deutschland sind Time:matters und Samedaylogistics GmbH. Beide Unternehmen befinden sich in Nachbarschaft zum Flughafen Frankfurt.

Im Podcast erzählt Adrian Kaesberg bei Minute 24:00, dass er sogar mal Privatjet fliegen durfte: "Es war ein VIP-Flieger, und die Passagierkabine war voll mit Kisten." Leider gab es keinen VIP-Service. "Das hätte man dazubuchen müssen", erfuhr Kaesberg von den Piloten, als er sich nach etwas zu essen erkundigte. Um während des 13-Stunden-Transatlantikflugs nicht zu verhungern, bekam der On Board Courier eine kleine Portion vom Crew Meal der Flugkapitäne ab.

Ein besonderer Auftrag war auch der Transport eines geheimnisvollen USB-Sticks zwischen zwei Regierungsorganisationen. Beim Empfänger durfte der USB-Stick nämlich nicht sofort zugestellt werden sondern erst nach drei Tagen (bei Minute 11:20 im Podcast). Als Agent fühlte sich Kaesberg dabei jedoch nicht: "Ich vergleiche mich eher mit einem Postboten; ein Postbote der Lüfte."

Auch körperlich können die Reisen anstrengend sein, wegen der verschiedenen Zeitzonen und des damit verbundenen Jetlags. In den meisten Ländern muss Adrian Kaesberg nach der Einreise nicht in Quarantäne, weil er ohne langen Aufenthalt wieder ausreist.

Ist eine Quarantäne unvermeidbar, werden Onboard-Kuriere währenddessen weiterbezahlt. Dass dabei hohe Kosten entstehen, ist für die Auftraggeber eine Abwägungsentscheidung. Angenommen, in den USA fällt eine Produktionsmaschine aus und jeder Ausfalltag kostet 50.000 Euro, dann ist es eine leichte Entscheidung, einen Onboard-Kurier für 10.000 oder 20.000 Euro mit der Ersatzteillieferung zu beauftragen.


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