Massiv verschlechterte Warenpost International für DHL-Geschäftskunden


DHL hat bestätigt, dass die Versandart Warenpost International ab Juli 2022 eingeschränkt wird. Das Produkt wird ausschließlich für DHL-Geschäftskunden verfügbar sein. Außerdem werden Haftung, Höchstgewicht und -maße reduziert.

Es wurde eine Infoseite eingerichtet unter www.dhl.de/warenpostinternational. Dort heißt es, dass die neue Warenpost International maximal 35,3 x 25 x 10 cm groß sein darf. Höchstgewicht 1kg. Auf Wunsch bereits ab Februar 2022 buchbar.


Massive Verschlechterungen

Die "alte" Warenpost International der Deutschen Post ermöglichte Sendungen bis max. 2 kg sowie Länge + Breite + Höhe bis 90 cm (Quelle). Das ist noch bis 30.06.2022 möglich. Anschließend müssen sich Kunden auf folgende Situation einstellen:

  • Starke Preiserhöhung für Sendungen unter 500 Gramm und über 35,3 x 25 x 10 cm, da DHL Päckchen oder DHL Paket gewählt werden muss.
  • Kein Versand mit Zustellung gegen Unterschrift ("Einschreiben").
  • Daher auch nur noch Haftung bei Warenpost International Premium (=Tracked) bis max. 20 EUR zzgl. Versandkosten.
  • Tracked mit Haftung nur in ausgewählte Länder verfügbar.
  • In andere Länder ist gar kein Versand mit Haftung mehr möglich, da "Warenpost mit Unterschrift" nicht mehr angeboten wird. Nur bei Warenpost mit Unterschrift wurde für Versand in alle Länder gehaftet.
  • Rücksendungen werden kostenpflichtig.

Außerdem entfällt die Option "Wert" für Warenpost International, weil nicht mehr "mit Unterschrift" möglich. Deutsche Post DHL bietet keine Höherversicherung für warentragende, briefartige Sendungen mehr an. Wertvolle Sendungen können nicht mehr kostengünstig im Briefstrom befördert werden, da keine entsprechende Versicherung angeboten wird.

Es ist nicht mal eine Zustellung gegen Unterschrift möglich. Das hat den Anschein, als wolle sich die Deutsche Post im großen Stile Haftungsrisiken entziehen.

Die Post bietet ab 1.7. generell keinen Warenversand mehr in bestimmte Länder in briefartigen Sendungen gegen Unterschrift an, weder für Privatkunden noch ab 1.7. für Geschäftskunden. Denn das klassische DHL-Päckchen International mit Versicherung ist insbesondere in der EU meistens nur Tracked und nicht gegen Unterschrift.

Noch unklar ist die Preisgestaltung der neuen DHL Warenpost International. Vielleicht gibt es Ländergruppen wie bei DHL Paket, so dass kein Einheitspreis gilt. Die Deutsche Post könnte dadurch höhere Kosten der Zielpostgesellschaft, wie z.B. beim Versand in die USA, an die Absender weitergeben.


Fazit

Unterm Strich bedeutet die Abschaffung der alten Warenpost International, dass die Deutsche Post die Tarifstrukturen für Privatkunden (Päckchenversand EU M notwendig bei Sendungen über Länge 35,3 cm, Breite 25,0 cm) nun auch bei Geschäftskunden durchdrücken will. Ein Päckchen EU M kostet wesentlich mehr als ein Brief bis 500 Gramm oder Warenpost S.

Geschäftskunden bekommen dabei "kulanterweise" eine Höhe von 10 cm eingeräumt, weil 3cm wie beim Päckchen XS für Geschäftskunden nicht praxistauglich wären.

Weil es sich um Geschäftskundenprodukte handelt, und der Warenversand in gewöhnlichen Briefen verboten ist, entzieht sich Deutsche Post DHL auch komplett der Preisregulierung durch die Regulierungsbehörde für den Warenversand im Briefstrom. Ausnahme: Nur DHL Päckchen bietet noch einen Preisbestandsschutz.


Alternative Anbieter

Paketda empfiehlt Firmenkunden, sich bei privaten Briefdiensten nach Möglichkeiten zum internationalen Warenversand zu erkundigen. Das Berliner Unternehmen PIN Mail arbeitet bei Auslandspost beispielsweise mit Spring GDS zusammen. Preisliste unten auf dieser Website: www.pin-ag.de. Auch in anderen Regionen Deutschlands gibt es private Briefdienste, die evtl. in Kooperation mit einem größeren Netzwerkpartner den Versand ins Ausland ermöglichen.



Vielen Dank an Christian K. für die Recherchen.


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