Ratgeber: Pakete und Briefe in die Schweiz

Paketversand in die Schweiz

Inhaltsverzeichnis

  1. Ein Paket in die Schweiz schicken
  2. Infos zu Geschenk-Paketen von Deutschland in die Schweiz
  3. Notwendige Zoll-Formulare bei Paketen in die Schweiz
  4. Umsatzsteuer bei Exporten in die Schweiz
  5. Portovergleich für Schweiz-Pakete
  6. Wie lange dauert ein Paket in die Schweiz?
  7. Briefe in die Schweiz

Das Wichtigste auf einen Blick

Durchschnittliche Lieferzeit in die Schweiz:
2 bis 3 Werktage

Versand mit DHL in die Schweiz:
• Expressversand: eigenes DHL-Netzwerk www.dhl.ch
• Standardversand: Zustellung durch die Schweizerische Post
• Hintergründe zum DHL-Netzwerk in der Schweiz in diesem Bericht

Versand mit DPD oder GLS in die Schweiz:
Für Privatkunden nicht möglich.

Versand mit Hermes in die Schweiz:
Möglich mit dem Hermes-Tochterunternehmen Borderguru. Siehe www.myhermes.de.

Schweizerisches Wort für Benachrichtigungskarte:
Abholungseinladung (Einladung, um ein Paket in der Filiale abzuholen)

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Ein Paket in die Schweiz schicken

Weil die Schweiz das Nachbarland von Deutschland ist, vergessen viele Menschen, dass beim Paketversand umfangreiche Zollbestimmungen zu beachten sind. Das gilt auch für den Briefversand, sofern z.B. kleine Waren als Maxibrief von Deutschland in die Schweiz verschickt werden.

Aber keine Angst: Wenn Sie als Privatperson Pakete oder Briefe in die Schweiz verschicken, oder als Unternehmer bis zu einem maximalen Warenwert von 1000 Euro, sind die Zollformulare weniger umständlich, als sie auf den ersten Blick erscheinen.

Für Unternehmer: Wenn Sie Waren im Wert von mehr als 1000 Euro in die Schweiz exportieren, ist vorher eine elektronische Ausfuhranmeldung notwendig. Das gilt auch, wenn Sie die Waren auf mehrere Pakete verteilen und dadurch pro Paket unter die 1000-Euro-Schwelle rutschen.

Hier erhalten Sie mehr Infos zu diesen Themen:

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Infos zu Geschenkpaketen von Deutschland in die Schweiz

Wenn Sie ein Geschenk in die Schweiz schicken wollen, und der Empfänger soll den Wert des Geschenks nicht erfahren, so ist das leider nicht möglich. Denn der Zoll in der Schweiz (und in jedem anderen Land der Welt), muss für die korrekte Ermittlung eventueller Einfuhrzölle den Warenwert kennen. Der Warenwert muss auf einer sogenannten Zollinhaltserklärung angegeben werden. Diese Zollinhaltserklärung wird als Aufkleber direkt am Paket befestigt (siehe nächstes Kapitel).

Tipp: Wählen Sie bei Geschenksendungen ein Familienmitglied des Beschenkten als Paketempfänger aus. Das Familienmitglied kann die Lieferung annehmen und vor der Weitergabe an den Beschenkten die Zollaufkleber entfernen.

Die gute Nachricht: Private Geschenksendungen bis 100 CHF (100 Schweizer Franken sind ca. 90 Euro) dürfen zollfrei in die Schweiz geschickt werden. Das bedeutet: Der Empfänger muss keine Einfuhrsteuern bezahlen. Sie als Absender müssen dem Geschenkpaket trotzdem eine Zollinhaltserklärung beifügen. Darauf darf nicht verzichtet werden, auch wenn der Warenwert unter 100 CHF liegt. Außerdem gilt die Zollfreiheit nicht für Tabakwaren und Alkohol (Alkohol ist auch in Parfum enthalten).

