Smartmile-Paketautomaten kommen nach Deutschland


Im Jahr 2016 sorgte Smartmile für Aufsehen in Deutschland, weil in Nagold (Baden-Württemberg) ein 5 Meter hoher Paketautomat mit 500 Lagerplätzen aufgestellt wurde. Kunden konnten dort Pakete aller Paketdienste empfangen und versenden.

Mit dem Turm in Nagold hatte das von einem Deutschen, Finnen und Niederländer gegründete Startup Smartmile keinen Erfolg. Doch jetzt soll der deutsche Markt im zweiten Anlauf erobert werden. Das niederländische Portal duurzaam-ondernemen.nl zitiert Mitgründer Aku Happo so:

"Wir konzentrieren uns jetzt darauf, unser Netzwerk in Deutschland zu starten, aber überall sieht man mehr Probleme auf der letzten Meile. Die Staus in den Städten nehmen zu und die Paketmengen steigen enorm. Deshalb besteht eine große Nachfrage nach einem Anbieter wie uns, der alle verbindet und den gesamten E-Commerce-Prozess nachhaltiger macht."

Smartmile-Abholstationen sind anbieteroffen, d.h. auf Wunsch kann jeder Paketdienst und auch lokale Händler dort Sendungen einliefern. In den Niederlanden hat Smartmile seine 85 Abholstationen jüngst an DHL verkauft. Sie werden aber weiterhin mit Smartmile-Software betrieben. In Finnland kooperiert Smartmile mit PostNord, DB Schenker und DHL.

Deutschland ist ein schwieriger aber offenbar attraktiver Markt für Abholstationen. Im Herbst 2022 sollen hierzulande auch Automaten des österreichischen Anbieters Myflexbox in Betrieb genommen werden (Paketda berichtete). Die Expansion der schwedischen Instabox scheint hingegen zu stocken. Nach Ostern 2022 sollten eigentlich Paketautomaten in Hamburg aufgestellt werden; das ist jedoch nicht passiert.

Spannend bleibt die Frage, ob DHL mit irgendeinem neuen Abholstation-Anbieter kooperieren wird. In anderen Ländern ist DHL dazu durchaus bereit, bloß in Deutschland nicht. Hier verweigerte sich DHL jahrelang dem anbieteroffenen Parcellock-System, das zurzeit von DPD-Manager Ulrich Hauser liquidiert wird.



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Innovativer Paketabhol-Tower: Der PackRobot in Nagold

So berichtete Paketda 2017

Im Dezember 2016 wurde in der 23.000-Einwohner-Stadt Nagold der erste PackRobot in Deutschland aufgestellt. An diesem automatisierten, fünf Meter hohen Lagerturm können Onlineshopper rund um die Uhr ihre Bestellungen abholen.

Der PackRobot wurde bis April 2017 im Rahmen des sog. "citydibs"-Pilotprojekts betrieben. Citydibs war als Onlinemarktplatz und Bonuspunkteprogramm konzipiert und sollte lokale Händler mit Onlineshoppern verknüpfen. Dieses Projekt wurde im Gegensatz zum PackRobot jedoch nicht weiterverfolgt.

Unter dem neuen Projektnamen Smartmile (smartmile.rocks) ist der PackRobot in Nagold weiterhin von Kunden nutzbar. Die Betreiber berechnen den Teilnehmern keine Nutzungsgebühr. Am PackRobot können Pakete aller Paketdienste empfangen werden, und auch Retouren lassen sich dort rund um die Uhr abgeben.

Hersteller des Packrobots ist das Unternehmen Cleveron aus Estland (cleveron.eu). Bis zu 500 Pakete können in dem Turm eingelagert werden. Im Inneren befindet sich ein Lift, der die einzelnen Pakete ein- und auslagert. Es gibt 8 Regalsäulen. Über die genaue Funktionsweise hatten wir bereits hier bei Paketda berichtet.

Die Gründer von Smartmile beabsichtigen, den PackRobot in weiteren Städten aufzustellen - auch international. Weil der PackRobot ein offenes System ist und nicht auf bestimmte Paketdienste beschränkt ist, ist er nach Ansicht der Betreiber eine gute Möglichkeit, die Verkehrs- und Luftbelastung in Innenstädten zu minimieren.

Packrobot in Nagold


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