Chefin von Hermes Europe feuert angeblich Chef von Hermes Deutschland

Foto von Carole Walker
Update: Hermes hat offiziell bestätigt, dass CEO Frank Rausch sowie der für Operations zuständige Geschäftsführer Dirk Rahn das Unternehmen verlassen. Neuer Hermes-CEO ist Olaf Schabirosky. Ein Nachfolger für Dirk Rahn ist noch nicht gefunden. Quelle: newsroom.hermesworld.com


Frank Rausch, Chef des Deutschlandsgeschäfts von Hermes, soll laut eines Berichts von Welt.de seinen Posten verlieren. Die Welt beruft sich als Quelle dieser News auf ein Branchenmedium namens KEP Meldungen. Herausgeber der KEP-Meldungen ist Horst Manner-Romberg, ein ausgewiesener Logistikexperte mit jahrzehntelanger Branchenerfahrung.

Angeblich soll Hermes in Deutschland im vergangenen Geschäftsjahr einen operativen Verlust erwirtschaftet haben*. Auch ständig wiederkehrende Razzien bei Hermes-Subunternehmen waren angeblich mitentscheidend für die Kündigung von Frank Rausch.

* Nachtrag vom 17.7.2018: In einem Interview mit der DVZ stellt Otto-Vorstandsmitglied Kay Schiebur klar, dass Hermes 2017 operativ schwarze Zahlen geschrieben hat.

Im Dezember 2017 präsentierte Rausch ein internes Maßnahmenpaket, um die Auswüchse bei Subunternehmern einzudämmen (Paketda berichtete). Diese Maßnahmen sollten eigentlich bis Herbst 2018 wirksam werden. Leider zu spät für Frank Rausch. Zuvorgekommen sind ihm eine Razzia bei Hermes in Flensburg am 7. Juni 2018 sowie vor wenigen Tagen ein Bericht in der Welt über fragwürdige Machenschaften von Hermes, mit denen Subunternehmer erheblichen finanziellen Risiken ausgesetzt werden.

Rausch übernahm den Posten als CEO von Hermes Germany im September 2014 (siehe damalige Pressemitteilung).

Carole Walker war viele Jahre lang Chefin von Hermes in Großbritannien, bevor sie im November 2017 zum CEO der Hermes Europe GmbH berufen wurde. Die Hermes-Dachgesellschaft für sämtliche europäische Tochtergesellschaften führt Walker von Hamburg aus.

Laut Welt.de unter Berufung auf KEP-Meldungen war die Führungsetage von Hermes auch nicht über die Ankündigung von Frank Rausch begeistert, dass Hermes in Deutschland die Haustürzustellung gegenüber Paketshop-Zustellungen verteuern will. Fakt ist allerdings, dass Hermes Wege finden muss, mehr Geld zu verdienen. Gleiches gilt übrigens für DHL. Dort musste Jürgen Gerdes gehen, weil seine Sparte weniger Gewinn als prognostiziert erwirtschaftet (Paketda berichtete). Profiteur des Preiskampfs zwischen DHL und Hermes sind große Versandhändler, die sich laut Welt.de über "Tarife von weniger als zwei Euro je Paket" freuen können.

Es bleibt abzuwarten, welches Management den Colt zuerst zieht und die Preise für Großkunden anhebt: Hermes oder DHL? Insgeheim wünscht sich wohl jeder Paketdienst in Deutschland ein höheres Porto. Aber niemand will mit Preiserhöhungen vorangehen, weil die Großkunden dann zur Konkurrenz wechseln könnten.

Foto von Frank Rausch


Mitarbeit: Maximilian Koch


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