Mehr Infos zu Geschenkpaketen auf der Website des Schweizerischen Zolls (Eidgenössische Zollverwaltung).

Auf www.ch.ch erfahren Sie außerdem die Zollfreigrenzen für Warensendungen in die Schweiz (also keine Geschenkpakete sondern bezahlte Verkaufswaren).

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Notwendige Zoll-Formulare bei Paketen in die Schweiz

Unzureichend deklarierte Pakete müssen vom Schweizerischen Zoll geöffnet werden. Dafür wird dem Empfänger eine Gebühr von 13 CHF berechnet (Stand 9/2015). Diese Gebühr können Sie als Absender vermeiden, indem Sie die Begleitpapiere für Ihre Brief- oder Paketsendung sorgfältig ausfüllen.

Folgende Dokumente müssen Sie einem Brief mit Wareninhalt bzw. einem Paket in die Schweiz beilegen:

► Zollinhaltserklärung

  • Beim Versand eines Briefs oder eines Päckchens verwenden Sie die Zollinhaltserklärung CN22. Es sei denn, der Warenwert liegt oberhalb von 300 SZR (entspricht ca. 350 Euro). Dann ist das Formular CN23 zu verwenden.
  • Für Pakete ist unabhängig vom Warenwert immer die Zollinhaltserklärung CN23 zu verwenden.
  • Beim Export von Waren im Wert von mehr als 1.000 Euro ist zusätzlich zum CN23 eine elektronische Ausfuhranmeldung notwendig. Mehr Infos auf der Website des Zolls.

Tipp: Wenn Sie das Porto online auf der DHL-Website kaufen, füllen Sie die Zollinhaltserklärung bequem am PC aus und das passende CN22/23-Formular wird automatisch mitgedruckt.

Lesen Sie ergänzend unseren ausführlichen Ratgeber zur Zollinhaltserklärung. Dort finden Sie die Formulare CN22 und CN23 als PDF.

► Handelsrechnung

Wenn Sie kein Geschenk in die Schweiz schicken, sondern eine Ware (Produkt, Gegenstand, z.B. aus eBay-Verkauf), müssen Sie zusätzlich zur Zollinhaltserklärung eine Handelsrechnung beilegen. Die Handelsrechnung ist auch beizulegen, wenn Sie nur ein Radiergummi für 50 Cent in die Schweiz schicken.

Auf der Internetseite des Paketdienstes DPD finden Sie ein nützliches Online-Tool, um eine Handelsrechnung am PC zu erstellen. Handelsrechnung bei DPD generieren

Die Handelsrechnung darf nicht im Versandkarton liegen, sondern muss außen am Karton befestigt sein. Und zwar in einer transparenten Klebehülle, so dass der Zoll die Rechnung schnell erkennt und zu Kontrollzwecken entnehmen kann, ohne den Karton öffnen zu müssen (sonst wird eine Gebühr erhoben, siehe oben).

Die Handelsrechnung muss die Versandkosten beinhalten. Haben Sie z.B. ein Radiergummi für 50 Cent in die Schweiz verkauft, und die Versandkosten dafür betragen 7 Euro, ist der insgesamte, zollpflichtige Warenwert 7,50 Euro. Ja: Auch die Versandkosten werden mitverzollt.

Die Schweiz ist zum Glück ein deutschsprachiges Land, deshalb brauchen Sie die Handelsrechnung nicht wie bei anderen Ländern üblich auf Englisch erstellen. Es kann jedoch sein, dass Ihr Paketdienst (sofern Sie nicht Deutsche Post DHL nutzen) andere Vorschriften macht und zur Exportabwicklung eine englische Handelsrechnung verlangt.

Zur Sicherheit: Kopieren Sie das Original der Handelsrechnung zwei Mal. Legen Sie sowohl das Original als auch die Kopien in die Klarsichthülle, die außen am Paket befestigt wird.

