Verdi jubelt: DHL Delivery wird zum 1. Juli 2019 abgeschafft


Mancher Kunde erinnert sich noch an den deutschlandweiten Poststreik von April bis Juli 2015. Damals wollte die Gewerkschaft Verdi verhindern, dass Paketzusteller bei neu gegründeten DHL-Delivery-Tochtergesellschaften zu Billiglöhnen angestellt werden ("ein sozialpolitischer Skandal ersten Ranges", so Verdi damals). Verdi unterlag in dem Streik und DHL Delivery wurde gegründet.

Vier Jahre später feiert Verdi einen großen Erfolg; nämlich die Abschaffung der DHL-Delivery-Gesellschaften zum 1. Juli 2019. Rund 13.000 Zusteller werden in den Haustarifvertrag der Deutschen Post AG übergeleitet.

Außerdem wurde ein Kündigungsschutz für alle Tarifangestellten bis zum 31.12.2022 vereinbart. Und bis Ende 2020 sichert die Deutsche Post zu, in der Brief- und Verbundzustellung keine Aufträge an Fremdfirmen zu vergeben.

Angaben von Verdi zufolge verdienen Zusteller durch den neuen Tarifvertrag mehr Geld. "Das Plus liegt je nach Tarifgebiet zwischen 47 Euro und 316 Euro im Monat.", heißt es in einem von Verdi bei Facebook veröffentlichten Flyer.

Postchef Frank Appel kommentiert den "Zukunftsvertrag" mit Verdi ebenfalls positiv: "Mit dieser Vereinbarung machen wir einen weiteren Schritt zu wettbewerbsfähigen Tarifstrukturen im Brief- und Paketmarkt und schaffen Voraussetzungen für einen dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg. Gleichzeitig grenzen wir uns bewusst von einem Niedriglohnwettbewerb in der Branche ab."

Personalvorstand Thomas Ogilvie ergänzt, dass es die Vereinbarung dem Deutsche-Post-Konzern ermöglicht, "unsere Attraktivität als Arbeitgeber zu stärken".

Paketdienste konkurrieren auf dem vielerorts leergefegten Arbeitsmarkt um jeden Mitarbeiter. Der neue Tarifvertrag bei der Deutschen Post könnte die Situation bei Wettbewerbern wie DPD, GLS und Hermes verschärfen, falls deren Zusteller aufgrund besserer Verdienstchancen zur Post wechseln.

Die privaten Paketdienste wollen ihre Subunternehmer zwar besser vergüten, damit höhere Mitarbeiterlöhne möglich sind. Dafür muss allerdings das Paketporto steigen. Außerdem können Paketdienste nicht direkt beeinflussen, ob eine bessere Entlohnung der Subunternehmer tatsächlich an die Mitarbeiter weitergegeben wird.


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