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Umsatzsteuer bei Exporten in die Schweiz

Die nachfolgenden Informationen sind wichtig für Unternehmen, die in Deutschland umsatzsteuerpflichtig sind.

Die Schweiz gehört nicht zur EU und wird als Drittland bezeichnet. Warenlieferungen in Drittländer sind in Deutschland nicht umsatzsteuerbar, sofern Sie als Absender den Export nachweisen können. Dieser Nachweis wird mit einer sog. "Ausfuhrbescheinigung für Umsatzsteuerzwecke" erbracht, die Ihnen viele Paketdienste als Serviceleistung anbieten.

Eine normale Postquittung, wie sie bei der Paketeinlieferung am Postschalter ausgestellt wird, genügt den Anforderungen an eine solche Ausfuhrbescheinigung üblicherweise nicht. Es soll aber Finanzämter geben, deren Buchprüfer solche Quittungen als Ausfuhrnachweis akzeptieren. Je höher der Warenwert ist, desto wichtiger ist ein anerkannter Ausfuhrnachweis. Drucken Sie am besten die Sendungsverfolgung aus, nachdem die Auslandssendung als zugestellt gilt.

Hinweis: Es ist egal, ob es sich um Lieferungen an gewerbliche oder private Abnehmer in der Schweiz handelt. Solange der Verkäufer einen Ausfuhrnachweis hat, muss er in Deutschland keine Umsatzsteuer für die exportierten Waren abführen. Der Empfänger in der Schweiz muss seinerseits aber Zoll und schweizerische Mehrwertsteuer bezahlen.

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Portovergleich für Schweiz-Pakete

Mit unserem Preisvergleichs-Rechner ermitteln Sie den günstigsten Tarif für den Paketversand in die Schweiz. Weil GLS und DPD für private Einzelversender keine Lieferung in die Schweiz ermöglichen, sind die Wahlmöglichkeiten für Kunden etwas eingeschränkt.

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Wie lange dauert ein Paket in die Schweiz?

Bei DHL beträgt die Regellaufzeit (durchschnittliche Versanddauer) für ein Paket von Deutschland in die Schweiz 4 Werktage. Ein Päckchen (ohne Nachverfolgung) benötigt 3 bis 6 Werktage. Details siehe hier auf der DHL-Website.

Tipp: Wenn Sie eine Paket- oder Briefanschrift schreiben, beachten Sie bitte, dass es in Schweiz kein ß gibt. Deshalb wird das Wort Straße in der Schweiz immer als "Strasse" geschrieben. Die schweizerischen Postleitzahlen sind außerdem nur vierstellig. Vergessen Sie nicht, unterhalb der Empfängeranschrift in Großbuchstaben SCHWEIZ / SWITZERLAND zu schreiben. Anstelle der englischen Variante können Sie auch französisch SUISSE schreiben.

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Logistikzentrum der Schweizerischen Post

Briefe in die Schweiz

Die Deutsche Post ermöglicht den internationalen Versand von Briefen und Postkarten in die Schweiz. Dazu werden die Sendungen an der Grenze an die Schweizerische Post übergeben. Bitte beachten Sie, dass auch Briefsendungen (sofern sie Waren enthalten und nicht bloß Brieftexte) der Verzollung unterliegen. Das Porto kostet wie folgt (Stand 07/2019):

  • Postkarte: € 0,95
  • Standardbrief bis 20g € 1,10
  • Kompaktbrief bis 50g: € 1,70
  • Großbrief bis 500g: € 3,70
  • Maxibrief bis 1000g (1kg): € 7,00
  • Maxibrief bis 2000g (2kg): € 17,00

Bitte beachten Sie die Größenbeschränkungen für Briefsendungen auf der Website der Deutschen Post.

Ein Brief / eine Postkarte von Deutschland in die Schweiz benötigt ca. 2 bis 3 Werktage.

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